Sascha Platen & Lisa Geist über die Frage, ob uns Roboter in der Zukunft pflegen werden

Lisa Geist & Sascha Platen

Lisa Geist und Sascha Platen haben einen elementaren Vorteil gegenüber vielen anderen in ihrer Feld. Sie konnten bereits einschlägige Berufserfahrung in der Pflegebranche sammeln, bevor sie sich dem Studium und der Digitalisierung widmeten. Heute sprechen die beiden mit Inga Bergen darüber, welches Potenzial in der Digitalisierung der Pflegebranche steckt und wie das Beispiel China zeigt, warum wir uns gerade in Pflegeberufen keine Sorgen machen müssen, irgendwann von Maschinen ersetzt zu werden.

Es gibt zu wenig Anerkennung für die Pflege 

Lisa Geist ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin und hat sowohl in der Notaufnahme als auch auf der Normalstation gearbeitet. Jetzt studiert sie im Master Digital Health am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, Krankenhäuser sind nach wie vor sehr hierarchisch. Während Pfleger*innen und Ärzt*innen in der Notaufnahme viel interdisziplinärer arbeiten, gibt es auf den Normalstationen eher wenige Schnittpunkte. Auch gibt es viel Druck von „oben“ auf junge Ärzt*innen und Pflegekräfte. Ein Problem: Viele, auch Ärzt*innen, wissen gar nicht genau, was Pflege bedeutet und welche Anerkennung sie verdient.

Deutschland hat nach wie vor eines der besten Pflegesysteme der Welt 

Sascha Platen hat eine Ausbildung zum Pflegeassistenten gemacht, auch um neben dem theoretischen Wissen aus dem Studium an der Universität St. Gallen zu sehen, wie die Pflegebranche funktioniert. Heute treibt er die Digitalisierung von Pflegeheimen voran. Zuletzt gab es eine große Pleitewelle bei deutschen Pflegeheimen. Er sieht das aber auch als Chance, denn die Krise hat endlich den Blick auf die Pflegebranche gelenkt und viele Reformen angestoßen.

Das deutsche Gesundheitssystem ist Ärzt*innen-zentriert

Schon heute gibt es hochtechnologische Anwendungen wie OP-Roboter und Co. Die Digitalisierung der Grundpflege wurde allerdings bisher massiv vernachlässigt. Das geht so weit, dass heute noch Menschen im vierstelligen Bereich in der Pflege verdursten. Auch dafür gibt es noch keine wirkliche Lösung. Gerade deshalb sind Menschen wie Lisa Geist und Sascha Platen wichtig. Sie kommen selbst aus der Pflege und können so die Digitalisierung in den Pflegeberufen nachhaltig beeinflussen.

Digitalisierung bedeutet Zeitersparnis

Allein mit den Lösungen, die uns heute schon zur Verfügung stehen, könnten zwischen 20 und 34 % der Arbeitszeit eingespart werden. Diese wertvolle Zeit könnte dann für zwischenmenschliche Interaktion oder andere Dinge genutzt werden. Newcare macht es vor. Die Pflegeheimbetreiber aus Nordrhein-Westfalen haben ein Konzept entwickelt, in dem sie Pflegeheime komplett digitalisieren. Alles in Rücksprache mit den Bewohner*innen und Pflegekräften. Sie schauen, welche Tools wirklich gebraucht werden und können so seit 2020 erfolgreich wachsen und expandieren. Sie zeigen also: Es geht!

Der schmale Grad der Digitalisierung 

In China wird alles digitalisiert. Darunter leidet besonders der zwischenmenschliche Kontakt. Denn mit Kameraüberwachung rund um die Uhr und der Messung von Vitalparametern über Armbänder können einige wenige Pflegekräfte ein ganzes Heim managen. Lisa Geist und Sascha Platen sind sich einig: Das ist extrem unsozial und darf in der deutschen Pflegebranche auf keinen Fall passieren. Denn in der Regel geht man aus einem Grund in die Pflege: Man will sie verbessern.

Zwischenmenschlicher Kontakt bleibt unvergütet 

Seien es Gespräche mit Angehörigen, die eine Diagnose nicht verstanden haben, Trauergespräche nach einem Todesfall oder einfach soziale Interaktion. In Deutschland wird nach wie vor nur die pflegerische Leistung vergütet. Dabei ist Pflege so viel mehr. Zwischen dem hektischen Krankenhausalltag oder der Pflege von vielen Bewohner*innen nehmen sich Pflegekräfte immer wieder die unvergütete Zeit, um sich auch zwischenmenschlich um ihre Patient*innen zu kümmern. Dieser Kontakt und diese Menschlichkeit sind unglaublich wichtig. Die Digitalisierung und der Einsatz von Maschinen könnte die Belastung der Pflegenden immens reduzieren und diesen essentiellen menschlichen Tätigkeiten endlich die dringend benötigte Zeit zurückgeben. 

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