Marcel Napierala hat vor 21 Jahren Medbase gegründet – heute steht er für 7% des ambulanten Umsatzes im Schweizer Gesundheitswesen und revolutioniert die Gesundheitsversorgung

Auf dem diesjährigem BMC Kongress in Berlin hat Inga Bergen Medbase-Gründer Marcel Napierala live interviewt und mit ihm über seinen Anfänge als Physiotherapeut und seinen Weg hin zum CEO des Schweizer One-Stop-Shop für Gesundheit gesprochen.

Marcel Napierala hat 2001 das Unternehmen Medbase in der Schweiz gegründet. Er ist ausgebildeter Physiotherapeut und studierter Ökonom und heute CEO der Medbase Gruppe.

Medbase

Medbase ist ambulanter Versorger in der Schweiz, bei dem Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt stehen. Das Versorgungsnetze von Medbase bietet 150 Standorten in zwei Sprachen. Heute ist Migros Hauptgesellschafter der Medbase Gruppe. Darüberhinaus ist Migros der größte Schweizer Einzelhändler und Arbeitgeber. Startpunkt von Medbase war die Physiotherapie, dann kamen Fitnessstudios hinzu, Arztpraxen, zahnmedizinische Kliniken und 57 Apotheken.

Heute bietet das Unternehmen integrierte Versorgung in der „Grundversorgung“, wie es Marcel Napierala ausdrückt. Medbase hat 3.500 Mitarbeitende und Marcel Napierala hat seine Vision verwirklicht. Dazu gehören auch Prävention und das Angebot verschiedenster fachärztlicher Leistungen.

Erfolgsgeheimnis: Fokus auf Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden

Aus Patientinnen- und Patientensicht ist das Gesundheitssystem oft fragmentiert aber Medbase versucht hier Abhilfe zu schaffen. Dabei richtet es sich strategisch auf den Bau eines Ökosystems aus. Dazu gehören Partnerschaften mit anderen Anbietern und auch mit Technologieanbietern. Des Weiteren bietet Medbase Telemedizin und ein Multi-Access-/ oder Omnichannel-Modell – so dass Kundinnen und Kunden den Kanal wählen können, den sie brauchen. Digitalisierung wirkt hierbei unterstützend und bringt mehr Effizienz. In der Zukunft werden auch neue Versorgungspfade möglich werden.

Innovation kann nur Bottom-up und ausgerichtet an den Bedürfnissen der Menschen funktionieren

Das Potential in der Schweiz ist riesig – heute macht Medbase 500 Mio € Umsatz im Jahr, steht für 7% des Umsatzes im Schweizer Gesundheitswesens und könnte auf bis zu 2 Milliarden wachsen. Marcel Napierala sagt: jemand muss den ersten Schritt tun. Er spricht sich dafür aus bottom up zu innovieren und nicht die Quadratur des Kreises anzustreben. Aus seiner Zeit als aktiver Physiotherapeut weiss er, wie es ist, am Ende der Nahrungskette des Gesundheitswesens zu sein. Sein Antrieb bleiben die Menschen und er sagt, statt in große „Reformen“ zu investieren, muss man in die Menschen investieren.

Kleine Strukturen

Wenn das System in der Zukunft weiter funktionieren soll, muss auch in kleine Strukturen investiert werden. Alltägliche Prozesse müssen digitalisiert werden und damit ermöglichen, dass die Akteure im System einfacher miteinander arbeiten können. Innovation muss radikal nutzerzentrisch sein. Zum einen gibt es ein Überangebot an Medizin in urbanen Zentren, und zu wenig Angebot in ländlichen Gegenden. Hier wird aus Marcel Napieralas Sicht zu wenig investiert. Es braucht Interprofessionalität und mehr Pflegefachkräfte, die in der Versorgung eingesetzt werden. Hier versucht Medbase derzeit auch, eine juristische Grundlage und damit eine Finanzierbarkeit eines solchen Ansatzes zu schaffen.

Politik und Umsetzung

Marcel Napierala kritisiert die Politik auch, weil diese zu wenig Investition in Prävention und auch Ausbildung von Gesundheitskompetenz leistet. Politik bietet Stabilität & unternehmerisches Denken führt dazu, dass man ins Tun kommt. Beides braucht es, um Innovation für eine funktionierende Gesundheitsversorgung der Zukunft zu schaffen.

Eine Antwort zu “Marcel Napierala hat vor 21 Jahren Medbase gegründet – heute steht er für 7% des ambulanten Umsatzes im Schweizer Gesundheitswesen und revolutioniert die Gesundheitsversorgung”

  1. Ibf-Institut & bi-Labor ist Verbindung zum Mitarbeiter im Betrieb:
    Betriebliche Gesundheitsförderung ist der Schlüssel zur Schlussel-Schloss-Qualitaet d.h. zur Präzisionsmedizin die Gesundheit dokumentiert

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