Episode 39: Diana Heinrichs – CEO und Gründerin von SturzApp Lindera über den Willen zu gründen und das Potential der digitalen Pflege

In der zweiten Folge der zweiten Staffel begrüßen wir Diana Heinrichs, CEO und Mitgründerin von Lindera. Lindera bietet mit Hilfe einer 3D-Technologie die Ganganalyse pflegebedürftiger oder älterer Personen an, um Stürze zu vermeiden.

Diana Heinrichs

Im Gespräch mit Inga Bergen erzählt Diana Heinrichs von den zähen Anfangsjahren der Gründung, ihrer Vision hinter Lindera und ihrem Wunsch ein Tech-Unternehmen im Bereich der Pflege aufzubauen, das über Deutschland hinaus international Anerkennung finden wird. Zusätzlich berichtet sie über die Gründung des Spitzenverbands „Digitale Gesundheitsversorgung“, dessen Vorstandsvorsitzende Diana heute ist.

Ein Spaziergang durch München aka die Gründungsgeschichte

Ab Minute 1:30 berichtet Inga Bergen, wie sie und Diana Heinrichs sich auf einer Konferenz kennenlernten. Inga war damals auf Anhieb von Dianas Gründungsgeschichte hinter Lindera begeistert. Seit Jahrzehnten ist SAP das einzige weltweit agierende deutschstämmig Softwareunternehmen. Das will Diana ändern.

Ihr Ziel war und ist es eine deutsche Software-Firma zu gründen, statt nur den Vertrieb ausländischer Firmen auf dem deutschen Markt zu unterstützen. In Zusammenhang mit dem demographischen Wandel und Hands-on-Erfahrung in den Pflegeheimen war die nachhaltige Gründungsidee geboren: Lindera sollte Stürze bei pflegebedürftigen Menschen verhindern und damit ein real bestehendes Problem lösen. 

Von 2D zu 3D

Ab Minute 8:20 widmen sich die beiden der Technologie hinter Lindera. Diana war davon überzeugt, dass sich Stürze technologisch messen lassen können und suchte sich Unterstützung bei Doktorand*innen und Experten in Deutschland. Diese rieten ihr, „bloß nichts neu zu erfinden, das Feld sei ausreichend erforscht“. Viele der bisher eingesetzten Technologien könnten sich nicht durchsetzen. Einfach muss es sein und für jeden zugänglich wie eine App.

Die Idee, eine Ganganalyse per Handykamera, in Zusammenschau mit klassischen Assessment-Tests und Anamnesefragen. Ganz so einfach war es dann nicht, aber Diana blieb dran und lies sich auch von Aussagen, dies sei unmöglich nicht abschrecken. Allen Hürden zum Trotz entwickelten sie eine 3D-Analyse, die aus 2D-Daten berechnet werden kann. Ihre Technologie, erfahren wir in Minute 11:40, ist flexibel und kostengünstig. Des Weiteren kann sie als zertifiziertes Medizinprodukt von Güstrow bis Konstanz und schließlich auch international auf jedem Smartphone zum Einsatz kommen. Und das i-Tüpfelchen, die Exaktheit der Messung durch die App wurde in Studien mehrfach nachgewiesen und gleicht dem Gold Standard.

Ökosystems für die digitale Pflegeanwendung

Ab Minute 12:30 wird zurückgeblickt, auf den mühsamen, aber doch steten Weg, eine Vergütungsstruktur für Lindera zu etablieren. Erste Selektivverträge mit großen Krankenkassen wie der AOK Nordost brachten Aufschwung in den Anfangsjahren und halfen, dass Lindera bald als digitale Pflegeanwendung gelistet sein wird.

Lindera reduziert das Sturzrisiko von Erst- und Folgeanalyse signifikant durch die Bildung eines „Ökosystems“, bestehend aus der 3D-Analyse, Gruppeninterventionen, Integration anderer Partner, Übungsvorschlägen zur Sturzprophylaxe. Ihr Ziel, sagt Diana in Minute 18:00, ist es, einen weltweiten Standard in der Messpräzision und Sturzprophylaxe zu setzen. Die Technologie kann daher nun auch als Whitelabel-Lösung genutzt werden und kommt in Lifestyle-Bereichen als „digitaler Trainingscoach“ zum Einsatz. Die Anwendung, wie wir sie heute kennen, ist also nur der Anfang. Es werden noch viele weitere Bereiche, Indikationen und Länder folgen.  „Mobilität“ sei der rote Faden, der sich durch fast alle Lebensbereiche und Krankheitsverläufe durchziehe.

Die ‘Gläserne Decke’ oder der Weg zum Spitzenverband

Ab Minute 23:00 sprechen die beiden über „Digital Versorgt“ bzw den Spitzenverband „Digitale Gesundheitsversorgung“. Diana konnte keine sinnvolle Erklärung dafür finden, warum bereits vorhandene und für die Pflege auf gesetzlicher Basis bereitgestellte Gelder der GKV – bei sehr großem vorhandenem Bedarf in der Pflege – nicht ausgegeben wurden. Die „Glasdecken“ im deutschen Gesundheitssystem, die digitalen Lösungen im Weg stand, musste durchbrochen werden. Diana schrieb ein Manifest – Digital macht gesund – und setzte sich auf politischer Ebene dafür ein. So wurde der benötigte Spitzenverband geboren, der bei Gründung 70 und mittlerweile über 100 Mitglieder zählt.

Zu guter Letzt, in Minute 30:00, fragt Inga nach einem Buchtipp von Diana. Ohne lange zu überlegen ist klar: „Three Women – Drei Frauen”, ein Bestseller der New York Times, der sich den Bedürfnissen und dem Leben dreier Frauen widmet. 

Werte der sozialen Teilhabe und das Erkennen von Bedürfnissen besitzen im Buch ebenso wie in Diana Heinrichs Leben einen hohen Stellenwert sowie die stetige Frage, what keeps YOU up at night?

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