
KI in der Medizin, Digitale Versorgung
Dr. Carol Wildhagen: 100 Millionen für die ganze Patient Journey: Wie KI die Versorgung neu ordnet
Dr. Carol Wildhagen ist Ärztin und arbeitet bei Tandem Health, einem in Stockholm gegründeten Anbieter von KI-Scribes, der in 14 europäischen Ländern aktiv ist. Als Assistenzärztin in der Chirurgie am Klinikum Innenstadt in München dokumentierte sie Übergaben im Schockraum noch auf Papier. In Folge 165 von Visionäre der Gesundheit prüft Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, was KI-Scribes über die Dokumentation hinaus leisten. Wildhagen nennt eine peer-reviewte Studie, nach der rund 30 Prozent der Dokumentationszeit eingespart werden. Sie betont, dass die Haftung bei der anwendenden Person bleibt, und erklärt, wie Kodierung und leitlinienbasierter Clinical Decision Support anschließen. Im Zentrum stehen Zeitgewinn, ärztliche Verantwortung und die Anbindung an bestehende Praxis- und Kliniksysteme.
Warum das Thema wichtig ist
Es geht gar nicht darum, Personal abzubauen, sondern es geht darum, dass wir keins haben und die Leute, die da sind, will man natürlich auf wertgenerierende Aufgaben einsetzen und auch motivieren und halten.
Kliniken und Praxen fehlt Personal, während ein erheblicher Teil ärztlicher und pflegerischer Arbeitszeit in Dokumentation fließt und die Margen im stationären Bereich unter Druck stehen. Hinzu kommt, dass Großbritannien AI Scribes bereits als Medizinprodukt reguliert und eine vergleichbare Einordnung in Deutschland erwartet wird, was Auswahl und Einführung solcher Systeme für Häuser und Praxen zur strategischen Entscheidung macht. Im Gespräch zwischen Inga Bergen und Carol Wildhagen geht es im Kern um die Frage, ob die frei werdende Zeit der Zuwendung zu Patientinnen und Patienten zugutekommt oder in mehr Fallzahlen aufgeht, relevant für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Klinikleitungen, Praxisinhaber, Hersteller von Praxis- und Kliniksoftware sowie HealthTech-Gründerinnen und Gründer. Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, ordnet damit ein, wie generative KI den klinischen Alltag schon heute verändert.
key take aways
Zentrale Erkenntnisse
Shadow AI bezeichnet die heimliche Nutzung nicht freigegebener KI am Arbeitsplatz.
Psychologische Sicherheit ist die Gewissheit, Unbequemes ohne persönliche Abwertung ansprechen zu können.
Fake Work ist Arbeit, die das System befriedigt, aber keinen Wert schöpft.
Wissensarbeitende verbringen im Schnitt 41 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Fake Work.
Der größte Fehler bei der KI-Einführung ist, Mitarbeitende damit allein zu lassen.
Die Gastgeberin
Inga Bergen
Expertin für Digital Health & AI I Moderator | Founder | Angel Investor
"Visionäre der Gesundheit " Gründerin Inga Bergen ist eine der promintesten Stimmen für eine menschzentrierte Digitalisierung des Gesundheitswesens. Seit 15+ Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Medizin und Gesellschaft. Im erfolgreichen Podcast und Newsletter "Visionäre der Gesundheit" ordnet Inga die digitale und KI-Transformation des Gesundheitswesens ein.
Der Podcast
Visionäre der Gesundheit
VdR - einer der meistgehörten Health-Podcasts in Deutschland mit über 1 Mio. Streams. Wir sprechen mit Ärzt:innen, Unternehmer:innen, Forscher:innen und Entscheider:innen über Innovationen, digitale Transformation, interkulturelle Medizin und die Zukunft der Versorgung. In über 170 Folgen, beleuchtet Inga Bergen mit ihren Gästen, Perspektiven, die Mut machen – und zeigt, wie Wandel im Gesundheitswesen wirklich gelingt.
Episoden BESCHREIBUNG
Karin Lausch über Shadow AI, psychologische Sicherheit und Führung in Zeiten von KI
In dieser Folge von Visionäre der Gesundheit spricht Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, mit Karin Lausch. Die Autorin eines Spiegel-Bestsellers, Coach und Expertin für Leadership und Vertrauen arbeitete früher bei der Techniker Krankenkasse und kennt daher die Kultur des Gesundheitswesens von innen. Inga Bergen hat sie eingeladen, weil in ihren Gesprächen mit Führungskräften aus Kliniken und Kassen immer wieder dieselbe Sorge auftaucht: Mitarbeitende nutzen KI verdeckt, Unsicherheit wächst, und die nötige Fehlerkultur fehlt. Karin Lausch verbindet psychologische Forschung zu Vertrauen mit praktischer Führungserfahrung und eigener intensiver KI-Nutzung. Damit bringt sie einen Blick ein, der über Technik hinausgeht und die menschliche Seite der Transformation ins Zentrum rückt.
Warum nutzen Beschäftigte in Kliniken KI lieber heimlich als offen?
Beschäftigte verbergen ihre KI-Nutzung vor allem aus Angst, etwas falsch zu machen, als unwissend dazustehen oder überflüssig zu wirken. Karin Lausch beschreibt das Gesundheitswesen als stark reguliertes System, in dem Absicherung tief in der Kultur verankert ist. Wer dort KI einsetzt, fragt sich schnell, ob das überhaupt erlaubt ist, welche Daten eingegeben werden dürfen und wohin sie fließen.
Hinzu kommen Scham und Statusfragen. Manche glauben, die Kolleginnen und Kollegen wüssten viel mehr über KI, und schweigen deshalb lieber. Andere fürchten, dass offene KI-Nutzung Zweifel an ihrer Leistungsbereitschaft weckt oder die Frage aufwirft, ob ihre Stelle noch gebraucht wird. Gerade unter dem wirtschaftlichen Druck im Gesundheitswesen wiegt diese Sorge um den Arbeitsplatz schwer.
Was bedeutet psychologische Sicherheit und warum ist sie im Gesundheitswesen so schwer zu erreichen?
Psychologische Sicherheit ist das innere Vertrauen, in einer Gruppe auch Unangenehmes ansprechen zu können, ohne dafür persönlich abgewertet zu werden. Dazu gehört, Zweifel an etablierten Prozessen zu äußern, ungewöhnliche Ideen einzubringen, Konflikte anzusprechen und eigene Fehler oder Wissenslücken zuzugeben.
Laut Karin Lausch erschwert eine Kultur der Kontrolle genau das. Wo viel abgesichert wird, wächst die Angst vor Fehlern, und Menschen schützen ihren sozialen Status, indem sie sich anpassen und schweigen. Im Gesundheitswesen verstärken autoritäre und patriarchale Führungstraditionen diesen Effekt. Inga Bergen erinnert daran, dass junge Assistenzärztinnen und Assistenzärzte noch immer rauen Umgangston erleben. Lausch betont, dass diese Kontrollmuster einst einen Sinn hatten, heute aber oft an ihre Grenzen stoßen, besonders wenn die Identität von Chefärztinnen und Chefärzten eng an ihre Arbeitsweise gekoppelt ist.
Wie verändert KI Hierarchien und Autorität in Teams?
KI schafft nach Einschätzung von Karin Lausch eine neue Form von Autorität im Unternehmen, die psychologische Sicherheit zusätzlich schwächen kann. Neben Dienstjahren, formaler Hierarchie und Fachwissen tritt nun ein System, dem viele Menschen erstaunlich bereitwillig glauben.
Lausch berichtet, dass sie bei eigener Arbeit mit KI fast jedes Mal Fehler oder Halluzinationen entdeckt, sobald sie nachhakt. Umso problematischer sei es, wenn Mitarbeitende sich nicht trauen, der KI oder einer Führungskraft mit KI-Argumenten zu widersprechen. Dann setzen sich unproduktive Arbeitsweisen noch schneller fest. Auch im Umgang mit Konflikten beobachtet sie Veränderungen: Wer schwierige Gespräche an die KI auslagert, verliert auf Dauer den eigenen Bezug zur Auseinandersetzung.
Warum ist die KI-Transformation eher kulturell als technisch?
Die eigentliche Herausforderung liegt nach Karin Lausch nicht in der Technik, sondern in einem tiefgreifenden Wandel von Haltung und Zusammenarbeit. Neue Modelle erscheinen in kurzen Abständen und bieten mehr, als Organisationen nutzen können. Schwerer wiegt, dass Fachwissen an Wert verliert und damit ein zentraler Statusfaktor ins Wanken gerät.
Gleichzeitig gerät jede Person in eine Führungsrolle, denn gute KI-Ergebnisse verlangen klares Delegieren, kritisches Nachfragen und gezieltes Feedback. Inga Bergen greift diesen Gedanken auf und überträgt ihn auf die Beziehung zwischen Ärztinnen und Patientinnen, die sich ebenfalls verschiebt, weil Patientinnen und Patienten mit KI-gestütztem Wissen in die Praxis kommen. Als Beispiele nennen beide Themen wie Wechseljahre und ADHS.
Was ist Fake Work und wie kann KI sie verstärken?
Fake Work bezeichnet Tätigkeiten, die das System zufriedenstellen, aber keinen echten Wert schaffen, und KI kann diese Arbeit ohne gute Führung vervielfachen. Karin Lausch verweist auf Zahlen, nach denen Wissensarbeitende im Schnitt rund 41 Prozent ihrer Zeit mit solcher Arbeit verbringen. Inga Bergen nennt für das Gesundheitswesen die Dokumentation als naheliegendes Beispiel.
Da KI darauf ausgelegt ist, zu liefern und zu gefallen, produziert sie schnell große Mengen an Ergebnissen. Irgendjemand muss diese Inhalte dann prüfen. Bergen ergänzt, dass Beschäftigte KI-Ergebnisse oft einfach an andere weiterreichen, wodurch die Prüfarbeit wächst, statt zu schrumpfen.
Was sollten Führungskräfte tun, damit ihr Team offen über KI spricht?
Führungskräfte sollten Vertrauen und kritisches Denken gleichzeitig stärken, klare Regeln für den KI-Einsatz setzen und selbst mit offenen Fehlern vorangehen. Karin Lausch betont, dass ständiges Hinterfragen kein Misstrauen ausdrückt, sondern eine belastbare Beziehung voraussetzt. Der größte Fehler bei der Einführung sei, KI einfach bereitzustellen und die Mitarbeitenden damit allein zu lassen.
Als konkreten ersten Schritt empfiehlt sie, dass die Führungskraft einen echten eigenen Misserfolg mit KI teilt und das Team einlädt, ebenfalls zu berichten. Daraus können Patenschaften und gegenseitige Unterstützung entstehen. Beide Gesprächspartnerinnen schildern selbst Pannen: Lausch bemerkte erst spät, dass ihre KI-Agenten Inhalte eines früheren Newsletters wiederholt hatten, und Bergen stellte bei einer Moderation eine Frage aus einer ungeprüften KI-Vorbereitung.
Wie kann man verhindern, durch KI ersetzt zu werden?
Am besten schützen sich Menschen, indem sie früh mit KI experimentieren und bereit sind, ihre Rolle weiterzuentwickeln. Karin Lausch sieht vor allem diejenigen gefährdet, die sich aus Angst verschließen und ihren bisherigen Arbeitsplatz festhalten wollen. Wer neugierig bleibt, findet in den neu entstehenden Berufen und Bedarfen Chancen.
Tiefes Fachwissen bleibt nach ihrer Einschätzung weiterhin nötig. Zugleich steigt der Bedarf an Menschen, die KI-Ergebnisse einordnen, bewerten und vernetzt denken können, also an klassischen Führungsfähigkeiten. Einige Unternehmen, die stark Personal abgebaut haben, stellen laut Lausch bereits wieder ein. Sie selbst hat manche Aufgaben bewusst zurückgenommen, damit ihr eigenes Denken in Übung bleibt.
Im Gespräch mit
TRANSKRIPT
00:00
Inga Bergen
Herzlich willkommen beim Visionäre der Gesundheit Podcast. Ich freue mich sehr auf meinen heutigen Gast, sie hat ein Thema vor der Brust, was mich total umtreibt schon immer. Denn wenn wir zum Arzt gehen oder zur Ärztin, dann wollen wir ja, dass uns jemand zuhört und vielleicht nicht auf den Bildschirm schaut. Und sie beschäftigt sich genau mit dem Thema, dass das ändern soll. KI Scribes.
Und sie kennt es auch aus eigener Berufserfahrung, kann man sagen. Ich spreche heute mit Dr. Carol Wildhagen. Hallo Carol, ich freue mich sehr.
00:38
Carol Wildhagen
Hallo Inga, danke, dass ich da sein darf.
00:41
Inga Bergen
Danke, dass du heute mein Gast bist. Ich hatte dich schon länger auf meiner Liste und ich freue mich, dass wir heute sprechen. Du hast ja das Gesundheitswesen aus super vielen verschiedenen Perspektiven gesehen. Du warst selbst Ärztin, du warst bei einer großen Beratung, du hast mal selbst gegründet, hast Telemedizin gemacht in Deutschland, also super viel. Und jetzt bist du bei Tandem Health und ihr habt gerade vor zwei Wochen oder so 100 Millionen Funding eingesammelt. Also erstmal herzlichen Glückwunsch.
00:54
Carol Wildhagen
Mhm.
Mhm. Mhm.
01:10
Carol Wildhagen
Danke!
Und das natürlich eine lange Vita, wenn du sie so aufbereitest, aber ja, stimmt. Also Gesundheit wirklich aus allen unterschiedlichen Blickwinkeln, ob das ist in der eigenen klinischen Tätigkeit, ob das ist Beratungs-Start-up oder auch die Investmentseite. Ich darf ja auch Venture-Partner sein in zwei Pre-Seed und Seed VCs zum Thema KI und Gesundheit. Also das ist einfach meine Industrie und meine Leidenschaft. Und da habe ich nie aufgegeben und umso schöner und befriedigend.
Da ist es jetzt im Zeitalter der generativen KI und der LLMs ein Produkt zu haben, was Ärztinnen und Ärztetherapeutinnen und Therapeuten, aber auch die Kollegen in der Pflege wirklich nutzen können und auch gerne nutzen und wir in dem Sinne jetzt auch in die Fläche bringen können. Das ist unheimlich befriedigend und macht mir wahnsinnig viel Spaß.
01:56
Inga Bergen
Mh.
02:00
Inga Bergen
Ja.
02:04
Inga Bergen
Und das Ganze hat bei dir so ein bisschen im Schockraum begonnen, als du selbst als Herzsynthetik warst und da hast du gemerkt, okay, medizinisch läuft das alles, aber wir haben ganz andere Probleme.
02:07
Carol Wildhagen
Mhm. Ja.
02:16
Carol Wildhagen
Ja, also da sprichst du ein Thema an. Ich weiß es noch wie heute. Ich durfte am Klinikum Innenstadt in der Chirurgie dann tatsächlich relativ bald, noch während meiner ersten zwei Jahre der Assistenzausbildung, zweiter Dienst im Schockraum sein. Und was der zweite Dienst machen musste, war den Rettungskräften begegnen, die die Patientin oder den Patienten gebracht haben. Und jetzt muss man sich vorstellen, Klinikum Innenstadt in München ist die Uniklinik, liegt nah an der Wiesn.
liegt zentral, wo man sich auch gerne mal irgendwie vor die U-Bahn schmeißt. Einen Hubschrauberlandeplatz gibt es auch. Also da kamen wirklich schwerst verletzte Patientinnen und Patienten an und dann stehst du da mit so einem großen Stück Papier. Also ich mache bewusst so mit beiden Händen A4 und dann auch noch aufgeklappt und mit Kohlepapierdurchschlag und irgendwie so ein schwindliges Klemmbrett und ein Stift und während schon alle wuseln und sich die Patientinnen und
den Patienten kümmern, bist du als zweiter Dienst dafür verantwortlich, die Übergabe anzunehmen und alles, aber auch wirklich alles, was da gesagt wird, mit Papier und Stift auf diesem rutschigen Papier zu dokumentieren. Und wehe, du vergisst was, wehe, irgendwas ist falsch. Damals konnte ich noch gut sehen, jetzt bin ich weitsichtig, ich brauche eine Brille, aber schon damals winzige Kästchen und dann da alles ankreuzen. Also es war die Hölle und
03:44
Inga Bergen
Klingt Horror!
03:46
Carol Wildhagen
Ich hatte so Angst, wenn ich jetzt hier irgendwas falsch mache oder vergesse. Ich hab jedes Mal Blut und Wasser geschwitzt. Und der Witz ist, ich hatte vor diesem Papier mehr Angst als vor den Patienten. Wenn dann die Dokumentation abgeschlossen war und ich zu den Kolleginnen und Kollegen an den Patienten gehen durfte, da war dann alles fein. Aber dieses Papier, Inga, das hat mich fertig gemacht.
03:51
Inga Bergen
Ja.
04:08
Inga Bergen
Ich glaub's dir, weil aus meiner Erfahrung ist das auch nie richtig, was da drin steht. ich hab interessanterweise noch nie einen Arztbrief oder eine Dokumentation gesehen, jetzt von mir persönlich, die wirklich 100 Prozent korrekt war, weil es gibt einfach Lost in Translation. Und ich finde jetzt spannend. Wir können jetzt mal springen zu dem Thema, womit du dich heute beschäftigst. ich muss sagen.
eigentlich gehe ich schon so ein bisschen bei dem Wort KI Scribe. Du kannst gleich nochmal erklären, was es bedeutet, aber ich habe so ein bisschen das Gefühl, ich habe wahrscheinlich in den letzten zwei Jahren 100 Pitches gesehen von Start-ups, die genau das lösen wollen. Also KI Scribe, aus deiner Perspektive kannst du mal kurz beschreiben, was ist es eigentlich?
04:38
Carol Wildhagen
Mhm.
04:55
Carol Wildhagen
Ja, kann ich wirklich in einem Satz machen und das macht es ja auch so schön, weil es jeder braucht und jeder versteht und auch jeder verkaufen will, wie du sagst. Das ist eine KI, die im Arzt-Patienten-Gespräch zuhört, das Ganze sinnvoll zusammenfasst und dann idealerweise, bei Tandem ist das so, bei vielen anderen nicht, mit einem Klick direkt in die richtigen Felder in die Patientenakte im Dokumentationssystem des Arztes überführt.
04:59
Inga Bergen
Mhm.
05:20
Inga Bergen
Ja, okay, das ist ein kleiner Teil des Prozesses. Jetzt habt ihr bei Tandem Health, kommt ja nicht aus Deutschland.
05:29
Carol Wildhagen
Nein, kommt aus Skandinavien, also ist in Stockholm in Schweden gegründet und ist aber jetzt in 14 europäischen Ländern auf dem Markt und auch in UK und in der Schweiz.
05:39
Inga Bergen
Euer großer Konkurrent oder Mitbewerber bei diesem Markt, der neu entsteht, ist ja unter anderem auch Heidi Health. Mit denen hatte ich auch einen Podcast schon auf Englisch, war sehr, spannend. Was mich total interessiert, ist, dass wir ja jetzt, wir darüber reden, okay, es wird automatisch mit dokumentiert, das wird dann überführt, es wird aufgeschrieben, man kann dann am Ende das nochmal freigeben, durchlesen und so weiter.
Habt ihr einen idealen Einstiegspunkt in den Prozess, der entsteht, wenn in der Klinik irgendwas gemacht wird oder in der Praxis und könnt jetzt eigentlich mit dieser Dienstleistung anfangen und den gesamten Prozess mit KI unterstützen? Was ist da so eure Vision?
06:14
Carol Wildhagen
Mh.
06:27
Carol Wildhagen
Mhm.
Genau wie du sagst, also Scribe, die Dokumentation ist der Einstieg und ist ein ganz natürlicher Einstieg. Zum einen kann man es total leicht erklären, wie ich es gerade gemacht habe. Und zum anderen ist es primär ja mal ein administrativer Use Case. Also vor ein, zwei Jahren war ja der Respekt vor dem Thema KI und Umgang mit Patienten und Gesundheitsdaten noch sehr, sehr groß. Und zu sagen, hey, das ist jetzt hier nur was Administratives, war so eine niedrige Einstieg.
Stichsbarriere. Aber genau wie du sagst, da schließen sich ja viele andere Dinge an.
Die Dokumentation ist das eine. Was man aus der Dokumentation natürlich machen kann, ist die Kodierung. Und das andere, was sehr relevant ist, wenn ich einen Arzt-Patienten-Gespräch führe, ich behandele ja auch oder möchte behandeln, dann ist natürlich die Frage, ist das, was ich tue, leitliniengerecht? Und da schließt sich das ganze Thema Clinical Decision Support an. Und das sind auch die drei Module mit den Tandems, die jetzt schon auf dem Markt sind, die eben Hand in Hand wirken.
es wird kodiert und aufbauend auf dem, gesprochen wird, eben die Leitlinien angezeigt oder können befragt werden. Was da total wichtig ist, wir haben ja schon das Thema Datensicherheit angesprochen, ist natürlich, dass das Ganze
07:53
Carol Wildhagen
ein Medizinprodukt sein muss im Bereich CDS, also Clinical Decision Support, und auch zunehmend ein Medizinprodukt sein soll im Bereich Scribe. In UK ist es schon so, in Schweden gibt es eine klare Guidance. Ich erwarte, dass das in Deutschland und in anderen europäischen Ländern auch bald kommen wird. Also das ist ein ganz wichtiges Thema zu sagen, wenn wir Software anbieten, dass die zuverlässig und sicher verwendbar ist und natürlich auch nutzerfreundlich. Du hast schon angesprochen,
und keiner will copy-paste machen. Es muss eine Schnittstelle geben in das PVS oder KISS. Und wenn wir beim Thema Schnittstelle sind, da denken wir natürlich schon weiter, dass wir sagen, nicht nur schreibenden Zugriff, sondern auch lesenden Zugriff. Da wären wir bei dem ganzen Thema Pre-Charting, also dass der Besuch oder das Gespräch oder die Behandlung vorbereitet wird und die Patientin ihren Kontext schon mal da hineingeben kann und die Arztin, Therapeutin, Gesundheitspflegekraft
08:32
Inga Bergen
Mhm.
08:49
Inga Bergen
Mhm.
08:52
Carol Wildhagen
eben sieht, mit wem habe ich es hier zu tun. Und das zweite ist dann natürlich nachgelagert, dass eben aus diesem einen Zusammentreffen auch Aufgaben generiert werden. Also was sind jetzt hier eben auch anhand wieder der Leitlinien die nächsten Schritte, die erfolgen sollen. Und so wird das Ganze eben immer größer. Und an wen wenden wir uns? Wir haben ja in jedem ... Gerne, ja.
09:10
Inga Bergen
Ja.
09:15
Inga Bergen
Lass uns da mal kurz einhaken, weil mich interessiert da ein Thema. Du hast es jetzt aufgemalt. Es ist der gesamte Prozess eigentlich von, man kommt irgendwo hin und dann geht man irgendwie wieder und alles kann begleitet werden. Und das muss ja irgendeinen Sinn machen. Und dazu habt ihr sicher Zahlen. Das fand ich total spannend.
09:31
Carol Wildhagen
Haha.
09:39
Inga Bergen
zu hören, auch in dem Podcast, ich dazu schon gemacht habe, dass es wirklich belastbare Zahlen gibt. Wie sinnvoll das ist. Und es viele Studien und BCG hat es mal ausgerechnet, McKinsey hat es mal ausgerechnet, dass wenn man solche Tools dann flächendeckend einsetzt, dass dann 500.000 Vollzeitkräfte weltweit frei gemacht werden im medizinischen Bereich. Also nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch anderes Fachpersonal.
Was messt ihr denn so? Also wenn das jemand jetzt einsetzt, was bringt das denn den Leuten?
10:13
Carol Wildhagen
Ja, also zum einen bringt es Ihnen natürlich, dass das ein viel angenehmeres Arbeiten ist. Ich muss nicht mehr auf Ebene 100 mich durch ein Windows 95-artiges System durchklicken, sondern habe eine klinische Oberfläche, in der ich sprachgesteuert alles machen kann. Dann
10:19
Inga Bergen
Mhm.
10:29
Carol Wildhagen
sollten wir natürlich nicht nur an unsere Kolleginnen und Kollegen denken, sondern auch an die Patientinnen und Patienten. Das sind wir alle. Also waren wir schon, werden wir sein. Und vor dem Hintergrund natürlich auch total wichtig, wenn meine Ärztin nicht nur am Bildschirm klebt, sondern ihre Aufmerksamkeit bei mir hat, ist extrem angenehm. Da fühle ich mich als Mensch mehr gesehen. Aber auch die Behandlungsqualität ist eine andere. Und auch das Thema Patientensicherheit. Du hast es ja angesprochen, Lost in Translation in jedem
fehlt irgendwas, ist irgendwas falsch. Also der Mensch vergisst hin und mal wieder was. Die KI Gott sei Dank nicht. Also das sind so Quatschen.
11:06
Inga Bergen
Könnt ihr das richtig messen? Also habt ihr dazu schon belastbare Zahlen?
11:10
Carol Wildhagen
Also wir können natürlich messen, wie gut die Dokumentation mit Tandem ist. Was wir natürlich auch messen, wo wir bei den harten Zahlen sind, wie viel Zeit wird denn eingespart in der Dokumentation. Wir haben eine Studie rausgegeben, die ist auch peer reviewed, wo wir sagen, ungefähr 30 Prozent der Dokumentationszeit kann eingespart werden. Dann ist natürlich die Frage, was heißt das denn? Das sind je nachdem, wie viel Dokumentation
In der sprechenden Medizin ist es mehr, in anderen Fachrichtungen vielleicht ein bisschen weniger. Tatsächlich bewegt sich das im Stundenbereich pro Tag und dann kann man es natürlich hochrechnen. ja, ist wirklich viel. Wir haben mal eine Beispielrechnung gemacht, zum Beispiel für die Charité. Da würde sich die Zeitersparnis in etwa 1600 Nettojahrestunden übersetzen, was 337 Vollzeitkräfte sind.
11:52
Inga Bergen
Vielen Dank.
12:08
Inga Bergen
Wow, okay.
12:09
Carol Wildhagen
Also das sind natürlich nur Modellrechnungen, aber man kann das schon sehen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Personal im Moment fehlt. Das höre ich auch immer wieder, wenn ich mit Clinic-CEOs oder CMI-Os spreche. Es geht gar nicht darum, Personal abzubauen, sondern es geht darum, dass wir keins haben und die Leute, die da sind, will man natürlich auf wertgenerierende Aufgaben einsetzen und auch motivieren und halten. Und auf solche Themen zahlt das Ganze natürlich ein. Und wenn man sagt, hier kommt KI,
12:18
Inga Bergen
Mhm.
12:39
Carol Wildhagen
dann ist natürlich das eine, müssen wir jetzt wieder das nächste System lernen, versus hey, eure Arbeitsbedingungen werden andere und bessere und da ist die Motivation natürlich eine ganz andere.
12:50
Inga Bergen
Ja, und wenn wir da jetzt mal drin bleiben. Also zwei Sachen interessieren mich total. Das eine Thema ist immer bei KI ist immer Haftung. Wer haftet, wenn am Ende da irgendwie was falsches mitgeschrieben wird und auf der Basis irgendwie eine Entscheidung getroffen wird, eine Therapie empfohlen wird? Was passiert dann? Wie löst ihr das? Was beantwortet ihr, wenn jemand euch diese Frage stellt?
13:08
Carol Wildhagen
Mhm.
13:18
Carol Wildhagen
Also am Ende, haftbar ist immer der medizinisch Anwendende oder die medizinisch Anwendende Person. Jegliche Dokumentation, die zum Beispiel von Tandem erstellt wird, muss ich nochmal durchlesen. Und wenn ich draufklicke und das in die Patientenakte übertrage, quittiere ich damit, dass ich einverstanden bin. Also man muss es sich durchlesen. Wir unterstützen natürlich. Man kann über den Text hovern, sieht wo aus dem Gespräch kam das raus, gibt Anpassung Funktionen über natürliche Sprache.
13:26
Inga Bergen
Ja.
13:48
Carol Wildhagen
schnell die Edits machen zu können, die ich will. Aber am Ende, wenn ich als Ärztin das Gespräch führe, bin ich dafür verantwortlich. Und wenn man in die Zertifizierung hineinschaut, wir sind als Medizinprodukt oder alle drei Module, sind zertifiziert 2a. 2a bedeutet, als 3, dass das System keine selbstständigen Entscheidungen treffen kann, sondern dass das Teil in the loop sein muss. es muss natürlich die Patientin der Patient aufgeklärt werden darüber.
14:10
Inga Bergen
Schla.
14:18
Carol Wildhagen
dass hier KI-Software zum Einsatz kommt. Wir empfehlen, das vor dem Kontakt in schriftlicher Form zu tun. Man kennt es ja selber, wenn ich zum Arzt gehe, dann kriege ich erst mal so einen ganzen Packen. Manchmal ist auf dem Tablet, manchmal ist Papier, was ich unterschreiben muss, wo dann drin steht, ich verkaufe all meine Daten an den Abrechnungsdienstleister und soll hier dafür unterschreiben. Und wir sorgen natürlich dafür, dass ...
14:43
Inga Bergen
Was sich nie jemand durchgelesen hat. Ja, klar.
14:45
Carol Wildhagen
was sich nie jemand durchgelesen hat. Genau. Und wir gucken, dass unsere Gesundheitseinrichtungen, die Tandem nutzen, da in sehr verständlicher Sprache und klar erklärt etwas bekommen, was sie den Patientinnen und Patienten zur Unterschrift vorlegen können. Und wenn jemand sagt, ich möchte das nicht, dann ist der auch nicht schlechter gestellt in seiner Behandlung, sondern dann ist es halt wie immer Ärztin und Arzt behandelt, tippt selber mit. Und das war's.
15:13
Inga Bergen
Ja, was ich auch so spannend finde, ist, dass ich mir vorstelle, also ich weiß nicht, wie es dir geht. Du nutzt ja sicherlich auch viel KI und ich merke schon, dass ich auch viel spreche. Also ich nutze mittlerweile viel Voice-to-Text, weil das einfach schneller geht. Ich merke auch, dass ich in meiner täglichen Arbeit weniger am Screen hänge und dass sich dadurch natürlich auch ein bisschen verändert, wie ich
zum Beispiel E-Mails schreibe, wie ich Content erstelle, also wie ich Recherchen mache. Also wenn ich was schreibe, schreibe ich es in der Regel selber für LinkedIn und so. Aber ich mache natürlich Recherchen, Hintergrundrecherchen und ich agiere ganz anders und das werdet ihr sicherlich auch beobachten. ist so vom medizinischen Fachpersonal, was verändert sich bei denen, weil die sicherlich anders kommunizieren, wenn sie wissen, das wird jetzt hier dokumentiert.
Und was bedeutet das auch für die Interaktion mit den Patientinnen? Das finde ich schon sehr, spannend.
16:13
Carol Wildhagen
Das ist eine interessante Frage. Da könnten wir vielleicht echt mal eine Studie dazu machen, aus BKI die Ärztin den Arzt diszipliniert, sich mehr Mühe zu geben. Jetzt gehe ich davon aus, dass unsere Kolleginnen, egal ob das in der Pflege, im therapeutischen oder im ärztlichen Bereich ist, sich immer viel Mühe geben, weil sie den Job mit Leidenschaft machen und wirklich mit Leib und Seele in der Patientenversorgung sind. Ich glaube, was sich verändert ist, wenn man nicht die ganze
16:18
Inga Bergen
Ja.
16:43
Carol Wildhagen
Zeit am tippen ist, dass man fokussierter und tiefer ins Gespräch hineinkommt und ich glaube, was einen großen Unterschied macht, ist das CDS, das clinical decision support. Also ich merke es, wenn ich Tandem demonstriere, ich muss ja manchmal oder eigentlich immer, ich habe ja keinen Facharzt, ich habe Zusatzbezeichnungen als Notärztin, aber bin keine Fachärztin und muss Demos in allen möglichen Fachrichtungen machen. Das heißt, so ein bisschen muss man sich vorstellen, wie ich wäre immer noch die
16:50
Inga Bergen
Mhm.
17:10
Inga Bergen
Mhm.
17:13
Carol Wildhagen
Ärztin in der Notaufnahme, jemand kommt und ich habe keine Ahnung, mit was die kommen. Gut, hoffentlich ist nicht internistisch, zumindest war es früher so, jetzt ist es meistens dann schon so in der Tandem-Demo. Und dann tue ich mein Bestes, die Anamnese zu führen, aber...
gibt natürlich viele Dinge, die ich nicht weiß. Und dann kann ich das CDS anmachen und sagen, Tandem, und das kann ich über die Sprache machen, was du auch angesprochen hattest, in Zusammenhang mit dem, was ich schon an Anamnese erhoben habe. Was fehlt denn noch? Was sollte ich denn nicht fragen? Welche Risikofaktoren muss ich ausschließen? Und das ist, glaube ich, was, was sich deutlich ändern wird. Das kann in Echtzeit gehen. Die Hürde ist deutlich niedriger. Und dann kann man natürlich gucken, was steckt da dahinter. Bei uns sind es in Deutschland
17:42
Inga Bergen
Ja, sehr gut.
17:57
Carol Wildhagen
jetzt dann endlich die AWMF Leitlinien, aber ich kann auch klinikspezifische SOPs hinterlegen und da sind wir natürlich in einem Kaufmanage total interessanten Bereich zu sagen, ich behandle mit höchster medizinischer Qualität in der Leitlinien und ich kann auch sicher gehen, dass so wie es in meinem Haus als Standard etabliert ist, die Kolleginnen und Kollegen, egal ob sie seit 20 Jahren da sind oder seit 20 Tagen, da auch an die Hand genommen werden und die entsprechend
18:02
Inga Bergen
Mhm.
18:27
Carol Wildhagen
Empfehlungen bekommen.
18:29
Inga Bergen
Ja, und das halte ich persönlich für total sinnvoll, weil wir müssen ja einfach davon ausgehen, also das wissen wir ja, es soll jetzt niemandem unterstellt werden, irgendwie kein Interesse zu haben. Aber die realistischen Bedingungen im medizinischen Bereich sind halt einfach krass. wenn man sich überlegt, man ist irgendwie junge Assistenzärztin oder lernt irgendwie gerade Deutsch und
kann das zwar auf dem Papier, aber dann irgendwie mit Leuten, die selbst Akzente haben und was weiß ich, irgendwo in der Notaufnahme zu interagieren, das ist ja was komplett anderes. Also ich bin da immer komplett pro solcher Systeme, die dann auch Feedback geben. Was kann man sich Besseres wünschen? Das wäre aber so ein bisschen meine Frage. Wenn ihr das zeigt, ist das ja schon manchmal so ein bisschen zweischneidiges Schwert, weil man
Also es ist immer ein schmaler Grat zwischen einer gefühlten Kontrolle und einer gefühlten Hilfe.
19:25
Carol Wildhagen
Ja, also ich meine, wir sind ja da auf Empfehlungsbasis unterwegs. Die Behandlungsfreiheit liegt ja immer noch bei den KollegInnen. Ich muss sagen, ich finde es entlastend. Jetzt bin ich natürlich nicht den ganzen Tag klinisch tätig, aber ich freue mich immer.
19:39
Inga Bergen
Bist du noch klinisch tätig?
19:41
Carol Wildhagen
Ich darf für die KV Bayern als Notärztin unterwegs sein. Ich muss aber fairerweise zugeben, ich schaffe das seltener als selten, weil wir mit Tandem in Deutschland und Schweiz und Österreich einfach im Moment viel zu viel zu tun haben. Aber ja, ich darf das. Und manchmal dann eben auch ruft die Nachbarin von gegenüber an. Also mein letzter notärztlicher Einsatz war eine hypertensive Entgleisung im
19:58
Inga Bergen
Mhm.
20:05
Inga Bergen
Ja.
20:11
Carol Wildhagen
gegenüber. Nein, aber wir schweifen ab. Also, und da habe ich übrigens tatsächlich unser CDS genützt, fällt mir gerade auch. Weil ja.
20:18
Inga Bergen
Ja, hast du. Und warum? Was hast du damit gemacht? Ja. Ja.
20:21
Carol Wildhagen
Tandem läuft ja auch auf dem Mobiltelefon, so muss ich es machen, sonst sieht man es nicht. Sie hatte Medikation da und fragte mich, kann ich das jetzt nicht nehmen, weil ihr Blutdruck zu hoch war. wusste, leitliniengerecht würde ich ihr was anderes geben, aber hatte natürlich nichts da, weil ich nicht offiziell im Einsatz war und keine Tasche hatte. Und dann habe ich unser CDS gefragt, ob man nicht auch daraus was machen könnte. Also insofern, ich finde es mega, mir hilft es total.
20:51
Inga Bergen
Mhm.
20:51
Carol Wildhagen
und ob man es nutzen will oder nicht, kann man ja entscheiden. Und die Entscheidungsfreiheit ist natürlich, wenn ich niedergelassen bin in der eigenen Praxis, eine andere, als wenn ich jetzt in einem Klinikkontext eingebunden bin, aber auch da. In der eigenen Praxis bin ich Facharzt, habe mehr Erfahrung, wenn ich junge Assistenzärztin bin in der Klinik. Ich merke es eben in meinen Demos, wenn ich so tue, als wäre es mein erster Tag in Ambulanz XY. Ich finde, es ist unheimlich dankbar.
21:21
Inga Bergen
Mhm.
21:21
Carol Wildhagen
Und man ist ja immer noch der oder diejenige, die das einordnet. Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du mit KI arbeitest. Ich nutze es auch für Recharschutzzwecke. Und teilweise merke ich, Moment mal, das passt überhaupt nicht zu meinem Verständnis. Stelle dann eine Nachfrage und dann kommt, ja, stimmt, das hab ich vergessen. Da hast du recht. Manchmal hab ich natürlich auch unrecht, weil ich weiß auch nicht alles. Aber ich glaube, worauf ich hinaus will, KI alleine ist nix. Ärzte ...
oder Gesundheitspflegerinnen alleine sind schon eine ganze Menge, aber beides zusammen ist halt gleich Superpower.
21:59
Inga Bergen
Ja, es ist interessant, dass du das so sagst, weil ich würde das nicht so unterschreiben. Also ich würde schon sagen, dass KI, wenn man richtig, also wenn man die richtig anwenden kann, wenn man auch richtig promptet, wenn man die richtigen Anforderungen stellt, auch gerade im medizinischen Bereich extrem spannend ist, gerade auch die LLMs.
22:05
Carol Wildhagen
Spannend.
22:21
Inga Bergen
weil sie diese Körperteilmedizin so ein Stück weit überwinden, weil sie halt in verschiedenen Kontexten denken. Das dachte man ja auch früher, dass so diese kleinen Modelle, diese kleinen KI-Modelle viel, ja, viel genauer sind. Jetzt merkt man, okay, eigentlich die großen Modelle haben schon auch Vorteile, weil sie eben diese Kontexte verbinden. Ich meine, bei euch ist natürlich ein relativ straightforward use case. Es sind da Leitlinien drin. Es wird auf die Leitlinien verwiesen. Und ich vermute, man kann damit jetzt nicht...
eine Diagnostik machen von einer Erkrankung, die zweimal auf der Welt vorkommt und das Tool ist super investigativ und findet das dann raus? Oder kann es das auch?
23:02
Carol Wildhagen
Das ist eine gute Frage. Das müssten wir einfach zu zweit mal in so einer Live-Session ausprobieren, dass wir einfach so tun, ob das geht. Ich bin gespannt. Also ich meine, das System hat ja die NICE Guidelines, BMJ Evidenz und AWMF und aus den Quellen
23:10
Inga Bergen
Ob das geht? Ja, okay.
23:15
Inga Bergen
Ja.
23:25
Carol Wildhagen
müsste man eigentlich schon einiges machen können. es ist eine super Anregung. Ich werde es mal morgen mit den Kultukillern ausprobieren.
23:28
Inga Bergen
Ja.
Ich gebe dir mal einen Case. Und vielleicht, du hast es jetzt öfter gesagt, magst du für den einen oder anderen oder die ein oder andere nochmal AWMF erklären?
23:40
Carol Wildhagen
Das sind die deutschen Leitlinien von allen Fachgesellschaften. Also wie soll man idealerweise diagnostizieren und behandeln?
23:45
Inga Bergen
Mhm.
23:51
Carol Wildhagen
auf Basis der verfügbaren Evidenz. Da sind wir schon bei der Einschränkung, weil manchmal gibt es ganz viel Evidenz, wissenschaftliche Studien, die sagen, was gut und richtig ist. Und manchmal gibt es nur einen Expertenkonsens, dass dann Leute wie wir zusammensitzen und sagen, was finden wir gut oder richtig? Genau, das ist für Deutschland die Behandlungs- und Diagnoserichtlinien.
24:16
Inga Bergen
Ja, okay, super, danke nochmal. Und dann würde mich tatsächlich auch nochmal interessieren. Also wir haben jetzt diesen ganzen Prozess, der kann jetzt unterstützt werden mit KI. Ich finde das erstmal sehr, gut, weil also ich persönlich würde es mir immer wünschen, wenn ich als Patientin irgendwo wäre, dass KI unterstützt gearbeitet wird, weil es qualitätssichernd ist, wenn es richtig angewendet wird.
Und jetzt wäre für mich die Frage, die nächste Frage, macht es auch delegationsfähig? Wir haben ja in Deutschland ein sehr arztzentriertes System und das ist ein Problem, weil wir haben total viele Fragen, die muss eigentlich kein Arzt, keine Ärztin beantworten und oft haben wir die auch gar nicht mehr. Also wenn wir jetzt irgendwie aufs platt Land gehen, in irgendeiner Region, meinetwegen irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern oder im Schwarzwald oder in Friesland, da wird es halt ein bisschen schwierig.
Da gibt es vielleicht anderes medizinisches Fachpersonal vor Ort. Kann das vielleicht langfristig mit solchen Tools befähigt werden, auch Leistungen zu erbringen, die heute da noch nicht erbracht werden? Wie ist das bei euch und vielleicht auch in anderen Märkten? Ihr seid jetzt in so vielen Märkten unterwegs und diese Art Zentrierung, wie wir die in Deutschland haben, die ist ja nicht überall gegeben.
25:40
Carol Wildhagen
Das ist richtig. Ich glaube, da muss man sehr genau hinschauen, was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen im einzelnen Land. Und deshalb finde ich es auch gerade so schön und richtig und spannend, dass wir mit Tandem einen Fokus auf Europa haben und eben nicht auf die USA. Kann man natürlich sagen, USA ein Riesenmarkt und ganz viele Dinge darf man und das ist mehr oder weniger einheitlich. Und Europa Himmels willen, wer tut sich das an? So kleinteilig und jedes Land unterschiedlich reguliert. Wir sehen das für uns als einen ganz großen Vorteil, weil wenn du dann in jedem
25:45
Inga Bergen
Mhm.
26:10
Carol Wildhagen
eben genau diese Dinge dezidiert verstehst und dein Produkt und deine Zertifizierung dazu passt, dann hast du damit auch eine gewisse Verteidigungsfähigkeit gegen andere Player. Also lange Antwort. Tandem zertifiziert sehr, sehr gerne Medizinprodukt C5. Also wenn es an die Delegation gehen sollte, dann ist das ganz bestimmt etwas, wovor wir nicht zurückschrecken. Wir würden aber sehr genau erstmal hinschrecken.
26:23
Inga Bergen
Mhm.
26:40
Carol Wildhagen
wie funktioniert das Ganze, damit wir es auch gut verstehen. Im Moment ist es so, dass die Person, die mit dem System arbeitet, dafür, also für diesen Teil des Arzt-Patienten-Kontakts verantwortlich ist. Also da müssen wir im Rahmen der bestehenden Strukturen und Möglichkeiten arbeiten. Aber natürlich, wenn man es weiterdenkt, genau wie du sagst, Ärztemangel, Telemedizin ist ja auch hier Teil des Innovations-Fahrens.
26:45
Inga Bergen
Hmpf!
26:53
Inga Bergen
Ja, okay.
27:10
Carol Wildhagen
Sowas wie Dokumentation funktioniert natürlich auch über die Videokonferenz oder übers Telefon. Also da würde es schon einen natürlichen Bogenschluss geben.
27:23
Inga Bergen
Total. Und ihr habt ja auch gerade 100 Millionen eingesammelt. Das kriegt man ja jetzt nicht einfach so. Das ist jetzt für ein europäisches Start-up schon viel Geld, sondern mit einer klaren Vision. Mich würde einfach noch interessieren, wer zahlt denn aktuell dafür? Und wie ist das Geschäftsmodell? Also vielleicht kannst du dazu noch ein paar Worte sagen, weil ich glaube, das ist sicher auch interessant.
27:44
Carol Wildhagen
Also die 100 Millionen, das hat mich natürlich auch sehr gefreut, weil es einfach ein Zeichen des Vertrauens ist, sowohl unserer Bestandsinvestoren als auch Geld kam ja aus dem Scale Up Europe Fund von EQT, dass wir da Teil dessen sein dürfen, auch eine KI-Infrastruktur für Europa aufzubauen. Also beides sehr, toll und trotzdem ist so eine Summe zumindestens für mich natürlich auch ein Stück weit abstrakt.
27:53
Inga Bergen
Mhm.
28:09
Carol Wildhagen
Venture finanziert bedeutet, dass man investieren kann ins Produkt, ins Team, aber auch in die Kunden. Trotzdem wollen wir auch Geld verdienen und tun das auch. Pandem finanziert sich über Software-as-a-Service, also über ein Abo-Modell. Die Kundinnen und Kunden, das jetzt alles ist vom Universitätsklinikum bis hin zur Einzelarztpraxis, müssen natürlich in einem Lizenzmodell für die Nutzung der Software bezahlen.
Auf der anderen Seite steht natürlich, was bringt die Software. Und das ist zum Beispiel was, mir unheimlich wichtig ist. Wir haben ja schon so ein bisschen über messbare Erfolge gesprochen. Wir haben in Deutschland in der Gesundheitsversorgung eine Situation, wo gerade im stationären Bereich 8,5 Prozent der Gewinnmarge plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwunden ist. In Q2 diesen Jahres, wenn ich das Datum jetzt richtig verorte und da möchten
wir natürlich unseren Beitrag leisten. Und worum es da geht, ist zum einen, haben ja den Workflow schon gesprochen, dafür zu sorgen, dass effizienter gearbeitet werden kann, dass die medizinische Qualität gesteigert werden kann, aber das natürlich idealerweise, und da sind wir zum Beispiel im Thema Codierung, auch die Erlöse steigen. Also mit dieser Prozesskette, die wir abbilden, mit unseren Modulen, können wir das alles messbar garantieren. Und der andere Teil
29:16
Inga Bergen
Mhm.
29:30
Inga Bergen
mhm
29:39
Carol Wildhagen
ist und der ist mir auch sehr wichtig. Wir können andere Software-Systeme, die ja auch Geld kosten, was heute schon ausgegeben wird, ersetzen. Ganz speziell geht es da die Diktiersoftware. Wir haben Tandem so aufgesetzt, dass wir eine Diktierfunktion haben, die genauso gut ist wie die der marktführenden Softwareanbieter. Also was ist das hier? Dragon Medical zum Beispiel. Und da lassen sich sehr schöne Gespräche führen zu sagen, hey, das ist Geld, was ihr schon ausgebt, steckt das in Tandem.
bekommt natürlich die Ambient-Funktion und all die anderen KI-Funktionen, die ich gezeigt habe. Und dann könnt ihr oft relativ kostenneutral da auch noch im Zweifelsfall qualitäts- und erlössteigernd unterwegs sein.
30:21
Inga Bergen
Ja, das ist mir übrigens auch schon aufgefallen, dass ihr sehr stark in dem Vertriebsthema seid und da auch sozusagen aktiv die Wettbewerber, ja ich weiß jetzt nicht, ob angreifen das richtige Wort ist, aber das ist mir auch schon aufgefallen. Aber das muss natürlich auch so sein bei dieser Markterwartung.
Müsst ihr ja jetzt auch ordentlich loslegen wahrscheinlich.
30:52
Carol Wildhagen
Ja, wobei ich das spannend finde. Vielleicht sind das die Marketingmaßnahmen in den anderen Ländern. Mir ist es in Deutschland immer sehr, sehr wichtig, dass wir respektvoll miteinander umgehen. Wenn es nur einer machen würde, wäre es kein Markt. ich finde, unsere Kunden sollen Auswahl haben. Es muss nicht jeder Tandem nutzen. Und zum anderen, ich würde mich niemals über einen Marktbegleiter negativ äußern. Ich möchte viel lieber hervorheben, was Tandem bieten kann. Also für mich ist
30:55
Inga Bergen
Ja.
31:09
Inga Bergen
Mh-mh.
31:22
Carol Wildhagen
so ein bisschen stay in your own lane. Solltest du mich jemals dabei erwischen oder deutsches Material sehen, wo du das Gefühl hast, dass auf unsere Marktbegleiter ein schlechtes Licht geworfen wird, dann ist das überhaupt nicht in Marke.
31:24
Inga Bergen
Okay.
31:35
Inga Bergen
I let you know. Was denkst du denn, wenn du jetzt gerade gesagt hast, es ist jetzt sozusagen ein Stück Marge weg in Deutschland. das ist einfach so, es braucht Möglichkeiten, wahrscheinlich mit den vorhandenen Ressourcen effizienter umzugehen. Jetzt ist ja immer so die Hoffnung, es war auch meine Hoffnung, mit KI, dann gibt es mehr Zeit für das Gespräch.
31:45
Carol Wildhagen
Mhm.
32:05
Inga Bergen
Was klar ist, wenn man Skype nutzt in dem Gespräch selber, gibt es mehr Aufmerksamkeit, weil man nicht parallel noch mit dokumentieren muss. Aber was siehst du denn im Markt? Also gibt es mehr Zeit oder gibt es dann einfach mehr Termine?
32:18
Carol Wildhagen
Ich glaube, es gibt alles, je nachdem, mit wem man spricht und welche Bedürfnisse der Anwender oder die Anwenderin oder der Kunde oder die Kundin hat. Also wir haben Kollegen, sagen, ich kann früher Feierabend machen, ich muss nicht mehr am Wochenende arbeiten. Das sind oft die im niedergelassenen Bereich, die ihre eigenen MVZs oder Praxen führen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit zu sagen,
wir können uns besser auslasten. Gerade wenn es Wartelisten gibt, wo man sagt, der fachärztlichen Versorgung, können eigentlich gar nicht alle behandeln, die wir gern behandeln würden, die Leute müssen hier ewig auf den Termin warten, dann ist es vielleicht eher mehr Fälle machen. Dann gibt es Fachrichtungen, die tatsächlich sagen, die Qualität unseres Arzt-Patienten-Kontakts verändert sich, das ist gerade in der Pflege relevant, das ist in der sprechenden Medizin relevant.
Und es gibt auch Kolleginnen und sagen, kann ich zwischendurch dann endlich auch mal einfach eine Tasse Tee trinken und einmal durchatmen. Also wie die Zeit, die gewonnen wird, verwendet wird, ist ganz unterschiedlich und hängt halt auch davon ab, wo der Schuh am meisten drückt.
33:32
Inga Bergen
Ja klar. Und da seid ihr dann am Ende auch raus. So, jetzt sind wir langsam am Ende unseres Gesprächs. Ist so lustig, deshalb bin ich ein bisschen lauter geworden. Jetzt meldet sich hier gleich mein Kuschelroboter.
33:52
Carol Wildhagen
Ich bin total neidisch, Inga. Schick mir mal nachher, wo man den herkriegt. Vielleicht ist das was, was ich mir zu Weihnachten schenk.
33:57
Inga Bergen
Ja, mache ich. Ja, das Fiepst hier so ein bisschen. lebt auf meinem Schreibtisch und ist auch schon ganz gespannt. Ich würde gerne von dir nochmal hören, weil was ich so spannend finde, also ihr kommt jetzt vom Ambient Scribe. Es gibt andere Unternehmen wie Amboss, die kommen von der Ausbildung. Aber alle großen Player, die KI-Entwicklung machen, die wirklich in den Prozessen schon irgendwo drinstecken.
positionieren sich ja gerade auf eine Art clinical operating system und das ist ja auch eure große vision an der ihr jetzt arbeitet wenn du mir noch mal einen ausblick gibst also was kommt da und ja also oder doktolib ist genau das andere beispiel die kommen dann eben von der terminbuchung und gehen dann in die gesamten prozesse rein es ist ja klar wir brauchen technische unterstützung k.i. unterstützung und die kann und wenn sie on the go mitläuft so viel
Ja, einfach an Kapazität frei machen. Was ist eure Vision? was werdet ihr jetzt in den nächsten Jahren erreichen?
35:05
Carol Wildhagen
Ich glaube, Doctolib ist ein ganz interessantes Beispiel. Die bieten ja tatsächlich ihr komplett eigenes PVS-System an und da wird dann auch gewünscht oder erwartet, dass die Ärztinnen und Ärzte ihr bestehendes PVS durch Doctolib ablösen. Jetzt gibt es natürlich viele, die sagen, ob ich jetzt im ambulanten oder stationären Bereich bin, ich möchte mein System, mein PVS oder mein KISS nicht unbedingt wechseln. Es ist ein riesen Projekt. Viele müssen es im Moment machen.
35:12
Inga Bergen
Mhm.
35:35
Carol Wildhagen
ist End of Life. Also da ist gerade schön viel Dynamik im Markt, also ein bisschen Perfect Storm, gibt generative KI, gibt diesen Generationenwechsel im Bereich der KISS und PVS-Systeme, also Good Time to be Alive. Aber was machen denn all die, die diesen großen Wechsel scheuen? Die wollen natürlich trotzdem modern arbeiten mit all den Vorteilen, die wir besprochen haben. Und die Richtung, die wir gehen, ist zu sagen, wir haben eine sehr clean, sehr einfache Sprachgestellung.
35:58
Inga Bergen
Mhm.
36:05
Carol Wildhagen
Oberfläche und wir wollen eigentlich unseren Kolleginnen und Kollegen in all den Fachbereichen, die ich erwähnt habe, ermöglichen, gut und einfach zu arbeiten. Und da integrieren wir natürlich immer mehr der wertstiftenden Kernfunktionen hinein, machen das aber in einem sehr partnerschaftlichen Ansatz. Also nicht wie Dr. Lipp, wir machen alles selber, sondern wir sind Teil der, ja wie soll man das nennen, Appstores oder Health Hubs
unterschiedlicher PVS- und KISS-Hersteller, die sagen, sie möchten ihren Kunden ermöglichen, modern und in einem Ökosystem zu arbeiten. Ich glaube immer daran, man sollte niemanden so etwas zwingen. Wenn es gut ist, dann braucht man auch keine Mauer, sondern dann bleiben oder kommen die Leute freiwillig. Und vor dem Hintergrund versuchen wir natürlich, den unterschiedlichsten Modellen zusammenzuarbeiten und Tandem eben denen anzubieten, die es nutzen wollen, entweder als ganze Lösung.
oder eben einzelne Module oder Features.
37:08
Inga Bergen
Ja klar, aber man hat natürlich bei sowas dann immer den Nachteil, dass man sich damit auseinandersetzen muss. Also es gibt ja für alles Vor- und Nachteile. Und ich finde es auch spannend, also mit diesen ganzen Technologiethemen, wenn man so an die deutschen Einzelarztpraxen denkt oder auch an Praxen, wo nur ein paar Leute dann drin sind, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, sich was zusammenzustecken, das ist schon auch eine Aufgabe.
37:33
Carol Wildhagen
Klar. Und es gibt ja auch beratende Gremien, ob das jetzt die KV ist, wir sind in zwei Showpraxen, ob das jetzt Berlin ist oder Bayern, ob das IT Service Partner sind, mit denen die Ärztinnen und Ärzte oder auch wir zusammenarbeiten, ob das PVS oder KISS Hersteller sind, wo man über den App Store verschiedene Lösungen buchen kann, bis dahin, dass einige auch sagen, bevor ich selber was entwickle, integriere ich eine Lösung, von der ich weiß, die funktioniert sehr gut am Markt und hat eben
auch die entsprechenden Zertifizierungen. Das ist so ein ganzes Spielfeld und das finde ich so super spannend. Also wenn man zum Beispiel jetzt an die Demea, die große Healthcare-IT-Messe zurückdenkt, die wir dieses Jahr hatten, die wir nächstes Jahr wieder haben werden, schreiben sich KI drauf und ich glaube, 2026 gab es auch viele, die noch gar nicht wussten, wie sieht denn jetzt wirklich mein Geschäftsmodell aus? Mache ich es selber? Baue ich ein komplett neues System, was auf Sprachsteuerung basiert?
38:04
Inga Bergen
Wir haben klar.
38:33
Carol Wildhagen
Wider label ich mache ich das exklusiv mache ich das nicht exklusiv und wir orientieren uns sehr stark an unseren Nutzerinnen und Nutzer entwickeln die Funktionen die wirklich messbaren Wert im klinischen Alltag stiften und sind offen für die Zusammenarbeit mit anderen Partnern und Marktbegleitern die das auch tun wollen.
38:57
Inga Bergen
Auf jeden Fall sehr, spannend. Wir werden es weiter beobachten. finde es sehr spannend gerade, weil das Rennen ist ja eröffnet. Ich glaube, eins ist nur klar. Die bisherigen Platzsirsche werden wahrscheinlich in der Form ...
keine Rolle mehr spielen in der Zukunft. Ich glaube, das zeichnet sich bei dem Rennen schon ein Stück weit ab. Aber ansonsten ist es offen und ich versuche ja auch in meinem Podcast immer alle verschiedenen Perspektiven da zu Wort kommen zu lassen, weil ich es einfach sehr, spannend finde, wie viele unterschiedliche Herangehensweisen es gibt an Innovation und an eben diese drängenden Fragen. Liebe Carol, ich danke dir ganz herzlich für dieses spannende Gespräch, für deine Zeit.
39:34
Carol Wildhagen
Ich es
39:37
Inga Bergen
Und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder und ich schicke dir den Link zu meinem kleinen Emotional Support Coucher Roboter. Alles klar. Ciao.
39:43
Carol Wildhagen
Sehr cool, danke dir vielmals. Tschüss.






