22.05.2025

22.05.2025

Episode

136

Episode

136

50 Min.
50 Min.

Daten & Prävention

Betriebliche Prävention: Marcell Jansen, HSV-Präsident und Statixx-Gründer, über Resilienzprofile

Marcell Jansen ist Ehemaliger Profifußballer und Unternehmer und als Präsident des HSV sowie Gründer der Statixx Group tätig. Er spielte früher für mehrere Traditionsvereine und begleitete laut eigener Aussage Spitzensportler wie Miroslav Klose und Michael Ballack. In Folge 136 von Visionäre der Gesundheit fragt Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, wie sich Spitzensport-Prävention auf den Arbeitsalltag übertragen lässt. Jansen erklärt, warum jeder Mensch ein Leistungssportler ist, warum individuelle Resilienzprofile aus Messung körperlicher und mentaler Faktoren wirksamer sind als pauschale Benefits, und warum Regeneration Teil des Trainings ist. Das Gespräch bleibt praxisnah, mit Beispielen aus Pflege, Gastronomie und kleinen Alltagsroutinen.

Warum das Thema wichtig ist

Mein Papa hat am Ende, oder meine Mama auch, viel mehr körperliche und auch mentale Arbeit leisten müssen als ich selber im Leistungssport.

Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Belastungen sind laut dem Gespräch die Haupttreiber für Arbeitsunfähigkeitstage, während betriebliche Gesundheitsangebote häufig bei pauschalen Benefits stehen bleiben, ohne den Einzelnen in den Blick zu nehmen. Die Folge geht der Frage nach, ob Prävention im Betrieb nur wirkt, wenn sie wie im Spitzensport auf individueller Messung beruht, auf kleinen, alltagstauglichen Routinen und auf Regeneration als festem Teil der Leistungsfähigkeit. Besonders relevant ist das für Geschäftsführungen und HR-Verantwortliche, für Verantwortliche des betrieblichen Gesundheitsmanagements, für Leitungen in Pflege, Gastronomie und Hotellerie sowie für Gründerinnen und Gründer im Bereich Prävention und Digital Health, die abwägen müssen, wie viel Technologie und wie viel persönliche Begleitung nötig ist. Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, ordnet in dieser Ausgabe von Visionäre der Gesundheit ein, warum Angebote ohne Wirkungskonzept bei Beschäftigten mit hoher körperlicher und mentaler Dauerbelastung ins Leere laufen.

key take aways

Laut Marcell Jansen ist jeder Mensch ein Leistungssportler, weil Berufe wie Pflege oder Gastronomie körperlich und mental oft mehr verlangen als der Profifußball, etwa 14 Kilometer Laufweg am Tag bei seinem Vater als Warenannahmeleiter.

Jansen erklärt, dass Prävention nur wirkt, wenn sie individuell gemessen wird, denn Fehlstatik und Rückenbeschwerden entstehen oft von unten nach oben, zum Beispiel durch Füße und Gang, die sich nicht wegtrainieren lassen.

Im Gespräch mit Inga Bergen bei Visionäre der Gesundheit betont Jansen, dass klassische Benefits und die Gießkanne keine Wirkung entfalten, weil Gesundheit ein System aus Messen, Verstehen und Umsetzen mit persönlicher Begleitung braucht, und die Mitmachquoten liegen bei 30 bis 50 Prozent.

Jansen warnt vor großen Vorsätzen und dem Pauschalurteil, Menschen wollten sich nicht verändern, denn viele wissen nur nicht, wie. Kleine, realistische Schritte erzeugen sichtbare Erfolge, und diese Erfolge motivieren zu weiteren Veränderungen.

Zentrale Erkenntnisse

  • Ein individuelles Resilienzprofil macht körperliche und mentale Resilienz messbar und erlebbar.

  • Die mentale Analyse von Statixx erfasst 37 Faktoren und dauert etwa 40 Minuten.

  • Der Ablauf Messen, Verstehen, Umsetzen (MVT) übernimmt Messmethoden aus dem Spitzensport.

  • Die Statixx Group besteht aus Statixx Body, Statixx Mind und StepChange.

  • Individuelle Übungen für den Rücken umfassen maximal 30 Minuten pro Woche, verteilt auf sieben Tage.

Die Gastgeberin

Host Image

Inga Bergen

Expertin für Digital Health & AI I Moderator | Founder | Angel Investor

"Visionäre der Gesundheit " Gründerin Inga Bergen ist eine der promintesten Stimmen für eine menschzentrierte Digitalisierung des Gesundheits­wesens. Seit 15+ Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Medizin und Gesellschaft. Im erfolgreichen Podcast und Newsletter "Visionäre der Gesundheit" ordnet Inga die digitale und KI-Transformation des Gesundheitswesens ein.

Der Podcast

Visionäre der Gesundheit

VdR - einer der meistgehörten Health-Podcasts in Deutschland mit über 1 Mio. Streams. Wir sprechen mit Ärzt:innen, Unternehmer:innen, Forscher:innen und Entscheider:innen über Innovationen, digitale Transformation, interkulturelle Medizin und die Zukunft der Versorgung. In über 170 Folgen, beleuchtet Inga Bergen mit ihren Gästen, Perspektiven, die Mut machen – und zeigt, wie Wandel im Gesundheitswesen wirklich gelingt.

Episoden BESCHREIBUNG

Prävention statt Krankheitssystem: Marcell Jansen über Resilienz, Regeneration und Gesundheit für alle Berufstätigen

Inga Bergen, Expertin für KI und digitale Gesundheit und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, spricht in dieser Folge von "Visionäre der Gesundheit" mit Marcell Jansen. Der HSV-Präsident und frühere Nationalspieler ist zugleich Gründer von Statixx. Inga hat ihn eingeladen, weil er ein Wissen mitbringt, das im normalen Gesundheitssystem kaum jemand hat: Er hat aus erster Hand erlebt, wie umfassend Spitzensportler medizinisch, körperlich und mental begleitet werden. Daraus hat er ein Unternehmen entwickelt, das genau diese Logik in Betriebe bringt. Das Gespräch führt vom Aufstieg des HSV zu konkreten Fragen der Prävention im Arbeitsalltag.

 

Warum sollte jeder Berufstätige wie ein Leistungssportler behandelt werden?

Weil die tägliche Belastung in vielen Berufen die eines Profisportlers übertrifft, nur ohne dessen Betreuung. Jansen beschreibt, wie sein Vater als Leiter der Warenannahme täglich viele Kilometer zurücklegte, ohne je eine Ganganalyse gesehen zu haben.

Aus dieser Erfahrung entstand für ihn ein regelrechter Schock über die Ungleichheit beim Zugang zu Gesundheitswissen. Seine Eltern leisteten aus seiner Sicht körperlich und mental mehr als er selbst im Profifußball, hatten aber weder das Umfeld noch die Information, um sich gezielt zu erholen.

Unternehmen sollten ihre Beschäftigten deshalb als Menschen sehen, deren Leistungsfähigkeit die Basis für gemeinsame Ziele ist. Jansen kritisiert, dass dort oft nur nette Zusatzangebote verteilt werden, obwohl es wirksame Konzepte bräuchte.

 

Was ist ein individuelles Resilienzprofil und wie wird es erstellt?

Ein Resilienzprofil macht die persönliche Widerstandskraft messbar und erlebbar, und zwar im körperlichen wie im mentalen Bereich. Statixx folgt dabei dem Dreischritt Messen, Verstehen, Umsetzen, der aus dem Spitzensport stammt.

Im mentalen Teil werden 37 Faktoren betrachtet. Die Analyse dauert etwa 40 Minuten und lässt sich zunächst allein beantworten. Danach folgen eine erste Auswertung und, je nach Wunsch, eine digitale Begleitung oder ein persönliches Coaching.

Entscheidend ist laut Jansen, dass der Ausgangspunkt nicht eine Krankheit ist. Es geht darum, sich aus positivem Interesse kennenzulernen und Belastungen früh zu erkennen. Gerade bei der mentalen Seite, so erzählt er, wusste er selbst lange nicht, wo er steht.

 

Wie lassen sich Rückenschmerzen und Gelenkprobleme frühzeitig vorbeugen?

Am Anfang steht der Blick auf die Statik des Körpers, vor allem auf die Füße. Jansen betont, dass viele Beschwerden an Rücken, Bandscheiben und Knien von unten nach oben entstehen und auf Fehlstellungen zurückgehen, die sich nicht wegtrainieren lassen.

Der Ablauf bei Statixx umfasst:

  • eine Anamnese mit der bisherigen Krankengeschichte

  • einen Fußscan und eine Ganganalyse

  • ein Screening der Wirbelsäule

  • individuelle Übungen für zu Hause

Der Zeitaufwand für die Übungen bleibt gering, im Schnitt etwa 30 Minuten pro Woche auf einer Matte. Wichtiger als viel Training ist es, das Richtige zu tun. Für Jansen selbst war eine frühe Korrektur der Fußstatik die Grundlage dafür, dass er bis heute beschwerdefrei joggen kann.

 

Wie funktioniert Regeneration richtig, wenn man ein schlechtes Gewissen beim Nichtstun hat?

Regeneration ist ein fester Teil des Trainings und sieht für jeden anders aus. Inga schildert im Gespräch, dass sie sich ständig schuldig fühlt, wenn sie nicht arbeitet. Jansen vermutet dahinter ein typisches Muss-Denken, das von inneren Antreibern und der Erziehung geprägt ist.

Wer dieses Muster nicht erkennt, überlädt sein System, bis der Körper sich die Pause selbst holt. Erholung bedeutet dabei nicht wochenlange Untätigkeit, denn zu viel Urlaub kann aufgebaute Resilienz sogar abbauen. Es geht eher darum, gezielt abzuschalten und Routinen zu finden, die zur eigenen Person passen.

Jansen plädiert zudem dafür, nicht von Work-Life-Balance zu sprechen, sondern von einer Balance im gesamten Leben.

 

Wie läuft betriebliches Gesundheitsmanagement mit Statixx konkret ab?

Statixx kombiniert digitale Auswertung mit persönlicher Betreuung vor Ort. Die Struktur ist flexibel, weil jedes Unternehmen andere Arbeitszeiten, Kulturen und Schwerpunkte hat.

Zum Start steht oft eine Gesundheitsumfrage, die einen Resilienz-Score ergibt. Daraus wird abgeleitet, wie viele Aktionstage nötig sind und wo der Schwerpunkt liegt. Teams von Statixx kommen dann in die Betriebe, nehmen Messungen vor und bauen Vertrauen auf. Über eine Plattform erhalten die Beschäftigten passende Übungen und Kursempfehlungen, aber nicht Hunderte Angebote zur Auswahl.

Die Gruppe gliedert sich in Statixx Body, Statixx Mind und die Strategieberatung StepChange. Kunden kommen unter anderem aus Pflege, Hotellerie, Gastronomie und dem Backoffice. Eine Rolle spielt auch das Finanzielle: Das Modell ist bewusst keine klassische Startup-Logik, sondern setzt auf Fachpersonal wie Physiotherapeuten.

 

Wollen Mitarbeitende überhaupt etwas für ihre Gesundheit tun?

Nach Jansens Erfahrung ja, sofern man ihnen auf Augenhöhe begegnet. Die Annahme, Menschen wollten nichts verändern, hält er für gefährlich pauschal. Viele wüssten schlicht nicht, wie sie anfangen sollen.

Die Beteiligung in den begleiteten Unternehmen liege bei 30 bis 50 Prozent und steige von Jahr zu Jahr. Inga bestätigt aus eigener Gründerzeit, dass reine Selbstlernangebote oft an der Eigenaktivität scheitern, während persönliche Beziehungen und Gruppenenergie viel bewirken.

Auch Jansen räumt ein, dass er trotz seines Wissens immer wieder Orientierung durch Messungen braucht.

 

Was halten Experten von Longevity, Wearables und Ernährungsregeln?

Jansen sieht Longevity in der gängigen Form skeptisch, weil sie oft die falsche Zielgruppe anspricht, nämlich Menschen, die ohnehin schon überlastet sind. Auch Wearables können stressen, wenn Werte wie Schlafphasen ohne Einordnung bleiben.

Sein Gegenmodell sind kleine, realistische Schritte, die schnelle Erfolge sichtbar machen. Als Beispiel nennt er eine Leistungsdiagnostik mit VO2max, aus der sich ein machbares Schrittziel ableiten lässt, statt eine beliebige Zahl auf der Uhr anzustreben.

Bei der Ernährung rät er zu Ausgewogenheit, einer gewissen Disziplin unter der Woche, Genuss am Wochenende und Essenspausen für den Stoffwechsel. Sein Fazit lautet, Extreme zu meiden und auf die Dosis zu achten.

Im Gespräch mit

Guest Image

Marcell Jansen

Ehemaliger Profifußballer und Unternehmer

Marcell Jansen

Marcell Jansen ist ein ehemaliger Profifußballer, der unter anderem für Borussia Mönchengladbach, Bayern München und den Hamburger SV spielte und später Präsident des HSV war. Heute engagiert er sich intensiv im Bereich Gesundheit, Prävention und Unternehmertum. Mit seinem Startup STATICS verfolgt er das Ziel, Menschen zu helfen, ihre mentale und körperliche Resilienz zu stärken.

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Marcell Jansen

Ehemaliger Profifußballer und Unternehmer

Marcell Jansen

Marcell Jansen ist ein ehemaliger Profifußballer, der unter anderem für Borussia Mönchengladbach, Bayern München und den Hamburger SV spielte und später Präsident des HSV war. Heute engagiert er sich intensiv im Bereich Gesundheit, Prävention und Unternehmertum. Mit seinem Startup STATICS verfolgt er das Ziel, Menschen zu helfen, ihre mentale und körperliche Resilienz zu stärken.

KAPITEL

00:00 — HSV-Aufstieg und Jansens Weg zur Prävention im Spitzensport

09:08 — Was ist ein Resilienzprofil bei Statixx?

15:50 — Statixx Group: Prävention für Pflege, Gastronomie, Blue Collar

25:41 — Wie funktioniert Regeneration wirklich?

31:15 — Aktionstage und Resilienz-Score: Statixx im Unternehmen

40:24 — Kleine Schritte statt Jo-Jo-Effekt: Ernährung und VO2max

TRANSKRIPT

00:14

Inga Bergen

Marsell Jansen ist nicht nur HSV-Präsident und Ex-Nationalspieler, er ist auch Gründer, Unternehmer und überzeugter Gesundheitsvisionär. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum für ihn jeder Mensch ein Leistungssportler ist. Wie Regeneration wirklich funktioniert und was sein Unternehmen Statixx anders macht, wenn es um mentale und körperliche Gesundheit geht. Es wird konkret, ehrlich und motivierend. Herzlich willkommen zum Visionäre der Gesundheit Podcast. Mein Name ist Inga Bergen, ich bin euer Host und ich freue mich total auf den heutigen Gast, dessen Stimme etwas in Mitleidenschaft gezogen ist, weil Lieber Marcel Jansen, du bist mit dem HSV aufgestiegen. Du bist auch noch Präsident vom HSV. Erstmal herzlichen Glückwunsch. Gestern hast du mit, glaube ich, 120.000 Leuten gefeiert. Also die krasseste Party deines Lebens wahrscheinlich, oder?

01:09

Marcell Jansen

Ja, moin erstmal. Genau, meine Stimme ist noch ein bisschen angekratzt vom Mitsingen. Es war unglaublich schön, aber es war eher eine Feier, die eigentlich für unsere Fans auch tatsächlich war. Symbolisch hätte man das auch umdrehen können. Man hätte die Fans auf die Wagen packen können. Aber weil eben auch die Frauen aufgestiegen sind, Wir haben eine mega Entwicklung in den letzten Jahren, wir haben das über 6 Jahre vorbereitet und gehen auch in die erste Bundesliga. Und auch unsere Frauen haben im Volkspark vor 57.000 schon gespielt. Also muss man sich mal vorstellen, was da los ist. Und die Menschen gestern zu sehen, diese Kinder, die von jung bis alt, alles am Tanzen, alles durcheinander, aber alles auf eine sehr pantheatische und gute Energie. Also man kann das gar nicht so beschreiben, es ist halt nicht dieses so Abfeiern, sondern wir sind einfach happy und wir feiern zusammen. Zusammen wieder den Schritt in Richtung Bundesliga. Und ja, ich durfte ja für viele Traditionsvereine spielen, und das ist schon was anderes. Das kann man sich nicht vorstellen, was da für Emotionen mit im Spiel sind. Und das war eine Energie, das war unglaublich.

02:18

Inga Bergen

Ja, ich finde das total spannend, weil ich hoffe, dass diese Energie dich weiterträgt. Und du hast ja Also du hast eine lange Fußballkarriere, das ist aber tatsächlich heute nicht unser Thema, sondern wir reden über deine Vision für Gesundheit und auch deine unternehmerischen Aktivitäten. Und ich finde es so spannend, weil mir hat mal ein Investor gesagt, stell immer Sportler ein oder such dir Sportler als Partner, wenn du gründest, weil die sind so leidenserprobt, die wissen, irgendwie durch die Schmerzen muss man krass durchgehen und am anderen Ende, wenn man hart genug kämpft und dran bleibt, dann ist irgendwann das große Ziel erreicht. Und das hat auch einfach total viel mit Unternehmertum zu tun. Und das ist ja gerade was, was du ja, was du als so dein nächstes Thema für dich entdeckt hast. Und darüber wollen wir heute sprechen. Und da freue ich mich sehr drauf, denn das wissen viele nicht. Ja, du beschäftigst dich mit Gesundheit und mit Prävention, und das kommt tatsächlich daher, weil du so viel gesehen hast in deiner ganzen Karriere jetzt. Also vielleicht Kannst du mir das mal kurz erzählen? Wie kam es überhaupt dazu?

03:19

Marcell Jansen

Ja, du hast es vorweggenommen. Also meine Story oder meine Geschichte im Fußball, das größte Privileg daraus war tatsächlich der Zugang zu Gesundheit, die Aufklärung und die Konkretisierung der individuellen Prävention. Nicht nur bei mir, sondern bei all meinen Kollegen und Kolleginnen, die aus dem Spitzensport kommen. Und das hat mich in dem Sinne ehrlicherweise erst im zweiten oder dritten Schritt fasziniert. Im ersten hat es mich geschockt, wie krass der Unterschied ist zwischen Menschen, wie sie gesehen, behandelt und Zugang bekommen. Bleiben wir bei mir, bei meinen Eltern. Die haben viele dieser Dinge natürlich nicht gewusst, dass mein Papa, der als Warenannahmeleiter jeden Tag 14 Kilometer gelaufen ist, hat noch nie eine Ganganalyse oder Fußscan gemacht. Menschen schleppen sich rum mit Muskelschmerzen, logischerweise, weil die körperliche Belastung in vielen Berufen so hoch ist, und sie sind überhaupt gar nicht ausgestattet, im Standard zu sagen, was muss ich denn tun, denn ich bin ein Leistungssportler des Unternehmens und im Privaten bin ich ein Leistungssportler des Alltags. Mein Papa hat am Ende, oder meine Mama auch, viel mehr körperliche und auch mentale Arbeit leisten müssen als ich selber im Leistungssport. Warum? Weil wir das Umfeld dazu haben, eben zu regenerieren, zu wissen, worauf wir achten müssen, wo sind wir gut, wo haben wir gerade ein Defizit, wo sollten wir auf unsere Resilienz achten mental und was ist körperlich. Wir kriegen immer wieder Informationen und wir kriegen unseren Leitfaden für uns individuell. Und es ist unterschiedlich. Du kannst nicht von Spieler A zu Spieler B sagen, mach das Gleiche. Und das hat mich so fasziniert, aber im ersten Sinn geschockt, dass dieses bei uns in der Gesellschaft überhaupt nicht angekommen ist, aus verschiedensten Gründen. Ich glaube, das wird den Rahmen des Podcasts sprengen, wenn wir uns jetzt unser vermeintliches Gesundheitssystem angucken. Ist ja eher ein Krankheitssystem. Und von daher, da habe ich gesagt, dann muss ich halt gründen. Was bleibt mir übrig? Ich möchte das Privileg, das Wissen, die Inhalte, den Zugang, die Art und Weise, die ich bekommen habe, und nicht nur ich, auch das, was mein Umfeld bekommen hat, auch anderen zur Verfügung stellen, nämlich den wichtigen Menschen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten, nämlich die Menschen in den Unternehmen. Und wenn man sich da eben die AU-Tage anguckt, brauche ich dir nicht sagen, Muskelskelett und Psyche sind die Haupttreiber für Krankheit. Und wenn wir es ändern wollen, brauchen wir konkrete Prävention und keine, Entschuldigung, Punkt, Punkt, Punkt Benefits mehr, die irgendwie da sind. Denn es sind alles High Performer, jeder, jeder ist Leistungssportler. Und wenn man sich so nicht sieht, Leistungssportlerin oder Leistungssportler, dann hat man Thema, weil man verlangt ja auch von sich schon selber viel im Privaten und eben dann im Beruflichen ja natürlich irgendwo auch. Und da ist ja die Frage, was konkret kann ich denn eigentlich für mich tun? Und das ist übrigens nicht immer viel, was man tun sollte. Man muss nur wissen, was man tun sollte, weil man eben sehen muss, wo sein wo man mit seiner Resilienz, mit seinem individuellen Resilienzprofil steht. Und das machen wir mit STATIX. Also deshalb die kurze Überleitung. Wir machen individuelle Resilienzprofile für Menschen im körperlichen, mentalen Bereich. Ableitend daraus kleine Routinen, Empfehlungen oder auch schon Korrekturen, um eben gewappnet zu sein in dieser verrückten Zeit und in dieser verrückten Welt.

06:19

Inga Bergen

Ich finde es so spannend, wenn du das beschreibst, weil da steckt so unglaublich viel drin. Also erstmal, wie du es gerade umrissen hast, stelle ich mir wirklich so eine Sportlerversorgung oder auch Prävention oder diese ganze Gesundheitsbegleitung eigentlich vor, wie ich mir irgendwie das Gesundheitswesen wünschen würde. Also du wirst unterstützt auf allen Ebenen, körperlich, mental, und du wirst begleitet und du wirst eigentlich befähigt, auch wieder das Beste zurückzugeben dem Team. Also es ist wie so ein Kreislauf. In dich wird investiert und du kannst dann wieder reinvestieren. Und das ist ja auch das, was du gerade beschreibst. Und das ist ja keine Denke, die wir aktuell haben im Gesundheitssystem. Und deswegen sagst du jetzt als Gründer, du fokussierst dich auf Menschen, die du Leistungssportler nennst, was ich auch mega finde, dass wir alle Leistungssportler oder Leistungssportlerinnen sind. Das ist ja de facto so. Gerade wenn man so einen komplexen Alltag hat, man hat noch einen Job, man muss vielleicht noch Angehörige pflegen oder was weiß ich auch immer, und unterstützt Und erzähl mal, wie euer Programm genau aufgebaut ist und was ihr da anbietet. Weil, also ich meine, das gibt es ja schon, solche Sachen, aber ihr habt es ja wahrscheinlich bisschen anders gedacht, sonst würde es keinen Sinn machen, Unternehmen zu gründen, wenn man keinen USP hat. Und das interessiert mich schon.

07:39

Marcell Jansen

Ja, gerne. Du hast ja schon auch vieles gerade schon angerissen. Genau was du sagst, es geht ums Begleiten, es geht auch nicht um Krankheit. Und es geht auch nicht um eine große Marketing-Blase, weil wir von Leistungssportlern reden. Ich bin eigentlich leider bei der nüchternen Wahrheit, dass mein Papa viel mehr geleistet hat als ich. Das ist so. Körperlich und damit auch mental, weil er eine ganz andere Verantwortung hatte. Dann mit einem kleinen Kind, mit beiden Eltern gehen arbeiten, körperlich sehr hart arbeiten, die Verantwortung, die Planung. Und so ist das Leben. Und du hast es eben gesagt, es gibt tägliche Herausforderungen, erst recht in dieser immer doch schneller werdenden, verändernden Welt. Ich will gar nicht sagen, dass immer alles schlecht ist, aber es ist anders. Und diese Einflüsse, die auf uns Menschen auch eintreffen, auch mental, ja klar, die bilden sich irgendwann im Körper und auch in der mentalen Gesundheit und Krankheit wieder, die Belastung. Und das, was wir machen, oder was der USP ist, ist eigentlich das, was Spitzensportlern und Spitzensportlerinnen erfährt, weil man sagt, wir möchten alles für euch tun, damit ihr eure Leistung bringen könnt. Und das muss doch der Ansatz sein von jedem Unternehmen, das für die Mitarbeiter zu tun. Nicht nur die Leistung fürs Unternehmen, sondern man hat ja auch noch ein Privatleben. Und ich sage denen immer, die so skeptisch sind, ja, aber nur, da muss ich ja noch mehr arbeiten und noch mehr. Denk an dich selber und guck, wie du deinen Weg bis zur Rente in einem mentalen und körperlichen Zustand sein möchtest, dass diese Rente auch Sinn hat. Wie macht man das? Weil du fragst, was ist das? Wir erstellen individuelle Resilienzprofile.

09:08

Inga Bergen

Also was ist ein Resilienzprofil? Also Resilienz ist ja so ein Wort, glaube ich, da kann man sich irgendwie alles und nichts unter vorstellen?

09:17

Marcell Jansen

Ja, absolut. Lass uns das in dem Sinne abkürzen. Man kann ja auch Resilienz in vielen Wörtern beschreiben. Ich will es gar nicht, ich will es einfach so mal auf den Punkt bringen. Was wir eben machen, ist nämlich Resilienz messbar und dadurch erlebbar zu machen. Das ist natürlich die Widerstandskraft und viele Attribute, die man dem zuordnen kann, ist aber nicht entscheidend. Entscheidend ist, Resilienz ist erlebbar und messbar. Und deshalb machen wir im MVT, Messen, Verstehen, Umsetzen, oder trainieren MVT, das mit jedem Einzelnen, weil das im Schwitzensport auch so gemacht wird. Da ist nichts mit Gießkanne und Benefits und wer Lust hat macht doch mal alle irgendwas, wird schon gut werden, sondern das ist die Konkretisierung. Und wenn wir von einem individuellen Resilienzprofil, oder ich, oder wir davon sprechen, heißt das Beispiel: Wir gehen zur Inga, dann schauen wir eben, wo ist deine körperliche präventive Resilienz gerade im Bereich deines Gangs. Denn was viele gar nicht wissen, dass vieles von unten nach oben kommt. Woher kommen denn diese ganzen Rückenschmerzen, Bandscheiben, Knie etc. Probleme? Die kommen aus der Fehlstatik und aus der Belastung und dem normalen Zyklus des Alters werden. Das heißt, im Spitzensport machst du schon ganz früh Ganganalysen und Fußgelenksanalysen und guckst, ob du in deiner Statik korrigiert werden solltest, weil du es nicht mehr auftrainieren kannst. Ich kann meine Fußmuskulatur und meinen individuellen Knicksenk-Spreizfuß nicht wegtrainieren. Und wenn ich das nicht gemacht hätte mit 18, 19, könnte ich heute nicht noch joggen gehen, mich gut bewegen, gerade bei meiner auch körperlichen Belastung als Leistungssportler. Aber durch mein gutes Fundament und Statik bin ich dort befreit, weil wir immer gucken, ähnlich, was die Zähne machen, sind die Füße— ich will nicht sagen wichtiger, aber sind deutlich unterrepräsentiert, weil die sind die Ursache für ganz viel Muskelskeletterkrankungen, und man weiß es nicht. Das ist Punkt 1. Wir gucken uns die Füße an. Vorher gibt es immer eine Anamnese und Ist-Zustand. Was ist denn eigentlich? Hatte ich mal einen Skiunfall, oder das ist mir passiert? Also das ist im Spitzensport alles Standard, dass man guckt. Wir wollen keine Symptome bekämpfen, und wir wollen uns den Menschen einmal angucken. Wie können wir dem eigentlich helfen, und wie ist seine Historie in den letzten Jahren, in den letzten Wochen, in den letzten Monaten? Dann gibt es ein Fußscan, es gibt das Thema des Rückens, Wirbelsäule, Eines der größten Leiden, was wir immer wieder haben, sind Rückenbeschwerden. Viele im White-Collar, also Schreibtischtäterinnen und Täter, so wie ich auch manchmal, die dann den ganzen Tag sitzen am Laptop, telefonieren, aber auch die, die extrem immer viel stehen und viel gehen, weil sie eine andere Zwangshaltung haben. Und da gucken wir uns eben den Gang an und eben die Wirbelsäule, ja. Und wir gucken uns nicht nur an, und wir screenen die Wirbelsäule, und dann gibt's auch individualisierte Trainingspläne, die man einfach in 7 Tagen, mit maximal in den 7 Tagen 30 Minuten investierte Zeit, auf 7 Tage verteilt, für ein paar Übungen, die man zu Hause machen kann, auf einer Matte, ohne Fitnessstudio, weil die meisten Leute keine Zeit haben, ins Fitnessstudio zu gehen. Und man braucht es dann auch nicht. Wenn man es mag, ist super, macht man da seine Übung. Aber wichtig ist ja, das Richtige zu tun, nicht nur irgendwas zu tun, weil man denkt, dann geht's. Und das zeigen wir den Menschen auf im körperlichen Profil, bei Ganganalyse, bei Wirbelsäulenscreenings. Und eben dann der andere große Bereich ist das Mentale. Was ist denn meine mentale Gesundheit? Was ist denn überhaupt in meinem Kopf? Wie bewerte ich überhaupt? Und das messen wir anhand von 37 mentalen Faktoren. Durch eine Analyse, die man macht, 40 Minuten, beantwortet man verschiedene Fragen. Schön ist, man kann sie für sich beantworten. Man muss sich nicht auf eine Couch setzen, mit jemand 5-mal treffen und anderthalb Stunden reden, sondern man kann das erstmal für sich tun, bekommt ein Ergebnis, eine erste Erklärung und Auswertung, und kann dann gezielt entweder über unser Aesthetics Mind Guidance Tool mit seinen individuellen Ergebnissen eine Journey durchlaufen, oder man geht halt eben in ein Coaching, um zu sehen, was passiert da bei mir eigentlich, ne. Und das erlebt man dann, man lernt sich kennen, man lernt seinen Körper kennen, und man bekommt auch die Themen, die gut sind. Es geht übrigens nicht nur darum, man bekommt überhaupt mal Zugang zu sich selber. Wo stehe ich denn in meinem körperlichen, meiner körperlichen Resilienz, und wo stehe ich in meinem mentalen? Und das fassen wir zusammen, hört sich viel komplexer und viel größer an, als es ist. Das kann man alles in relativ überschaubarer Zeit gut messen und eben auch gut im Leben implementieren. Und das Wichtigste ist, den Menschen immer wieder zu sagen: Lasst euch nicht erzählen, dass wenn ich was verändern muss, dass das immer ein Riesenakt ist. Es geht um viele kleine Veränderungen, die man regelmäßig macht. Die werden einen Riesen-Impact auf die eigene Gesundheit haben. Definitiv. Es muss nicht dieses: Ich mache jetzt 4-mal die Woche Sport und das und das. Stimmt einfach nicht. Und deshalb: Und tu das Richtige. Aber wenn du nicht weißt, worauf du achten sollst, woran sollst du arbeiten? Das ist im Mentalen natürlich noch deutlich komplexer, im Körperlichen vielleicht etwas eher greifbarer, im Mentalen dann greifbar, wenn du deine 37 Faktoren kennst, oder wenn du dadurch dich über— und es geht auch nicht davon, von heute auf morgen, auch das ist ein mittelfristiger Weg. Aber ich sage den Menschen immer: Habt Interesse an euch selber, setzt euch mit euch auseinander, und zwar aus einem Positiven heraus, nicht weil ihr krank seid. Wir haben mit Krankheit nichts zu tun, sondern wir wollen schauen, wie lange halten wir diese Krankheit Krankheiten von uns weg im Körper und im Mentalen. Das kann man messen. Man kann Prävention konkretisieren und das tun die wenigsten, weil es auch natürlich Aufwand ist. Wir kommen mit Menschen, wir kommen natürlich auch mit viel Diagnostik. Also das ist ja auch von uns, betreiben wir das schon ordentlichen Aufwand, haben es aber trotzdem bezahlbar für die Unternehmen, dass sie das sich eigentlich ohne Probleme ehrlicherweise bezahlen können. Aber man hat dann ein Gesundheitsmanagement.

14:20

Inga Bergen

Ich finde es total spannend, weil gerade wenn ihr jetzt mit Muskel-Skelett, also Muskel-Skelett und die mentalen Themen, das sind ja eigentlich so die beiden großen Gründe, warum Menschen krank sind, warum sie fehlen, warum sie chronisch krank werden und häufig nicht arbeiten können. Und ich finde gerade spannend, wenn du jetzt sagst, so was wie Ganganalyse, so was wie erfassen, wie steht eigentlich jemand, dann sind es ja auch Berufe, in denen viel gelaufen, gestanden werden muss, also viel sicher Produktion, aber auch, also da fällt mir total viel ein.

14:55

Marcell Jansen

Gastronomie, Hotellerie.

14:57

Inga Bergen

Genau. Gesundheitswesen. Also das ganze Gesundheitswesen lebt ja davon, dass Menschen total viel rennen und auch körperlich auf eine gewisse Art.

15:04

Marcell Jansen

Pflege.

15:05

Inga Bergen

Ja, Pflege. Genau. Also total viele Bereiche. Und ich finde es so spannend, weil ja, wenn man mit dir redet, dann merkt man richtig, wie sehr du dafür brennst und wie sehr du dieses Thema auch verinnerlicht hast. Und jetzt hast du gegründet. Das hast du ja nicht alleine. Du hast mit einem Team gegründet und ihr habt ja dieses Konzept entwickelt. Und ihr habt auch tatsächlich, das ist ja ein großer Vorteil, dass ich dich an Bord habe, weil du ja auch viele Leute kennst. Ihr habt viele erste Kunden, mit denen ihr das schon macht. Und was ist so dein großes Ziel? Also wie stellt sich ein Unternehmen idealerweise auf, das du dir eigentlich für deinen Vater gewünscht hättest? Und wie arbeitet ihr heute mit Unternehmen zusammen?

15:50

Marcell Jansen

Ja, boah, was würde ich mir wünschen? Also damals tatsächlich hätte ich mir gewünscht, dass dem damaligen Unternehmen, wo mein Papa gearbeitet hat, was es heute auch nicht mehr gibt, was auch nicht verwunderlich ist, ist es das Thema der Mensch, der Mitarbeiter, der hier eben in der Firma ist, eben ein Leistungssportlerin, ein Leistungssportler des Unternehmens ist. Das sind die, die auf den Platz gehen, um gemeinschaftlich an Zielen zu arbeiten, die man erreichen möchte. Und dafür ist die Grundvoraussetzung die Performance und die Leistungsfähigkeit. Und dass der Mensch dort anders gesehen wird und die Unternehmen diese Denkweisen von Angeboten, Benefits, ja, ich weiß, dass auch Mitarbeiter im ersten Schritt manchmal danach schreien, weil sie es irgendwo anders gehört haben, aber das ist nicht das, was eben den Menschen weiterhilft. Das ist nett, Benefits, ist schön, aber es ist keine Wirkung. Es braucht Wirkungskonzepte, weil wir alle gemeinsam nicht unterschätzen dürfen, wie intensiv das Leben natürlich ist, in welcher Anstrengung körperlich und mental und wie lange vor allem auch der Der Arbeitszyklus ist egal, jetzt wo. Und da würde ich mir diesen Kulturwandel, dieses Change Management wünschen, dass man das ganze Thema Prävention mal konkretisiert und damit offen ist und man sagt, wie begleite ich jetzt hier eigentlich die Mitarbeiter? Und das tun wir Gott sei Dank schon mit einigen, mit unserer STATICS GROUP. Und die haben natürlich dort auch in der Gruppe Schwerpunkte. Wir haben STATICS BODY für den körperlichen Bereich, weil es ganz eigene Expertise ist. Wir haben STATICS MIND. Das ist das Thema Mental Health, mentale Gesundheit, Resilienz. Und wir haben die StepChange, die dort mit drin ist, die das Thema Strategie gemeinsam mit dem Unternehmen, wie machen wir denn so einen Prozess, wie setzen wir das auf, wie kommunizieren wir das und wie bringen wir das rein. Und trotzdem bleibe ich bei dem einfachen Schaubild. Prävention im Spitzensport ist so wichtig, weil man sieht, wie weit man eventuell von einer Krankheit weg ist und hoffentlich auch weit weg bleibt. In der normalen Gesellschaft, nicht im Spitzensport, ist Prävention irgendwas, was man macht, weil man ein bisschen Shishi macht. Und das ist das Problem, denn Spitzensport hat auch keine Langeweile, haben auch irgendwie hohen Druck, müssen auch liefern. Und die sagen, wenn ich meinem Mitarbeiterinnen, meinem Mitarbeiter helfen kann zu sehen, wo er steht, dann habe ich auch die Chance, mich zu managen im Positiven und merke auch, dass es muss auch realisierbar sein in meinem Alltag. Das muss ja in mein Leben auch reinpassen. Und das ist eigentlich das, was wir tun, dass wir einmal dem Unternehmen aufzeigen können und gar nicht mit dem Zeigefinger: Wie resilient bist du aktuell? Und wenn, wo sind resiliente Herausforderungen? Natürlich Datenschutz, nicht jetzt von Einzelnen. Und dem Mitarbeiter selber zeigen wir seinen individuellen Weg auf. Das ist das Privileg des Leistungssportlers, der Leistungssportlerin. Da weißt du im Zweifel, wo stehst du, was ist gerade gut, aber wo muss man ein bisschen aufpassen, weil sonst in einem Jahr, in 5 Jahren, in 3, in 2, in Das kann man schon sehen, denn wenn eine Disbalance einer Wirbelsäule immer extremer wird, dann kann ich die Uhr nachstellen, wann ich lange ausfalle mit Rückenbeschwerden. Thema Gang, das, was von unten nach oben kommt, ja, da kann ich irgendwann sehen, wenn ich so weiterlaufe in dem Pensum, jeden Tag 14 Kilometer, laufe ich mehr als Florian Wirtz jedes Wochenende und das in einem normalen Gastrobetrieb. Also das ist so, das ist so verrückt. Und dann reden wir von Führungskräften, bei denen alles abgelegt wird, weil es eine unfassbare dynamische Zeit da draußen ist und die müssen auf einmal alles können. Haben aber auch, so wie ich ja selber, ist ja gar keine— was ist denn jetzt Resilienz und was ist denn resilientes Führen? Dafür muss ich erstmal wissen, wie sich Resilienz zusammensetzt. Und das machen wir dann eben über den Bereich im Mentalen, aber auch ganz wichtig, immer aus der Gesundheit. Wir kommen nicht von der Krankheit, weil die Krankheit ist das Ende. Und das ist das, was schade ist, weil es dann unglaublich aufwendig ist, da rauszukommen und wieder zurückzukommen. Und deshalb gehen wir eben vorher rein. Und natürlich gibt es auch Fälle, wo wir dann sehen, das passiert, man Unfall, man ist umgekippt, Dann geht man zum Arzt, oder man hat— aber der Weg davor, der ist das Entscheidende. Und das ist eben das, was im Spitzensport gelernt ist. Jeder interpretiert das ein bisschen anders, aber wir handhaben eben die Themen, dass wir es runterbrechen auf den Menschen, halten es einfach, aber hochwertig. Und das ist das Wichtigste.

19:48

Inga Bergen

Übrigens total interessant, weil ich habe auch ganz früher, hatte ich meine Firma, und wir haben so Präventionskurse gebaut. Das kannst du ja, es gibt ja Prävention bei den Krankenkassen, das wird erstattet, dann musst du Kurs nachweisen, der muss eine bestimmte Struktur haben. Das gibt es dann für Bewegung, Ernährung, Stress, Schlaf und Raucherentwöhnung. Also das ist so klassisch Prävention, und das ist natürlich wahnsinnig unsexy, und das machen auch hauptsächlich Frauen. Ja, und ich finde gerade bei eurem, also bei eurem Framing, also wie du das kommunizierst, total interessant, dass du sagst, jeder Mensch ist ein Leistungssportler, Sportler. Und das hat so eine Zugkraft. Das ist was anderes, als zu sagen, du musst irgendwie präventiv etwas vermeiden. Also du strebst ja eigentlich etwas an. Das finde ich übrigens auch genial beim Thema Longevity, das ja auch so ein bisschen in diese Richtung geht, dass man eigentlich die Menschen an ihrer Motivation packt. Und das ist ja in den seltensten Fällen: Ich will was vermeiden. Und immer eher: Ich will etwas erreichen. Und dann zu sagen, Leistungssport muss jetzt nicht sein, du spielst beim HSV. Sondern das kann auch sein, du kriegst einfach das, was du eh machst, gut auf die Reihe. Und das hat ja auch viel mit New Work und Führung zu tun. Du bist ja selbst Führungskraft, also auch als Präsident des HSV bist du eine Führungskraft in einem super komplexen System mit super viel Interessen, super viel Egos. Du kennst das alles. Also wie kriegt man eigentlich Leute gut geführt? Und das verändert ja auch Führung. Das finde ich auch eine total spannende Perspektive, weil du die ja auch hast aus deiner langen Karriere. Wie kriegst du Leute wirklich in eine Richtung bewegt? Und auch Leute, die da vielleicht nicht so offen sind, die sagen, ich habe keine Zeit dafür. Und ich habe jetzt gesehen, ihr habt auch super viel Kunden, die große Gastronomiebetriebe haben. Habt ihr schon Unternehmen aus der Pflege und aus dem Gesundheitsbereich, mit denen ihr zusammenarbeitet?

21:45

Marcell Jansen

Ja, in der Pflege ganz, ganz viele. Das war einer unserer mitersten Kunden, so wie die Hotellerie. Aber mittlerweile sind wir eben auch bei vielen Unternehmen, vor allem ja auch Blue-Collar-Worker, also körperlich und mental, also Backoffice. Und mittlerweile sind wir eben aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes auch in, also es gibt eigentlich alle Gruppen, in denen wir unterwegs sind. Aber entscheidend ist eben, dass wir eben nichts anders machen als das, was wir für die Jungs, die wir ja auch durch die Karriere früher begleitet haben, ob das Miro Klose ist, Michael Ballack, Und wie sie alle heißen. Wir machen keinen Unterschied bei den Menschen, weil genau das ist der Punkt, den darf man nicht machen. Aber ja, wir waren im Blue-Collar, fängt es an, die Ansprache gerade bei Männern zu sagen, das ist das Gleiche, was ein Schwitzensportler bekommt, weil du wirklich auch einer bist. Also das ist kein Marketing. Ich kann Ihnen ja jedem, der in der Blue-Collar-Welt arbeitet, nicht nur Männer, auch Frauen, aber um mal bei dem Beispiel Ansprache an Männern zu bleiben, ich kann Ihnen faktisch belegen, alleine die Daten, die die an einem Tag machen, sprengen schon alles. Also die müssen das nun mal für sich auch sehen und akzeptieren. Und der Arbeitgeber muss verstehen, was hat er da. Oder in der Pflege, das ist ja Wahnsinn. Also da sind wir Fußballer ja gar nichts gegen. Also von dem Pensum, was der Körper hat. Du musst mitdenken, du arbeitest mit Menschen, du musst Menschen von A nach B bewegen, dann läufst du viel mehr Kilometer als jeder Fußballer. Du musst mitdenken, du hast Verantwortung, es ist Stress, du musst den Kopf einsetzen. Also Beispiel Pflege. Das ist so hochkomplex. Und so Menschen brauchen bitte die bestmögliche Ausstattung und ihren Wissensstand, um bestmöglich eben nicht nur für andere dann da sein zu können, auch für sich selber. Weil dafür macht man es ja auch. Auch wenn gerade die immer sagen, ich mache das gerne. Ja, natürlich. Aber bitte achte auf dich, dass du das A) lange machen kannst und B) dass, wenn du irgendwann in deiner Rente bist, dass du dein Präventionsprofil kennst, dass du dein Resilienzprofil kennst, um in einer hohen Lebensqualität dann auch noch die verdiente Zeit irgendwann zuerleben, nicht nur in der Rente, wo keiner sagt: Oh, das ist ja weit weg. Das Wochenende, die private Zeit mit Familie, Freunden, Kindern. Und da ist es unfassbar, wenn man natürlich körperlich und mental gestresst ist, wie viel da auf der Strecke liegen bleibt, was eigentlich unsere Wohlfühlzeit ist, die wir brauchen in unserem Privaten. Das heißt, es geht auch nicht nur immer um den Job. Der Job ist immer Teil des Lebens. Also ich kann den Arbeitgeber wechseln, aber am Ende: Bitte hört auf mit Work-Life-Balance. Es geht immer um Life-Balance. Weil Arbeit ist immer dabei, außer ich habe im Lotto gewonnen, bin unmotiviert und sitze den ganzen Tag am Strand oder werde irgendwoher bezahlt oder kriege lebenslange Rente, ist jeder irgendwann irgendwie am Arbeiten. Deshalb ist es eine Life Balance, und die Life Balance, die muss ich so ein bisschen im Blick haben. Und was wir in Deutschland brauchen, du hast eben wieder diesen, also zu Recht angesprochen, im Longevity ist dieses Thema Next Level und so, ich halte da gar nichts von. Ja, Longevity muss man erstmal konkretisieren, weil ich spreche mit diesem Longevity-Kram, der auch überhaupt nicht runtergebrochen ist, auch wieder voll die falsche Zielgruppe an. Das sind dann die, die hier um die Alster in Hamburg nach einem stressigen Arbeitstag, wo der Kopf so voll ist körperlich, die noch sagen, jetzt laufe ich noch die Alster-Runde in unter 4 Minuten, die 18 Kilometer, weil ich will ja dann noch Marathon laufen. Irgendwann sind die, die dann umkippen, weil sie leer sind, und Longevity. Also die, das ist das Thema, was wir brauchen. Ich spreche jetzt erstmal von uns in Deutschland, weil da kann ich spüren, da bin ich mit etlichen Unternehmen mit Menschen in Kontakt, ja, egal wo, im Sport oder im Beruflichen oder im Privaten. Wir brauchen eine gezielte und gute Regeneration, denn Regeneration ist Teil des Trainings und nichts anderes. Im Spitzensport ist das Wichtigste die Regeneration, damit ich— und das läuft bei uns halt vorbei. Es geht bei Regeneration nicht darum, dass ich 6 Wochen Urlaub habe und nichts tue. Damit baue ich auch keine Resilienz auf, wenn ich zu oft viel zu viel Urlaub mache. Das baut man schneller ab, als man denkt. Das kennen wir doch alle, wenn Wenn viele Menschen, die in der Rente sind und der Kopf nicht mehr so viel arbeitet, wie stark sie abbauen.

25:41

Inga Bergen

Aber da muss ich jetzt mal einhaken, Marcel, weil das möchte ich jetzt gerne mal von dir wissen, weil da bin ich zum Beispiel extrem schlecht. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht arbeite oder nicht leiste. Also habe ich immer sofort ein schlechtes Gewissen. Und das werde ich mir jetzt einmal von dir abgucken. Was sind deine Learnings? Was ist beste Regeneration? Wie regeneriert man sich? Eigentlich am besten.

26:05

Marcell Jansen

Das ist sowohl körperlich als auch mental dann eben wieder individuell, aber das würden wir dir dann komplett aufzeigen. Also wenn deine 37 mentalen Faktoren, da wird einer ähnlich bei dir wie bei mir sein, vermutlich das Muss-Denken. Weil du sagst, du kannst dich abschalten. Das hat was mit unseren inneren Antreibern zu tun, und das bedeutet, dass du selber oder das in deiner Erziehung, bei mir war es mein Papa, der es gut meinte, übrigens auch eine Stärke, es hat mich auch dahin gebracht, Ich bin Junge, von nix köd nix, also von nix kommt nix. Und ich habe dann dieses— in Deutschland haben wir immer muss, muss, muss. Das Problem ist, das, was wir tun, wir verlieren genau die Regeneration und unser System überlädt. Und wenn es überlädt, holt der Körper sich die Auszeit, und das nicht gut. Und wie man das lernt, kann man erst dann lernen, wenn man es noch mal genau hinguckt, wo es auch wirklich ist, einmal mental und einmal körperlich. Und dann kann man das lernen. Und eine Auszeit und das Nichtstun muss sich nicht nur darauf beziehen, Tagelang gar nichts zu machen, sondern auch abzuschalten von dem, was man sonst macht, versus was hilft mir. Und da, das würde man dann eben sehen, und darauf gehen wir dann auch individuell eben ein, dass das zu machen, das kann man dann lernen. Aber man muss es erst messen, weil sonst würde ich jetzt einen Tipp geben, ich vermute es, dass es eben in dem Muss-Denken so ist, und das kann man trainieren. Hast du auf den Punkt getroffen.

27:22

Inga Bergen

Aber das heißt, ich gucke dann, was ist individuell. Also geht jemand gerne spazieren, setzt sich jemand gerne an die Alster, kocht jemand gerne, geht jemand gerne zum HSV und schreit sich die Kehle aus dem Leib irgendwie in der ersten Reihe? Und, oder was ist es dann?

27:38

Marcell Jansen

Es ist die Regeneration, genau, mental gesehen. Das ist dann ja nicht immer nur körperlich, weiß man ja, wenn man einfach nur immer gar nichts tut, ist ja auch nicht zwingend jetzt gesund. Gibt mal Phasen, da sollte man— es geht um die Regeneration, die ist individuell. Und da muss jeder sein kleines Vehicle, seine Routinen finden, und da helfen wir halt auch ein bisschen bei. Aber das wird man sich erst mal angucken, eben anhand des Ist-Zustands. Und der Ist-Zustand leitet dann eben genau solche positiven Maßnahmen. Und da kann man auch ein bisschen ausprobieren, und man merkt dann irgendwann auch, wenn man so grob weiß oder auch sogar konkret weiß, worum es geht. Und ich meine das jetzt gar nicht böse, wir Fußballer in unserem jungen Alter, wenn wir dann, sagen wir mal, eine Diagnostik und Unterstützung bekommen, Ganz ehrlich, ist ja nicht so, dass wir das alles so verstehen. Wir sind jung, ich will jetzt nicht sagen, so das Klischee Fußballer, aber selbst das kapieren wir, weil wenn dir das normal aufgezeigt wird und dargestellt wird, ist das gar nicht so kompliziert und man bekommt einen Zugang zu sich. Ich habe immer gedacht, ich habe den, weil ja körperlich habe ich den, weil ich weiß, was ich im Körperlichen messen kann, weiß, was ich daraus für Erkenntnisse ziehen kann und weiß dann, wie ich wieder versuche, das so ein bisschen wieder einzupendeln, meine körperliche Gesundheit oder meine Übungen, wenn ich die Probleme habe. Im Mentalen wusste ich es bis Ende 2021 gar nicht, weil mir keiner sagen konnte, wo ich stehe und was es ist. Und das haben wir halt eben dann durch das tolle Team, durch die Kirsten Wilhelm, die Resilienz-Coach ist und auch sich auf diesen Bereich mentaler Resilienz spezialisiert hat, haben wir das dazu genommen und haben eben über die Diagnostik die Analyse zu sehen, weil das, was wir tun täglich, geht ja auch gar nicht anders. Wir bewerten und den macht bildet sich auch unser Stress. Und wir denken immer, wenn wir auf Dinge gucken, gucken wir von unserem Status quo auf das Thema. Aber das tun wir nicht. Da sind ganz viele Filter vorgelegt. Und diese Filter sind bei jedem anders. Und die Filter sind das Problem oft. Weil sie sind belegt. Und wenn die belegt sind, sehe ich das am Ende, was ich sehen will, anders als vielleicht andere im Raum. Und das ist eben das, was du lernst, wenn du dich kennenlernst. Und das hat mit Krankheit gar nichts zu tun. Und das kann man jemandem aufzeigen in einem Coaching und in einer Analyse. Um halt zu sagen, ach okay, das passiert bei mir und deshalb bin ich auch vielleicht gestresster, obwohl ich es gar nicht müsste.

29:44

Inga Bergen

Normal ist so wie Manager-Coaching. Also ich meine, ich habe auch schon mal zum Beispiel eine Beteiligung von einem Konzern mal geführt und da kriegst du halt einen Coach. Also du kriegst einen Coach, du kriegst bei den großen Unternehmen bekommst du einen Coach, weil das auch ein bisschen moderne Führung ist. Also dass du Leute dazu befähigst zu verstehen, wie Kann ich mich eigentlich noch besser aufstellen? Oder was stresst mich? Warum? Wie kann ich damit umgehen? Und so klingt das. Ich finde es wirklich total spannend, weil du ja sozusagen, also du hast einmal, also in diesem ganzen unternehmerischen Tun, da steckt so viel drin. Du hast diese lange Karriere im Leistungssport, jetzt aber dann auch quasi im Management, so als Funktionär in Anführungsstrichen. Und dann bist du jetzt ins Unternehmertum gegangen. Und das Ganze muss sich ja auch in irgendeiner Form refinanzieren. Also ihr habt jetzt schon jede Menge Kunden, mit denen ihr das macht. Ich finde auch spannend, dass das jetzt kein Konzept ist, was jetzt so einer typischen Startup-Logik folgt, wo du halt sagst, du machst irgendwie so ein Tool und das muss möglichst skalieren, das müssen möglichst viele Leute nutzen können. Das ist übrigens auch spannend, weil ich habe so viel Services entwickelt und du brauchst irgendwie einen Mensch, der vor dir sitzt, weil sonst ist es einfach schwierig. Und ich würde gerne noch mal zu dieser ganzen Seite kommen, weil mich das auch total interessiert, wie das für dich ist, jetzt in das Unternehmertum zu gehen, auch mit diesen ganzen anderen Anforderungen, die das eben noch hat, und da wirklich ein Unternehmen aufzubauen. Also bootstrapped ihr das gerade komplett mit den ersten Kunden? Wie läuft das unternehmerisch?

31:15

Marcell Jansen

Ja, du hast es gerade sehr, sehr gut, wie immer, eingeleitet und aber auch schon beschrieben. Ja, wenn ich jetzt, ich sag mal, etwas fauler werde, würde ich mir sagen, ja schade, wir würden auch am liebsten wieder die Gießkanne und eine Sache und die ganz groß. Ich würde nicht mal sagen, dass es negativ ist, das ist ehrlich und schön, es geht halt bei Gesundheit nicht. Es ist nicht das eine Wirbelbild, es ist nicht das A, das ist nicht so. Und wenn man das so ernst meint, dass man Menschen wirklich helfen möchte, also unterstützen, Performance, Gesundheit, Resilienz, dann ist es eben nicht das eine und ist es Aufwand und es ist ein System. Ja, das ist, kennen, also für mich, ich bin damit groß geworden, im Großteil. Mentale sind wir noch ein bisschen unterrepräsentiert in Deutschland, aber im Körperlichen sind verschiedenste Faktoren, die wichtig und elementar sind. Und eine gesunde Lebensweise kann auch nur dann entstehen, wenn ich eben weiß, wo ich heutzutage stehe und was vielleicht auch meine, auch da wieder, kleineren Ziele sind. Und wie wir das machen, ja, wir haben jetzt natürlich mit der Corona-Phase oder nach Corona-Phase, die wir überlebt haben, Anhand toller Gesellschafter, Leute, die auch bei uns mit eingestiegen sind, die Impact interessiert sind. Wenn du in der Gesundheit was verändern willst, das wollen wir ja, dann musst du es eben a) aushalten können und musst es auch b) anders machen können. Das hast du gerade schon gut beschrieben. Wir sind 0,0 ein typisches Startup. Unsere Messmethoden kommen aus dem Spitzensport. Wir haben Physiotherapeuten angestellt, wir haben Menschen, weil ich sage auch, ohne den Mensch, der dabei ist, ist es alles schwieriger, weil ich das bei mir ja selber merke. Ich habe zwar ein großes Wissen, aber ich muss mein Wissen auch ansetzen können. Und ich brauche meine kleinen Tipps von meinem Coach, von meinem, der meine Bodyanalyse macht. Ich habe das so und so, ich habe da jetzt was probiert, auch mit dem Rücken. Das ist so, das ist das Beste, was es gibt. Ja, und da kann auch KI unterstützen, aber unterschätzt den Menschen nicht, weil der Körper ist so komplex, unser Mental und unser, das ist der Mensch und die Expertin, der Experte, der dich begleitet anhand deiner individuellen Reise. Das ist schon wichtig und das tun wir. Und ja, wir wachsen, indem wir viele Neukunden dazu gewinnen, dass wir das damit dann auch weiterentwickeln, aber eben auch, dass wir eben auch immer schauen. Und da ist es natürlich auch ein Privileg, was ich habe, mit meinem Netzwerk auch zu gucken, was ist denn in der Medizin, in der Wissenschaft wirklich jetzt relevant? Was hilft denn einem Menschen und was überfordert ihn? Also es gibt viele Menschen, die Wearables tragen und die haben sich daraus eine Hilfe ersehnt und ersucht und kommen mit dem Ergebnis: Was ich verstehen kann übrigens, raus, dass es denen noch mehr Stress bereitet, weil man in der Nacht so wie ich sich 2, 3 Mal, 4, 5, 6 Mal dreht, weil ich Seitenschläfer bin. Würde mir das eine oder andere Wirbel erzählen, ich bin aufgestanden, ich hatte keine Tiefschlafphase, ich habe so tief geschlafen, ich habe nur meine Hand bewegt, an der ein Wirbel war, weil ich mich gedreht habe. Ja, und also, und dann dieses ganze Nicht-Erreichen von Zielen. Also ich kann hochambitionierten Leuten, die sowieso schon ihren Sport, der eigentlich Ausgleich sein sollte, Bewegung eben, Unternehmerinnen, Unternehmer, die mega Power und immer voran und das, die dann eben auch noch die sind, die dann eben die Alzheimerrunde in Rekordzeit laufen und überhaupt keine Erholung haben, überhaupt keine Regeneration haben, das Sozialleben immer weniger wird und dann kommt irgendwann auch da dieser Teufelskreis und das ist eigentlich, wo ist denn wieder dieser gesunde Mittelweg? Der kann trotzdem in der High Performance sein und das ist der Weg, den wir gehen mit den Unternehmen, weil Gesundheit kommt auch nur nachhaltig rein. Ich kann nicht ein Jahr etwas messen und mit den Menschen sprechen und am nächsten Tag sagen: Ja, guck mal, wie es dir ist und mach mal irgendwas. Ich brauche ja Vergleichswerte. Im Spitzensport machst du alles immer nachhaltig, damit du sehen kannst: Habe ich mich verbessert? Was ist dazugekommen? Habe ich Ziele erreicht? Gibt es neue Impulse? Gibt es einzelne kleine Routinen, die ich verändern muss? Hatte ich wieder irgendwie einen Unfall? Das heißt, das ist das, was wir tun. Wir bringen eben ein wirkliches Präventionskonzept ins Unternehmen und es ist auch kein Vorwurf. An die Unternehmen, das können sie gar nicht leisten. Selbst Profifußballclubs suchen sich den Partner, Dienstleister, um das alles zu stemmen, weil das sehr viel Arbeit, also nicht Arbeit für den Menschen, aber immer wieder diese Kontinuität reinzubringen.

35:13

Inga Bergen

Aber ihr nutzt ja auch schon eine Struktur, ihr nutzt auch schon Technologie und ihr habt also natürlich auch ein System, dem ihr folgt. Und dann aber, und das meinte ich eigentlich, immer noch eine ganz persönliche Interaktion. Weil das finde ich eben spannend, weil es gibt sehr, sehr viel, was sich eigentlich darauf fokussiert, dass du Leuten rein digitale Lösungen an die Hand gibst. Aber da ist so meine Erfahrung: Man muss das, wie gesagt, mit Menschen irgendwie reinbringen und man muss die Leute so ein bisschen über diese Hürde helfen, besonders denen, die es nicht gewohnt sind, sich um sich selbst in irgendeiner Form zu kümmern. Kümmer'n. Und das heißt aber, ihr habt das System, ihr habt die Technologie und ihr habt dann aber auch, wenn ihr mit Unternehmen arbeitet, wirklich immer jemand vor Ort. Das heißt, ja, das skaliert natürlich, indem ihr das System auch neuen Mitarbeitenden zeigt und die im Prinzip nach dieser Qualität, nach diesen Qualitätsmerkmalen arbeiten, aber es ist jetzt nicht so, dass man das komplett im Self-Service machen könnte.

36:15

Marcell Jansen

Nein, also vieles geht in die Selbstbestimmung, das ist auch unser Ziel, die Menschen in die Selbstverantwortung Wir sagen immer: Selbstbestimmung in die Eigenverantwortung. Ich kann nur eigenverantwortlich auf mich aufpassen und achten, wenn ich weiß, worauf. Da helfen wir und da ist der Mensch wichtig. Aber du hast es gerade gesagt, wir haben immer eine Mischung zwischen natürlich Digitalisierung und eben Mensch. Und ja, das ist für uns aufwendig, aber es würde anders auch nicht funktionieren. Und deshalb machen wir es so, dass wir in die Unternehmen auch reingehen. Der Mensch kann natürlich auch digital dabei sein. Ich kann ein Coaching dafür, muss jetzt keiner zu 2 Stunden im Auto sitzen oder anderthalb Stunden, um sich zu treffen. Das geht auch eins zu eins, so wie wir jetzt den Podcast machen, auch. Aber wir gehen auch für zum Beispiel körperliche Messungen, Anamnesen und wirklich so die ersten Themen mit Kickoffs, mit Aktionstagen gehen wir mit unseren Teams in Unternehmen rein. Das ist ganz wichtig, dass wir dort präsent sind, weil es ist auch ein Trust-Thema. Es baut sich auch auf. Statics kommt wieder. Ach cool, da habe ich letztes Jahr das gemacht. Mal gucken, wie es dieses Jahr ist. Es ist kein Fingerzeig, es wird keiner in irgendeine Challenge gebracht, sondern es geht darum, dem Einzelnen zu helfen. Genau, es ist nicht mal diese Hürde, sondern ich war selber ratlos. So, was mache ich denn jetzt? Wo fange ich denn jetzt an? Habe mir auch 1000 Ziele und dann gemerkt, dass ich sie aber dann gar nicht erreicht habe, weil ich die falsch in den Fokus gesetzt habe und nach Gefühl gegangen bin. Und dieses Gefühl wird ersetzt durch: Wir nehmen uns Zeit. Und das ist auch das tolle Feedback, was gar nicht ich, sondern vor allen Dingen meine Mitarbeiter bekommen, wenn sie im Unternehmen sind. Boah, es hat sich mal jemand für mich Zeit genommen. Das kennt ja gar keiner mehr aus dem Gesundheitssystem. Da wurde ich befragt mit einer Anamnese, ob ich was habe. Dann hat man mich toll vermessen. Dann habe ich ja das bekommen, was auch die Sportler bekommen. Ja klar, du bist auch Sportler. Du machst sogar mehr. Du leistest sogar mehr.

37:55

Inga Bergen

Aber du hast jetzt gerade gesagt, und da will ich noch mal drauf einhaken, ihr macht auch richtig so Aktionstage. Absolut. Das heißt, da ist richtig okay, Statics kommt und dann kann man sich da vielleicht vorab anmelden und kann sagen, ich habe Interesse. Und das in Anspruch nehmen und die Unternehmen refinanzieren das über betriebliche Gesundheitsförderung, betriebliches Gesundheitsmanagement, oder wie läuft das jetzt so aus auf Unternehmensseite?

38:18

Marcell Jansen

Genau, also vom Ablauf ist es relativ einfach. Da gibt es auch verschiedene Ansätze zu starten. Also unser System ist auch nicht unflexibel, es geht aber nur so, weil jedes Unternehmen tickt anders, jedes Unternehmen hat andere Abläufe, andere Arbeitszeiten, andere Kultur, andere Schwerpunkte. Wir gucken ja auch, was macht ihr schon. Wir können auch Themen, die schon gemacht werden, mit andocken, denn wir wollen nicht eine eierlegende Wollmilchsau sein, aber wir sind der konkrete Ansprechpartner für definitiv eine konkrete Strategie gemeinschaftlich. Und dann kann es anfangen von einem Resilienz-Score, wo jeder Mitarbeiter eine Gesundheitsumfrage in gut macht. Wo stehe ich für mich persönlich körperlich und mental? Wie fühle ich mich? Wie sieht das gerade aus? Daraus kann man eben schon große Erkenntnisse treffen, um dann zu entscheiden, wie viele Aktionstage sind es denn überhaupt? Wie viele sind gebraucht? Ist es einer? Sind es mehrere? Und wo liegt der Schwerpunkt? Ist es also wo im Körperlichen? Beides, Rücken und Gang. Und das erarbeiten wir gemeinsam. Und die Terminierung läuft dann teilweise digital über die Plattform, über MyStatix-Profil, wo die Leute dann auch schon anhand ihres Resilienz-Scores auch erste individuelle Sachen, Übungen, Atemübungen vorgeschlagen werden. Wenn es im Emotionalen etwas ist, im Gedankenthema, es wird alles gemessen, wird den Leuten auch erklärt in einer Sprache, die sie verstehen. Und es gibt auch, du hast eben gesagt, es gibt auch coole Kurse, dass wenn jemand schon ein Interesse konkret hat und weiß, das interessiert ihn, das Thema. Der Unterschied bei uns ist nur, wie komme ich zu diesem Inhalt dieses Themas? Ich komme das nämlich über einen anderen Weg. Wenn mein Ergebnis, mein Resilienz-Score, meine Analyse zeigt, dass ich im Bereich Gewicht oder Ernährung was habe, dann wird mir vielleicht ein Ernährungskurs vorgestellt, weil es auch das Ergebnis zeigt, dass der mir jetzt gut tun könnte. Aber es werden mir nicht 200 Kurse angezeigt und guck mal, was dich interessiert, so wie es immer läuft. Sondern es kommt immer aus einer Anamnese, aus einem Messen zu einer Empfehlung. Das heißt, dann hast du 2 Kurse, die dir empfohlen werden, weil du klagst über Rückenschmerzen, dann mach doch die Rückenschule als Kurs. Das heißt auch da, diese Logik immer zu kommen wie im Spitzensport. Ich gucke, und wenn ich gucke, wo ich das brauche, bin ich ja auch bereit, vielleicht etwas zu verändern, weil ich sehe ja, da ist was, und ich will nicht, dass das schlimmer wird. Und das habe ich dann in der Hand, und deshalb bin ich wieder in der Selbstbestimmung. Und Das machen wir so, gehen wir praktisch rein und—

40:24

Inga Bergen

Sorry, wenn ich dich jetzt unterbreche, aber das finde ich übrigens ein total spannendes Mindset, weil ich kann mich noch daran erinnern, als ich früher diese Präventionskurse entwickelt habe. Das ist jetzt schon 13, 14 Jahre her, das ist schon ewig her. Und dann war total oft, ja, die Leute wollen ja nichts verändern. Und das sagen auch Ärztinnen und Ärzte oft. Und das stimmt sicher auch für einige. Aber ich finde das total gefährlich, wenn man das so sieht, weil Man einfach so Menschen dann so aburteilt. Und ich glaube, es gibt viele, die aber dann halt nicht so genau wissen, wie, und die da einfach eine Hilfe brauchen. Deswegen—

40:58

Marcell Jansen

Du, das ist eigentlich mein Hauptthema, wenn ich ehrlich bin, wo ich auch mich echt zusammenreißen muss, wenn ich das höre. Das ist so schnell pauschalisiert gesagt. Und das ist ganz gefährlich. Du hast es gerade— super, dass du das ansprichst. Ja, die wollen ja gar nicht. Also ich kann— Klar gibt es die auch, die sagen, mir ist eh alles egal und ist alles. Aber in den Unternehmen, wo wir drin sind, ich finde diese Menschen irgendwie nicht, die wollen. Wenn es wertschätzend ist, wenn es auf Augenhöhe ist und wenn ein Interesse ist und die Leute spüren, hier geht es ja wirklich um mich, um meine Gesundheit, die zu erhalten. Und das ist ja cool. Und es ist nämlich genau das Problem, warum das alles so abgetan wird. Und die Minderheit, die ist nämlich sehr klein, die sagt: Interessiert mich nicht. Aber ich bin auch ehrlich, ich wusste auch lange nicht wie, und ich weiß auch heute manchmal noch nicht das wie, weil das wie verändert sich. Es passieren Dinge in unserem Leben, auch in meinem, und ich brauche immer wieder dieses Reflektieren über auch eine coole Diagnostik, eine Messung, die mir aufzeigt, ich muss wieder meinen Kurs ein bisschen anpassen. Und deshalb ist das, da sind wir alle zusammen, da ist keiner alleine. Auch ich weiß manchmal nicht mit meinem ganzen Wissen das Wie, weil ich dann in meiner Messung sehe, oh, das ist ja doch anders, als ich gedacht habe. Aber ja, stimmt. Ah gut, dass ich es weiß. Und das ist das, was du sagst, wo wir echt aufpassen müssen. Die Leute wollen das. Also unsere Quoten, die Mitmachquoten, die sind so hoch, da ist nichts mit unter 5%, da sind wir bei 30, 40, 50%. Und dann immer steigern pro Jahr, wo wir mehr kommen, weil die Leute das dann spüren. Der Mensch hat das Gespür. Und bitte hört auf zu pauschalisieren. Das sind nämlich Menschen wie meine Eltern früher, wo dann auch gesagt wurde, ah, der will das doch gar nicht ändern, der Herr Jansen. Oh ja, der Herr Jansen hätte vieles gerne geändert, wenn er es gewusst hätte, wie. Weil er war halt leider nicht der Privatpatient oder Nationalspieler, der dann irgendwie überall einen Termin bekommt, wo ihm mal kurz gesagt wird, mach das mal bitte so, damit du fit bleibst. Weil das hätte der nämlich auch gemacht. Hätte er sich das von alleine getraut, proaktiv? Natürlich nicht, weil es auch komplex ist. Es wird uns immer irgendwas erzählt von irgendwelchen, die irgendwas verkaufen, kaufen. Und dann sollen halt irgendwelche Pillen, Longevity, oder alleinige Viral Builds das regeln. Nein, das wird nicht passieren.

43:09

Inga Bergen

Das ist übrigens total interessant, weil ich kann mich noch erinnern, wir haben mal so ein Online-Diät-Coaching gebaut, oder Online-Ernährungs-Coaching, und dann haben wir getestet ein Freemium-Modell. Also das bedeutet, du kannst 2 Wochen nutzen und dann danach musst du erst zahlen. Und das hat in dem Kontext überhaupt nicht funktioniert, weil die Leute nach 2 Wochen gemerkt haben, ups, Ich muss ja hier selbst aktiv werden und es dann einfach nicht mehr gekauft haben. Aber ich glaube, es ist auch was anderes, wenn du so in Gruppen, also wenn du das in der Gruppe machst, wenn du eine Energie irgendwie entfachst, wenn du eine persönliche Beziehung aufbaust. Das ist also total spannend und ich finde es auch bei euch interessant, dass ihr einfach so kombiniert, dieses Digitale mit dem Zwischenmenschlichen und auch mit diesem Personal Branding, was du natürlich mitbringst. Dienst und mit eigentlich dieser ganz, diesem ganz neuen Framing: Jeder Mensch ist ein Leistungssportler. Das finde ich total cool. Deswegen, ich wünsche euch total viel Erfolg mit dem Konzept, Marcel.

44:06

Marcell Jansen

Vielen Dank. Aber du hast gerade noch eine Sache, die war ganz wichtig, und da wird zu wenig drüber geredet. Die hast du auch gerade erwähnt. Als der Mensch, du hast das Beispiel mit dem Ernährungskurs, als der Mensch gemerkt, er hat es gemacht, und dann hat er gemerkt, er muss selber aktiv werden, hat das dann sein lassen. Das ist ein großes Große Herausforderung, großes Problem. Aber weißt du, was das bei den meisten das Problem ist? Es ist nicht, dass sie aktiv werden, sondern sie wissen auch dann nicht das Wie. Jetzt heißt es, du musst ja das, das, das, das, das, das, das machen. Dann sagen die, wie soll ich das denn jetzt in meinem Alltag machen? Wie soll ich denn jetzt für 3 Teile einkaufen gehen für eine gesunde Ernährung, die mich 400 kosten? Also, oder die Stufe, an der man dann, was gar nicht, was gut gemeint ist, aber oft ist die Stufe, in der ich einsteige, ist oft entscheidend, ob ich überhaupt was verändere oder nicht. Das heißt, wir müssen die Stufe viel weiter runtersetzen. Warum? Weil dann kommen realistische Erfolge. Wann kommt Motivation? Durch Erfolge. Aber die muss ich auch sehen, ich muss es auch visualisieren können. Und das ist das, an dem, wo sich unser System immer weiterentwickeln wird und auch muss. Kleine Schritte, realistisch. Wo stehst du gerade? Wo siehst du den ersten nächsten Erfolg? Weil wenn du den siehst und spürst und den als Feedback bekommst, bist du bereit, extrem viel zu verändern in deinem Leben, weil du motiviert bist. Wenn du das Thema Ernährung— ist für mich auch, ich bin ehrlich, das ist ein Totschlagthema, Ernährung. Weil wenn wir, wir können es auch runterbrechen, ja, natürlich ist Ernährung wichtig, aber am Ende werden wir auch alle alt damit, wenn wir uns einigermaßen ausgewogen ernähren. Das weiß doch jeder. Und es kann nicht jeder einfach nur Fleisch essen und nicht, das liegt nicht nur daran, was gesund und was nicht gesund ist, sondern welche Blutgruppe, welchen Stoffwechsel habe ich. Also es ist einfach so individuell wieder. Und Deshalb sage ich, ausgewogen und wissen, wieder in sich reinhorchen, was passiert, und dem Körper Pausen geben von Essen. Ja, also es gibt viel einfachere Methoden, sich dem Thema Ernährung zu nähern, als das, was da gerade gemacht wird. Da wird so ein Riesenthema draus gemacht, was ich viel zu viel finde, weil da würde ich auch aussteigen, weil, weil das da raucht ja der Kopf, weil das ist ja ein totaler Eingriff ins Leben und in die Lebensqualität. Aber wenn ich den Menschen einen Weg aufzeige, wie das Thema Ernährung in ihr Leben kommen kann, in einfachen Schritten, wirst du sehen, was paar Jahre später passiert, dass sich das Ernährungsverhalten komplett verändert hat, weil sie dann gespürt und verstanden haben, was, und nicht mit der Brechstange, und nicht, du musst jetzt von heute auf morgen. Und dann ist es immer der Jo-Jo-Effekt, und der bringt halt eben nicht. Deshalb sagen wir immer, kleine Veränderungen sind irgendwann große. Und bei dem Thema Ernährung, die Leute mich fragen, wie machst du es, sage ich, am Wochenende esse ich, was ich will, und in der Woche achte ich ein bisschen drauf, warum. Weil ich ja Leistung bringen möchte, nicht muss, sondern möchte. Und wenn ich Leistung bringen möchte, kann ich mir nicht in der Woche 10 Burger und Pizza und Alkohol— aber mache ich das am Wochenende? Ja, natürlich, weil ich Bock habe auf einen Burger und auf den Wein oder auch 3 Bier. Aber dann habe ich halt wieder eine kleine Disziplin in der Woche, normal und ausgewogen zu essen, halt mal zu verändern und dem Körper am Ende ab einer gewissen Uhrzeit am Abend auch mal eine Pause von dem Kram zu geben, was man so isst und trinkt, um einfach die Regeneration und den Stoffwechsel in Gang zu bringen. Das ist dann nicht gut, Wenn ich dann abends noch um— also es geht mir nicht um die Uhrzeit, aber wenn ich dann 19, 20 Uhr esse und dann halt morgens um 7, 8 schon wieder gleich esse, der Körper, der irgendwann gar keine Möglichkeit, mal zu verstopfen, zu regenerieren. Und das ist so ein bisschen— das sind so kleine Lifehacks, die da entscheidend sind. Aber auch die sind ein Stück weit wieder individuell, weil Gott sei Dank jeder so besonders ist mit seinem Stoffwechsel, mit seinem Alltag, mit seinem Bewegungsprofil, mit seinem Berufsprofil, mit seinem mentalen Und das versucht man halt rauszuarbeiten. Und keine Sorge, das kann man runterbrechen auf erste. Und diese Hemmschwelle niedriger zu setzen, Erfolge zu spüren, die motivieren uns alle eben auch etwas durchzuziehen. Aber ich kann das verstehen, dass einer, der noch gar nicht anfängt mit etwas hochkomplexen Einschränkungen, merkt, der muss gerade überhaupt sein ganzes Leben in Routinen verändern. Das wird er nicht machen. Wenn er aber sieht, Beispiel, er kriegt einen VO2max, er kriegt seine Sauerstoffflüssigkeit im Blut, was nichts anderes ist als auch eine Art Leistungsdiagnostik, die im Spitzensport stattfindet. Wird aber runtergebrochen auf sein Leben, wo dann rauskommt, anstatt ich habe jetzt in meiner blöden Uhr 12.000 Schritte angegeben, die völlig unvalidiert sind, weil ich die jeden Tag nicht erreiche, weil es viel zu viel ist. Warum 12.000 Schritte? Was ist denn das Ziel? Aber wenn mir so ein Wert sagt, da stehst du heute, du bist in dem und dem Alter, das ist deine Ampel, und wenn du den verbessern willst und solltest, dann gehe jetzt am Tag 4.000 Schritte, so und so lange, und dann erhöhst du, und du siehst dann in einer Nachmessung, dass sich dein VO2max und damit auch deine wirkliche Gesundheit, deine Leistungsfähigkeit verbessert hat, bist du motiviert. Aber dann habe ich in einem Schritt angefangen, der realistisch ist, den ich erreiche, um dann den nächsten zu erklimmen. Und ich fange nicht von da an und muss gerade mein ganzes Leben— und das ist ja auch nicht einfach, denn möchte mich da gar nicht auch einmischen, wenn ich an Frauen oder Familienväter, Eltern denke, kochen, organisieren, Tagesabläufe mit Ernährung Das ist ja Wahnsinn, was man da teilweise machen muss. Deshalb sage ich auch da ein bisschen mental entspannen, achtet auf die Dosis, alle Extreme sind schlecht, und dann hat man schon mal so einen ersten Ankerpunkt.

49:10

Inga Bergen

Alle Extreme sind schlecht, achtet auf die Dosis, ein super Fazit. Mir hat das total Spaß gemacht, mit dir zu sprechen, weil ich finde es übrigens sehr bemerkenswert, aus dir hätte auch einfach ein super guter Produktentwickler, Produktdesigner werden können, weil du so ein Gespür hast dafür, wie Menschen ticken und wie die gerne was haben möchten oder wie die einfach zu etwas gebracht werden können oder wie sie etwas benutzen, wie man sie knackt. Und ich glaube, das muss man ja auch, wenn man im Sport aktiv ist, muss man das ja auch irgendwie ein bisschen verstehen. Aber das fehlt mir tatsächlich ganz oft im Gesundheitswesen, dieser Fokus auf Bedürfnisse eigentlich. Ja, die Realität, wie Menschen ticken, weil die Medizin das gar nicht so mitdenkt. Und wir denken ja vieles aus der Medizin heraus, die halt eher so in Wahrscheinlichkeiten arbeitet, aber nicht in den individuellen Bedarfen. Und das können dann Leute, die im medizinischen Kontext arbeiten, nach vielen Jahren haben die das raus, aber das ist nicht so die Grundlage. Deswegen, mir hat es total viel Spaß gemacht. Ich freue mich auf jeden Fall, euren weiteren Weg zu beobachten. Und ja, ich glaube, alle Unternehmen, die jetzt Lust haben, die können sich gerne dann bei dir melden oder bei euch. Und ich bedanke mich ganz, ganz, ganz herzlich, lieber Marcel, für deine Zeit, ja, und für diese tollen Insights, und wünsche dir weiter super viel Erfolg.

50:36

Marcell Jansen

Ganz, ganz lieben Dank, hat mir auch großen Spaß gemacht, und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

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