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Warum die Lausitz gerade die interessanteste Modellregion für digitale Versorgung in Deutschland ist

Modellregion Lausitz: digitale Versorgung neu gebaut

In Cottbus wird Gesundheitsversorgung nicht nachgerüstet, sondern von der Frage her gebaut, wie man versorgen will. Was daraus entsteht, ist die konkreteste Antwort auf die Steuerungsfragen, die auf Bundesebene noch diskutiert werden.

An keinem zweiten Ort in Deutschland entsteht in der Gesundheitsversorgung gerade so viel gleichzeitig neu wie in der brandenburgischen Lausitz. Die Medizinische Universität Lausitz Carl Thiem ist die erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs und die jüngste Deutschlands, sie hat als einzige deutsche Universitätsmedizin ein eigenes Vorstandsressort Digitalisierung, und sie baut ihre Strukturen nicht um, sondern zum ersten Mal auf. Der Begriff, den man dort dafür gewählt hat, trifft es: digital by design. Digitalisierung als Gründungsprinzip, nicht als Nachrüstung. Genau diese Reihenfolge fehlt uns im deutschen Gesundheitssystem fast überall, und deshalb ist die Modellregion Lausitz derzeit der aufschlussreichste Ort, um zu verstehen, wie ein System der Zukunft tatsächlich aussehen könnte.

Was in Cottbus entsteht und wer es bezahlt

Im Oktober beginnt in Cottbus zum ersten Mal in der Geschichte Brandenburgs ein staatliches Medizinstudium, mit 36 Studierenden im ersten Jahrgang. Bis 2040 sollen 1.200 Studienplätze entstehen, aufgebaut über 80 W3-Professuren. Im Juli lagen über 7.000 Bewerbungen vor. Das Haus hat heute rund 4.200 Beschäftigte, versorgt jährlich etwa 35.000 stationäre und über 120.000 ambulante Patientinnen und Patienten und plant rund 1.300 zusätzliche Stellen.

Finanziert wird das aus dem Strukturwandel. Wegen des Braunkohleausstiegs fließen 3,7 Milliarden Euro in die Region, rund eine Milliarde davon zunächst in den Aufbau vor Ort. Die Anschubfinanzierung läuft bis 2038. Danach zahlt das Land weiter einen festen Betrag, alles darüber hinaus muss die Universitätsmedizin selbst erwirtschaften. Diese Jahreszahl steht wie ein Metronom über allem, was dort entschieden wird. Jede Investition, jeder Vertrag, jede Architekturentscheidung wird daran gemessen, ob sie in dreizehn Jahren noch trägt. Das diszipliniert stärker als jede Strategiedebatte.

Eine Notaufnahme, die zeigt, was Prozessdesign leisten kann

Ich habe in den letzten Jahren viele Notaufnahmen von innen gesehen. Die Rettungsstelle in Cottbus ist die erste, bei der ich verstanden habe, dass Prozessdesign eine Form von Fürsorge sein kann. Der Altbau wurde vollständig entkernt, aus sechs Behandlungsräumen wurden über zwanzig Behandlungsplätze. Wer hereinkommt, zu Fuß oder mit dem Rettungsdienst, durchläuft eine ressourcenbasierte Ersteinschätzung und bekommt sofort einen Platz zugewiesen. Der Wartebereich ist für Angehörige gedacht, nicht für Patientinnen und Patienten. Die Pflegebereiche sind farbcodiert, Rot, Orange, Blau, Grün, dazu Lila für den KV-Bereich. Der Rettungsdienst bekommt eine Nummer und eine Farbe und findet den Weg ohne Begleitung. Dass es vier Farben wurden, lag daran, dass 2021 nur vier Bodenbeläge in ausreichender Menge lieferbar waren. Pragmatismus als Planungsprinzip, und ich fand das großartig.

Zwei Details nehme ich mit. Es gibt einen eigenen Bereich für Menschen mit Demenz, reizarm, mit niedrigerer Raumhöhe und nichts, was triggert. Und es gibt einen Abschiedsraum, ausdrücklich nicht nur für Angehörige, sondern auch für das Personal, das einen Ort braucht, um kurz zu verarbeiten. Solche Räume gibt es an den wenigsten Häusern. Geplant war die Rettungsstelle für rund 85 Patientinnen und Patienten am Tag, inzwischen sind es rund 200, und das Drittel niedrig komplexer Fälle ist da bereits herausgerechnet. Das Einzugsgebiet umfasst etwa 120.000 Menschen.

Die eigentliche Frage digitaler Versorgung ist die Steuerung

Systemisch interessant wird es an der Schwelle. Ein MVZ und die KV-Notfallpraxis sitzen in denselben Räumlichkeiten. Wer nicht in die Notfallversorgung gehört, wird in Kooperationspraxen ausgesteuert, mit konkretem Ansprechpartner, fachspezifisch, Termin innerhalb von 60 Minuten, nicht abweisbar. Wer mit Rückenschmerzen kommt, geht zur Orthopädie. Das ist näher an dem, was Primärversorgungssteuerung sein sollte, als das meiste, was gerade auf Bundesebene diskutiert wird.

Nur nimmt ein erheblicher Teil dieser Menschen das Angebot nicht wahr. Sie verlassen das System einfach. Abends, wenn die KV-Praxis im Haus sitzt, kommen 100 Prozent an. Tagsüber, mit dem Weg in eine externe Praxis, deutlich weniger. Belastbare Zahlen gibt es noch nicht, das Haus will die Frage in diesem Jahr wissenschaftlich sauber aufsetzen. Schon die Beobachtung ist bemerkenswert. Wir wissen im deutschen Gesundheitswesen bis heute nicht, wo Menschen hingehen, wenn sie an einer Schwelle abgewiesen werden. Wir haben diese Daten nicht, und wir bauen gerade ein ganzes Steuerungssystem auf dieser Leerstelle. Der Druck ist real: In Cottbus selbst sind mehrere hausärztliche Kassensitze unbesetzt, der ambulante Bereich der Region gilt in weiten Teilen als unterversorgt, nicht drohend unterversorgt, sondern unterversorgt.

Warum die Modellregion Lausitz kein Projekt ist, sondern ein gesetzlicher Auftrag

Der Wissenschaftsrat hat 2022 vorgeschlagen, Universitätskliniken neben Forschung, Lehre und Krankenversorgung eine vierte Aufgabe zu geben: Zukunfts- und Systemaufgaben. Brandenburg hat das ins Landesrecht geschrieben. Im Brandenburgischen Universitätsmedizingesetz steht der Auftrag, systemrelevante Koordinierungs- und Innovationsaufgaben an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem zu übernehmen. Damit ist die Modellregion kein Projekt, sie ist ein Auftrag. Territorial umfasst sie die vier Landkreise der brandenburgischen Lausitz und die kreisfreie Stadt Cottbus, entschieden wird in einem gesetzlich verankerten Innovations- und Netzwerkrat, in dem Gebietskörperschaften und Partner der Selbstverwaltung gemeinsam sitzen. Eine der Beteiligten hat es so formuliert: Wir sind hier eigentlich eine Zuversichtsgemeinschaft. Alle haben verstanden, dass sie es allein nicht mehr hinbekommen. Übersehen wird dabei gern, dass die Modellregion nicht auf einem Topf sitzt, den sie nur verteilen müsste. Jeder Schritt muss einzeln begründet und beantragt werden.

Auf die Frage des Wissenschaftsrats, warum ausgerechnet hier gelingen soll, woran Modellprojekte sonst scheitern, gibt es eine bemerkenswert konkrete Antwort: Das eigene MVZ mit über 50 Kassensitzen ist das Reallabor. Man muss niemanden überreden, Versuchskaninchen zu sein. Man verprobt Prozesse in der eigenen Struktur und bietet sie erst dann an, mit Rahmenverträgen, ausgehandelten Konditionen, geklärtem Datenschutz und geprüfter PVS-Anbindung. Die Universitätsmedizin als Serviceprovider für die Region. Im MVZ entsteht gerade eine digitale Leitpraxis, und im Modellregionsantrag steht das Prinzip der Living Labs, also erlebbare Beispiele für alle, die nachziehen wollen. Ein Beispiel habe ich so noch nirgends gesehen: eine hausärztliche Versorgung, bei der der Arzt in Köln sitzt und die MFA vor Ort in der Lausitz am Patienten arbeitet. Mehr als Videosprechstunde, KV-rechtlich mühsam hingebogen, weil die Systematik eigentlich eine Praxisöffnung von 25 Wochenstunden vor Ort verlangt. Noch im Test. Die Alternative wäre keine Versorgung.

Lausitz Spine, ePA First und Patient in Control

Parallel entsteht die technische Basis: Cloud-first, Multi-Cloud, segmentiert nach Private, Public und Sovereign Cloud. Fernziel ist, den Akteuren der Region Healthcare-as-a-Service anzubieten, ein eigenes Rechenzentrum bleibt im Wesentlichen als Backup. Architektonisch überzeugt mich am meisten die regionale Interoperabilitätsschicht, intern Lausitz Spine genannt. Sie ist eine Austauschplattform für Daten aus Krankenhäusern, Praxen, Pflege, MVZ, Notfall-Leitstellen und öffentlichem Gesundheitsdienst, auf Basis offener Standards wie FHIR und SNOMED CT. Darauf liegt ein regionaler Gesundheitsdatenraum, betrieben von der MUL-CT als unabhängiger Datentreuhänder, dazu ein Gesundheitsportal als digitale Eingangstür für die Bürgerinnen und Bürger.

Am meisten überrascht hat mich, dass die ePA als Teil der Datenbasis gedacht wird. ePA First steht so in der Strategie, daneben Patient in Control, also transparente Einwilligung, einsehbare Nutzungsprotokolle, widerrufbare Freigaben. Genau diese Reihenfolge sehe ich in Deutschland sonst selten. Zu den priorisierten Versorgungsbedarfen gehören telemedizinische Pfade für chronische Erkrankungen, ein onkologischer Datenverbund mit digitalen Tumorboards, psychische Gesundheit und digitale Nachsorge, Pflegeüberleitung und die Verzahnung von Leitstelle, Rettungsdienst, Krankenhaus und Praxis. Daran wird gerade konkret gearbeitet: Die Daten, die im Rettungswagen erfasst werden, sollen in Echtzeit im KIS ankommen. Das klingt banal. Ist es nicht.

Warum Handlungsdruck in der Lausitz zum Asset wird

Die Digitalstrategie ist öffentlich einsehbar unter digital-lausitz.de, inklusive PDF und interaktivem Wimmelbild, und es gibt sie auf Englisch, weil viel mit polnischen Partnern gearbeitet wird, mit Zielona Góra, Wrocław, Universitäten und Digitaldienstleistern. Im Kapitel zum Klinikcampus steht ein Satz, den ich in keiner mir bekannten deutschen Klinikstrategie gefunden habe: dass in der Vergangenheit Ambitionen formuliert wurden, die im Abgleich mit der Klinikrealität zu Ernüchterung und Frustration bei den Beschäftigten geführt haben. Wer das aufschreibt und veröffentlicht, hat keine Marketingabsicht mehr. Ich wünschte, mehr Häuser hätten diesen Mut.

Dieselbe Ehrlichkeit gilt für den schwierigsten Punkt. Bei einem Bürgerdialog kam eine ältere Frau nach vorne und sagte sinngemäß, sie sei ganz allein, ihr einziges Gespräch im Quartal sei das mit ihrem Arzt, und das wolle man ihr mit Digitalisierung und Telemedizin jetzt auch noch wegnehmen. Die Lausitz hat nach der Wende eine ganze Generation verloren, die Eltern sind geblieben und sind heute alt. Der Arztkontakt ist für viele der letzte verbliebene verlässliche soziale Termin. Das ist keine Frage der Akzeptanz, die man wegkommuniziert, sondern eine echte Zielkollision. Ich habe Respekt davor, dass sie dort benannt wird, statt in einer Kommunikationsstrategie zu verschwinden. Die Konsequenz ist konkret: Die Bürgerdialoge werden kürzer, in anderer Sprache, näher an der Lebensrealität, weil man sonst die Menschen verliert, für die man baut.

Drei Dinge nehme ich aus Cottbus mit. Erstens: Wer einmal neu bauen darf, baut anders. Die Notaufnahme funktioniert, weil man nicht Strukturen in eine bestehende Immobilie gepresst hat, sondern von der Frage ausgegangen ist, wie man versorgen will. Zweitens: Handlungsdruck ist ein Asset. Unbesetzte Hausarztsitze, Häuser, die allein nicht mehr können, eine alternde Bevölkerung, das erzeugt eine Kooperationsbereitschaft, die in Ballungsräumen niemand hinbekommt. Die Lausitz führt die Diskussionen nicht mehr, die auf Bundesebene geführt werden, sie hat sie hinter sich. Drittens: Glaubwürdigkeit entsteht an der Basis. Der Satz, der mir am längsten nachgeht, stammt von einem niedergelassenen Kollegen über ein anderes digitales Leitkrankenhaus: Warum schafft ihr es mit all dem Geld nicht, mir den Arztbrief digital zuzustellen? Digitalisierung wird nicht an der Spitzenforschung gemessen, sondern am Arztbrief. Das gilt auch in der Lausitz, und man weiß es dort.

Quellen:

Wissenschaftsrat, Vorschlag 2022, Universitätskliniken neben Forschung, Lehre und Krankenversorgung eine vierte Aufgabe zu geben: Zukunfts- und Systemaufgaben

Brandenburgisches Universitätsmedizingesetz, Auftrag zur Übernahme systemrelevanter Koordinierungs- und Innovationsaufgaben an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem

Digitalstrategie der Medizinischen Universität Lausitz Carl Thiem, digital-lausitz.de, inklusive PDF-Download und interaktivem Wimmelbild

Pro Tipp

Die vollständige Digitalstrategie der Medizinischen Universität Lausitz Carl Thiem ist öffentlich einsehbar unter digital-lausitz.de, inklusive PDF-Download und interaktivem Wimmelbild, und sie liegt auch auf Englisch vor. Wer selbst an einer Digitalstrategie für ein Haus oder eine Region arbeitet, sollte sie lesen, auch ohne Bezug zur Lausitz. Besonders lohnend ist das Kapitel zum Klinikcampus, in dem offen benannt wird, dass frühere Ambitionen im Abgleich mit der Klinikrealität zu Ernüchterung und Frustration bei den Beschäftigten geführt haben. Genau diese Passage ist der Maßstab, an dem sich andere Strategiepapiere messen lassen müssen.

FAQ

Was ist die Modellregion Lausitz?
Die Modellregion umfasst die vier Landkreise der brandenburgischen Lausitz und die kreisfreie Stadt Cottbus. Sie geht auf den Vorschlag des Wissenschaftsrats von 2022 zurück, Universitätskliniken neben Forschung, Lehre und Krankenversorgung eine vierte Aufgabe zu geben, nämlich Zukunfts- und Systemaufgaben. Brandenburg hat diesen Auftrag ins Landesrecht geschrieben. Entschieden wird in einem gesetzlich verankerten Innovations- und Netzwerkrat, in dem Gebietskörperschaften und Partner der Selbstverwaltung gemeinsam sitzen.

Was ist die Medizinische Universität Lausitz Carl Thiem?
Sie ist die erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs und die jüngste Deutschlands. Im Oktober beginnt dort mit 36 Studierenden zum ersten Mal in der Geschichte Brandenburgs ein staatliches Medizinstudium, bis 2040 sollen 1.200 Studienplätze über 80 W3-Professuren aufgebaut werden. Das Haus hat rund 4.200 Beschäftigte und versorgt jährlich etwa 35.000 stationäre und über 120.000 ambulante Patientinnen und Patienten.

Wie wird der Aufbau finanziert?
Über den Strukturwandel. Wegen des Braunkohleausstiegs fließen 3,7 Milliarden Euro in die Region, rund eine Milliarde davon zunächst in den Aufbau vor Ort. Die Anschubfinanzierung läuft bis 2038, danach zahlt das Land einen festen Betrag weiter, alles darüber hinaus muss die Universitätsmedizin selbst erwirtschaften. Die Modellregion sitzt dabei nicht auf einem Topf, den sie nur verteilen müsste, jeder Schritt muss einzeln begründet und beantragt werden.

Was ist die Lausitz Spine?
So heißt intern die regionale Interoperabilitätsschicht, eine Austauschplattform für Daten aus Krankenhäusern, Praxen, Pflege, MVZ, Notfall-Leitstellen und öffentlichem Gesundheitsdienst auf Basis offener Standards wie FHIR und SNOMED CT. Darauf liegen ein regionaler Gesundheitsdatenraum, betrieben von der MUL-CT als unabhängiger Datentreuhänder, und ein Gesundheitsportal als digitale Eingangstür für Bürgerinnen und Bürger.

Welche Rolle spielt die ePA in der Strategie?
Die ePA wird als Teil der Datenbasis gedacht, ePA First steht so in der Strategie. Daneben steht Patient in Control mit transparenter Einwilligung, einsehbaren Nutzungsprotokollen und widerrufbaren Freigaben.

Was macht die Notaufnahme in Cottbus besonders?
Der Altbau wurde vollständig entkernt, aus sechs Behandlungsräumen wurden über zwanzig Behandlungsplätze. Wer hereinkommt, durchläuft eine ressourcenbasierte Ersteinschätzung und bekommt sofort einen Platz, der Wartebereich ist für Angehörige gedacht. Es gibt einen reizarmen Bereich für Menschen mit Demenz und einen Abschiedsraum, der ausdrücklich auch für das Personal da ist.

Fazit

Die Lausitz ist derzeit der einzige Ort in Deutschland, an dem Gesundheitsversorgung nicht nachgerüstet, sondern von der Versorgungsfrage her neu gebaut wird, und genau das macht sie zur relevantesten Modellregion für digitale Versorgung. Digital by design, ein gesetzlich verankerter Systemauftrag, ein eigenes MVZ als Reallabor und eine Architektur, die die ePA als Datenbasis mitdenkt, ergeben zusammen etwas, das über ein Modellprojekt hinausgeht. Der Handlungsdruck aus unbesetzten Kassensitzen und alternder Bevölkerung erzeugt dabei eine Kooperationsbereitschaft, die in Ballungsräumen niemand herstellen kann. Gemessen wird das Ergebnis am Ende trotzdem nicht an der Spitzenforschung, sondern an der Frage, ob der Arztbrief digital ankommt, und an Menschen wie der Frau in Luckau, für die der Arztkontakt der letzte verlässliche soziale Termin ist.

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An keinem zweiten Ort in Deutschland entsteht in der Gesundheitsversorgung gerade so viel gleichzeitig neu wie in der brandenburgischen Lausitz. Die Medizinische Universität Lausitz Carl Thiem ist die erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs und die jüngste Deutschlands, sie hat als einzige deutsche Universitätsmedizin ein eigenes Vorstandsressort Digitalisierung, und sie baut ihre Strukturen nicht um, sondern zum ersten Mal auf. Der Begriff, den man dort dafür gewählt hat, trifft es: digital by design. Digitalisierung als Gründungsprinzip, nicht als Nachrüstung. Genau diese Reihenfolge fehlt uns im deutschen Gesundheitssystem fast überall, und deshalb ist die Modellregion Lausitz derzeit der aufschlussreichste Ort, um zu verstehen, wie ein System der Zukunft tatsächlich aussehen könnte.

Was in Cottbus entsteht und wer es bezahlt

Im Oktober beginnt in Cottbus zum ersten Mal in der Geschichte Brandenburgs ein staatliches Medizinstudium, mit 36 Studierenden im ersten Jahrgang. Bis 2040 sollen 1.200 Studienplätze entstehen, aufgebaut über 80 W3-Professuren. Im Juli lagen über 7.000 Bewerbungen vor. Das Haus hat heute rund 4.200 Beschäftigte, versorgt jährlich etwa 35.000 stationäre und über 120.000 ambulante Patientinnen und Patienten und plant rund 1.300 zusätzliche Stellen.

Finanziert wird das aus dem Strukturwandel. Wegen des Braunkohleausstiegs fließen 3,7 Milliarden Euro in die Region, rund eine Milliarde davon zunächst in den Aufbau vor Ort. Die Anschubfinanzierung läuft bis 2038. Danach zahlt das Land weiter einen festen Betrag, alles darüber hinaus muss die Universitätsmedizin selbst erwirtschaften. Diese Jahreszahl steht wie ein Metronom über allem, was dort entschieden wird. Jede Investition, jeder Vertrag, jede Architekturentscheidung wird daran gemessen, ob sie in dreizehn Jahren noch trägt. Das diszipliniert stärker als jede Strategiedebatte.

Eine Notaufnahme, die zeigt, was Prozessdesign leisten kann

Ich habe in den letzten Jahren viele Notaufnahmen von innen gesehen. Die Rettungsstelle in Cottbus ist die erste, bei der ich verstanden habe, dass Prozessdesign eine Form von Fürsorge sein kann. Der Altbau wurde vollständig entkernt, aus sechs Behandlungsräumen wurden über zwanzig Behandlungsplätze. Wer hereinkommt, zu Fuß oder mit dem Rettungsdienst, durchläuft eine ressourcenbasierte Ersteinschätzung und bekommt sofort einen Platz zugewiesen. Der Wartebereich ist für Angehörige gedacht, nicht für Patientinnen und Patienten. Die Pflegebereiche sind farbcodiert, Rot, Orange, Blau, Grün, dazu Lila für den KV-Bereich. Der Rettungsdienst bekommt eine Nummer und eine Farbe und findet den Weg ohne Begleitung. Dass es vier Farben wurden, lag daran, dass 2021 nur vier Bodenbeläge in ausreichender Menge lieferbar waren. Pragmatismus als Planungsprinzip, und ich fand das großartig.

Zwei Details nehme ich mit. Es gibt einen eigenen Bereich für Menschen mit Demenz, reizarm, mit niedrigerer Raumhöhe und nichts, was triggert. Und es gibt einen Abschiedsraum, ausdrücklich nicht nur für Angehörige, sondern auch für das Personal, das einen Ort braucht, um kurz zu verarbeiten. Solche Räume gibt es an den wenigsten Häusern. Geplant war die Rettungsstelle für rund 85 Patientinnen und Patienten am Tag, inzwischen sind es rund 200, und das Drittel niedrig komplexer Fälle ist da bereits herausgerechnet. Das Einzugsgebiet umfasst etwa 120.000 Menschen.

Die eigentliche Frage digitaler Versorgung ist die Steuerung

Systemisch interessant wird es an der Schwelle. Ein MVZ und die KV-Notfallpraxis sitzen in denselben Räumlichkeiten. Wer nicht in die Notfallversorgung gehört, wird in Kooperationspraxen ausgesteuert, mit konkretem Ansprechpartner, fachspezifisch, Termin innerhalb von 60 Minuten, nicht abweisbar. Wer mit Rückenschmerzen kommt, geht zur Orthopädie. Das ist näher an dem, was Primärversorgungssteuerung sein sollte, als das meiste, was gerade auf Bundesebene diskutiert wird.

Nur nimmt ein erheblicher Teil dieser Menschen das Angebot nicht wahr. Sie verlassen das System einfach. Abends, wenn die KV-Praxis im Haus sitzt, kommen 100 Prozent an. Tagsüber, mit dem Weg in eine externe Praxis, deutlich weniger. Belastbare Zahlen gibt es noch nicht, das Haus will die Frage in diesem Jahr wissenschaftlich sauber aufsetzen. Schon die Beobachtung ist bemerkenswert. Wir wissen im deutschen Gesundheitswesen bis heute nicht, wo Menschen hingehen, wenn sie an einer Schwelle abgewiesen werden. Wir haben diese Daten nicht, und wir bauen gerade ein ganzes Steuerungssystem auf dieser Leerstelle. Der Druck ist real: In Cottbus selbst sind mehrere hausärztliche Kassensitze unbesetzt, der ambulante Bereich der Region gilt in weiten Teilen als unterversorgt, nicht drohend unterversorgt, sondern unterversorgt.

Warum die Modellregion Lausitz kein Projekt ist, sondern ein gesetzlicher Auftrag

Der Wissenschaftsrat hat 2022 vorgeschlagen, Universitätskliniken neben Forschung, Lehre und Krankenversorgung eine vierte Aufgabe zu geben: Zukunfts- und Systemaufgaben. Brandenburg hat das ins Landesrecht geschrieben. Im Brandenburgischen Universitätsmedizingesetz steht der Auftrag, systemrelevante Koordinierungs- und Innovationsaufgaben an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem zu übernehmen. Damit ist die Modellregion kein Projekt, sie ist ein Auftrag. Territorial umfasst sie die vier Landkreise der brandenburgischen Lausitz und die kreisfreie Stadt Cottbus, entschieden wird in einem gesetzlich verankerten Innovations- und Netzwerkrat, in dem Gebietskörperschaften und Partner der Selbstverwaltung gemeinsam sitzen. Eine der Beteiligten hat es so formuliert: Wir sind hier eigentlich eine Zuversichtsgemeinschaft. Alle haben verstanden, dass sie es allein nicht mehr hinbekommen. Übersehen wird dabei gern, dass die Modellregion nicht auf einem Topf sitzt, den sie nur verteilen müsste. Jeder Schritt muss einzeln begründet und beantragt werden.

Auf die Frage des Wissenschaftsrats, warum ausgerechnet hier gelingen soll, woran Modellprojekte sonst scheitern, gibt es eine bemerkenswert konkrete Antwort: Das eigene MVZ mit über 50 Kassensitzen ist das Reallabor. Man muss niemanden überreden, Versuchskaninchen zu sein. Man verprobt Prozesse in der eigenen Struktur und bietet sie erst dann an, mit Rahmenverträgen, ausgehandelten Konditionen, geklärtem Datenschutz und geprüfter PVS-Anbindung. Die Universitätsmedizin als Serviceprovider für die Region. Im MVZ entsteht gerade eine digitale Leitpraxis, und im Modellregionsantrag steht das Prinzip der Living Labs, also erlebbare Beispiele für alle, die nachziehen wollen. Ein Beispiel habe ich so noch nirgends gesehen: eine hausärztliche Versorgung, bei der der Arzt in Köln sitzt und die MFA vor Ort in der Lausitz am Patienten arbeitet. Mehr als Videosprechstunde, KV-rechtlich mühsam hingebogen, weil die Systematik eigentlich eine Praxisöffnung von 25 Wochenstunden vor Ort verlangt. Noch im Test. Die Alternative wäre keine Versorgung.

Lausitz Spine, ePA First und Patient in Control

Parallel entsteht die technische Basis: Cloud-first, Multi-Cloud, segmentiert nach Private, Public und Sovereign Cloud. Fernziel ist, den Akteuren der Region Healthcare-as-a-Service anzubieten, ein eigenes Rechenzentrum bleibt im Wesentlichen als Backup. Architektonisch überzeugt mich am meisten die regionale Interoperabilitätsschicht, intern Lausitz Spine genannt. Sie ist eine Austauschplattform für Daten aus Krankenhäusern, Praxen, Pflege, MVZ, Notfall-Leitstellen und öffentlichem Gesundheitsdienst, auf Basis offener Standards wie FHIR und SNOMED CT. Darauf liegt ein regionaler Gesundheitsdatenraum, betrieben von der MUL-CT als unabhängiger Datentreuhänder, dazu ein Gesundheitsportal als digitale Eingangstür für die Bürgerinnen und Bürger.

Am meisten überrascht hat mich, dass die ePA als Teil der Datenbasis gedacht wird. ePA First steht so in der Strategie, daneben Patient in Control, also transparente Einwilligung, einsehbare Nutzungsprotokolle, widerrufbare Freigaben. Genau diese Reihenfolge sehe ich in Deutschland sonst selten. Zu den priorisierten Versorgungsbedarfen gehören telemedizinische Pfade für chronische Erkrankungen, ein onkologischer Datenverbund mit digitalen Tumorboards, psychische Gesundheit und digitale Nachsorge, Pflegeüberleitung und die Verzahnung von Leitstelle, Rettungsdienst, Krankenhaus und Praxis. Daran wird gerade konkret gearbeitet: Die Daten, die im Rettungswagen erfasst werden, sollen in Echtzeit im KIS ankommen. Das klingt banal. Ist es nicht.

Warum Handlungsdruck in der Lausitz zum Asset wird

Die Digitalstrategie ist öffentlich einsehbar unter digital-lausitz.de, inklusive PDF und interaktivem Wimmelbild, und es gibt sie auf Englisch, weil viel mit polnischen Partnern gearbeitet wird, mit Zielona Góra, Wrocław, Universitäten und Digitaldienstleistern. Im Kapitel zum Klinikcampus steht ein Satz, den ich in keiner mir bekannten deutschen Klinikstrategie gefunden habe: dass in der Vergangenheit Ambitionen formuliert wurden, die im Abgleich mit der Klinikrealität zu Ernüchterung und Frustration bei den Beschäftigten geführt haben. Wer das aufschreibt und veröffentlicht, hat keine Marketingabsicht mehr. Ich wünschte, mehr Häuser hätten diesen Mut.

Dieselbe Ehrlichkeit gilt für den schwierigsten Punkt. Bei einem Bürgerdialog kam eine ältere Frau nach vorne und sagte sinngemäß, sie sei ganz allein, ihr einziges Gespräch im Quartal sei das mit ihrem Arzt, und das wolle man ihr mit Digitalisierung und Telemedizin jetzt auch noch wegnehmen. Die Lausitz hat nach der Wende eine ganze Generation verloren, die Eltern sind geblieben und sind heute alt. Der Arztkontakt ist für viele der letzte verbliebene verlässliche soziale Termin. Das ist keine Frage der Akzeptanz, die man wegkommuniziert, sondern eine echte Zielkollision. Ich habe Respekt davor, dass sie dort benannt wird, statt in einer Kommunikationsstrategie zu verschwinden. Die Konsequenz ist konkret: Die Bürgerdialoge werden kürzer, in anderer Sprache, näher an der Lebensrealität, weil man sonst die Menschen verliert, für die man baut.

Drei Dinge nehme ich aus Cottbus mit. Erstens: Wer einmal neu bauen darf, baut anders. Die Notaufnahme funktioniert, weil man nicht Strukturen in eine bestehende Immobilie gepresst hat, sondern von der Frage ausgegangen ist, wie man versorgen will. Zweitens: Handlungsdruck ist ein Asset. Unbesetzte Hausarztsitze, Häuser, die allein nicht mehr können, eine alternde Bevölkerung, das erzeugt eine Kooperationsbereitschaft, die in Ballungsräumen niemand hinbekommt. Die Lausitz führt die Diskussionen nicht mehr, die auf Bundesebene geführt werden, sie hat sie hinter sich. Drittens: Glaubwürdigkeit entsteht an der Basis. Der Satz, der mir am längsten nachgeht, stammt von einem niedergelassenen Kollegen über ein anderes digitales Leitkrankenhaus: Warum schafft ihr es mit all dem Geld nicht, mir den Arztbrief digital zuzustellen? Digitalisierung wird nicht an der Spitzenforschung gemessen, sondern am Arztbrief. Das gilt auch in der Lausitz, und man weiß es dort.

Quellen:

Wissenschaftsrat, Vorschlag 2022, Universitätskliniken neben Forschung, Lehre und Krankenversorgung eine vierte Aufgabe zu geben: Zukunfts- und Systemaufgaben

Brandenburgisches Universitätsmedizingesetz, Auftrag zur Übernahme systemrelevanter Koordinierungs- und Innovationsaufgaben an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem

Digitalstrategie der Medizinischen Universität Lausitz Carl Thiem, digital-lausitz.de, inklusive PDF-Download und interaktivem Wimmelbild

Pro Tipp

Die vollständige Digitalstrategie der Medizinischen Universität Lausitz Carl Thiem ist öffentlich einsehbar unter digital-lausitz.de, inklusive PDF-Download und interaktivem Wimmelbild, und sie liegt auch auf Englisch vor. Wer selbst an einer Digitalstrategie für ein Haus oder eine Region arbeitet, sollte sie lesen, auch ohne Bezug zur Lausitz. Besonders lohnend ist das Kapitel zum Klinikcampus, in dem offen benannt wird, dass frühere Ambitionen im Abgleich mit der Klinikrealität zu Ernüchterung und Frustration bei den Beschäftigten geführt haben. Genau diese Passage ist der Maßstab, an dem sich andere Strategiepapiere messen lassen müssen.

FAQ

Was ist die Modellregion Lausitz?
Die Modellregion umfasst die vier Landkreise der brandenburgischen Lausitz und die kreisfreie Stadt Cottbus. Sie geht auf den Vorschlag des Wissenschaftsrats von 2022 zurück, Universitätskliniken neben Forschung, Lehre und Krankenversorgung eine vierte Aufgabe zu geben, nämlich Zukunfts- und Systemaufgaben. Brandenburg hat diesen Auftrag ins Landesrecht geschrieben. Entschieden wird in einem gesetzlich verankerten Innovations- und Netzwerkrat, in dem Gebietskörperschaften und Partner der Selbstverwaltung gemeinsam sitzen.

Was ist die Medizinische Universität Lausitz Carl Thiem?
Sie ist die erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs und die jüngste Deutschlands. Im Oktober beginnt dort mit 36 Studierenden zum ersten Mal in der Geschichte Brandenburgs ein staatliches Medizinstudium, bis 2040 sollen 1.200 Studienplätze über 80 W3-Professuren aufgebaut werden. Das Haus hat rund 4.200 Beschäftigte und versorgt jährlich etwa 35.000 stationäre und über 120.000 ambulante Patientinnen und Patienten.

Wie wird der Aufbau finanziert?
Über den Strukturwandel. Wegen des Braunkohleausstiegs fließen 3,7 Milliarden Euro in die Region, rund eine Milliarde davon zunächst in den Aufbau vor Ort. Die Anschubfinanzierung läuft bis 2038, danach zahlt das Land einen festen Betrag weiter, alles darüber hinaus muss die Universitätsmedizin selbst erwirtschaften. Die Modellregion sitzt dabei nicht auf einem Topf, den sie nur verteilen müsste, jeder Schritt muss einzeln begründet und beantragt werden.

Was ist die Lausitz Spine?
So heißt intern die regionale Interoperabilitätsschicht, eine Austauschplattform für Daten aus Krankenhäusern, Praxen, Pflege, MVZ, Notfall-Leitstellen und öffentlichem Gesundheitsdienst auf Basis offener Standards wie FHIR und SNOMED CT. Darauf liegen ein regionaler Gesundheitsdatenraum, betrieben von der MUL-CT als unabhängiger Datentreuhänder, und ein Gesundheitsportal als digitale Eingangstür für Bürgerinnen und Bürger.

Welche Rolle spielt die ePA in der Strategie?
Die ePA wird als Teil der Datenbasis gedacht, ePA First steht so in der Strategie. Daneben steht Patient in Control mit transparenter Einwilligung, einsehbaren Nutzungsprotokollen und widerrufbaren Freigaben.

Was macht die Notaufnahme in Cottbus besonders?
Der Altbau wurde vollständig entkernt, aus sechs Behandlungsräumen wurden über zwanzig Behandlungsplätze. Wer hereinkommt, durchläuft eine ressourcenbasierte Ersteinschätzung und bekommt sofort einen Platz, der Wartebereich ist für Angehörige gedacht. Es gibt einen reizarmen Bereich für Menschen mit Demenz und einen Abschiedsraum, der ausdrücklich auch für das Personal da ist.

Fazit

Die Lausitz ist derzeit der einzige Ort in Deutschland, an dem Gesundheitsversorgung nicht nachgerüstet, sondern von der Versorgungsfrage her neu gebaut wird, und genau das macht sie zur relevantesten Modellregion für digitale Versorgung. Digital by design, ein gesetzlich verankerter Systemauftrag, ein eigenes MVZ als Reallabor und eine Architektur, die die ePA als Datenbasis mitdenkt, ergeben zusammen etwas, das über ein Modellprojekt hinausgeht. Der Handlungsdruck aus unbesetzten Kassensitzen und alternder Bevölkerung erzeugt dabei eine Kooperationsbereitschaft, die in Ballungsräumen niemand herstellen kann. Gemessen wird das Ergebnis am Ende trotzdem nicht an der Spitzenforschung, sondern an der Frage, ob der Arztbrief digital ankommt, und an Menschen wie der Frau in Luckau, für die der Arztkontakt der letzte verlässliche soziale Termin ist.

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Die Autorin

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Inga Bergen

Expertin für Digital Health & AI I Moderator | Founder | Angel Investor

"Visionäre der Gesundheit " Gründerin Inga Bergen ist eine der promintesten Stimmen für eine menschzentrierte Digitalisierung des Gesundheits­wesens. Seit 15+ Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Medizin und Gesellschaft. Im erfolgreichen Podcast und Newsletter "Visionäre der Gesundheit" ordnet Inga die digitale und KI-Transformation des Gesundheitswesens ein.

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