
Digitale Versorgung, KI in der Medizin
Praxissoftware: Maud Pennaneach, Vice President Product bei Doctolib, über KI-Assistenten und All-in-one-Software
Maud Pennaneach ist Vice President Product bei Doctolib und arbeitete zuvor im Industriesektor im Zugbau, bevor sie bei Doctolib die Entwicklung der Praxisverwaltungssoftware verantwortete. In Folge 149 von Visionäre der Gesundheit fragt Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, wie moderne Praxissoftware den Alltag von Ärzt:innen und MFAs tatsächlich entlastet. Pennaneach erklärt, warum eine Lösung die gesamte Patientenreise von der Onlinebuchung bis zur Abrechnung ohne Medienbrüche abdecken soll, wie drei KI-Assistenten für Telefon, Sprechstunde und Abrechnung den Verwaltungsaufwand senken und warum das Feedback der Nutzer die Entwicklung steuert. Das Gespräch zeichnet den vierjährigen Weg von Praxisbesuchen über Zertifizierungen bis zum Pilotstart im Juli nach.
Warum das Thema wichtig ist
Wir gehen davon aus, dass wir können durch die Digitalisierung in der Praxis ca. 20 Stunden Zeit sparen und vielleicht sogar 10 Stunden von allein durch KI-Assistenten.
Arztpraxen in Deutschland verlieren nach den im Gespräch genannten Zahlen des ZI rund 61 Arbeitstage pro Jahr an Verwaltung, und 60 Prozent der Praxen berichten von täglichen Softwareabstürzen. Die Folge fragt, ob eine durchgängige Praxissoftware mit KI-Unterstützung bei Telefon, Dokumentation und Abrechnung diese Last tatsächlich senkt, ohne neue Medienbrüche oder Systemfrust zu erzeugen. Sie richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, MFAs, Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber, die über einen Wechsel ihres Systems nachdenken, sowie an HealthTech-Gründerinnen und Gründer, Softwarehersteller und Regulierer bei Gematik und KBV. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Benutzerfreundlichkeit, Zertifizierung und schrittweise Einführung zusammengehen können, wenn Praxen die Wechselbereitschaft inzwischen höher an der Usability als am Preis festmachen. Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, ordnet in diesem Gespräch ein, was gute Praxissoftware im Alltag leisten muss.
key take aways
Zentrale Erkenntnisse
Die All-in-one-Praxissoftware von Doctolib deckt Onlinebuchung, digitale Anamnese, Dokumentation und Abrechnung ohne Medienbrüche ab.
Doctolib hat drei KI-Assistenten gebaut: Telefonassistent, Sprechstundenassistent und Abrechnungsassistent.
Der Abrechnungsassistent navigiert durch rund 6000 Codierregeln der GKV und schlägt passende Ziffern vor.
Die Praxissoftware entstand in über vier Jahren mit rund 1200 Co-Buildern und 500 Beta-Testern.
Der Patient Navigator zeigt per Drag and Drop, in welchem Zimmer ein Patient ist und wie lange er wartet.
Die Gastgeberin
Inga Bergen
Expertin für Digital Health & AI I Moderator | Founder | Angel Investor
"Visionäre der Gesundheit " Gründerin Inga Bergen ist eine der promintesten Stimmen für eine menschzentrierte Digitalisierung des Gesundheitswesens. Seit 15+ Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Medizin und Gesellschaft. Im erfolgreichen Podcast und Newsletter "Visionäre der Gesundheit" ordnet Inga die digitale und KI-Transformation des Gesundheitswesens ein.
Der Podcast
Visionäre der Gesundheit
VdR - einer der meistgehörten Health-Podcasts in Deutschland mit über 1 Mio. Streams. Wir sprechen mit Ärzt:innen, Unternehmer:innen, Forscher:innen und Entscheider:innen über Innovationen, digitale Transformation, interkulturelle Medizin und die Zukunft der Versorgung. In über 170 Folgen, beleuchtet Inga Bergen mit ihren Gästen, Perspektiven, die Mut machen – und zeigt, wie Wandel im Gesundheitswesen wirklich gelingt.
Episoden BESCHREIBUNG
Praxissoftware aus einer Hand: Wie Maud Pennaneach von Doctolib mit KI den Praxisalltag entlasten will
Inga Bergen, Expertin für KI und digitale Gesundheit und eine der prägenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, begrüßt in dieser Folge von Visionäre der Gesundheit Maud Pennaneach, Vice President Product bei Doctolib. Inga Bergen hat sie eingeladen, weil sie in Praxen, Apotheken und Pflegeheimen selbst hospitiert hat und den Alltag mit Doppelfenstern, Zettelwirtschaft und Bürokratie aus nächster Nähe kennt. Maud Pennaneach verantwortet die Entwicklung der neuen Praxissoftware und kann deshalb aus erster Hand zeigen, wie so ein Produkt zwischen Regulierung, Nutzerwünschen und technischem Anspruch entsteht. Diese Innensicht aus vier Jahren Produktarbeit bekommt man selten.
Was ist die All-in-one-Praxissoftware von Doctolib und was kann sie?
Die Software bildet die gesamte Patientenreise in einem System ab, ohne dass Praxisteams zwischen verschiedenen Programmen wechseln müssen. Sie beginnt bei der Online-Terminbuchung und der digitalen Anamnese, die zu Hause oder im Wartezimmer ausgefüllt werden kann. Danach folgen klinische Dokumentation und Abrechnung.
Maud Pennaneach beschreibt, dass der Ansatz aus einer Lage entstanden ist, in der die Nachfrage nach Versorgung steigt und das System unter Druck steht. Technologie, KI und eine gute Bedienbarkeit sollen Fachkräfte entlasten und zugleich die Begleitung der Patientinnen und Patienten verbessern.
Wie viel Zeit können Praxen mit Digitalisierung und KI tatsächlich sparen?
Doctolib rechnet damit, dass eine Praxis durch Digitalisierung rund 20 Stunden Zeit gewinnt, wovon etwa die Hälfte auf die KI-Assistenten entfällt. Maud Pennaneach betont allerdings, dass es sich um ein Ziel handelt, das noch mit den bereits aktiven Praxen gemessen werden muss.
Inga Bergen ergänzt aus eigener Erfahrung, dass sie ihre Produktivität durch KI um etwa ein Drittel gesteigert hat. Beide sind sich einig, dass viele Menschen unterschätzen, wie viel Zeit täglich in Papierkram und Formulierungsarbeit fließt.
Welche KI-Assistenten gibt es in der Praxissoftware und was leisten sie?
Aktuell sind drei spezialisierte Assistenten im Einsatz, weitere sind in Arbeit. Der Telefonassistent nimmt rund um die Uhr Anrufe entgegen, erkennt Patientinnen und Patienten, bucht Termine und erfasst Anliegen wie Folgerezepte, die er für die Praxis zusammenfasst. Laut Maud Pennaneach sinken dadurch Unterbrechungen um bis zu 60 Prozent, und kein Anruf bleibt unbeantwortet.
Der Sprechstundenassistent hört während der Behandlung mit, filtert die medizinisch relevanten Informationen heraus und legt am Ende eine strukturierte Notiz an, inklusive kodierter Diagnosen nach ICD-10. Der Abrechnungsassistent greift darauf zurück und schlägt passende Ziffern vor. Er soll helfen, sich in den rund 6000 Regeln der gesetzlichen Versicherung zurechtzufinden, und auch private Abrechnungslogiken berücksichtigen. Das Praxisteam bestätigt die Vorschläge stets selbst, was Fehler senken und den Umsatz absichern soll.
Maud Pennaneach weist außerdem darauf hin, dass schon etwa die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte privat KI-Werkzeuge nutzt. Im medizinischen Kontext seien jedoch spezialisierte und zertifizierte Lösungen deutlich wertvoller.
Wie unterstützen Patientennavigator, Task Manager und Connect die Praxisorganisation?
Die drei Werkzeuge sollen die Koordination im Praxisalltag vereinfachen und damit Stress reduzieren. Der Patientennavigator zeigt per Drag and Drop in Echtzeit, wo sich jede Patientin und jeder Patient gerade befindet, in welchem Zimmer und wie lange schon gewartet wird. Von dort lässt sich auch die digitale Anamnese steuern.
Der Task Manager hält Aufgaben fest, die später erledigt werden müssen, und erkennt automatisch, um welche Art von Aufgabe es sich handelt. Doctolib Connect funktioniert wie ein Chat innerhalb der Praxis. Zusammen ersetzen diese Funktionen Haftnotizen, Laufwege und Anrufe zwischen Räumen.
Wie entwickelt man eine Praxissoftware, die Zertifizierung und Alltagstauglichkeit verbindet?
Das Team ging in drei Schritten vor: zuerst in Praxen hospitieren, dann die regulatorischen Vorgaben durcharbeiten, schließlich gemeinsam mit Ärztinnen und MFAs Abläufe in Workshops durchspielen. Maud Pennaneach erinnert sich an eine Kinderarztpraxis mit vielen Räumen, die zunächst chaotisch wirkte. Das zeigte ihr, wie verschieden Fachgruppen und Praxisformen arbeiten.
Die Zertifizierungen, etwa durch KBV und gematik, empfand sie als große, aber reizvolle Herausforderung, weil Regelkonformität und gute Nutzererfahrung zusammenpassen müssen. In den Workshops wurden Prozesse und Datenerfassung Schritt für Schritt mit Haftnotizen an der Wand nachvollzogen. Überraschungen ergaben sich meist dann, wenn eine weitere Praxis einen Ablauf anders handhabte und dadurch ein neuer Sonderfall hinzukam.
Insgesamt arbeitete ein Team von mehr als 20 Personen über vier Jahre an dem Produkt. Rund 1200 Co-Builder und 500 Beta-Tester waren eingebunden.
Warum startet Doctolib mit wenigen Praxen und wie fließt das Feedback ein?
Doctolib wollte zunächst Rückmeldungen aus echten Ende-zu-Ende-Installationen sammeln, bevor weitere Praxen dazukommen. Die ersten Pilotpraxen gingen im Juli live, begleitet von Datenmigration und Schulung vor Ort. Maud Pennaneach berichtet, dass der Systemwechsel anfangs stressig war, sich die Lage aber rasch beruhigte.
Besonders positiv fiel das Feedback zum Patientennavigator aus. Nutzerinnen und Nutzer können direkt aus dem Produkt Rückmeldungen senden. Das Team prüft, ob mehrere Praxen dasselbe Anliegen haben, und setzt Verbesserungen oft innerhalb weniger Wochen um. Diese Geschwindigkeit stärkt laut Pennaneach das Gefühl, gehört zu werden.
Was entscheidet künftig darüber, ob Praxen ihre Software wechseln?
Nach einer aktuellen Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung ist Benutzerfreundlichkeit inzwischen der wichtigste Wechselgrund, noch vor dem Preis. Die Studie zeigt außerdem, dass Praxen jährlich rund 61 Arbeitstage mit Verwaltung verbringen und viele Systeme täglich abstürzen.
Inga Bergen folgert daraus, dass die Toleranz für schlechte Software weiter sinken wird. Maud Pennaneach sieht die Digitalisierung in Deutschland insgesamt auf einem guten Weg, mahnt aber, dass Softwarehersteller, gematik und KBV für reibungslose Abläufe sorgen müssen. Ein Launch sei nur eine Etappe, die Weiterentwicklung gehe täglich weiter.
Im Gespräch mit
TRANSKRIPT
00:00
Inga Bergen
In dieser Folge von Visionäre der Gesundheit spricht Inga Bergen mit Mort Pennaneach, Vice President Product bei Doctolib. Gemeinsam tauchen sie tief in die Produktentwicklung moderner Praxissoftware ein und sprechen darüber, wie digitale Lösungen den Arbeitsalltag von Ärzt:innen und MFAs wirklich entlasten können. Es geht um nutzerzentrierte Entwicklung, die Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems, den Einsatz von künstlicher Intelligenz und darum, wie aus jahrelanger Praxisnähe eine All-in-one-Software entsteht, die Prozesse vereinfacht statt verkompliziert. Herzlich willkommen beim Visionäre der Gesundheit Podcast. Ich freue mich heute sehr, ich freue mich immer auf meine Gäste, aber heute freue ich mich sehr, sehr, denn wir steigen ein in das Rabbit Hole der Produktentwicklung bei einem super, super spannenden Thema, das ganz viele Menschen im Gesundheitswesen umtreibt, die in Praxen arbeiten, und zwar Praxissoftware. Und ich freue mich heute, liebe Maud, ich freue mich auch sehr, Freut mich sehr, dass du mein Gast bist. Vielleicht magst du dich selber vorstellen. Du bist bei Doctolib die Frau, die die Praxissoftware entwickelt hat. Und ja, heute stehst du mir Rede und Antwort. Herzlich willkommen!
01:34
Maud Pennaneach
Vielen Dank. Ich freue mich auch sehr, dabei zu sein. Ich habe diesen Podcast auch oft gehört, habe ich gesagt. Deswegen, ich freue mich sehr, heute dabei zu sein.
01:41
Inga Bergen
Ja, man hört, du kommst aus Frankreich. Ich vermute, du hast den Podcast gehört, um dich auch ein bisschen in das deutsche Gesundheitswesen einzudenken, oder?
01:50
Maud Pennaneach
Ja, genau. Und ich weiß, man hört sehr schnell, dass ich aus Frankreich komme. Ich habe probiert, das wegzunehmen, aber irgendwie, ich denke, dieser Akzent wird immer da bleiben. Aber ja, ich bin bei Dr. Lieb und ich leite das Produktteam für die Entwicklung von unseren Lösungen für Gesundheitsfachkräfte, also für alles, was unsere Ärzte und Ärztinnen. Und ja, genau, wir haben letztes Jahr unsere Praxisverwaltungssoftware gebaut und ja, ich freue mich heute ein bisschen von der Geschichte zu erzählen.
02:20
Inga Bergen
Ja, da können wir auch direkt einsteigen. Ihr habt ja schon, also Praxissoftware ist erst mal so ein Thema, was, glaube ich, viele unterschätzt haben, die in dieses Thema reingegangen sind. Das haben wir in den letzten Jahren gesehen. Ihr habt jetzt gelauncht dieses Jahr. Es war wirklich super lang erwartet und es ist ja jetzt nicht nur eine Praxissoftware geworden, sondern es ist eigentlich ja eine Antwort geworden auf ganz viele Wünsche, die eigentlich die Mediziner, mit denen ihr arbeitet, und die MFAs an euch gerichtet haben. Also wie war denn der Weg dahin überhaupt, diese Praxissoftware zu bauen? Wie kam es dazu?
03:00
Maud Pennaneach
Also erst mal von Anfang an, ich denke, wir kennen alle dieses Problem von: Es gibt schon, also wir wissen, es ist schon kompliziert als Praxisteam, als Ärztinnen und Ärzte oder MFA heute zur Arbeit. Aber wir wissen, es gibt, dass die Nachfrage nach Gesundheitsversorgung wächst ständig seit den letzten Jahren. Es gibt schon eine, das Gesundheitssystem steht heute an einem Wendepunkt. Also es gibt schon viel Stress in dem System. Das heißt, wir wollten etwas machen mit Technologie, um dieser Gesundheit zu helfen. Also bei den Gesundheitsfachkräften, aber auch die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Ich denke, da von dieser Problemen stand das Idee. Und genau, wir haben gedacht, okay, wie können wir den Alltag der Fachkräfte verbessern und gleichzeitig Patientinnen optimal zu begleiten und deren Gesundheitssystem zu beeinflussen, also zu verbessern und positiv zu beeinflussen, wenn möglich.
04:01
Inga Bergen
Also auch die, die wirklich die Gesundheit zu unterstützen, all das, was im Sinne von Gesundheitsversorgung dann auch stattfindet in den Praxen vor Ort. Oder in den Kliniken, bei den Gesundheitsfachkräften. Und was ihr jetzt geschafft habt, ist eine Lösung, die von KI unterstützt wird und die ihr als All-in-One-Software positioniert habt. Was ist denn jetzt das Ergebnis geworden? Also für alle, die sich jetzt in euer Produkt noch nicht reingedacht haben, was habt ihr geschaffen?
04:33
Maud Pennaneach
Also genau, wir haben eine, wir nennen das All-in-One-Lösung. Die hilft die Praxen über das Ganze, die gesamte Patientenreise durch unser System ohne Medienbrüche. Es geht von Onlinebuchung über zum Beispiel digitale Anamnese, also es kann von zu Hause oder direkt in der Wartezimmer gemacht, bis zu klinischer Dokumentation, die Abrechnung und alles geht durch unsere Lösungen. Diese Lösung ist durch Technologie und KI und eine gute Nutzerfreundlichkeit gebaut. Und das haben wir jetzt gelauncht. Ich kann noch in Detail gehen, welche Funktionen es gibt. Aber generell war die Idee, dass ein System, das die Praxis, die Ärztinnen und MFA nutzen können, ohne zwischen Lösungen zu wechseln. Und durch Technologie und KI die administrativen Aufgaben zu erleichtern, Zeit sparen können. Wir gehen davon aus, dass wir können durch die Digitalisierung in der Praxis ca. 20 Stunden Zeit sparen und vielleicht sogar 10 Stunden von allein durch KI-Assistenten. Also das ist unser Ziel.
05:51
Inga Bergen
Ja, also 10 Stunden pro Arbeitskraft oder pro Praxis?
05:55
Maud Pennaneach
Aber wir sagen jetzt mal pro Praxis. Aber das müssen wir noch wirklich mit den Praxen, die schon live sind, wir werden das auch messen und dann also weiter probieren, es zu reduzieren.
06:08
Inga Bergen
Ja, ich finde das total interessant. Ich habe übrigens letztes Jahr, also letztes Jahr, wir haben jetzt Januar '25, habe ich mal gerechnet, wie viel produktiver ich durch KI bin in dem, was ich mache, waren circa 30%. Also was ich schon echt krass finde.
06:23
Maud Pennaneach
Also ich denke, ja, manchmal man unterschätzt, wie viel Zeit wir jeden Tag in administrativ, Papier, Formulierung spenden. Ich denke, KI kann viel unterstützen und sogar für die Gesundheitskräfte. Ich denke, es gibt sehr, sehr viel Potenzial.
06:41
Inga Bergen
Ja, ich finde es so spannend, weil ich muss jetzt spontan an zwei Erlebnisse denken. Also einmal bei meinem Gynäkologen, der immer sagt, er hasst Digitalisierung. Aber Dr. Lipp war ja einer der ersten Nutzer bzw. Beziehungsweise seine drei Praxen, die der in Berlin hat. Und das war sehr interessant. Ich habe mich da mal mit einer MFA unterhalten und die hat halt gesagt, bei uns ist eigentlich Digitalisierung im Erlebnis immer verbunden mit Mehraufwand. Das Einzige, was uns bisher wirklich Erleichterung verschafft hat, ist Dr. Lib gewesen. Und dann hatte ich ein anderes Erlebnis in einem Pflegeheim. Ich war pflegende Angehörige und dann gab es ein Unfall und dann kam ein Notarzt, aber es war alles dann nicht so dramatisch. Und dann saß die Pflegekraft da und hat gesagt: Ich bin total happy, dass nichts passiert ist. Aber das Schlimmste ist, ich muss jetzt hier beschreiben, was da passiert ist und ich habe jetzt die Bürokratie vor mir. Und dann dachte ich so, jetzt muss ich ihr eigentlich erst mal ChatGPT Shadow AI erklären, also wie man das illegal nutzt, um irgendwas da reinzusprechen, dass es dann den Text formuliert, weil das natürlich total aufwendig ist. Und diese ganzen Arbeitsschritte, die habt ihr quasi schon mitgedacht jetzt in der Software. Also ich habe jetzt nur Terminbuchung genannt und das Thema Dokumentation, aber das ist etwas, was ihr sozusagen in einem Schritt mitgedacht habt bei der Produktentwicklung.
08:10
Maud Pennaneach
Ja, genau. Und vielleicht noch mal zurück zu der Benutzung von KI. Was wir wissen, ist, dass ungefähr Bereits 50% der Ärztinnen und Ärzte nutzen KI-basierte Tools wie ChatGPT oder andere schon privat, also für die Recherche, und fast schon 30% für die Dokumentation. Also wir sind nicht die einzigen, die weiß, wie KI kann uns unterstützen. Das Problem ist, wir wissen, dass im Gesundheitswesen bringt viel mehr Wert eine spezialisierte KI. Für medizinische oder klinische Themen zu nutzen und auch zertifizierte Lösungen zu nutzen. Und deswegen, wir haben 3, momentan haben wir 3 KI-Assistenten gebaut und wir arbeiten schon an zusätzlichen Assistenten. Aber heute, es gibt schon einen KI-Telefonassistenten. Also statt dass in der Praxis laut, also klingelt das Telefon den ganzen Tag oder den ganzen Vormittag. Jetzt gibt es die Möglichkeit, dass unsere KI Telefonassistenten zu nutzen. Er kann 24 Stunden, 7 Tage das Telefon annehmen. Und was er macht? Er erkennt die Patienten und bucht Termine oder kann auch eine Anfrage nehmen wie eine: Okay, als Patient, ich brauche ein Rezept, also ein neues Rezept oder ein neues Dokument. Und das können wir. Wir nehmen das mit und wir erstellen eine kleine Summary von der Praxis, wo steht, okay, für diese Patienten müssen wir eine Rezepte-Wiederholung machen. Und das reduziert wirklich die Unterbrechungen am Anfang. Wir wissen sogar bis 60%. Und es sorgt auch dafür, dass es gibt zero, also null verpasste Patienten. Das heißt, jede Anfrage ist genommen. Und das bringt schon viel mehr dazu in den Praxen.
10:05
Inga Bergen
Ja, und das ist auch so interessant, weil ich habe jetzt euren Report, ihr gebt ja immer jedes Jahr einen sehr guten Report raus und da wird auch noch mal ganz klar, dass es wirklich, das ist das Nummer 1 Ärgernis auf der Patientenseite.
10:17
Maud Pennaneach
Ja, genau.
10:18
Inga Bergen
Ist, dass man niemanden erreicht oder dass man irgendwie das Gefühl hat, man stochert da so im Dunkeln rum und kommt irgendwie nirgendwo durch mit seinen Fragen. Und das ist ja schon mal ein ganz anderes Erlebnis. Ich finde, das ist so interessant, weil Es ist letztendlich, die KI-Telefonassistenten verhalten sich zu dem Telefonieren mit einem Computer wie eigentlich Videotelefonie und dann Zoom während der Pandemie. Also es ist etwas, was es ja eigentlich schon gibt auf eine Art, aber es war halt nie so gut, dass man es irgendwie genutzt hätte. Und jetzt? Mit den Möglichkeiten der KI wird dieser Einstiegspunkt ja schon deutlich verbessert. Aber so wie ich das in Praxen gesehen habe, ich habe letztes Jahr, habe ich einige Praktika in Praxen gemacht und das war immer total interessant, weil die MFAs dann ja immer zwei Fenster parallel aufhaben. Also einmal die Praxissoftware und dann ihr Dokument und dann müssen die so rumkopieren und das ist natürlich jetzt. Weil ihr habt das ganze Jahr gebaut, auch weil ihr so viel Nachfrage hattet, weil Leute gesagt haben, könnt ihr nicht irgendwie dann alle weiteren Prozesse auch noch abbilden in eurem Produkt? Genau. Und ja, jetzt hat man keine zwei Fenster. Das Doc-to-Lib ist ja, also diese Terminbuchung ist integriert.
11:45
Maud Pennaneach
Ja, genau. Also es ist und ja, also wir haben diese, diese fachschnelle Lösung in eine und vielleicht noch mal zurückverspannen mit dem KI-Telefonassistenten, also was ich persönlich ja interessant finde als Produkt- und Entwicklungsteam. Ist, dass dieses Produkt, es ist zwar für die Praxis, aber es ist, wir müssen auch, wenn wir arbeiten über dieses Produkt, wir müssen wirklich drauf achten, einmal die Lösung für die Ärztinnen- und MFA-Seite, aber auch die Erfahrung für die Patienten muss wirklich gut sein, weil es ist von beiden Seiten benutzt. Das heißt, wir arbeiten an der Stimme, wir arbeiten Es scheint zu sein, dass die Antwort für den Patienten wirklich klar ist. Also es gibt immer Verbesserungen von beider Seiten für die Patientenerfahrung, aber auch für die Praxis. Und das finde ich sehr spannend als Produktentwicklung. Man muss immer von beider Seite gucken. Und ansonsten, wir haben ja zwei andere Assistenten. Einmal ist diese KI-Sprechstundenassistentin. Es ist wirklich was, hilft der Praxis, die Dokumentationszeit zu reduzieren während einer Behandlung. Das heißt, der Patient kommt in das Behandlungszimmer, unser Sprechstundenassistent hört in Echtzeit alles und er stellt, also während der Behandlung, er hört alles und dann filtern wir nur das Wichtige, medizinische Infos. Und am Ende, man bekommt eine strukturierte Notiz mit allen Informationen, an den richtigen Ort und die medizinische Information ist strukturiert, wie Diagnose mit ICD-10-G, also kodifiziert, aber andere Informationen auch mit der richtigen Terminologie.
13:28
Inga Bergen
Ja, und dann ist es aber auch so, schlagt ihr dann auch auf der Basis schon Codes vor, Bausteine vor für die Dokumentation, für die ganze Abrechnung? Weil du hattest ja auch gesagt, es geht bis in die Abrechnung.
13:40
Maud Pennaneach
Ja, genau. Und das ist, genau, und unsere KI-Sprechstundenassistent ist auch, arbeitet oder funktioniert mit unserer KI.
13:47
Inga Bergen
Abrechnungsassistent.
13:48
Maud Pennaneach
Der Abrechnungsassistent ist, also er hilft erst mal, er hilft der Praxis zum Navigieren durch diese 6000 Codierregeln. Das ist nur für die GKV-Praxen. Es gibt auch für den Privat, also für GOE-Code gibt es auch andere Regeln. Und was er macht, er versteht, was würde während der Behandlung passieren und schlägt die richtige Ziffern vor. Ziel ist wirklich, die Fehler zu minimieren. Das heißt, die Zeit, dass die MFA oder die Ärzte am Ende des Tages nehmen, um durch alle Dokumentationen normal zu gehen, diese Zeit zu minimisieren. Es muss automatisch, also fast automatisch laufen, weil der Praxisteam muss immer bestätigen, weil so ist auch die Regel. Und es ersichert auch den Umsatz am Ende.
14:38
Inga Bergen
Ja, ja, ja, total spannend. Und was ich auch so interessant finde, wie gesagt, ich mache viel Praktika, also immer so ein, zwei Tage irgendwo, um mir einfach Arbeit in Praxen, in Apotheken, in Pflegeheimen, in you name it so anzugucken. Und was ich manchmal interessant finde, ist, wie sehr so Abläufe darauf basieren, dass Leute viel rumrennen. Also dass man viel irgendwie nach vorne rennt, dahin rennt und viel so ad hoc macht. Und ihr habt ja auch viel, so habe ich das verstanden, viel Automatisierung oder viel Unterstützung dabei. Was muss ich eigentlich wann machen? Wie priorisiere ich meine Aufgaben? Und wie arbeite ich eigentlich professionell und wie delegiere ich und so? Das habt ihr ja auch Also da habt ihr euch ja auch eingegraben, oder?
15:35
Maud Pennaneach
Ja, genau. Also wir haben, also ein Problem, das wir gesehen haben, ist die Koordination auch in der Praxis. Also es gibt die Koordinationsfunktion, die, die, die Praxisteam und dem Patienten, also wo die Patient steht, was muss man mit dem Patienten gemacht, und dann gibt es auch die Koordinationsfunktion, die Fachkräfte. Und wir sagen, wir haben verschiedene Lösungen, die zusammen gut funktioniert. Ich würde sagen, das Erste ist, was wir nennen, Patient Navigator. Das hilft die Praxis zu wissen, real life, also immer wo der Patient steht. Und es ist sehr leicht zu nutzen, es ist wie ein Drag and Drop durch die Behandlungsstation. Also man sagt Patient A geht da, Patient B geht zur Behandlung, in welchem Zimmer, und man sieht immer die Zeit, seit wann der Patient wartet etc. Und das, von dem Patientennavigator kann man direkt auch eine Digitale Anamnese steuern zum Beispiel. Also alles. Also man kann alles von diesem Patientennavigator steuern. Die zweite Lösung, die wir haben, ist sogenannt Task Manager. Also in der Praxis, es gibt immer auch viele Sachen, die man dokumentiert, die müssen vielleicht später gemacht werden oder dass man nicht vergisst. Und dadurch können die Praxen sehr schnell eine Task erstellen und wir erkennen automatisch, welche Art von Task das ist. Und der dritte ist unsere Wir nennen das Dr. Lib Connect Lösung, wo man kann, es ist wie ein Chat zwischen die, die in der Praxis, wo man kann auch nutzen, um schnell Kommunikation. Und das, ich denke zum Beispiel, diese 3 Tools zusammen, die sind, sie bringen sehr viel Mehrwert für die Praxis, für die Koordination in der Alltag. Und ich denke, das reduziert auch den Stress, weil man kann alles von unserer Lösung machen, muss nicht Post-it oder rennen oder anrufen in verschiedene Räume.
17:20
Inga Bergen
Das läuft so ein bisschen so wie im Hintergrund mit. Ich stelle mir das jetzt wirklich spannend vor. Wie ihr gearbeitet habt, weil ich weiß von Doctolib, das fand ich so, fand ich so am Anfang, ganz am Anfang, als Doctolib auf den deutschen Markt gekommen ist, so spannend, wie intensiv der Vertrieb war und ist, weil es gab ganz viel Training, ganz viel Kontakt auch mit den Praxen, die Doctolib dann eingeführt haben. Und ihr habt auch ganz schnell mit so Panels gearbeitet. Wirklich Nutzerinnen und Nutzer, also Patient:innen und medizinisches Fachpersonal dann auch einbezogen. Wie war das jetzt? Also wie habt ihr das hinbekommen, weil so einen Praxisalltag dann auch wirklich abzubilden in einer Software, auch natürlich mit der ganzen Komplexität der Abrechnung in Deutschland, das ist ja auch noch mal ein super, eine Wissenschaft für sich eigentlich. Wie seid ihr da vorgegangen? Wie habt ihr das gemacht?
18:16
Maud Pennaneach
Ja, ist eine sehr gute Frage und ich muss sagen, es war nicht einfach. Also ich denke, das Erste, was du auch machst mit deinem Praktikum, ist erstmal zu verstehen, das Beste ist wirklich in der Praxis zu gehen und sich anschauen. Also ich und mein Team, wir haben das oft gemacht. Also ich kann mich erinnern, einmal in einer Kinderarztpraxis, 10 Räume, also 2 Erste, ich bin vielleicht 6 MFA. Und ich dachte, wie können die so arbeiten? Das ist ja richtig ein Chaos. Aber ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass es verschiedene Praxen mit verschiedenen Abläufen gibt. Und man muss alles verstehen, also die verschiedenen Arten von Praxis, die verschiedenen Konstellationen, die verschiedenen Fachgruppen. Also zum Beispiel Kinderärzte sind nicht die gleichen wie Gynäkologen oder vom Orthopäden. Also erst mal auch die Unterschiede zu verstehen. Das war die erste Stufe, in eine Praxis zu gehen, sich anschauen. Zweite Stufe ist ja Gesundheit bedeutet auch, es gibt Zertifizierung, es gibt Regeln, man muss die verstehen, es gehört dazu. Das war die zweite große Stufe, war alle Zertifizierungen zu lesen, alle Dokumentationen zu lesen. Was sollen wir bauen, sodass das Produkt zertifiziert wird? Also alle KBFOR-Zertifizierung, Gematik-Zertifizierung. Oh my God, interessant, ehrlich gesagt, weil ich weiß nicht, ich denke, es ist, ich finde diese Challenge, die Zertifizierung plus die gute Benutzerfreundlichkeit und die gute Workflow zu bauen, ist ein mega spannend. Also ich finde es sehr interessant, weil ja, und dann der dritte war wirklich Workshop mit dem Ersten zu machen, also entweder Interview oder wirklich, ich kann mich erinnern, ganz am Anfang, wir haben einen Workshop gemacht mit erst, also erste, Erstin an der MFA und wirklich 2 Tage oder also entweder 1 Tag oder sogar manchmal 2 Tage hintereinander, wo wirklich mit Post-it gearbeitet an der Wand, wo wirklich man geht durch jeden Workflow und fragt, wie macht ihr das in dem Moment, welche Daten, Dokumente, also erstmal die Workflows verstehen und dann auch zu verstehen, welche Daten, also welche Informationen An welchem Zeitpunkt ist dokumentiert und wie.
20:33
Inga Bergen
Gab es jetzt so während der Entwicklung, gab es da wirklich mal so Überraschungen, wo du auch gedacht hast, das ist ja wirklich etwas, was ich jetzt gar nicht erwartet hätte?
20:42
Maud Pennaneach
Vielleicht noch kurz dazu. Ich denke, wir haben ein bisschen mehr als 4 Jahre intensiv an dieser Entwicklung gearbeitet, also für diese Passivhaltungssoftware. Und ich denke generell auch, wir haben ungefähr 1200 Co-Buildern als User und 500 Beta-Tester. Also die Überraschung lag manchmal, dass wir dachten, okay, so ist der Prozess und dann wir sprechen mit einem zusätzlichen ersten oder MFA und dann diese Person sagt, ah nein, ich mache noch anders. Okay, noch ein zusätzlicher Edge Case oder Fall, den wir noch implementieren müssen. Ich denke, das war manchmal die Überraschung.
21:24
Inga Bergen
Wo hast du gedacht, so, jetzt wird es richtig gut. Also jetzt kriegen wir wirklich einen Mehrwert hin. Gab es da so einen Punkt, wo du, weil ich stelle mir schon vor, dass es ein, also man fängt an, denkt am Anfang, ach komm, so eine Praxissoftware kriegen wir schon irgendwie alles hin. Dann steigt man in die Details ein und dann glaube ich, kommt man in so einer Entwicklung, kann ich mir vorstellen, ohne dabei gewesen zu sein, kommt man sicher an Punkte, wo man denkt irgendwie, das ist so komplex, wie soll man das alles zusammenbringen? Und ihr habt jetzt aber doch natürlich, ihr habt gelauncht, das Produkt ist draußen, es wird genutzt. Wo war der Moment, wo du gesagt hast, das wird jetzt wirklich gut?
22:06
Maud Pennaneach
Ja, also eine sehr gute Frage und ich denke, meine Antwort ist eher, es gab immer Hoch und Runter. Ja. Ich denke, es ist oft wie die Produktentwicklung. Manchmal man probiert etwas, dann funktioniert es gut, man entwickelt noch etwas, okay, es gibt ein Problem, müssen wir das lösen. Also es gibt immer Hoch, Runter, Hoch, Runter. Und ich denke, was wirklich mich sehr hochbringt, ist das Feedback vom Nutzer.
22:27
Inga Bergen
Ja.
22:28
Maud Pennaneach
Weil wir bekommen oft, also wenn wir entwickeln eine neue Funktionalität, dann testen wir immer mit Nutzer. Und ich denke, sobald wir ein gutes Feedback bekommen, wie ah ja, das wird gut oder das ist mir jetzt gerade viel, das ist für mich diese wow, okay, wir sind auf dem guten Weg. Dann ich würde sagen, der große Moment war für mich, bei dem Pilot. Also wir haben schon seit, wir haben eine Beta-Phase und eine Pilotphase und Pilotphase war wirklich die erste Praxen, die wir installiert haben mit Export-Import, trainiert in der Praxis. Ich war dabei. Das war wirklich der Moment, wo ich dachte, wow, das.
23:07
Inga Bergen
Ja, weil was ist so das Feedback? Also ich stelle mir vielleicht Skepsis, aber Begeisterung, Erleichterung. Vielleicht auch, ich weiß nicht, also am Anfang hat man ja auch immer noch Kinderkrankheiten, das bleibt ja nicht aus. Wie ist das aufgenommen oder wie nehmen die das auf?
23:25
Maud Pennaneach
Also ich denke, am Anfang für eine Praxis, es ist ein Stressfaktor, eine Praxis, also seine Software zu wechseln. Und wir haben das gefühlt. Also ich denke, in der Praxis an dem Tag war schon stressig für den, also das war der erste Praxen- Man hat bemerkt, das war schon stressig für den, aber das ging ganz schnell besser, weil dann, wir waren da, wir haben die Datenmigration gemacht, es läuft alles gut und dann man bekommt direkt die erste Rückmeldung und offen, die sind, also es gibt immer gute Rückmeldungen. Ich denke, was mich sehr gefreut hat, ist das Feedback von dem Workflow. Es funktioniert ganz gut über den Patientennavigator. Wir haben direkt so gutes Feedback bekommen. Und ja, es gibt immer Sachen, die man verbessern kann. Also wir bekommen auch manchmal Feedback, okay, das und das sollte so und so gemacht werden. Das hilft uns so sehr, weil dann nehmen wir das Feedback, arbeiten mit unserem Produktentwicklungsteam, testen wir und dann 2 Wochen später hat man ein neues Feature, also schon der Verbesserung schon live. Und ich denke, diese Geschwindigkeit und diese Agilität ist auch was, ich denke, unsere Nutzer sehr schätzen.
24:36
Inga Bergen
Ja, das ist so interessant, weil ich glaube, das ist halt oft im Gesundheitswesen einfach, weil es ja so sehr reguliert ist, haben viele oft das Gefühl, da wird mir irgendwie was vorgesetzt und ich kann da gar nicht so richtig teilhaben. Aber in dem Moment, wo man Menschen eben einbezieht und sie das Gefühl haben, okay, das ist jetzt vielleicht noch nicht ganz perfekt, aber ich werde gehört, hat man ja eine ganz andere Reaktion. Gegenüber.
25:01
Maud Pennaneach
Und man gibt auch die Möglichkeit unseren Nutzern direkt von der Produkte, die wir schicken, sie können, wenn sie uns etwas sagen wollen, sie können direkt das machen und wir bekommen das Feedback live. Und dann entweder wir rufen noch mal an, weil wir wollten noch besser verstehen, oder wir nehmen das Feedback und verarbeiten dieses Feedback. Und wir gucken erstmal, gibt es andere Praxen, die gleiches Feedback, also Wir prüfen das, Rückmeldung, aber dann werden wir sehr schnell das implementieren.
25:31
Inga Bergen
Ja, und wenn du jetzt so siehst, also diesen gesamten, diese 4 Jahre, und ich finde es so spannend, weil ich glaube, ihr hattet am Anfang auch die Aufgabe so fast ein bisschen unterschätzt, weil es war, glaube ich, auch mal, also früher angekündigt und dann hat es aber doch länger gedauert. Als ursprünglich geplant. Jetzt hat es 4 Jahre gedauert. In diesen 4 Jahren bist du ja eine absolute Spezialistin geworden. Wie eine Entwicklung einer Praxissoftware, wenn du da jetzt so drauf guckst, ne, wir haben, das ist ja auch so spannend, weil es die 4 Jahre in unserer digitalen Welt, das ist ja so ein krass langer Zeitraum. In diesen 4 Jahren ist jetzt auch KI auf den Plan getreten, was euch natürlich auch entgegenkommt, weil die Hemmschwelle, KI einzusetzen, sinkt, wenn Menschen das eh schon in ihrem Alltag in irgendeiner Form einsetzen. Wenn du da jetzt so drauf schaust, welche Aufgabe übernimmt denn KI am effizientesten aus all diesen Learnings?
26:33
Maud Pennaneach
Also ich denke, dass durch KI wir können wirklich die— also es gibt für mich schon Unterstützung. Das heißt, wir wissen zum Beispiel, also die letzte Studie vom ZII ist auch, ich denke, kurz gestern, vorgestern gekommen.
26:48
Inga Bergen
Ja.
26:48
Maud Pennaneach
Diese Server auch, zum Beispiel, die haben gesagt, bei der Arztpraxis, es gibt eine administrative Last. Ich denke, die sagen ungefähr 61 Arbeitstage pro Jahr geht mit Administration. Und ich denke, 80% der Ärzt:innen geben an, dass sie viel zu viel Zeit für Verwaltung aufwenden. Für mich, diese fast 100%, diese Aufgaben können in der Zukunft, sogar jetzt schon, durch KI unterstützt werden. Auch zum Beispiel die Systemfrust. Es gibt sehr viele Fehler. Also ich denke, es gab 60% der Praxen haben gesagt, es gibt täglich Abstürze in der Software. Ja. Und das können wir auch KI nutzen bei dem Entwicklungsteam. Wie können wir unsere Technologie noch verbessern? Nicht die Funktionalität, aber wie wir das Produkt bauen, sodass es weniger Bugs gibt, sodass unsere Software noch besser ist. Und also ich denke, Für mich KI, KI für KI, ja. Aber ich denke, KI, um Probleme zu lösen, einbinden in eine Funktionalität, das ist, wo wirklich der Mehrwert liegt. Und auch wenn ich denke, zum Beispiel für die Praxen oder für die Ärzte, die zum Beispiel zu viel Zeit nehmen, um die richtige Information über die Patienten zu finden, oder die müssen noch finden, welche, die letzten Studien über und eine Krankheit oder welche Medikamente passen am besten. Ich denke, da kann KI auch viel unterstützen, mit Wissen zu bringen, die besten Studien zur Verfügung zu stellen, eine Zusammenfassung von dem Patienten zu bringen. Also alle diese Suchen von Data, entweder von dem Patientenkontext, weil der Patient war seit 20 Jahren in der Praxis, es gibt so viel Information über diesen Patienten oder von dem Wissen, die draußen liegt, auf das beste Studium, das kann KI sehr viel unterstützen. Ich denke, es geht in beide Richtungen. Einmal den administrativen Aufwand zu reduzieren und 10% geht daran. Und die andere Seite ist, wie können wir dann Ärztinnen und Ärzte und MFA eine bessere Versorgung für die Patienten zubringen? Wir müssen sicherstellen, dass die Daten strukturiert sind. Sinn, also mit der richtigen Terminologie. Und wenn wir das haben, plus KI, dann können wir schon, ich denke, eine große Unterstützung bringen.
29:09
Inga Bergen
Ja, da seid ihr schon einen Riesenschritt weiter. Ich finde das auch spannend, weil du ja eingangs gesagt hattest, ihr werdet das jetzt messen müssen, wie viel Zeit es genau einsparen wird. Und das finde ich auch noch mal spannend. Also wenn wir da erste Zahlen sehen werden, weil sich ja jetzt schon abzeichnet, das ist schon Feedback, dass die Leute sagen, okay, es spart uns wirklich Zeit. Was ist denn deine Prognose, also wird eine Praxis, also eine ambulante Praxis oder eben auch ein klinischer Arbeitsplatz, wird das viel stärker ein digitaler Arbeitsplatz werden?
29:42
Maud Pennaneach
Ja, ich denke, also ich denke, man sieht schon, wenn ich habe angefangen vor 4 Jahren, Cloud war fast kein Thema.
29:49
Inga Bergen
Ja.
29:49
Maud Pennaneach
Digitalisierung hat wirklich angefangen. Es war, wo wir haben über ePA besprochen, es gab nämlich schon über E-Rezept und so. Und wenn ich sehe jetzt, wie schon eRezept eAU benutzt in der Praxis und wie viel eRezept sie schon erstellt, ich denke, es ist wirklich Wahnsinn. Und ich denke, die Digitalisierung, und es sind gute Informationen, es geht voran. Auch wenn man sieht, wie viele Nutzer sind schon auch bei uns, bei DoktorLib. Es zeigt, also wir haben jetzt in Deutschland ungefähr, wir sind bei 120 1000. Ich denke, es zeigt, wie Ordentlichkeit in der Praxis kommt. Und ich denke, es wird mehr und mehr. Und das freut mich, weil ich denke, es bringt wirklich eine Verbesserung in dem Gesamtsystem. Nur müssen Softwarehersteller und das System, also wie Gematik und KBV, wir müssen sicher sein als System, dass wir implementieren diese digitale Lösung Das funktioniert gut, weil Gattisierung ist gut an sich, aber wenn Problem gibt, das wirklich stört die Praxis sehr. Und deswegen, ich glaube, es ist unsere Aufgabe, alle, die in der Gesundheitssystem arbeiten, wirklich sicher sein, dass es läuft reibungslos. Das ist die Basis.
31:07
Inga Bergen
Ja, ich finde das so spannend, dass du das sagst, weil ich glaube, das ist auch so leider durch diese ganzen Erfahrungen in der Vergangenheit mit den verschiedensten Lösungen, die dann nicht funktioniert haben, gab es lange Zeit so viel Skepsis, was digitale Lösungen eben angeht, in der, ja, in der, auf der Seite von Medizinerinnen, Medizinern und medizinischem Fachpersonal, weil die Leute einfach so genervt waren. Und dann ist natürlich jetzt gut, wenn jetzt Lösungen kommen, die auch noch mal ganz anders gedacht sind. Und ich finde das auch spannend, weil ihr ja wirklich auf der grünen Wiese komplett aufgebaut habt. Und ich selber komme ja auch aus der Technologieentwicklung. Ich habe selbst schon ganz viel digitale Services gebaut und ich habe aber auch schon mal ein Unternehmen geführt, das ich nicht selber gegründet habe, sondern übernommen habe, in dem ganz viel technische Schulden waren und in dem es eine große Software gab, die irgendwann vor 100 Jahren mal entwickelt wurde und wo dann irgendwie immer wieder Sachen so drangeflanscht wurden, wie man so schön sagt im Techie-Sprech, und führt eben dazu, dass das so total fehleranfällig wird und dass man irgendwann so ein Riesenmonstrum hat. Was man gar nicht mehr kontrollieren kann, ist das natürlich ein Vorteil bei euch, dass ihr jetzt wirklich auf der grünen Wiese ja einmal gestartet seid mit allem.
32:23
Maud Pennaneach
Ja, aber das ist ein sehr guter Punkt, was du sagst, weil ich denke, obwohl wir sind auf dem grünen Feld, wir müssen immer gucken, dass wir nicht immer die gleiche Qualität behalten. Das machen wir. Aber es ist etwas wirklich bei Technologie, also bei Produkten, also Tech Product generell, man muss neu weiterentwickeln, das ist klar. Aber wir müssen auch sicher sein, dass die Qualität gleich bleibt. Und das ist auch, was wir machen. Und ich denke, ich bin sehr positiv von Digitalisierung generell in Deutschland. Ich denke, ich sehe viele Verbesserungen auf dem Markt generell seit 2, 3 Jahren. Ja, ich denke, es hilft insgesamt.
33:02
Inga Bergen
Ja, das ist schön, Maud, dass du das sagst. Ich kann dich ja vielleicht auch noch mal fragen. Du sprichst ja fließend Deutsch. Also du hast natürlich den wunderschönen französischen Akzent, aber du sprichst fließend Deutsch. Hättest du das jemals gedacht, dass du mal eine du eine deutsche Praxissoftware from scratch aufbaust in Deutschland?
33:21
Maud Pennaneach
Nein, also mein Plan ist, ich habe vorher bei dem Industriesektor gearbeitet, also bei der Transportation, also beim Zugbauen. Aber jetzt bin ich so stolz auf das Team, ehrlich gesagt, weil es hat auch lange gedauert und es gab so viele Leute. Wir waren so mehr als 20 Team, die daran gearbeitet haben, und sehr viele Leute haben teilgenommen. Und ich denke, es ist ein, ja, man sieht nicht, aber ich lache schon, weil ich denke, es ist am Anfang, viele Leute haben gesagt, wir schaffen das nicht, das ist so groß. Aber wir haben immer dieses Ziel behalten und ja, ich bin sehr stolz, also ich freue mich sehr. Und ich denke, wir haben das gelauncht, aber es geht, wir müssen noch das Produkt weiterentwickeln, es gibt noch viele Sachen, die wir machen können, das heißt, Ein Launch ist eine Stufe, also eine große Stufe sozusagen, aber es geht weiter. Und ja, ich freue mich auf die Zukunft, ehrlich gesagt. Ich denke, es ist sehr viel, was wir noch machen können.
34:22
Inga Bergen
Ich frage dich mal kurz, wir haben jetzt Januar 2026, ihr seid auf den Markt gegangen im, jetzt lass mich lügen, September, Oktober?
34:34
Maud Pennaneach
Ja, Juli.
34:35
Inga Bergen
Juli. Sorry.
34:37
Maud Pennaneach
Mit dem Pilot. Also wir haben die erste Pilot im Juli bekommen.
34:39
Inga Bergen
Ersten Pilot im Juli. Okay, ich überlege gerade, weil ich war auf einem Launch Event von euch, das war aber erst im Herbst, deswegen habe ich es da verortet. Ja, spannend. Aber ich finde auch das übrigens total interessant, weil es gibt ja oft im Gesundheitswesen so ein bisschen die Erwartungshaltung. Jetzt auch gerade nehmen wir mal E-Rezept als Beispiel. So diese ganzen Sachen, die dann ausgerollt werden, oder ePA. Dass das irgendwie so auf Knopfdruck funktioniert und dann da ist. Aber so ist es ja nicht. Ich meine, ihr könntet jetzt wahrscheinlich auch schon mehr Praxen im letzten Jahr als Kunden ongeboardet haben, aber ihr habt euch für einen Launch entschieden, wo ihr erst mal mit wenigen gestartet seid.
35:19
Maud Pennaneach
Ja, genau. Es ist wirklich, also das ist unsere Philosophie, wie wir Funktionalität entwickeln. Wir machen eine erste Version, wir testen Nutzer, wir entwickeln und dann wir launchen. Und ich denke, das ist das Gleiche für unsere Praxisverwaltungssoftware, eine All-in-one-Lösung. Wir müssen wirklich erst mal Rückmeldung bekommen von dem Nutzer und es ist nicht ein Produkt, das muss wirklich installiert in der Praxis Ende zu Ende, sodass jeder Nutzer in der Praxis kann das benutzen und dann damit bekommen wir Feedback. Und deswegen ist es für uns wichtig, dass wir erst mal Rückmeldung von Ärzten, erst mal Rückmeldung von MFA, bekommen, weiterentwickeln und dann zusätzliche Praxis onboarden. Weil ja, es ist, wir müssen sicherstellen, dass es reibungslos läuft, dass die Praxis zufrieden, und dann entwickeln wir noch weiter und entwickeln das Produkt weiter. Ich denke, das ist, was unsere, ja, wie wir haben, die beste Produkte bauen. Es ist nicht ein Mal und dann fertig, sondern es ist immer eine Jeden Tag eine neue Entwicklung, jeden Tag eine kleine Verbesserung.
36:27
Inga Bergen
Ja, super cool. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen, denn die Kassenärztliche Vereinigung erhebt ja jedes Jahr öffentlich, wie die Zufriedenheit ist mit den einzelnen Praxissoftware-Systemen. Und da gibt es Luft nach oben und ich hoffe, ihr landet da ganz oben auf der Zufriedenheitsliste. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen und ich fand es jetzt wirklich spannend, dass du mir ein bisschen Einblick gewährt hast hinter die Kulissen der Produktentwicklung dieses wirklich spannenden und revolutionären Produktes, was ja viel erwartet war. Und ich bedanke mich bei dir, liebe Maud, für deine Zeit.
37:10
Maud Pennaneach
Vielen Dank. Aber eine Kleinigkeit von dem Studium, diesem EDGE-Studium. Ich empfehle, das jeder zu lesen. Es ist sehr interessant. Und die von gestern sagt, die Wechselbereitschaft von die Praxen, der erste Faktor ist jetzt User-Freundlichkeit, also Benutzerfreundlichkeit, also User Experience. Und es geht jetzt, erster Grund, warum man Praxis wechseln würde, höher als der Preis. Und ich denke, das ist schon echt, ich fand das sehr interessant.
37:39
Inga Bergen
Ja, total. Also, aber ich kann es mir halt auch vorstellen, weil wenn du jeden Tag, also wir alle nutzen ja digitale Lösungen, die eine super Usability haben. Und wenn man dann da jeden Tag 40 unsinnige Klicks machen muss, um eine Problemlösung zu haben, dann denkt man sich ja auch, also da zahle ich lieber 10 mehr im Monat, wenn ich dann nur noch 5 Klicks habe am Ende.
38:02
Maud Pennaneach
Ja, ist genau das.
38:03
Inga Bergen
Das ist es also auf jeden Fall. Ich glaube das auch. Also das ist ein super wichtiger Punkt und das ist super, dass du ihn zum Ende noch mal angemerkt hast, weil ich glaube, die Toleranz für schlechte Software, die wird weiter sinken. Also schlechte Software wird es in der Zukunft einfach nicht mehr geben.
38:22
Maud Pennaneach
Ich finger crossed, also wie ich hoffe auch.
38:24
Inga Bergen
Genau. Ja, also so ist es. Maud, ganz herzlichen Dank. Und ja, ich drücke euch die Daumen und ich freue mich sehr auf dann im nächsten Jahr oder in diesem Jahr dann den euren Report 2026 und was da so rauskommt und was wir dann beobachten nach einem Jahr oder anderthalb Jahren All-in-One-Praxissoftware von Dr. Dipp. Da freue ich mich schon drauf. Und dir weiterhin viel Spaß bei deiner Arbeit und bei dem, ja, bei dem Hacken des deutschen Gesundheitssystems.
38:57
Maud Pennaneach
Vielen Dank und vielen Dank für das Gespräch heute. Es hat mich sehr gefreut.
39:00
Inga Bergen
Dankeschön. Danke.





