Episode 14 | Walter Oberhänsli – CEO der Versandapotheke ‚Zur Rose‘ und e-Rezept Visionär gegen alle Widerstände

Walter Oberhänsli ist Mitgründer und CEO der Zur Rose-Gruppe und hat mit seinem Unternehmen das E-Rezept in der Schweiz schon vor Jahren realisiert. Als Marktführer der Versandapotheken ist die Zur Rose-Gruppe in Deutschland vor Allem durch DocMorris oder medpex bekannt. Seit 2019 ist das E-Rezept in Deutschland offiziell erlaubt. Im Podcast erzählt Walter Oberhänsli über seine Erfahrungen mit der Digitalisierung im Gesundheitsbereich, über die geplante Plattform, die Versandapotheken und niedergelassene Apotheken gleichermaßen einbinden soll und verrät, wieso bei ihm vor allem die Sturheit der Wegbereiter des Erfolgs war.

Walter Oberhänsli ist erleichtert und begeistert, dass das E-Rezept in Deutschland auf den Weg gebracht wurde. Er ist einer derjenigen, die lange für die Einführung des E-Rezeptes gekämpft haben. In der Schweiz hat er mit seinem Unternehmen das E-Rezept schon 2001 eingeführt. In Deutschland ist das E-Rezept Teil des „Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV)“, das am 16. August 2019 in Kraft getreten ist. Die ersten Pilotprojekte sind gestartet, und ab dem 30. Juni 2020 soll die Technologie für das E-Rezept allen Versicherten zur Verfügung stehen. In einem aktuell laufenden Pilotprojekt der Techniker (TK) wird die Technologie der Zur Rose-Gruppe eingesetzt. Mehr als 50 Patienten testen dort das E-Rezept. Dass die Zur Rose-Gruppe diese Technologie heute schon einsetzt, hat Mut erfordert, erzählt Walter Oberhänsli zu Beginn des Interviews. Wie es dazu kam und welche Bedeutung das E-Rezept für Walter Oberhänsli hat hört ihr ab Minute 1:40.

Pionier des digitalen Zugangs zu Medikamenten

Walter Oberhänsli ist nicht nur CEO sondern auch Mitgründer der Zur Rose-Gruppe.  Die Gruppe hält unterschiedliche Versandapotheken, die in vielen europäischen Märkten tätig sind. Deutschland und auch die Schweiz waren bisher die Schlusslichter bei dem Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen. Mit dem Digitale Versorgung-Gesetz und Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) wird sich diese Situation ändern, meint Walter Oberhänsli. Deutschland habe jetzt die Chance, Vorreiter zu werden und große europäische Märkte wie Frankreich, Spanien und Italien werden folgen. Welche fundamentalen Veränderungen und neue Geschäftsmodelle ermöglicht werden, steht ab Minute 6:00 im Fokus des Gesprächs.

Partner statt Gegner

Der Weg bis heute war für die Zur Rose-Gruppe und für Walter Oberhänsli nicht immer leicht. Versandapotheken wurden stets als der große Angstgegner empfunden, und es wurden ihnen viele Steine in den Weg gelegt. Ein Beispiel ist ein last-minute Zusatz im Koalitionsvertrag, der Versandhandel von Rezeptpflichtigen Medikamenten verbieten sollte. Die Pläne zielten vor allem auf Online-Apotheken aus dem EU-Ausland, wie zum Beispiel Doc Morris, die ihren Sitz in den Niederlanden hat. Diese Klausel wurde niemals rechtsgültig, da sie als ‚europarechtlich und politisch unwägbar‘ eingestuft wurde. Wie man angesichts dieser Hürden nicht den Mut und die Vision verliert, berichtet Walter Oberhänsli ab Minute 12:15.

Aufbau eines Ökosystems

Um das neuste Projekt der Zur Rose Gruppe geht es ab Minute 19:00. Geplant ist eine Plattform, die neben dem Online-Handel auch den niedergelassenen Apotheken Infrastruktur für digitale Versorgung zur Verfügung stellt. Damit aber nicht genug, denn der digitale Kanal ermöglicht es, den Patienten mit seinen Bedürfnissen rund um seine Erkrankung in den Mittelpunkt zustellen. Zum Beispiel über Services zur Therapiebegleitung sowie zusätzliche Erkenntnisse über Wirkung von Medikamenten.

Medikamentenautomaten & Telepharmazie werden kommen

Walter Oberhänsli hat schon an anderen Stellen versucht, digitale Lösungen mit Vor-Ort-Lösungen zu verbinden. In einem Dorf in Baden-Württemberg hatte die letze ortsansässige Apotheke das Geschäft aufgegeben. Die Idee, um die Medikamentenversorgung vor Ort sicher zu stellen, war ein Automat, der in der alten Apotheke platziert wurde. Patienten konnten dort ihre Rezepte einlesen und Apotheker von DocMorris wurden über Videotelefonie zugeschaltet. Auf Knopfdruck konnten diese das Medikament auslösen, so dass der Patient versorgt war, erzählt Walter Oberhänsli zum Abschluss der Interviews ab Minute 35:00. Das ist nach Deutschem Recht verboten, so dass der Automat schnell wieder entfernt werden musste.

An der Idee hält Walter Oberhänsli fest. Bis solche Automaten aber flächendeckend die Akut-Versorgung in Deutschland unterstützen können, sind noch einige Veränderungen nötig. Aber Walter Oberhänsli ist es gewohnt sich durch Widerstände zu kämpfen um am Ende neue Modelle für Versorgung mit Medikamenten zu realisieren.

Die Folge findet ihr wie immer direkt hier. Zu allen weiteren Episoden gehts hier lang.

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2 Antworten zu „Episode 14 | Walter Oberhänsli – CEO der Versandapotheke ‚Zur Rose‘ und e-Rezept Visionär gegen alle Widerstände“

  1. […] gibt, Patienten nicht mehr selbst wissen müssen, welche Medikamente sie genommen haben, es keine Papierrezepte mehr gibt, dass Abrechnung leichter wird und dass Telemedizin verfügbar wird – und das nach […]


  2. […] hat das Telemedizin Start-up Teleclinic gekauft (Podcast mit Katharina Jünger & Podcast mit Walter Oberhänsli). Andrea Belliger sagt, dass es für einzelne Apotheker zukünftig schwierig wird, gute, innovative […]


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