
KI in der Medizin
Karin Lausch: Shadow AI in Kliniken: Warum Beschäftigte KI heimlich nutzen
Karin Lausch ist Autorin, Coach und Expertin für Leadership, Vertrauen und psychologische Sicherheit. Sie schrieb einen Spiegel-Bestseller und war zuvor bei der Techniker Krankenkasse tätig. In Folge 164 von Visionäre der Gesundheit geht Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, der Frage nach, warum Beschäftigte in Kliniken KI oft heimlich nutzen und was Führung dagegen tun kann. Lausch erklärt, warum eine Absicherungskultur psychologische Sicherheit schwächt und Shadow AI begünstigt. Lausch beschreibt die KI-Transformation als kulturellen Wandel, in dem alle zu Führungskräften werden, weil sie KI delegieren und hinterfragen müssen. Zudem warnt Lausch, dass KI ohne gute Führung Fake Work exponentiell vermehrt. Das Gespräch endet mit eigenen KI-Pannen beider Frauen und dem Rat, Teams mit KI nicht allein zu lassen.
Warum das Thema wichtig ist
Was uns klar sein muss, ist, dass die KI-Transformation keine technische Transformation ist, sondern eine kulturelle Transformation vor allem.
Im Gesundheitswesen verbreitet sich KI schneller, als Regeln, Schulungen und Führungsstrukturen mitwachsen, und das in einem System, in dem Fehler schwere Folgen haben können und wirtschaftlicher Druck die Sorge um Arbeitsplätze verstärkt. Die Folge macht sichtbar, was auf dem Spiel steht, wenn niemand offen über Datenschutzfragen, Wissenslücken und fehlerhafte KI-Ergebnisse spricht: Ungeprüfte Resultate wandern weiter, Prüfaufwand verlagert sich auf Kolleginnen und Kollegen, und die erhoffte Entlastung bleibt aus. Relevant ist das Gespräch zwischen Inga Bergen und Karin Lausch für Klinikleitungen, Chefärztinnen und Chefärzte, Pflege- und Bereichsleitungen, Führungskräfte in Krankenkassen sowie alle, die KI-Einführung in Teams verantworten. Als Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens rückt Inga Bergen damit die kulturelle Seite der Transformation in den Blick, die über den Erfolg technischer Lösungen mitentscheidet.
key take aways
Zentrale Erkenntnisse
Shadow AI bezeichnet die heimliche Nutzung nicht freigegebener KI am Arbeitsplatz.
Psychologische Sicherheit ist die Gewissheit, Unbequemes ohne persönliche Abwertung ansprechen zu können.
Fake Work ist Arbeit, die das System befriedigt, aber keinen Wert schöpft.
Wissensarbeitende verbringen im Schnitt 41 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Fake Work.
Der größte Fehler bei der KI-Einführung ist, Mitarbeitende damit allein zu lassen.
Die Gastgeberin
Inga Bergen
Expertin für Digital Health & AI I Moderator | Founder | Angel Investor
"Visionäre der Gesundheit " Gründerin Inga Bergen ist eine der promintesten Stimmen für eine menschzentrierte Digitalisierung des Gesundheitswesens. Seit 15+ Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Medizin und Gesellschaft. Im erfolgreichen Podcast und Newsletter "Visionäre der Gesundheit" ordnet Inga die digitale und KI-Transformation des Gesundheitswesens ein.
Der Podcast
Visionäre der Gesundheit
VdR - einer der meistgehörten Health-Podcasts in Deutschland mit über 1 Mio. Streams. Wir sprechen mit Ärzt:innen, Unternehmer:innen, Forscher:innen und Entscheider:innen über Innovationen, digitale Transformation, interkulturelle Medizin und die Zukunft der Versorgung. In über 170 Folgen, beleuchtet Inga Bergen mit ihren Gästen, Perspektiven, die Mut machen – und zeigt, wie Wandel im Gesundheitswesen wirklich gelingt.
Episoden BESCHREIBUNG
Karin Lausch über Shadow AI, psychologische Sicherheit und Führung in Zeiten von KI
In dieser Folge von Visionäre der Gesundheit spricht Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, mit Karin Lausch. Die Autorin eines Spiegel-Bestsellers, Coach und Expertin für Leadership und Vertrauen arbeitete früher bei der Techniker Krankenkasse und kennt daher die Kultur des Gesundheitswesens von innen. Inga Bergen hat sie eingeladen, weil in ihren Gesprächen mit Führungskräften aus Kliniken und Kassen immer wieder dieselbe Sorge auftaucht: Mitarbeitende nutzen KI verdeckt, Unsicherheit wächst, und die nötige Fehlerkultur fehlt. Karin Lausch verbindet psychologische Forschung zu Vertrauen mit praktischer Führungserfahrung und eigener intensiver KI-Nutzung. Damit bringt sie einen Blick ein, der über Technik hinausgeht und die menschliche Seite der Transformation ins Zentrum rückt.
Warum nutzen Beschäftigte in Kliniken KI lieber heimlich als offen?
Beschäftigte verbergen ihre KI-Nutzung vor allem aus Angst, etwas falsch zu machen, als unwissend dazustehen oder überflüssig zu wirken. Karin Lausch beschreibt das Gesundheitswesen als stark reguliertes System, in dem Absicherung tief in der Kultur verankert ist. Wer dort KI einsetzt, fragt sich schnell, ob das überhaupt erlaubt ist, welche Daten eingegeben werden dürfen und wohin sie fließen.
Hinzu kommen Scham und Statusfragen. Manche glauben, die Kolleginnen und Kollegen wüssten viel mehr über KI, und schweigen deshalb lieber. Andere fürchten, dass offene KI-Nutzung Zweifel an ihrer Leistungsbereitschaft weckt oder die Frage aufwirft, ob ihre Stelle noch gebraucht wird. Gerade unter dem wirtschaftlichen Druck im Gesundheitswesen wiegt diese Sorge um den Arbeitsplatz schwer.
Was bedeutet psychologische Sicherheit und warum ist sie im Gesundheitswesen so schwer zu erreichen?
Psychologische Sicherheit ist das innere Vertrauen, in einer Gruppe auch Unangenehmes ansprechen zu können, ohne dafür persönlich abgewertet zu werden. Dazu gehört, Zweifel an etablierten Prozessen zu äußern, ungewöhnliche Ideen einzubringen, Konflikte anzusprechen und eigene Fehler oder Wissenslücken zuzugeben.
Laut Karin Lausch erschwert eine Kultur der Kontrolle genau das. Wo viel abgesichert wird, wächst die Angst vor Fehlern, und Menschen schützen ihren sozialen Status, indem sie sich anpassen und schweigen. Im Gesundheitswesen verstärken autoritäre und patriarchale Führungstraditionen diesen Effekt. Inga Bergen erinnert daran, dass junge Assistenzärztinnen und Assistenzärzte noch immer rauen Umgangston erleben. Lausch betont, dass diese Kontrollmuster einst einen Sinn hatten, heute aber oft an ihre Grenzen stoßen, besonders wenn die Identität von Chefärztinnen und Chefärzten eng an ihre Arbeitsweise gekoppelt ist.
Wie verändert KI Hierarchien und Autorität in Teams?
KI schafft nach Einschätzung von Karin Lausch eine neue Form von Autorität im Unternehmen, die psychologische Sicherheit zusätzlich schwächen kann. Neben Dienstjahren, formaler Hierarchie und Fachwissen tritt nun ein System, dem viele Menschen erstaunlich bereitwillig glauben.
Lausch berichtet, dass sie bei eigener Arbeit mit KI fast jedes Mal Fehler oder Halluzinationen entdeckt, sobald sie nachhakt. Umso problematischer sei es, wenn Mitarbeitende sich nicht trauen, der KI oder einer Führungskraft mit KI-Argumenten zu widersprechen. Dann setzen sich unproduktive Arbeitsweisen noch schneller fest. Auch im Umgang mit Konflikten beobachtet sie Veränderungen: Wer schwierige Gespräche an die KI auslagert, verliert auf Dauer den eigenen Bezug zur Auseinandersetzung.
Warum ist die KI-Transformation eher kulturell als technisch?
Die eigentliche Herausforderung liegt nach Karin Lausch nicht in der Technik, sondern in einem tiefgreifenden Wandel von Haltung und Zusammenarbeit. Neue Modelle erscheinen in kurzen Abständen und bieten mehr, als Organisationen nutzen können. Schwerer wiegt, dass Fachwissen an Wert verliert und damit ein zentraler Statusfaktor ins Wanken gerät.
Gleichzeitig gerät jede Person in eine Führungsrolle, denn gute KI-Ergebnisse verlangen klares Delegieren, kritisches Nachfragen und gezieltes Feedback. Inga Bergen greift diesen Gedanken auf und überträgt ihn auf die Beziehung zwischen Ärztinnen und Patientinnen, die sich ebenfalls verschiebt, weil Patientinnen und Patienten mit KI-gestütztem Wissen in die Praxis kommen. Als Beispiele nennen beide Themen wie Wechseljahre und ADHS.
Was ist Fake Work und wie kann KI sie verstärken?
Fake Work bezeichnet Tätigkeiten, die das System zufriedenstellen, aber keinen echten Wert schaffen, und KI kann diese Arbeit ohne gute Führung vervielfachen. Karin Lausch verweist auf Zahlen, nach denen Wissensarbeitende im Schnitt rund 41 Prozent ihrer Zeit mit solcher Arbeit verbringen. Inga Bergen nennt für das Gesundheitswesen die Dokumentation als naheliegendes Beispiel.
Da KI darauf ausgelegt ist, zu liefern und zu gefallen, produziert sie schnell große Mengen an Ergebnissen. Irgendjemand muss diese Inhalte dann prüfen. Bergen ergänzt, dass Beschäftigte KI-Ergebnisse oft einfach an andere weiterreichen, wodurch die Prüfarbeit wächst, statt zu schrumpfen.
Was sollten Führungskräfte tun, damit ihr Team offen über KI spricht?
Führungskräfte sollten Vertrauen und kritisches Denken gleichzeitig stärken, klare Regeln für den KI-Einsatz setzen und selbst mit offenen Fehlern vorangehen. Karin Lausch betont, dass ständiges Hinterfragen kein Misstrauen ausdrückt, sondern eine belastbare Beziehung voraussetzt. Der größte Fehler bei der Einführung sei, KI einfach bereitzustellen und die Mitarbeitenden damit allein zu lassen.
Als konkreten ersten Schritt empfiehlt sie, dass die Führungskraft einen echten eigenen Misserfolg mit KI teilt und das Team einlädt, ebenfalls zu berichten. Daraus können Patenschaften und gegenseitige Unterstützung entstehen. Beide Gesprächspartnerinnen schildern selbst Pannen: Lausch bemerkte erst spät, dass ihre KI-Agenten Inhalte eines früheren Newsletters wiederholt hatten, und Bergen stellte bei einer Moderation eine Frage aus einer ungeprüften KI-Vorbereitung.
Wie kann man verhindern, durch KI ersetzt zu werden?
Am besten schützen sich Menschen, indem sie früh mit KI experimentieren und bereit sind, ihre Rolle weiterzuentwickeln. Karin Lausch sieht vor allem diejenigen gefährdet, die sich aus Angst verschließen und ihren bisherigen Arbeitsplatz festhalten wollen. Wer neugierig bleibt, findet in den neu entstehenden Berufen und Bedarfen Chancen.
Tiefes Fachwissen bleibt nach ihrer Einschätzung weiterhin nötig. Zugleich steigt der Bedarf an Menschen, die KI-Ergebnisse einordnen, bewerten und vernetzt denken können, also an klassischen Führungsfähigkeiten. Einige Unternehmen, die stark Personal abgebaut haben, stellen laut Lausch bereits wieder ein. Sie selbst hat manche Aufgaben bewusst zurückgenommen, damit ihr eigenes Denken in Übung bleibt.
Im Gespräch mit
TRANSKRIPT
00:02
Inga Bergen
Ja, ich freue mich sehr auf meinen heutigen Gast, denn ich habe ein Thema, was mich in den letzten Monaten irgendwie total beschäftigt hat. Immer wenn ich mit Führungskräften spreche, aus dem Gesundheitswesen, dann geht es auch oft die Frage, was macht denn Anki KI mit unserer Arbeit, mit den Mitarbeitenden, wenn Unsicherheit entsteht, wenn die Leute irgendwie anfangen heimlich unterm Tisch.
Shadow AI einzusetzen, die gar nicht zugelassen ist und wir eigentlich eine Vertrauens- und Fehlerkultur brauchen für die Transformation und das Gesundheitswesen da aber oft nicht so richtig vorne dabei ist. Und ich kann mir keine bessere Gesprächspartnerin für dieses Thema vorstellen als Karin Lausch. Sie ist nämlich erstmal eine super prominente Stimme. ist Autorin, ist Leadership-Vertrauensexpertin.
Sie ist Coach, sie hat einen Spiegel Bestseller geschrieben und sie war aber auch mal bei der Techniker Krankenkasse. Da haben wir uns nämlich mal kennengelernt, habe ich einen Vortrag gehalten und seitdem folge ich ihr und ich freue mich auf den Deep Dive in das Thema mit dir. Herzlich willkommen bei Visionäre der Gesundheit, liebe Carin.
01:15
Karin Lausch
Vielen Dank liebe Inga, ich freue mich wirklich so sehr, dass ich heute bei dir sein darf.
01:19
Inga Bergen
Ja, also du hast auch einen total spannenden Weg hinter dir. Als wir uns kennengelernt haben, warst du noch bei der TK und jetzt bist du mit einem Thema unterwegs, das, glaube ich, gerade total viele Leute wirklich umtreibt. Wie führt man eigentlich, auch gerade in Zeiten von KI? Und dein Take an die ganze Thematik ist so bisschen psychologische Sicherheit.
01:44
Karin Lausch
psychologische Sicherheit, faktische Unsicherheit. Genau, und was macht das so mit unserer Vertrauensfähigkeit in der Zusammenarbeit? Ja.
01:50
Inga Bergen
Was würdest du denn sagen, in was für einer Welt leben wir da gerade im Arbeitskontext mit dieser ganzen KI-Welle, die uns faktisch überrollt?
01:59
Karin Lausch
Ja, es gibt so viele schöne Abkürzungen dafür, ne? Vukabani, alles was so dazu gehört. Also ich würde sagen, wir leben in einer chaotischen Welt, in der wir vielleicht jetzt gerade verstehen, dass die vermeintlichen Sicherheiten, auf die wir lange gesetzt haben, dass es die so gar nicht mehr gibt oder dass es sie vielleicht auch gar nicht gab und dass wir uns umorientieren müssen.
02:08
Inga Bergen
Hmpf
02:25
Inga Bergen
Und du hast mal gesagt in einem OMR-Podcast, dass die KI-Transformation uns die psychologische Sicherheit nimmt, weil sie alles auf den Kopf stellt. Und warum nutzen Menschen zum Beispiel in Kliniken KI oft lieber heimlich als offen? Also das ist ein Thema, das ist ja so im Gesundheitswesen. Und sprechen da nicht rüber. Und warum ist das eine Führungsaufgabe?
02:51
Karin Lausch
Ja, super Frage. Also genau, ich glaube, das ist in ganz vielen Kontexten gerade so. Und gerade da, wo Absicherung ein großer Teil der Kultur ist, und das ist nun mal im Gesundheitssystem der Fall, wir haben ein sehr reguliertes System, das heißt, Absicherung ist so ein Teil der DNA. Das ist erst mal generell schon schwer für psychologische Sicherheit. Also wir können uns vorstellen, paradoxerweise überall da, wo wir ganz viel absichern, hat psychologische Sicherheit, ist schwerer.
als dort, wo wir deutlich mehr Risiken eingehen können. Denn da, wo wir viel absichern, kontrollieren wir viel und Kontrolle mindert psychologische Sicherheit, weil Menschen generell immer Angst haben, was falsch zu machen. Und jetzt hat das ja im Gesundheitswesen auch Folgen nun mal, was falsch zu machen. Das kann eben auch wirklich schnell verheerende Folgen haben, deswegen haben wir ja auch diese Regulatorik.
Und wenn es jetzt KI geht und wir müssen uns vorstellen, wir befinden uns in dieser Kultur, in der Absicherung so wichtig ist, dann kann ich natürlich total viel falsch machen, wenn ich KI nutze. darf ich das überhaupt nutzen? Was darf ich da reinschreiben? Wo gehen die Daten hin? Ich habe eigentlich gar keine Ahnung. Dann aber auch, ich schäme mich vielleicht total, weil ich weiß gar nicht so viel über KI generell wie die anderen und vielleicht denke ich, ich mache das alles total falsch und die können das ja alles viel, besser, also sage ich auch nichts.
03:49
Inga Bergen
Mh.
04:11
Karin Lausch
Und was auch noch dazu kommt, vielleicht habe ich auch Angst, dass wenn klar wird, dass ich KI nutze, dass andere sich fragen, naja, braucht es Karin dann eigentlich noch, wenn die KI das für sie macht? Also die Jobsicherung. Riesige Frage im Gesundheitswesen. Die Jobsicherung ist ein riesiges Bedürfnis, weil natürlich auch gerade da alles auf Wirtschaftlichkeit getrieben wird und immer geguckt wird, was können wir denn noch abbauen? Das ist jetzt gerade auch wieder ein ganz furchtbar aktuelles Thema.
04:24
Inga Bergen
Große Frage.
04:39
Karin Lausch
Und ich muss dann gleichzeitig mir ja auch überlegen, und wenn ich suggeriere, dass ich meine Arbeit mit der KI mache, was sagt das denn über meinen Leistungswillen aus und über meine Leistungsfähigkeit? Also da kommen ganz viele Dinge zusammen, in der wir konfrontiert werden mit unserem Selbstbild von uns und der Arbeit und dem, was andere über uns denken sollen.
05:02
Inga Bergen
100 Prozent große Frage im Gesundheitswesen. Ich war auf einer Veranstaltung, da sagte ein Arzt wirklich wörtlich, wenn die KI irgendwann den Job besser macht als ich, dann hänge ich das alles an den Nagel, dann verkaufe ich Würstchen. ja, du lachst. Das war, ich fand es auch wirklich in dem Moment, ich war sehr perplex und habe dann gedacht, ja, das ist ja gar nicht.
05:19
Karin Lausch
Ja, schön.
05:26
Karin Lausch
Ja.
05:30
Inga Bergen
im ärztlichen Beruf oder im medizinischen Fachberuf ist ja gar nicht das reine Wissen, die Mustererkennung ist ja gar nicht das, was es letztendlich ausschließlich ausmacht. Und das ist ja auch eine Frage, die wir uns stellen im Arbeitskontext. Was ist unsere Identität? Was ist unser Mehrwert als Mensch? Das ist ja auch eine Frage, mit der du dich sicher als Führungscoach total intensiv befasst. Wie würdest du das denn beantworten?
05:56
Karin Lausch
Das ist total spannend, dass er das sagt. Ich kenne das auch von vielen Menschen im Coaching, die ich aus dem Kontext begleite. Das ist ja immer noch eine große fachliche Prägung. Also ich habe irgendwie eine Führungsrolle inne und gleichzeitig bin ich zu 90 Prozent aber selber der beste Fachexperte oder die beste Fachexpertin und ja, dann kann ich natürlich in einer Führungsrolle zu dem Schluss kommen.
dass eine KI irgendwann vieles auch gut macht. Also ich würde nie sagen, eine KI wird es besser machen, weil ganz ehrlich, vielleicht vorweg. Wir brauchen immer Menschen, die die Ergebnisse noch bewerten können und die die Verantwortung tragen und die... Also ich glaube nicht an eine Welt, in der KI alles selber macht. Wir merken das jetzt schon. Viele Unternehmen, die ganz viel abgebaut haben, in den USA beispielsweise,
Die müssen wieder einstellen, weil sie merken, jetzt fehlt es ihnen aber an anderer Stelle an Kompetenzen. Und was machen wir denn mit so viel KI-Ergebnissen, von denen dann keiner mehr beurteilen kann, ob die überhaupt sinnvoll sind? Das ist also der Return on Investment, der fehlt, wenn wir nur abbauen. Ich glaube mehr daran, dass wir aufbauen durch KI-Kompetenz, weil die menschliche Ressource frei wird und wir endlich damit vielleicht auch mal mehr innovieren können. Das ist auch nicht so endlich, wie nur abzubauen. Das fände ich viel, viel wichtiger.
06:53
Inga Bergen
Ja, 100 Prozent.
07:11
Karin Lausch
Aber wenn wir jetzt auf Führung gucken, dann kann ich natürlich schnell zu dem Schluss kommen, das Fachliche, kann die KI ja besser. Aber gerade in der Führung, gerade da geht es all das, was die KI eben nicht kann. An einen Menschen glauben, mehr als die Person es tut, die Potenziale zu entfalten beispielsweise. Es ist ein Gefühl, das kann keine KI an Menschen geben, jemanden wirklich herauszufordern. Wir müssen uns immer klarmachen, KI reproduziert.
07:19
Inga Bergen
Mhm.
07:22
Inga Bergen
Und das ist
07:38
Karin Lausch
das was schon da ist, aber jemanden wirklich herauszufordern und über den Tellerrand gucken zu lassen, das ist auch etwas, was uns Menschen total ausmacht.
07:47
Inga Bergen
Und das ist gleich auch eine Brücke zu allen medizinischen Berufen, weil da geht es auch darum, diese Verbindung herzustellen. Im besten Fall. Wir haben das ein bisschen verloren, das muss man auch klar sagen, aber durch die KI muss es ja eigentlich wieder reinkommen. Von daher ist Führung und alles, was wir im medizinischen gesundheitlichen Kontext erleben, sich eigentlich relativ nah.
07:55
Karin Lausch
Ja. Ja.
08:08
Karin Lausch
Ja, überall da, wo wir mit Menschen zusammenarbeiten. Genau, und das ist für mich auch Führung. Es geht gar nicht nur die disziplinarische Art von Führung, sondern überall da, wo wir Menschen begleiten, dann finde ich, dass diese Kompetenzen so wichtig sind. Und genau da haben wir eigentlich den riesigen Vorteil, dass KI uns das so schnell nicht vormachen wird.
08:11
Inga Bergen
Mhm.
08:26
Inga Bergen
Ich will nochmal auf ein Thema gehen, was du eben angeschnitten hast. Du sagst, psychologische Sicherheit ist dort groß, wo es nicht so viele Regeln, einen engen Rahmen, so ein enges Korsett gibt und die wird etwas weniger, wenn alles kleinteilig vorgegeben ist. Woran liegt das?
08:45
Karin Lausch
Ja, also wenn wir einmal schauen, was ist psychologische Sicherheit, dann ist es ja die innere Sicherheit, die ich habe in einer Gruppe von Menschen, dass ich unbequemes anderen zumuten kann, ohne dass ich dafür persönlich abgewertet werde. ich kann zwei… Dankeschön, ja genau, also ich kann, ich will das noch ein bisschen greifbarer machen, weil das ist immer so ein bisschen noch die Metaebene. Ich kann…
08:51
Inga Bergen
Mhm.
09:01
Inga Bergen
Gut auf den Punkt gebracht.
09:09
Karin Lausch
Zweifel äußern und das vielleicht sogar dir gegenüber, obwohl du meine Führungskraft bist und ich sag dir, dass der Prozess, den du drei Jahre verantwortest, dass der heute jetzt, dass es jetzt so weit ist und der macht jetzt keinen Sinn mehr. Trau ich mich das. Aber auch die verrückte Idee zu äußern, die hier je jemand gehört hat, ohne dass ich glaube, dass ihr mich gleich alle auslacht. Aber auch dir zu sagen, dass dein Verhalten gestern mich echt geärgert hat und dass ich jetzt ein Thema damit hab und mit dir darüber reden möchte. Also Konflikte anzusprechen.
den Statusquo infrage zu stellen, zu sagen, dass ich was nicht kann, nicht weiß oder was total verbockt hab. All das sind Dinge, die meinem sozialen Status gefährlich werden können. Und überall da, wo es an unseren sozialen Status geht, da tun wir Menschen alle eins. Wir sorgen tunlichst dafür, dass der gut aussieht, der soziale Status, weil der sich halt evolutionär bedingt immer noch gefühlt unser Überleben.
Das heißt, wir passen uns in Gruppen superschnell an und tarieren innerlich ständig aus, wie stehe ich gerade da, was darf ich hier sagen, was darf ich hier machen, was nicht. Das ist auch der Grund, warum Menschen sich Kulturen so schnell anpassen. Und wenn wir jetzt überlegen, wir sind in einer Kultur, in der Fehlermachen ganz schlimm ist und absolut, genau.
10:23
Inga Bergen
Absolut im Gesundheitswesen geht das gar nicht. Also man muss ja als junger Assistenzarzt, Assistenzärztin, erstmal angeschrien werden. Das ist so die alte Schule, aber das ist immer noch sehr weit verbreitet.
10:33
Karin Lausch
Ja, absolut. Also gerade im Gesundheitswesen haben wir ja auch noch sehr verbreitet die patriarchale und sehr autoritäre Art von Führung. Genau aus diesem Grund, weil man, das ist ja auch alles immer nicht böse gemeint, sondern weil man darauf ausgebildet worden ist, in der Führung zu vermeiden, dass die Prozesse schief laufen, dass Fehler gemacht werden und dass deswegen im schlimmsten Fall ja Menschenleben gefährdet werden. Das muss man ja einfach so sagen.
Und das hat also alles erstmal einen Sinn, dass das so ist. Ob das heute noch dienlich ist, das ist was anderes. Das ist eine andere Frage. Und ich würde sagen, viele dieser Führungsstrategien, die sind heute an ihr Ende gekommen, weil sich einfach die Art, wie wir arbeiten, extrem verändert hat, auch im Gesundheitswesen. Aber es ist eben schwer, diesen alten Kontrollmechanismen loszulassen, weil sie uns das Gefühl geben, sicherer zu sein und mehr dafür zu tun.
dass wir keine Fehler machen. Gerade wenn ich verantwortlich zeichne für die Fehler, die gemacht werden in meinem Team, dann ist das natürlich total schwierig zu sagen, ich lass mal los und lass hier mal machen. So, und wenn wir jetzt in so einer Kultur sind, wo immer abgesichert wird und wo ich schon weiß, Fehler machen ist hier ganz schlimm, dann führt das automatisch dazu, dass ich mich grundsätzlich weniger traue, meine Fehler natürlich anzusprechen. Ich werde sie eher vertuschen oder versuche alleine schnell zu lösen. Das führt auch dazu, dass ich generell
Problem damit habe, zu sagen, dass ich was nicht kann und nicht weiß, weil ich glaube, dass es hier einfach zum guten Ton gehört, perfekt zu sein und ich mir das gar nicht erlauben darf, andere, anderen zu zeigen, dass ich nicht perfekt bin, dass ich bedürftig bin. Also diese Unvollkommenheit hat ja was ganz Verletzliches und wenn ich dafür verurteilt werde, dann zeige ich sie eben nicht. Bis hin zu dieses Ganze in Fragestellen von dem Chefarzt oder der Chefärztin.
oder den Prozessen, die wir hier gerade haben. Was auch immer, worum es geht, ist natürlich immer dann auch super schwierig, wenn Identität daran hängt. Also wenn eine Chefärztin beispielsweise sich so mit ihrer eigenen Vorgehensweise identifiziert, dass ich, wenn ich ihre Vorgehensweise in Frage stelle, ihre Identität in Frage stelle, für sie gefühlt, ja. Also da geht's immer
12:52
Inga Bergen
Ich ist genau das, was passiert ist mit dem Arzt, der zu mir meinte, er würde jetzt Würstchen verkaufen. Oder? Das wäre doch so etwas. Ein Beispiel, da ist die Identität wirklich eng gekoppelt. Ich finde es auch spannend.
12:58
Karin Lausch
Ja, genau. Ja. Ja.
13:05
Karin Lausch
Sie steht auf dem Spiel. Genau. Und es geht immer Gewohnheitsrechte und Liebgewonnenes. Also da, wo wir den Status quo hinterfragen, es immer darum, auch Gewohnheitsrechte und Liebgewonnenes im Zweifel abzubauen. Und wenn ich gerade ein Mensch mit Status gefallen bin und ich habe mir diesen Status aufgebaut, ich denke jetzt noch mal so an so einen klassischen Chefarzt oder eine Chefärztin oder wen auch immer, es gibt ja auch ganz, ganz viele Führungskräfte, die einfach ihr Eckbüro lieben und den Parkplatz und alles, was sie sich so aufgebaut haben. Und da kommt jetzt aber jemand und hinterfragt ...
Mein Gewohnheitsrecht, das ist unbequem, das ist nicht schön. Und es wäre auch total romantisch, sich das vorzustellen als, das wollen wir jetzt aber endlich haben, dass endlich mal jemand mich hinterfragt. Aber das ist so nicht.
13:49
Inga Bergen
Das führt auch sehr genau aus, dieses Konzept, mit dem du dich viel befasst, psychologische Sicherheit im Kontext von Führung, schon Sinn macht, wenn wir auf digitale Transformation auf diese extreme Veränderungsgeschwindigkeit schauen. Gerade bei KI finde ich es einfach so krass, wie schnell wir das adaptiert haben, auch für, und das muss man auch sagen, für wirklich sehr persönliche Themen.
Der Nummer eins Use Case bei KI ist ja Therapie und Companionship und das ist auch im Arbeitskontext relevant. Das kann sein, hier ist die E-Mail von meinem Chef, meiner Chefin, meiner Kollegin, Mitarbeitenden. Mir platzt die Hutschnur. Was meint die Person da? Wie kann ich das deeskalieren? ich habe doch recht, die liegt doch völlig falsch. Also solche Konversationen mit der KI verändern ja auch.
wie Menschen in Teams miteinander umgehen.
14:50
Karin Lausch
Absolut. Ja, es verändert auch, wie ich mich mit der Konfliktsituation in dem Moment identifiziere. Ich kriege plötzlich eine innere Abgrenzung, die so oft gar nicht gut ist. das ist ja so ein bisschen wie, ich habe eigentlich ein Thema, ich nutze jetzt nochmal uns beide, also ich habe ein Thema mit einer dritten Person und ich sage jetzt zu dir, Inga, klär du das doch mal eben, ich will mich damit eigentlich gar nicht auseinandersetzen.
Das ist ja der gleiche Effekt. Ich mache das eben nur über die KI. Das kann an einigen Stellen, das will ich gar nicht in Abrede stellen, sinnvoll sein, mich selber mal kurz zu reflektieren. Für so kleine Momente ist das gar nicht so schlecht. Aber wenn ich anfange, das gar nicht mehr so richtig mich damit auseinanderzusetzen, sondern die KI meine Konversation übernehmen zu lassen, dann bin ich eben auch nicht mehr mit meiner Konversation identifiziert. Und das kann dann langfristig echt Folgen haben.
15:42
Inga Bergen
Ja, finde ich auch einen sehr, sehr spannenden Gedanken, weil es sicherlich auch nicht offen thematisiert wird. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass Führungskräfte im Gesundheitswesen oder sonst wo sagen, welche Arbeitskonflikte besprichst du denn mit deiner KI? Oder ich habe diesen Konflikt mit der KI besprochen. Mir hat neulich mein Freund gesagt, warum hast du bei WhatsApp eingestellt, dass man unseren Chatverlauf nicht runterladen kann? Ich würde den gerne in die KI...
15:57
Karin Lausch
Mhm.
16:01
Karin Lausch
Mhm.
16:10
Inga Bergen
reinladen und würde gerne mal wissen, wie wir miteinander kommunizieren, was Konfliktpunkte sind. Da muss ich erst mal schlucken, aber fand es dann doch sehr ehrlich, dass er es mir zumindest so gesagt hat. Und das verändert ja auch eine ganze Menge in Organisationen.
16:17
Karin Lausch
Mhm. Ja.
16:29
Karin Lausch
Total. Also, was man sagen kann, was wir jetzt schon sehen, ist, dass KI eine neue Form von Autorität, ich würde sogar sagen Hierarchie im Unternehmenskontext eröffnet und auch Hierarchie und Autoritätsformen erschweren psychologische Sicherheit. Wichtig immer dann, wenn wir nicht dagegen arbeiten, auch mit der Absicherung. Wir können dagegen arbeiten, aber wenn wir nicht dagegen arbeiten, dann erschweren
eine Absicherungskultur genauso wie Autoritäten und Hierarchien nun mal psychologische Sicherheit. Und was ist jetzt eine Form von Autorität oder Hierarchie? Das können Berufsjahre sein. Also ich kenne das so ganz, ganz typisch in einem Team. Also der Kollegin, die jetzt schon 30 Jahre länger da ist als ich im Team, der sage ich jetzt lieber nicht, dass ich glaube, dass das keinen Sinn macht, was sie da gerade macht. Das lasse ich mal lieber. So ganz typische Form von Anpassung und Zurückhaltung, weil es mir zu gefährlich erscheint. Da fehlt dann die psychologische Sicherheit.
Oder die, ähm, die faktische Hierarchie. Also, sag ich eigentlich meinem Bereich, meiner Bereichsleiterin, dass, ähm, dass ich irgendwie das Gefühl hab, dieses Meeting macht so eigentlich keinen Sinn und die Bereichsleiterin macht das aber immer und ich denke, das könnt ihr jetzt auch in eine E-Mail schreiben eigentlich. Auch typischer Case. Nein, mach ich nicht, weil es es gehört zum guten Ton zu erscheinen, ja? Also, das ist einfach, ob das jetzt Sinn macht oder nicht, ist völlig egal. Ähm, und ...
Fachwissen ist zum Beispiel auch eine Form. Also wenn ich das Gefühl habe, jemand weiß viel mehr als ich, dann hinterfrage ich bloß nicht, was die Person weiß oder sage erst recht nicht, was ich nicht weiß, weil ich dann so wirken will, als wüsste ich auch ganz viel. Und jetzt haben wir auch noch die KI. Und die KI aufgrund ihrer hohen Glaubwürdigkeit, also wir sehen, dass Menschen erstaunlich oft der KI alles glauben, was sie sagt und das wirklich selten hinterfragen und
18:13
Inga Bergen
Ja.
18:18
Karin Lausch
Ich arbeite mit der KI regelmäßig so, dass ich eigentlich alles hinterfrage, was sie sagt. Und ich hab auch in den General Instructions eigentlich von vornherein immer schon stehen, dass sie selber auch bitte einmal hinterfragt, was sie sagt und das auf echte Quellen prüfen soll. Und trotzdem, jedes Mal, wenn ich hinterfrage, dann haben wir eigentlich mindestens einen Fehler drin, eine Halluzination, eine Unsicherheit. Und die KI sagt das dann ja auch immer so ganz noch schallorn, ne? So, ja, da hast du mich jetzt erwischt, hups. Und genau, und deswegen ist
18:39
Inga Bergen
Ja, hier habe ich doch was falsch interpretiert. Das ist gut.
18:48
Karin Lausch
Ist es erstmal so, dass es unheimlich schwer ist, der KI zu widersprechen? Vielleicht auch gerade dann, wenn jetzt auch noch mein Chef oder meine Chefin mit KI arbeitet und mir jetzt sagt, was alles besser geht und ich aber denke, das geht aber so gar nicht besser, traue ich mich dann zu widersprechen? Das ist unheimlich schwer, aber jetzt kommt es ist noch unfassbar viel, viel wichtiger, dass wir es eben genau dann gerade tun, weil ansonsten verselbstständigen sich dysfunktionale Arbeitsweisen mit KI jetzt einfach noch viel schneller.
19:15
Inga Bergen
Sehr guter Punkt. Also mit KI verselbstständigt sich letztendlich alles, was ein Muster ist, was wir haben. Also das sehen wir ja auch bei jeglichen Daten. Die KI nutzt ja einfach bestehende Informationen, die irgendwo im Internet verfügbar sind. Das heißt, die übernimmt im Zweifel Bias. Natürlich kann man als KI-Anbieter dagegen wirken, indem die KI sich diese Bias dann selbst
bewusst macht und dafür eine Sensibilität hat. Das kann auch KI, das ist spannend. Aber das finde ich sehr interessant, weil die Frage, die mich umtreibt, ja wirklich, wie kriegen wir die Organisationen jetzt ready für die ganze Transformation? Und das ist eine große Frage. Wenn du gefragt wirst, was soll ich machen als Führungskraft? Nehmen wir an, ich bin CEO von einem Unternehmen. Was soll ich denn tun, damit meine Organisation
das Potenzial heben kann, damit auch weltbewerbsfähig bleibt, aber gleichzeitig die Mitarbeitenden nicht verliert.
20:25
Karin Lausch
Ja, also was uns klar sein muss, ist, dass die KI-Transformation keine technische Transformation ist, sondern eine kulturelle Transformation vor allem. Das ist eigentlich das, was im Vordergrund steht, weil die Technik, das sehen wir ja, die innerhalb von wenigen Tagen gibt es schon wieder ein Update, schon wieder ein neues Modell. Es ist so viel möglich, viel mehr, als wir eigentlich nutzen können. Aber was eigentlich dahinter steht, ist ja eine massive kulturelle Transformation, nämlich
A zu akzeptieren, dass kein Wissen mehr so viel wert ist. Das finde ich ist erstmal, wenn es unseren Status geht, massiver Change, auch unser Sicherheitsgefühl faktisch, aber auch, dass wir ganz anders jetzt alle führen müssen. Also mit KI kommen wir alle in eine Führungsrolle, weil es jetzt viel mehr darum geht, die KI zu führen, damit wir gute Ergebnisse bekommen, als
21:18
Inga Bergen
Ein so guter Punkt, da habe ich noch nie drüber nachgedacht, aber de facto ist es so. Wir sind alle in Führungsrollen.
21:21
Karin Lausch
Ja, es ist so. Ja, ich sehe das in der Arbeit mit KI, sehe ich das, dass es eigentlich vor allem Führungskills sind, die da gebraucht werden. Das heißt, gut zu delegieren, sehr klar zu delegieren, zu hinterfragen, die KI herauszufordern, zu challenging.
21:33
Inga Bergen
Mh-mh.
21:41
Karin Lausch
ihr Feedback zu geben, damit die Ergebnisse beim nächsten Mal noch besser sind. Gerade dann, wenn wir uns Agenten bauen, die ja auch selbstständig für uns immer bessere, im besten Fall, Ergebnisse bauen sollen. Es geht massiv Führungskompetenzen, vor allem damit sich eben Dysfunktionalitäten, die wir haben, nicht noch wie ein Virus verbreiten. Ein Beispiel dafür, was meine ich damit?
Wir sehen an aktuellen Zahlen, das hat die Leute veröffentlicht, dass wir 41 Prozent in der Wissensarbeit unserer Arbeitszeit im Schnitt mit völlig sinnlosen Tätigkeiten verbringen. Also Fakework, Arbeit, die das System befriedigt, aber kein Wert schöpft. Und glaub, wir wissen jetzt alle, was in unserem eigenen Arbeitsfeld gemeint ist. Ich lasse das mal so, ich musste beispielsweise ...
22:25
Inga Bergen
Ja, ich sag nur Dokumentation im Gesundheitswesen. ja, das, genau.
22:29
Karin Lausch
Genau. Die 80 Seiten Präsentation, der alle Ergebnisse noch mal dokumentiert werden, obwohl das ganze Unternehmen weiß, dass der Vorstand sich nur die letzten zwei Seiten anguckt. Aber dafür haben ein Monat lang fünf Experten und Expertinnen gearbeitet. Also genau, und das ist das Wichtige. In jedem Kontext kann Fakework was anderes sein, weil es natürlich immer darauf ankommt, inwiefern zahlt diese Art von Arbeit auf die Wertschöpfung ein und
22:44
Inga Bergen
Mhm.
22:56
Karin Lausch
Wir sehen auch, es gab eine andere Umfrage von Visir, da haben auch über 30 Prozent der Befragten gesagt, dass sie der sichtbaren Arbeit den Vortritt geben, egal ob die sinnvoll ist fürs Unternehmen. Also wir haben einfach einen hohen Bedarf nach Aktivität und Sichtbarkeit und die Sinnhaftigkeit, die fällt oft hinten rüber, weil wir so oft beweisen aus sind, also oft beweisen, dass wir gute Arbeit machen.
die KI funktioniert genauso. Die will auch beweisen, dass sie gute Arbeit macht. Die ist total oft deliveren programmiert, deswegen halluciniert sie ja auch so oft und stellt uns lieber zufrieden, als dass sie noch mal nachprüft. Das heißt, der Grad von Fakework, also Fakework kann sich jetzt exponentiell potenzieren und wir haben alle noch viel mehr zu tun am Ende. Aber das Falsche, statt das
KI uns entlastet, weil irgendwer muss den ganzen Slop ja jetzt auch noch durchgucken und dann wieder sich mit der KI auseinandersetzen. Das heißt, am Ende ist es im Zweifel eine ganz, ganz schlechte dysfunktionale Beschäftigungsmaßnahme, wenn wir nicht gut führen.
24:00
Inga Bergen
Ja, und bei der KI ist es ja jetzt auch noch so, dass man ganz schnell mit KI Ergebnisse produzieren kann. Die wirft man dann seinen Mitarbeitenden, seinen Kollegen rüber. Das gilt für alle organisatorischen Bereiche und die müssen dann prüfen. Das heißt, die Prüfarbeit wird umso aufwendiger und man schafft eigentlich mehr Arbeit, obwohl es eigentlich weniger Arbeit sein sollte. Also das finde ich auch sehr, sehr spannend. Ich will noch einen Punkt.
24:19
Karin Lausch
Genau.
24:27
Karin Lausch
Genau. Vielleicht zu der Frage, was du ja gesagt hast, wie, was mache ich denn jetzt als CEO dann in diesem Umfeld? Und das ist jetzt, deswegen habe ich diesen Bogen gemacht, einmal wichtig. Deswegen muss ich vor allem die Zusammenarbeit und die Fähigkeit von Vertrauen und kritischem Denken im Unternehmen ausbauen. Also wir brauchen eine hohe Vertrauensfähigkeit bei gleichzeitig einer hohen Anwendung von kritischem Denken. Also
24:32
Inga Bergen
Ja.
24:47
Inga Bergen
Mhm.
24:55
Karin Lausch
Viele glauben ja, wenn ich dich ständig hinterfrage, ist das ein Zeichen von Misstrauen. Aber das ist so nicht. Im besten Fall ist das ja gerade ein Zeichen von Vertrauen, weil ich unsere Beziehung für so tragfähig halte, dass ich dir das immer wieder zumute und ich so sehr daran glaube, dass du mich nicht abschreibst oder ich bei dir einen Missgunst falle. Also wir brauchen ein Umfeld, in dem wir immer vom Besten ausgehen und uns alles zutrauen und uns alles anvertrauen und gleichzeitig
uns immer auch in Frage stellen dürfen, ohne dass das jemanden den Status kostet. das, genau, das ist letztendlich das Umfeld, in dem wir dann auch mit KI gut arbeiten können. Das ist die Grundlage. Dann kommen noch andere Dinge hinzu. Ich muss eine sehr hohe Klarheit schaffen für die Rahmenbedingungen. Also wie arbeiten wir mit KI? Was sind Do's? Was sind Don'ts? Ich muss in sehr enger Abstimmung mit meinen Leuten sein.
25:30
Inga Bergen
...makes total sense.
25:36
Inga Bergen
Mh-mh.
25:51
Karin Lausch
muss sie unterstützen, wenn sie Unterstützung brauchen und ich muss eine Kultur schaffen, in der wir über dieses Vertrauen und das kritische Denken lernen, auch zu sagen, was nicht funktioniert und was nicht gut läuft und was uns fehlt. Übrigens, das funktioniert am besten, wenn die Führungskraft das vormacht und damit anfängt.
26:06
Inga Bergen
Ja, und es verändert Rollen. Das finde ich auch sehr, spannend. Du sagst, jeder wird zur, jede wird zur Führungskraft. Und das Thema Vertrauen, das Thema kritisches Denken wird total wichtig. Und ich finde gerade das Thema auch überzuleiten auf Ärztinnen-Patientinnen-Beziehung, weil das verändert sich ja auch extrem. Auch Patientinnen werden eigentlich
26:29
Karin Lausch
Mmh.
26:35
Inga Bergen
total aufgeschlaut durch die KI, wenn sie grundlegende Fähigkeiten haben, mit Informationen zu arbeiten. Es verändert komplett die Hierarchie, kann man sagen, und hat riesige Auswirkungen. Und wir sind uns dessen, glaube ich, noch gar nicht bewusst, wie groß die Auswirkungen sein werden.
26:40
Karin Lausch
ja.
26:47
Karin Lausch
Hm?
Ja.
26:56
Karin Lausch
Das finde ich ist auch so ein wichtiger Punkt. Es geht ja schon so weit, dass ich nicht mehr nur mit meiner KI, mit meiner, mit meinem LLM da sitze und die dann frage, was mit einem Foto von meinem Arm mit dem Fleck da drauf und dann frage, was könnte das sein, sondern jetzt geht es ja schon so weit, dass ich auf Instagram irgendeinen AI Creator habe, der über Gesundheit spricht, der mich täglich fünfmal mit irgendwelchen wichtigen Insights versorgt und ich so voll bin mit Wissen und Daten.
Ja, das finde ich ist, ich sehe das gerade übrigens beim Thema Wechseljahre. Es ist so ein total gutes Thema dafür. Ich weiß nicht, wie dir das geht. Hype-Thema, genau, also super gehypt, dadurch natürlich auch ganz hoch frequentiert auf KI, bespielt, gesucht, AI Creator und so weiter. Und die Ärzte und die Ärztinnen sind gar nicht so weit. Das heißt, dann kommen die ganzen Leute dahin.
27:29
Inga Bergen
Mh-mh.
Hype-Thema.
27:48
Inga Bergen
Ja.
27:50
Karin Lausch
und die können damit gar nichts anfangen, weil die sich damit so noch nicht auseinandergesetzt haben. Und da, finde ich, werden die Auswirkungen, von denen du gerade gesprochen hast, langsam sichtbar.
28:01
Inga Bergen
Anderes Thema ist ADHS, ist genau das gleiche. Also es gibt wirklich diese Themen. Ich finde einen Punkt noch interessant, den möchte ich gerne noch kurz mit ihr eingehen, wir wissen ja, durch KI, also man kann jetzt immer sagen, die These ist, dass die KI die Arbeit macht oder die KI ist einfach so teuer.
28:05
Karin Lausch
Ja.
28:26
Inga Bergen
dass Unternehmen gucken, wo kann ich denn Arbeitskräfte sparen, weil ich brauche jetzt das Geld für die KI. Also das sind auch große gesellschaftliche Themen, das würde jetzt so bisschen den Rahmen dieses Podcasts sprengen. Die Frage, die ich habe, ist, wie nehme ich Menschen die Angst und was kann ich als einzelne Person auch tun, damit ich nicht von der KI ersetzt werde?
28:53
Karin Lausch
Ja, also was wir sehen, den Spruch kennst du bestimmt auch, der geht ja ungefähr so, nicht der Mensch wird unbedingt von der KI ersetzt, sondern vor allem der Mensch, der nicht mit der KI arbeitet, wird von der KI ersetzt. Also es geht ja so in die Richtung, ja, es geht wie bei so vielen Veränderungen, die wir schon erlebt haben. Also wer sich vor der Veränderung sperrt aus Angst, das ist ein, und wer seinen eigenen Job versucht zu sichern, das sind, glaube ich, die
29:12
Inga Bergen
Mh.
29:22
Karin Lausch
Menschen, die am ehesten noch gefährdet sind, in eine Art Stillstand zu geraten und dann tatsächlich irgendwann sich umsehen werden, weil sie merken, ich weiß jetzt gar nicht so richtig, wie man mit KI macht, das ist alles so schnell gegangen und jetzt, ups, bin ich schon ersetzt, was mache ich denn jetzt? Was ich sehe, aber, dass die Menschen, die da jetzt so reinspringen und einfach anfangen auszuprobieren, sich auch
keine Angst haben, sich auch neu zu erfinden und eher schon so bisschen gucken, okay, und dann? Was kommt dann, wenn die KI das jetzt für mich macht? Okay, was mache ich dann? Etwas, was beispielsweise ja in der Selbstständigkeit voll dazu gehört. Also ich weiß gar nicht, wie oft ich mich jetzt schon in wenigen Monaten oder Jahren auch immer wieder weiterentwickeln und neu erfinden muss. Und das fehlt uns manchmal im Unternehmen. Da brauchen wir ja auch ein bisschen mehr dieses Intrapreneurship.
Die Menschen, die werden sich da auch weiterentwickeln und da mach ich mir gar keine Sorgen, weil es entstehen ja so viele neue Berufe und Bedarfe, für die wir Menschen brauchen, die dann Lust haben, da reinzugehen und für die es keine klassische schulische Ausbildung oder Berufsausbildung geben wird, sondern die ploppen einfach so aus dem Boden und dann heißt es auch viel machen. Und ich glaube, Menschen, die Spaß daran haben und da nicht so die Angst haben, Angst ist keine gute Ratgeberin,
30:38
Inga Bergen
Ja.
30:45
Karin Lausch
die werden sich mit weiterentwickeln.
30:47
Inga Bergen
auch ein sehr spannendes Thema, weil das Gesundheitswesen ist per se und das auch richtig so sehr qualifikationsorientiert. Und KI bedeutet aber, dass wir irgendwann bald in eine Entwicklung kommen, wo die Kosten einer Ausbildung gar nicht mehr aufwiegen, das was man hinterher dafür bekommen kann, weil die Ausbildung so fern ab ist.
30:54
Karin Lausch
Ja.
31:14
Inga Bergen
der Entwicklung in weiten Teilen, also zumindest wenn man an Higher Education denkt, das finde ich auch super spannend als Thema.
31:23
Karin Lausch
Ja, ich glaube, also es ist jetzt eine These, totale Hypothese, dass die Anzahl der Menschen mit einem sehr tiefen Fachwissen, die wird, es wird weiterhin tiefes Fachwissen brauchen, ohne Zweifel. Das glaube ich ganz fest, weil wie gesagt, KI noch, noch reproduziert sie. Sie braucht ja irgendwie auch jemanden, der sie mit Wissen füttert. Gleichzeitig braucht es aber immer mehr Menschen, die dann mit KI-Ergebnissen wissen, umzugehen, die also
Orientierung bieten können, die ein Kontextverständnis haben, Beobachtungskompetenz, Bewertungskompetenz, die vernetzt denken können, die Prozesse und Projekte steuern können. Also diese Fähigkeiten, da sind wir wieder bei Führungsfähigkeiten, die Teams koordinieren können, also die mit diesen Ergebnissen dann auch was anfangen können. Diese Rollen werden mehr, weil die KI gewisse
Rollen übernimmt als Teammitglied, aber es braucht auch immer noch andere Teammitglieder, ist zumindest mein Verständnis. Ich glaube nicht, dass die KI die Weltherrschaft an sich reißt, das ist ja im Moment auch immer wieder Thema. Da glaube ich, hoffe ich nicht, glaube ich nicht so dran. In meiner Welt wäre es eher so, dass wir wirklich gut Hand in Hand arbeiten und dadurch glaube ich diesen evolutionären Sprung, den wir schon hätten machen müssen und wo wir jetzt merken, es drückt an allen Ecken und Kanten, dass wir den endlich machen.
32:45
Inga Bergen
Wir hoffen das Beste. Zum Ende unseres Podcasts habe ich noch ein paar kurze Fragen an dich und würde dich bitten kurz zu antworten. Also der größte Fehler, den man im Gesundheitswesen bei der KI-Einführung machen kann, der ist...
33:02
Karin Lausch
es einfach machen und die Leute damit allein lassen.
33:06
Inga Bergen
Das macht total viel Sinn. Nach all dem, was wir besprochen haben, es ist mehr Kommunikation nötig als weniger. Das sagst du ja klar.
33:13
Karin Lausch
Ja, es ist ein Veränderungsprozess, der muss begleitet werden, genau, ja.
33:17
Inga Bergen
Der mutigste Satz, den man im Kontext KI in seiner Organisation sagen kann, ist
33:26
Karin Lausch
Ich weiß nicht, wie das funktioniert.
33:28
Inga Bergen
Toll, sehr guter Satz. Und was sollte eine Führungskraft morgen früh als erstes machen, damit ihr Team ganz offen mit KI, also über KI redet und mit der KI-Nutzung umgeht?
33:30
Karin Lausch
Hehehehehe
33:45
Karin Lausch
ihren echten totalen Fak-Abteilen mit der KI, also wo sie überhaupt nicht weiterkommt. Ich meine nicht den, der dann ein toller Fak-Ab ist, wie auf so einer Fak-Ab-Night, der dann gefeiert wird und eigentlich voll der Heldenerfolg ist, sondern die echte Situation. Also wirklich so ein totaler Fehler, voll verbockt mit KI, irgendwas total falsch gemacht und dann die Gruppe einladen, mal auch zu teilen und dann gemeinsam mal gucken, was
braucht eigentlich jede Person so an Unterstützung und wie kann man das Wissen im Team gegenseitig so vernetzen, dass man vielleicht mal Buddies bildet oder Paten und Patenschaften und man sich gegenseitig mal bisschen hilft.
34:21
Inga Bergen
Ja, sehr, sehr guter Punkt. Hast du einen KI-Fuck-up? Den können wir noch teilen zum Ende. Also ich habe definitiv schon einen.
34:29
Karin Lausch
Ich hab einige. Ich musste gerade überlegen, ich hab echt einige. Aber da gibt es so viel. Also ich mach wirklich viel mit KI. Und ich erinnere mich beispielsweise daran, ich hab mein, ja, ich hab, ich lass mein Newsletter auch, ich hab zwei Agenten, die für mein Newsletter arbeiten. Der geht ja auch jede Woche raus. Und es sind immer meine Themen. Und am Ende ist der auch immer von mir. Aber die
die Agents übernehmen gewisse Aufgaben. Beispielsweise recherchieren sie immer nach den passenden Studien. So, sie bereiten mir die auf. Sie durchforsten für mich Studien. Sie holen mir da die wichtigsten Daten raus. Sie formulieren mir teilweise dann eine Ausgabe und so weiter. Und irgendwann, das weiß ich noch, das war eine super stressige Zeit, hatte ich mit einer KI eine echt gute Ausgabe fertig.
Und bei meiner letzten Prüfung, jetzt kommt's wieder, warum muss der Mensch am Ende in der Verantwortung bleiben, bei meiner letzten Prüfung lese ich das dann so durch und hab gemerkt, ich hab mich eigentlich zu wenig damit auseinandergesetzt, ich hab die KI zu sehr machen lassen, hab ich dann gemerkt, dass die Hälfte davon eigentlich in der Ausgabe schon drinsteht, die ich schon mal hatte. Also wir sind über ein anderes Thema. Ich hab meinen eigenen Content reproduziert und dann war die ganze Arbeit, es war sinnlose Arbeit, es war Fake Work, der Inbegriff von Fake Work.
35:26
Inga Bergen
Ja.
35:39
Inga Bergen
Also es hat mein eigenes Content reproduziert.
35:49
Karin Lausch
Und ich hab echt Zeit darauf verwendet, obwohl viel ja die KI gemacht hat. Und ich weiß, ich hab mich da echt geärgert und hab gedacht, boah, das ist krass, dass mir das passiert, weil ich mein, niemand kennt meinen Content so gut wie ich. Und da hab ich noch mal gemerkt, ja guck mal, wenn du's zu sehr in die Hand von KI gibst, wie unachtsam man dann wird.
36:05
Inga Bergen
Ja, ich habe auch einen, den möchte ich noch kurz teilen. Ich moderiere ja manchmal und habe eine Vorbereitung bekommen, habe mich auch mit der auseinandergesetzt. Einige Fragen, es war so ein hochpolitisches Thema und da war eine Frage drin, da dachte ich schon, das ist ja komisch, habe ich irgendwie den Kontext anders in Erinnerung? Stelle diese Frage, gucke nur auf irgendwie entgeisterte Gesichter, die kennt sich aber gar nicht aus.
Und da hat wirklich jemand mir seine KI-Vorbereitung einfach so rüber geschoben. Das kam hinterher raus. Ich habe die so genommen und habe gedacht, naja, wird schon stimmen. Und da habe ich auch noch mal gemerkt, ja, man muss echt extra prüfen, weil das war eine ziemlich awkward Situation. Ich konnte sie dann irgendwie retten, aber weil es auch nicht so ein super Drama ist, ist jetzt kein Mensch gestorben. Aber das sind schon diese Kleinigkeiten, die wir wahrscheinlich alle kennen, wo man dann merkt.
36:44
Karin Lausch
Ja.
36:54
Karin Lausch
Ja.
37:00
Karin Lausch
Ja. Ja.
37:01
Inga Bergen
Oder du schreibst eine E-Mail mit KI und dann duzt es auf einmal irgendwie den Staatssekretär und schreibt noch hey Digger dazu und die E-Mail ist aber schon rausgegangen. ja, das wollen wir natürlich alle nicht.
37:06
Karin Lausch
Ja, Auch schön.
37:16
Karin Lausch
Und da, ja, und seitdem ist es tatsächlich so, dass ich mir angewöhnt habe, ganz anders mit der KI zu arbeiten. Also jetzt habe ich Prüfmechanismen eingeführt, jetzt kann so was nicht mehr passieren. Und ich habe auch viele Tätigkeiten wieder zurückgenommen. Also die mache ich jetzt wieder, weil ich auch noch mal gemerkt habe, es ist ganz gut, wenn unser Gehirn in der Übung bleibt. Es ist nicht sinnvoll, unbedingt immer auszulagern. Irgendwann können wir es nämlich nicht mehr.
37:27
Inga Bergen
Mhm.
37:40
Inga Bergen
Ja, du hast deine Themen auf jeden Fall noch drauf. Auch Person to Person, sagt dieser Podcast. Liebe Karin, ich bedanke mich ganz herzlich bei dir. Dein Buch, was du geschrieben hast, heißt übrigens Feel Safe, Be Brave. Das verlinke ich in den Show Notes und auch dein Newsletter sehr empfehlenswert. Und bedanke mich ganz herzlich für diesen Deep Dive in das Thema KI. Was macht das mit Führung und was brauchen wir jetzt, damit wir das alles auch stemmen können?
37:44
Karin Lausch
Hahaha!
38:09
Inga Bergen
Ganz, ganz herzlichen Dank für deine Zeit.
38:11
Karin Lausch
Danke dir, hat voll Spaß gemacht.






