Jens Nörtershäuser – Gründer von Kranus Health, der ersten App auf Rezept bei Impotenz

In dieser Folge spricht Inga Bergen mit Jens Nörtershäuser, dem Gründer und Co-CEO von Kranus Health, der ersten DiGA für Männergesundheit. Er hat das Ziel, den Erfolg von Pfizers Viagra zu wiederholen. Der Biotechnologie und sammelte Erfahrung bei McKinsey, Amazon, Palantir, bevor er gründete. Nach eigenen Aussagen ist die App auf Rezept für Patienten mit erektiler Disfunktion die erfolgreichste Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) und damit auch die erste DiGA explizit für Männer und in der Urologie.

Während seines Biotechnologie-Studiums bekam Jens Nörtershäuser viel Einblicke in die Medikamenten-Entwicklung, als junger Berater bei McKinsey beriet er ausschließlich Pharma-Unternehmen. Schon damals fand er es spannend, sich mit Patientenzentrierter Versorgung zu beschäftigen – und sah aber auch, wie wenig die Pharmaindustrie auf dieses Thema vorbereitet war. Während seines MBA-Studiums erkannte er seine Begeisterung für Tech-Unternehmen und heuerte bei Amazon und dann bei Palantir an. Das Datenanalyse-Unternehmen arbeitet im Bereich Healthcare mit Pharmaunternehmen. Schon bei McKinsey lernte er seinen Mitgründer Thilo Kleinschmidt kennen und beide entschieden sich um Ski-Urlaub zusammen Kranus Health für Männergesundheit zu gründen. Der Vater von Thilo ist Urologe, darüber kam der Kontakt zu Prof. Kurt Miller, der heute Chief Medical Officer von Kranus Health ist. Heute ist die erste Kranus App vorläufig als DiGA gelistet und das Unternehmen führt gerade eine umfangreiche klinische Studie durch, um dauerhaft erstattet zu werden.

Jens Nörtershäuser: Kranus Health ist die erfolgreichste DiGA

6 bis 8 Millionen Männer in Deutschland leiden an erektiler Disfunktion. Kranus legte, so Jens, den erfolgreichsten Marktstart aller DiGAs hin. Mehr als 2/3 der Nutzer bleiben 12 Wochen dabei und schließen das Programm ab. In den ersten Analysen zu DiGAs zeigt sich, dass mehr Frauen als Männer bisher Apps auf Rezept nutzen und auch empfänglicher für Gesundheitsvorsorge sind. Frauen gehen von frühester Jugend an regelmäßig zum Frauenarzt – Männer lernen das nicht. Außerdem sind sie in der Regel nicht besonders gut im Präventionsverhalten, sagt Jens Nörtershäuser.

Kranus Health hat einen anderen Ansatz als Medikamente, die gegen erektile Disfunktion wirken. Inzwischen hat Kranus mehrere tausend Patienten behandelt und, so sagt Jens, extrem gutes Feedback erhalten. Nutzer von Kranus sagen, dass sie in ihrer persönlichen Sexualität nicht abhängig von einer Pille sein wollen. Des Weiteren willen sie Nebenwirkungen nicht in Kauf nehmen und wollen hin zu einer natürlichen Lösung. Erektile Disfunktion kann viele Ursachen haben und ist auch ein Vorbote für mögliche gesundheitliche Probleme, insbesondere kardiovaskuläre Erkrankungen. Leitlinien schreiben eine Ursachen-Analyse bei erektiler Disfunktion vor – hier setzt Kranus an

Kranus setzt auf Direktvertrieb an betroffene Patienten & will sich als Digitalisierungspartner der Ärzteschaft positionieren

Kranus Health baut einen eigenen Arztvertrieb auf. Dabei sehen sie die Urologen und Urologinnen als zentrale Rollen, um die App zu verbreiten. Die Therapie, die Kranus Health anbietet, beinhaltet verhaltenstherapeutische Maßnahmen und z.B. auch Sport. Der Vertrieb wird hybrid aufgebaut – ohne Partnerschaft mit einem Pharma-Unternehmen. Jens Nörtershäuser hat zum Ziel, den Vertrieb als Digitalisierungspartner für die Urologie aufzubauen und dann weitere digitale Produkte für Männergesundheit anzubieten.  Patienten werden direkt angesprochen, denn sie googeln bei Impotenz – Kranus positioniert sich in der Kommunikation als die „Potenz-App“. Stand 05/22 kostet die App 653 € für 3 Monate – die Verhandlung des finalen Preises wird nach einem Jahr der App im Einsatz statt finden.

Kranus will das Vertical Integriertes MaleTech begründen & hat weitere Produkte in der Pipeline

Als nächste Themen will Kranus Health Themen wie Prostata-Karnzinom-Nachsorge, Inkontinez, vorzeitiger Samenerguss, Infertilität und hat zahlreiche Produkte in der Pipeline. Für Kranus geht es darum, Patientenjourneys digital zu begleiten – insbesondere bei tabuisierten Erkrankungen. Einer der ersten Investoren ist einer der Gründer von Kaia Health – mittlerweile ist auch der High Tech Gründerfonds mit an Bord und andere Business Angels. Jens Nörtershäusers Ambition ist es, ein internationales Digital Health Unternehmen aufzubauen – und den Erfolg von Pfizers Viagra zu wiederholen.

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