
Digitale Versorgung, Daten & Prävention
Dr. Steffen E. Künzel, der 15-Euro-Scan: Wie Skleo Health die Vorsorge im Drogeriemarkt etablieren will
Dr. Steffen E. Künzel ist Augenarzt und Gründer von Scleo Health, einem Unternehmen für Augenscreenings außerhalb der Arztpraxis. Große Teile seiner Facharztausbildung absolvierte er an der Charité, wo er auch wissenschaftlich tätig war. In dieser Folge von Visionäre der Gesundheit fragt Inga Bergen, Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens, wie sich Früherkennung in Drogeriemärkten, Apotheken und beim Optiker mit ärztlicher Verantwortung vereinbaren lässt. Künzel erklärt, warum er hinter den langen Wartezeiten keinen Ärztemangel sieht, sondern eine Fehlverteilung ärztlicher Zeit auf gesunde Kontrolltermine. Er beschreibt, wie jedes Netzhautbild von einer zertifizierten KI und zusätzlich fachärztlich beurteilt wird, und fordert eine Vergütung nach Wirksamkeit statt nach Patientenzahl. Das Gespräch führt mitten in die Debatte mit Ärztekammer und Berufsverband über Screening im Einzelhandel.
Warum das Thema wichtig ist
Es kann doch nicht sein, dass ich mir mittlerweile jede Serie bei Netflix anschauen kann, aber Gesundheit leben wir so wie vor 30 Jahren.
Wartezeiten von rund zwei Monaten auf einen augenärztlichen Termin treffen auf Volkskrankheiten wie Glaukom, altersbedingte Makuladegeneration und diabetische Augenerkrankungen, die in ihren frühen Phasen keine Symptome verursachen und deshalb unentdeckt bleiben. Die Folge macht greifbar, was auf dem Spiel steht, wenn Früherkennung aus der Arztpraxis heraus in Drogeriemärkte, Apotheken und Optikergeschäfte wandert, und welche Frage dabei ungelöst bleibt: Wer trägt die medizinische Verantwortung, und wer bezahlt eine Vorsorge, die nicht mehr in die Quartalslogik der Praxen passt. Relevant für Augenärztinnen und Augenärzte, Praxis und Klinikleitungen, HealthTech-Gründerinnen und Gründer, Kostenträger sowie Regulierer, die über Screening außerhalb der Regelversorgung entscheiden. Als Expertin für KI und Digital Health und eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens führt Inga Bergen diese Debatte dorthin, wo sie zwischen Berufsverbänden, Einzelhandel und Krankenkassen tatsächlich ausgetragen wird.
key take aways
Zentrale Erkenntnisse
Das Augenscreening kostet 14,95 Euro und ist ohne Termin verfügbar.
Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland haben eine Form der altersbedingten Makuladegeneration.
Jedes Netzhautbild durchläuft eine zertifizierte KI und eine fachärztliche Validierung.
Deutschland hat pro Kopf mehr Ärzte als fast jedes andere Land.
Ein Wirksamkeitsscore vergütet den Nutzen einer Maßnahme statt der Patientenzahl.
Die Gastgeberin
Inga Bergen
Expertin für Digital Health & AI I Moderator | Founder | Angel Investor
"Visionäre der Gesundheit " Gründerin Inga Bergen ist eine der promintesten Stimmen für eine menschzentrierte Digitalisierung des Gesundheitswesens. Seit 15+ Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Medizin und Gesellschaft. Im erfolgreichen Podcast und Newsletter "Visionäre der Gesundheit" ordnet Inga die digitale und KI-Transformation des Gesundheitswesens ein.
Der Podcast
Visionäre der Gesundheit
VdR - einer der meistgehörten Health-Podcasts in Deutschland mit über 1 Mio. Streams. Wir sprechen mit Ärzt:innen, Unternehmer:innen, Forscher:innen und Entscheider:innen über Innovationen, digitale Transformation, interkulturelle Medizin und die Zukunft der Versorgung. In über 170 Folgen, beleuchtet Inga Bergen mit ihren Gästen, Perspektiven, die Mut machen – und zeigt, wie Wandel im Gesundheitswesen wirklich gelingt.
Episoden BESCHREIBUNG
Augenvorsorge im Drogeriemarkt: Warum Dr. Steffen E. Künzel die Früherkennung aus der Arztpraxis holt
Inga Bergen gilt als Expertin für KI und Digital Health und als eine der führenden Stimmen für die Zukunft des Gesundheitswesens. In ihrem Podcast Visionäre der Gesundheit spricht sie mit Menschen, die Versorgung nicht nur beschreiben, sondern anders bauen. Dr. Steffen E. Künzel ist für diese Folge ein besonders passender Gast, weil er beide Seiten kennt, über die sonst getrennt gestritten wird. Er hat große Teile seiner Facharztausbildung an der Charité absolviert, ist weiterhin in einer Praxis tätig und hat 2024 mit Scleo Health ein Unternehmen gegründet, das Augenscreenings dorthin bringt, wo Menschen ohnehin unterwegs sind. Seit dem vergangenen Sommer ist das Angebot in einem Düsseldorfer dm Markt verfügbar, und genau daraus ist eine Debatte entstanden, die weit über die Augenheilkunde hinausreicht. Künzel kann deshalb etwas erklären, was weder reine Gründerinnen und Gründer noch reine Klinikerinnen und Kliniker allein leisten können: wie sich ärztliche Verantwortung und ein niedrigschwelliges Konsumangebot zusammendenken lassen.
Wie funktioniert ein Augenscreening für 14,95 Euro ohne Termin?
Der Ablauf ist bewusst schlank gehalten und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Vor dem Termin oder direkt vor Ort werden grundlegende Angaben zur Vorgeschichte erhoben, etwa ob eine Diabeteserkrankung besteht oder ob bereits am Auge operiert wurde. Danach folgen mehrere Messungen an Geräten, die laut Künzel denselben Typen entsprechen, die auch in Praxen im Einsatz sind. Dazu gehören ein Sehtest und Aufnahmen der Netzhaut, weil sich dort Hinweise auf verschiedene Erkrankungen zeigen.
Anders als bei einem Fotoautomaten läuft die Untersuchung nicht im Selbstbedienungsmodus ab. Es ist immer eine Person anwesend, die den Vorgang begleitet und die einzelnen Schritte erklärt, damit die Aufnahmen verwertbar sind. Je nach Tempo dauert die Datenerhebung zwischen wenigen Minuten und maximal einer knappen Viertelstunde.
Die Auswertung erfolgt anschließend zweistufig. Zuerst analysiert eine als Medizinprodukt zertifizierte KI die Aufnahmen, danach prüft eine Fachärztin oder ein Facharzt für Augenheilkunde das Ergebnis remote. Künzel beschreibt diese Kombination als Qualitätsanspruch und zugleich als Effizienzgewinn, weil online deutlich mehr Befunde in derselben Zeit beurteilt werden können als bei vier bis fünf Terminen pro Stunde in der Praxis.
Gibt es in Deutschland wirklich zu wenige Augenärzte?
Künzel widerspricht dem verbreiteten Bild vom Ärztemangel und verweist auf die Zahlen, nach denen Deutschland im internationalen Vergleich sehr viele Ärztinnen und Ärzte pro Kopf hat. Das eigentliche Problem sieht er in der Verteilung der Zeit. Sehr gut ausgebildete Fachkräfte verbringen einen großen Teil ihres Arbeitstags mit Menschen, die zur jährlichen Kontrolle kommen und Jahr für Jahr gesund sind.
Für diejenigen, die tatsächlich behandlungsbedürftig sind, bleibt dadurch zu wenig Kapazität übrig. Im Gespräch wird deutlich, dass Wartezeiten von rund zwei Monaten und ein erheblicher Anteil zu spät behandelter Patientinnen und Patienten kein Zufall sind, sondern die Folge einer Struktur, die nicht nach Dringlichkeit sortiert. Künzel führt das auch auf Budgetierungslogiken zurück und weist darauf hin, dass andere Länder wie England, die nordischen Staaten oder die USA seit über einem Jahrzehnt mit telemedizinischen Modellen arbeiten.
Warum kommen Menschen mit Glaukom oder AMD oft zu spät in die Praxis?
Der entscheidende Grund liegt darin, dass die relevanten Volkskrankheiten in ihren frühen Phasen keinerlei Beschwerden verursachen. Genau dann wären sie gut behandelbar, doch ohne Leidensdruck entsteht kein Anlass für einen Arztbesuch. Künzel nennt das grüne Star Glaukom mit etwa einer Million bekannten Fällen in Deutschland und vermutlich einer ähnlich großen Dunkelziffer.
Hinzu kommen die altersbedingte Makuladegeneration, die in der westlichen Welt als häufigste Ursache für Erblindung gilt und in irgendeiner Ausprägung rund sieben Millionen Menschen in Deutschland betrifft, sowie diabetesbedingte Augenerkrankungen bei einer ähnlich großen Gruppe von Diabetikerinnen und Diabetikern. Im Alltag der Auswertung tauchen laut Künzel täglich auffällige Befunde auf, darunter auch Gefäßverschlüsse und Tumoren, die unbehandelt lebensbedrohlich werden können.
Was passiert nach dem Screening, wenn ein Befund auffällig ist?
Bei einem auffälligen Ergebnis sorgt das Unternehmen dafür, dass Betroffene an eine augenärztliche Praxis vor Ort angebunden werden. Dafür entsteht eine Terminplattform, auf der Praxen Kapazitäten freigeben, die gezielt Menschen mit hoher Erkrankungswahrscheinlichkeit offenstehen. Die Buchung nehmen die Betroffenen selbst vor, weil die freie Arztwahl in Deutschland geschützt ist. Nur in klar definierten Notfällen wie einer Netzhautablösung oder einem Gefäßverschluss im Auge erfolgt ein direkter Anruf.
Eine Diagnose oder Handlungsempfehlung gibt das Unternehmen bewusst nicht ab. Ausgegeben wird ein Ergebnisbericht, der Marker für bestimmte Auffälligkeiten verständlich beschreibt. Die medizinische Bewertung soll dort stattfinden, wo mehr diagnostische Mittel zur Verfügung stehen und wo auch die Verantwortung für die Entscheidung getragen wird.
Wie geht Scleo Health mit der Kritik von Ärztekammer und Berufsverband um?
Künzel hält kritische Prüfung grundsätzlich für richtig und betont, dass jede Kennzahl aus den Screenings im Unternehmen bekannt ist und ausgewertet werden soll. Zugleich empfindet er Teile der Debatte als unausgewogen, weil ein neues Modell bewertet werde, ohne die tatsächlichen Versorgungsdaten einzubeziehen.
Er erinnert daran, dass ein Berufsverband naturgemäß eine bestimmte Interessengruppe vertritt, und wünscht sich, dass auch die vielen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen gehört werden, die im Partnernetzwerk mitarbeiten. Ebenso wichtig sei die Perspektive der Patientinnen und Patienten. Seine Sorge gilt weniger dem Streit als der Trägheit, denn er rechnet damit, dass sich die Medizin grundlegend verändert und die Ärzteschaft besser mitgestaltet, statt später auf Angebote großer Technologiekonzerne zu reagieren.
Was zeigen die Daten über Zugang und Versorgungsgerechtigkeit?
Zwei Muster treiben Künzel besonders um. Das erste ist die Ungerechtigkeit beim Zugang, sichtbar an Menschen, die mit Anfang vierzig ein weit fortgeschrittenes Glaukom haben und zuvor nie mit jemandem in Kontakt kamen, der sie darauf hätte hinweisen können.
Das zweite Muster ist eine deutlich schlechtere Versorgung von Frauen, deren Ursachen das Unternehmen derzeit untersucht. Als Beispiel schildert er ein Screening in einem Unternehmen, bei dem bei einer privat versicherten alleinerziehenden Mutter ein Gefäßverschluss im Auge entdeckt und innerhalb von Stunden eine Behandlung organisiert wurde. Der Fall zeigt, dass Niedrigschwelligkeit nicht nur eine Frage des Preises ist, sondern auch von Zeit, Organisation und Lebensrealität.
Wie könnte die Augenvorsorge im Jahr 2030 organisiert und finanziert sein?
Künzels Zielbild ist eine Vorsorge, die räumlich so nah wie möglich an den Menschen stattfindet und von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen wird, weil frühe Erkennung für die Kassen wirtschaftlich sinnvoll ist. Erste Kassen und private Versicherer übernehmen die Leistung bereits, bislang ist sie überwiegend selbst zu zahlen.
Auf die Frage nach einer ersten Maßnahme als Gesundheitsminister nennt er einen Wirksamkeitsscore als Grundlage der Vergütung. Bezahlt würde dann nicht mehr die Zahl der Kontakte, sondern der tatsächliche Nutzen einer Maßnahme, unabhängig davon, ob eine KI oder ein Mensch sie erbringt. Inga Bergen ordnet das im Gespräch als zentrales Dilemma ein, weil die heutige Quartalslogik Praxen zu Durchsatz zwingt und jede Verlagerung aus der Praxis die bestehende Finanzierung infrage stellt. Am Ende versteht sich Künzel weiterhin in erster Linie als Arzt und wirbt dafür, neue Wege auszuprobieren, statt die Versorgung von morgen anderen zu überlassen.
Im Gespräch mit
TRANSKRIPT
00:03
Inga Bergen
Ja, herzlich willkommen zum Visionäre der Gesundheit Podcast. Ich freue mich sehr auf meinen heutigen Gast. Er beschäftigt sich mit einem Thema, das für viele Menschen relevant ist. Denn wer in Deutschland aktuell einen Termin beim Augenarzt braucht, der wartet im Schnitt fast 60 Tage und ja, Augenerkrankungen halten sich nicht an Wartelisten. Und das ist ein Thema für dich.
Ich freue mich sehr, lieber Steffen, herzlich willkommen beim Podcast Visionäre der Gesundheit. Ich freue mich sehr, dass du heute mein Gast bist.
00:40
Dr. Steffen E Künzel
Vielen Dank liebe Inga, dass ich in diesen elitären Zirkel auch kommen darf. Danke für die Einladung.
00:46
Inga Bergen
Ja, ich habe es gerade schon gesagt, ein Glaukom verläuft vielleicht über Jahre symptomfrei und wenn es dann auffällt, ist ein Teil der Sehkraft schon weg und seit dem vergangenen Sommer, das war groß in den Medien, kann man in einem Düsseldorf ADM-Markt für 14,95
bei euch, mit euch, mit Sceo Health, dem du vorstehst, was du gegründet hast, ein Augenscreening machen, einen Sehtest, ein Netzhautfoto ohne Termin und das wird dann ausgewertet mit einer KI, geprüft von einem Augenarzt. Das ist so euer Offering. Du selbst bist Augenarzt. Du stehst jetzt gerade mitten in einer Debatte, kann man sagen. Du bist Augenarzt, hast an der Charité geforscht und praktiziert, hast dann 2024 aufgehört
Clio Health zu gründen und jetzt hast du den großen Wurf gemacht letztes Jahr mit DM. Kann man das so sagen?
01:44
Dr. Steffen E Künzel
Ja, der große Wurf, das kann man vielleicht in drei, vier Jahren bewerten. Aktuell läuft das sehr gut. Wir machen ja auch, das kann man ja auch den Medien entnehmen, noch einige neue Standorte auf, gemeinsam mit DM. Aber DM ist definitiv einer unserer größten Partner, auf die wir nicht nur richtig stolz sind, sondern mit denen auch die Zusammenarbeit einfach richtig Spaß macht, weil wir letztendlich wirklich Zugang für viele Menschen in ganz Deutschland zur Augenvorsorge geben können.
02:10
Inga Bergen
Ja und DM ist jetzt nicht nur der einzige Partner, sondern MrSpecs kennen ja auch viele. Eigentlich ein Online-Händler, die aber mittlerweile auch Filialgeschäft betreiben in deutschen Innenstädten. Das ist jetzt euer neuer Partner. Ihr arbeitet aber auch mit Apotheken zusammen. Und wo bietet ihr aktuell euer Screening überall an?
02:29
Dr. Steffen E Künzel
Mh.
02:34
Dr. Steffen E Künzel
Ja, du hast die Großen schon genannt. Wir sind vor allem bei Optikern sehr aktiv. Also da ist Mr. Specks nur ein Partner von vielen. Viele Einzeloptiker, aber auch Filialisten. Also Optiker mit mehreren Standorten. Punkt eins. Punkt zwei Apotheken. Das ist, wo wir ursprünglich herkommen. gibt es, das Inga, das weißt du, ich, besser als die meisten anderen, ja auch viele Bewegungen in der Telemedizin, in der Apotheke.
02:41
Inga Bergen
Mh.
02:57
Dr. Steffen E Künzel
Und als dritte sicherlich DM. Aber auch wir gehen auch zum Beispiel in größere Unternehmen und machen Augencheck-ups dabei, das einfach auch tolles Corporate Benefit ist. Immer im gleichen Konzept an sehr unterschiedlichen Orten, aber außerhalb der Arztpraxis.
03:13
Inga Bergen
Ja, und das ist auch der große Punkt. Ich bin jetzt direkt hier mit diesem krassen Namen und dieser, ja dieser im Prinzip Revolution ja reingestartet, damit ihr auch alle, wenn ihr zuhört, dran bleibt, weil es ist wirklich spannend.
Letztendlich bist du Arzt, du hast an der Charité geforscht und du hast irgendwo mal gesagt, du erlebstest jeden Tag in der Klinik die Auswirkungen von Diagnosen, die einfach zu spät gestellt worden sind. Vielleicht kannst du uns da mal abholen, weil du hast 2024, zwei Jahre ist es her, hast du Scewo Health gegründet. Wie kam das überhaupt dazu?
03:55
Dr. Steffen E Künzel
Ja, das kam eigentlich aus einer tiefen...
persönlichen Unzufriedenheit und damit meine ich jetzt nicht, dass ich irgendwie unzufrieden an der Charité war. hatte, glaube ich, mit Frau Professor Antonia Jussen eine der tollsten besten Vorgesetzten, man überhaupt nur haben kann. Aber einfach mit dem System, weil ich glaube, aktuell die ganzen Arztpraxen, sei es eine kleine Praxis am Land, aber ebenso eine Charité einfach andauernd und immer bis zum Rand voll sind. da gibt es natürlich verschiedene Ursachen für. Ich möchte jetzt gar nicht irgendwie in verschiedene Basiswurz abschweifen.
Ich sehe ganz konkret ein Problem, das mich eigentlich schon immer gestört hat. Da haben wir einfach extrem gut ausgebildete Leute, die irgendwie an Unikliniken sind, die da jahrelang einfach top ausgebildet werden. Und letztendlich setzen wir in den Praxen rein, wo 90 Prozent gesunde Leute sind, die zur Jahreskontrolle kommen.
Ist das schlecht? Kann man darüber diskutieren? Ist auf jeden Fall nicht effizient. Und wir haben in Deutschland den Reflex, sehr, schnell dieses Wort, dieses große Wort Ärztemangel zu nennen. Und das ist de facto, wenn man in die Zahlen schaut, einfach nicht wahr, weil wir haben deutlich mehr Ärzte pro Kopf als fast jedes andere Land auf der ganzen Welt, auch in Europa. Das Problem ist tatsächlich, dass wir gut ausgebildete Ärzte
voll lagern mit letztendlich gesunden Leuten und dann bleibt am Ende tatsächlich zu wenig Zeit für Oma Jana, die wirklich mal eine Stunde braucht.
05:23
Inga Bergen
Hm.
Da möchte ich einhaken, da steckt was extrem Spannendes drin. Du sagst gerade, wir haben in Deutschland genug Ärzte und die Leute kommen zur Jahreskontrolle. Da ist ja ein systemischer Fehler.
05:40
Dr. Steffen E Künzel
Inga, genau das ist, warum ich mich damals auf die Reise gemacht habe.
Ich bin selbst und ich musste ich an einer Stelle korrigieren. Ich habe große Teile meiner Facharztausbildung an der Charité gemacht, bin aber jetzt hier in der Praxis noch tätig und die Facharztprüfung steht mir übrigens noch bevor, dass das nicht falsch mit Augenarzt und so eingeordnet wird, bin da auf der Reise. Was mich am meisten stört ist dieses Thema, da sitzen dann wirklich ganz viele Leute, denen gucken wir ins Auge rein und sie sind dieses Jahr gesund, sie sind nächstes Jahr gesund und übernächstes Jahr auch gesund. Und die, die eigentlich krank sind, kriegen diesen Termin nicht oder kriegen ihn so spät.
dass wir sie im System verlieren. Das kann man Systemfehler nennen. Vielleicht ist es uns auch angezogen, wie die KVs budgetieren etc. Es ist auf jeden Fall für meinen Empfinden ein deutsches Problem, das in anderen Ländern seit über zehn Jahren schon durch Telemedizin und andere Dinge viel effizienter gelöst wird, sprich in England, den Nordics oder auch den USA.
06:38
Inga Bergen
Und das Problem ist, wir haben
diese knapp 60 Tage Wartezeit. Wir haben circa 30 Prozent zu spät behandelte Patienten mit Augenkrankheiten. Du sagst jetzt, Leute kommen, manche Leute kommen zu einem Check-Up. Die kommen jedes Jahr. Andere gehen nie zu einem Check-Up, weil sie keinen Termin bekommen, weil es zu schwierig zu organisieren ist. Aber wenn man vielleicht einmal in der Kundenkartei ist von einem Augenarzt, dann geht man vielleicht jedes Jahr hin. Und die Frage ist, wie kann man denn
ein Screening machen, bei welchen Patientinnen und Patienten sollte man das machen und wie sollte man das organisieren? ist die Wette, wo ihr mit Scewo gesagt habt, so sollte man das eigentlich organisieren und so können wir dazu beitragen.
07:27
Dr. Steffen E Künzel
Letztendlich, was du beschreibst, ich möchte nicht irgendwie den schwarzen Peter den Patienten zuschieben. Das ist überhaupt nicht der Fall. Das sind keine bösen Menschen. Ich bin als Arzt im Rheinland tätig. Ich hab, glaub ich, einen der schönsten Berufe, den es überhaupt nur gibt, weil das alles sehr entspannte und nette Leute sind. Das Problem ist doch, wir sprechen über Volkskrankheiten, die in den ganzen Frühphasen, wenn man sie eigentlich gut packen kann, keine Symptome machen.
Und deswegen kommen auch erkrankte Leute nicht in die Praxen. Also ich gebe dir ein gutes Beispiel. Oder drei Beispielerkrankungen. Wir sprechen über den grünen Starglaucoma. Ungefähr eine Million Deutsche, die es ungefähr weiß. Wahrscheinlich nochmal ähnlich viele, die es nicht wissen.
Dann haben wir die altersbedingte Makuladegeneration als häufigste Ursache für Erblindung in der westlichen Welt. 7 Millionen Deutsche haben irgendeine Form davon. Dazu kommen auch so Sachen wie die diabetesche Augenerkrankung. haben irgendwie 7, 8 Millionen Diabetiker plus minus, die alle davon betroffen sind. Und in den Frühphasen machen diese Erkrankungen einfach überhaupt keine Symptome. Und deswegen ist der Leidensdruck nicht da, dass die sich ärztlich vorstellen. Jetzt kann man sagen, okay, aber die kommen ja viele zum Checkup. Ja, aber letztendlich
08:15
Inga Bergen
Mhm.
08:36
Dr. Steffen E Künzel
wenn man eine asymptomatische Kohorte hat, die alle zum Checkup, zum Augenarzt gehen, ist das einfach eine riesengroße Belastung für die Praxen da draußen. Und das wollen wir effizienter machen durch diese KI-gestützten, aber immer jedes Bild, das bei Scewo gemacht wird, wird fachärztlich validiert. Aber außerhalb der Praxis, das wäre relativ hoch frequentiert, diese Checkups machen können und wenn Menschen krank sind, die ganz zügig auch an Facharztpraxen vor Ort anbinden.
Und das machen wir mit großen Partnern. da Sanoptis für gewonnen als Deutschlands führend oder eine der führenden Augenarztverbünde. Viele Einzelkrieger dabei, arbeiten da aber auch mit Investor geführten anderen, einfach da auch wirklich skalierbar in Deutschland Versorgung geben zu können.
09:21
Inga Bergen
Ja, jetzt erklär mir das mal ganz konkret, wie das abläuft. Ich gehe in die Apotheke meiner Wahl, ich gehe in den DM in Düsseldorf oder in die, wo ihr dann bald das aufmacht. Ich gehe zum Optiker und kann dort dieses Screening für 14,95 Euro in Anspruch nehmen. Ohne Termin. Wie läuft das ab? Ich setze mich irgendwo hin und gucke irgendwo rein.
09:41
Dr. Steffen E Künzel
Ja.
09:46
Dr. Steffen E Künzel
Eigentlich genau so. was dort passiert ist, letztendlich werden da verschiedene Gesundheitsdaten von dir aufgenommen. Es gehört auf der einen Seite immer, immer, immer eine Anamnese, die wir in der Regel digital vorher machen. Kann man da auch vor Ort angeben. Wo paar grundsätzliche Fragen gestellt werden, wie Inga, hey, hast du eigentlich Diabetes? Ja oder nein? Wurdest du schon mal im Auge operiert? Et cetera. Danach schaust du in verschiedene Geräte und das sind lustigerweise exakt die genau gleichen Geräte, die wir auch in den Praxen stehen haben.
Der Patient schaut dann da rein und wir machen dann verschiedene Tests eines Auges wie zum Beispiel, Inger, wie gut kannst du eigentlich schauen? Und wir machen tatsächlich Fotos von deinen Netzhäuten, also von deinem Auge hinten. Warum machen wir das? Weil da halt die Hinweise auf die Erkrankung stecken.
10:34
Inga Bergen
Und darf ich mal zwischenfragen, kann ich das komplett alleine machen, mache ich das in so einem Self-Service wie im Fotoautomaten bei einem biometrischen Passfoto, wo mir der Automat dann sagt, jetzt noch mal ein bisschen nach links, noch ein bisschen nach oben oder muss da jemand neben mir stehen?
10:46
Dr. Steffen E Künzel
Da ist schon jemand dabei, der das macht, allein deswegen, weil natürlich sind manche dieser Dinge auch einfach erklärungsbedürftig, dass das richtig verstanden wird. je nachdem, wie schnell man halt mitmacht, geht das von wenigen Minuten bis maximal sechs, sieben, acht Minuten, bis die Daten aufgenommen sind und dann ... Wo uns weniger, dann machen wir das doch mal.
10:56
Inga Bergen
Wie lange dauert das ca.?
11:05
Inga Bergen
Okay, ich rechne natürlich schon im Kopf, weil ja, ich mache das sehr gerne. Ich wohne in Potsdam, aber ich komme sehr gerne auch mal, also das stimmen wir im Nachhinein ab, dann teste ich das und das mache ich auf jeden Fall sehr gerne. Und ihr habt dann aber schon die Möglichkeit, wenn wir jetzt mal rechnen, fünf Minuten.
11:30
Dr. Steffen E Künzel
Ja.
11:31
Inga Bergen
Patient, dann muss es vielleicht danach noch ein, zwei Minuten desinfiziert werden. Also man kann schon eine ganze Menge, man kann schon zehn Patienten und Patientinnen pro Stunde da so durchschleusen.
11:44
Dr. Steffen E Künzel
Ja, es geht ja darum, wir machen das ja nicht in ein, zwei, drei Standorten, sondern mittlerweile in mehreren hundert überall in Deutschland. Der Engpass ist ja nicht, dass irgendwo ein Gerät zu wenig ist, sondern der Engpass im traditionellen kanonischen Gesundheitswesen sind ja die Ärzte.
11:47
Inga Bergen
Okay.
12:02
Dr. Steffen E Künzel
Und du musst dir vorstellen, bei uns ist es so, die machen das online, die machen das remote, wird ja jede Aufnahme ärztlich validiert, also es läuft durch eine KI und dann guckt nochmal ein Facharzt, Fachärztin für Augenheilkunde drauf. Und das fragen mich immer viele, Herr Steffen, aber dann ist ja auch wieder ein Arzt eingebunden.
Ja, das ist der Fall. Aber wenn ich dir ein Beispiel geben darf, bei uns in der Praxis zum Beispiel schauen wir ungefähr vier, fünf Patienten pro Stunde an. Vor Ort, kommt jemand rein, ein älterer Mensch unterhält sich und so. Das ist natürlich viel, viel, viel, mehr, wenn die online zügig diese Bilder anschauen und da zügig die Validierung vornehmen. Dazu kommt auch, dass wir natürlich auch auf, ich nenne es mal ganz erlaubt, Workforce zugreifen können, die aktuell nicht tätig sind, sprich
Schwangere Frauen, nicht in der Charité arbeiten können wegen der Infektionsgefahr oder auch Kleinkinder zu Hause oder auch flexibles Arbeiten einfach ermöglichen. Weil ich hatte außerhalb von dem Leben in meinem eigenen Leben als Arzt noch nie einen einzigen Tag Homeoffice. Und das aufzumachen, da gehen natürlich Türen auf, wo wir auch wieder Ressourcen rausholen, die es vorher gar nicht im Gesundheitswesen
13:08
Inga Bergen
Ja, okay, das habe ich jetzt alles verstanden. Nehmen wir mal an, also ich vermute in 95-90 Prozent der Fälle findet ihr da nichts und der Patient geht nach Hause, happy.
13:23
Dr. Steffen E Künzel
Darf ich direkt einen? Die ist deutlich höher, wo wir tatsächlich was finden. Und auch ganz pathogenomonische Auffälligkeiten. Wir finden jeden Tag Glaukome, jeden Tag Diabetika, die was am Auge haben. finden jeden Tag Auge. Und wir auch schon ganz böse Sachen gefunden, die auch langfristig nicht mit dem Leben vereinbar wären. Also Stichwort Schlaganfälle im Auge oder auch ganz böse Allergetumoren.
13:39
Inga Bergen
Ja.
13:49
Inga Bergen
Melanom im Auge und sowas, das gibt es ja auch alles. Dann wäre meine Frage, ihr findet etwas. Was passiert, was passiert, wenn ihr nichts findet? Was passiert, wenn ihr etwas findet?
13:51
Dr. Steffen E Künzel
...isnale Melanomen, wie ich so gebrochen bin.
13:58
Dr. Steffen E Künzel
Mhm.
14:03
Dr. Steffen E Künzel
Mmh.
Der Grundgedanke ist ja, dass man wahrscheinlich gesunde Menschen aus dem Gesundheitswesen aushält. Das formulieren wir auch so, dass wir sagen, wir empfehlen oder beziehungsweise, dass da keine ärztliche Anbindung jetzt akut erfolgt. Im Umkehrschluss, wenn Menschen wirklich was haben, dann binden wir diese auch fachärztlich vor Ort an. Weil was nicht passieren darf, wir finden jetzt, und das hoffe ich nicht, dass du es hast, wir finden bei dir jetzt irgendwie eine diabetische Augenerkrankung.
14:11
Inga Bergen
Ciao!
14:34
Dr. Steffen E Künzel
die dringlich in der Behandlung bedarf. Wenn wir dann die Leute im Regen stehen lassen, dann haben wir großes Problem, weil diese Compliance ist dann glaube ich erstmal verloren.
kriegst du nicht mehr abgeholt. Was wir aufbauen ist im Grunde eine Plattform in einer ähnlichen Form, wie es die möglicherweise schon, wenn nennen sie mal, Dokto-Lib oder so gibt, wo sich Ärzte halt Termine aufschalten können, die dann für Menschen aufgemacht werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit erkrankt sind. Und das evaluieren wir gerade, wie sensitiv und spezifisch wir tatsächlich sind. Wir wissen für alle ist eine Erkrankung sehr sensitiv und wir gucken dann, dass wir die Leute innerhalb von Tagen auch in die Behandlung bekommen.
15:04
Inga Bergen
Hm.
15:11
Dr. Steffen E Künzel
Und jetzt fragen mich immer alle, warum machen denn Ärzte noch Termine auf die Praxen sind doch voll? Ja, weil das halt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit und fachärztlich validiert kranke Menschen sind, was natürlich das System auch in gewisser Form vergütet. Und weil diese Ärzte, die da bei uns im Partnernetzwerk mitmachen, auch einfach einen gewissen Berufsethos haben, dass sie auch kranke Menschen behandeln wollen und nicht die ganze Zeit.
15:34
Inga Bergen
Ja, und das heißt aber, das ist dann in den 14,95 Euro mit drin, dass ich mir nicht einen Termin selber suchen muss, sondern einen bekomme.
15:44
Dr. Steffen E Künzel
Also das ist jetzt, also ja, das ist alles mit drin, da zahlt man natürlich nicht für's. würde ich ja auch, also ich weiß nicht mal, ob das legal wäre, auf jeden Fall machen wir es nicht, sondern man bucht sich schon selbst den Termin in diesem Portal.
15:49
Inga Bergen
Ja.
15:59
Dr. Steffen E Künzel
Also das ist ja auch in Deutschland die freie Arztwahl sehr, sehr hoch geschützt. Ist auch gut, dass das. Aber die Termin, Auswahl und das Buchen erfolgt immer noch selbst in diesem Portal. Es gibt ein paar Ausnahmen, wo wir Menschen anrufen, was dann definierte Notfälle sind, wie zum Beispiel, und das machen wir auch nur ein bisschen Settings, wenn die Leute zugebildigt haben, wie zum Beispiel Netzhaut-Ablösung, wo man akut versorgen muss oder auch der Schlaganfall im Auge, der potenziell ja auch hier unten sitzen kann.
16:03
Inga Bergen
Mh.
16:29
Dr. Steffen E Künzel
dass das Oberstübchen als nächstes zugeht oder schlimme Tumore im Auge, da rufen wir an. Aber sonst bucht man sich das schon selbst digital.
16:38
Inga Bergen
Ja, und in den Berichten, also so wie ich es jetzt verstehe, es gibt ja immer, sagen wir mal, das ist eine neue Art, Versorgung anzubieten und
Wie immer bei Innovation gibt es Unklarheiten. Wie gestaltest du das? Wenn ich es richtig verstanden habe, bietet ihr aktuell keine diagnostische Leistung an. Also ihr stellt keine Diagnose. Ihr gebt auch keine Handlungsempfehlung. Wie macht ihr das dann? Also wie nennt ihr das, was ihr aktuell gebt?
16:55
Dr. Steffen E Künzel
Hm.
17:03
Dr. Steffen E Künzel
Mh.
17:09
Dr. Steffen E Künzel
Es ist ein Ergebnisbericht der letztendlich eine MDR2-Arzt zertifizierte KI, die ärztlich validiert wird, wie es steht und Marker für gewisse Auffälligkeiten hergibt. Also letztendlich musst du dir vorstellen, wenn ich in der Praxis Glaubchomen diagnostiziere, dann steht das nicht ins Auge und da steht Glaubchomen, sondern ich gucke auf gewisse Anzeichen, die für diese Erkrankung predisponieren. Und nichts anderes machen wir hier auch. Wir gucken uns an gewisse Marker, es gibt, geben die dann Leinverständlich.
17:16
Inga Bergen
Ja.
17:39
Dr. Steffen E Künzel
was wir aber ganz bewusst so machen, auf der einen Seite ist es natürlich in unseren Augen irgendwie der Goldstandard KI plus ärztliche Validierung, doppelter Check, also was auch effizient macht, aber letztendlich geht es auch darum, wir wollen ja, dass die Menschen, sag ich mal, wir finden jetzt bei jemandem ein Glaucoma, wir schicken denen oder denen eine Praxis, wir wollen dann nicht den ärztlichen Kollegen vor Ort, die einfach viel mehr diagnostische Mittel vor Ort haben.
18:06
Inga Bergen
Ja.
18:07
Dr. Steffen E Künzel
und welche Handlungsempfehlungen geben, weil A ist, dass irgendwie grenzüberschreitend, wenn vor Ort jemand ist, der sich die Mühe macht, das dann abklärt, dann soll er auch die Entscheidung am Ende tragen und verantworten. Das sind halt die Themen, die es berührt, weil wir wissen, Augenärzte, ob man sie mag oder nicht, sind nun mal ein ganz wichtiger Stakeholder in diesem ganzen Konstrukt, weil ohne die Anbindung am Ende, werden wir das niemals...
18:29
Inga Bergen
nicht funktionieren. Ich finde das spannend, weil die Ärztekammer Nordrhein und der BVA, die haben sich ja da schon positioniert und das Thema durchaus auch kritisch betrachtet. Kannst du das nachvollziehen?
18:44
Dr. Steffen E Künzel
Ja, auf jeden Fall. Ich bin insgesamt ein großer Freund davon, Dinge kritisch zu beurteilen. Ich bin ja selbst Wissenschaftler, bin auch an der Charitea filiert. Alles, was wir bei Scewo machen, wir kennen ja jede einzelne Zahl von jedem Screening und wollen das auch sehr, genau bewertet wissen. Die Diskussion, ein kleines bisschen unfair, muss ich sagen, weil halt Dinge abgeurteilt werden, die neu sind, die in anderen Ländern sehr, sehr, sehr gut funktionieren, wo die Augen auch nicht anders funktionieren. Dinge werden beurteilt, ohne dass man sich wirklich zahlen
anguckt und schaut, wie viele Menschen haben wir denn Versorgung gegeben? Wie viele Menschen haben wir denn aus dem Gesundheitswesen rausgehalten, die jetzt keinen Augenarzt nehmen brauchen und so weiter? Deswegen, ich kann das verstehen. Ich möchte nur, dass man sich in dieser Diskussion auch gerade macht.
dass man nicht vergessen darf, dass auch ein BVA, den ich übrigens sehr, sehr, schätze, also nichts bitte falsch in den Mund legen, aber der vertritt natürlich eine ganz gewisse Interessensgruppe und das sind großteils konservative Augenärzte. Was ich verstehen kann, auf der anderen Seite, finde ich, sollte man auch die Stimme hören von den vielen, vielen ärztlichen Kollegen, die bei Scewo aktiv mitmachen und das unterstützen und vor allem die Stimme, und das wirst du wahrscheinlich unterschreiben, von den Patientinnen und Patienten, weil
19:58
Inga Bergen
Ja, ich finde einen Gedanken da immer sehr, spannend, weil wir denken ja immer in dem bestehenden System.
das in Quartalen abrechnet und das so eine gewisse Logik eben hat, was vergütet wird. Und für Fachärztinnen und Fachärzte macht es ja schon auch Sinn, Patientinnen und Patienten immer wieder auch einzubestellen und so eine Wiederkehr zu schaffen, einfach aufgrund der Abrechnungslogik. Und ich frage mich da sehr oft, wenn wir überlegen bei Früherkennung, bei Screening, wenn wir, weil wir können
uns vielleicht sogar vorstellen, dass wir irgendwann Handykameras haben, die es uns ermöglichen, Untersuchungen, diese Screening-Untersuchungen augenärztlicher Natur wirklich auch von zu Hause zu machen. Aber wir haben kein System, was das in irgendeiner Form abholt. Das heißt, in dem Moment, wo etwas aus dem Ärztlichen fließt,
bricht die ganze Vergütungslogik zusammen und die Art und Weise, wie Praxen heute Geld verdienen. Und das ist eigentlich aus meiner Perspektive das große Dilemma, dass wir systemisch neu denken müssten, wie wir eigentlich Versorgung orchestrieren, was an welcher Stelle stattfindet und wie wo welche Sachen auch bezahlt werden. Weil im Moment ist es eine Mischkalkulation. Also Ärztinnen und Ärzte bekommen ja für kranke Patientinnen und Patienten gar nicht
21:14
Dr. Steffen E Künzel
Mh.
21:31
Inga Bergen
so viel Geld, sondern sind auf den Akkord, auf den Durchsatz optimiert und das könnte aber ein Unternehmen wie ihr hypothetisch besser.
21:36
Dr. Steffen E Künzel
Ja.
21:40
Dr. Steffen E Künzel
nicht auch wirksam.
Ob wir es besser können, wissen wir noch nicht. möchte gar nicht sagen, ich bin besser als irgendwer da draußen. Ich würde gerne drei Emotionen ganz kurz loswerden, weil das ein ganz wichtiger Punkt ist. Danke, dass du das so siehst oder dafür offen bist. Also Punkt eins ist, aktuell ist es ja eine Selbstzahlerleistung. Großteil sind wir in Deutschland als Clio die einzigen, die jetzt erste große Krankenkassen und auch private Versicherungen haben, die das übernehmen. kommen auch einige dazu. Das ist richtig gut, weil die Leute natürlich dann irgendwie versorgen bekommen.
22:04
Inga Bergen
Mhm.
22:10
Dr. Steffen E Künzel
Punkt 2 ist, und ich finde schön, dass du das so sagst, ich habe da auch mit DM sehr gute Gespräche geführt. bin ganz offen, bin selbst auch Arzt und trotzdem da kommt ein Christoph Erner von DM aus einem deutschen Familiengeführten, familien-eigenen Unternehmen und sagt, pass auf, wir haben ein Problem in der Versorgung in Deutschland. Ich bin Lösungsbringer, ich baue diese Lösung und
Ich fand die Mediendebatte einfach nur unfair. Nicht nur gegen uns, sondern auch gegen andere Initiativen, aus dieser und anderen Richtung kommen und hätte mir da einfach viel, viel, viel mehr Offenheit gewünscht. Ich sehe allerdings, dass das aktuell auf LinkedIn und anderen Portalen, wo ich manchmal online bin, kippt, auch in diese Richtung, dass das auch als Lösungsbringer verstanden wird, wo sich DM hier einfach, da muss man sich ehrlich machen, auch einfach mit Invest und mit Medientrubel für gerade macht.
Als letztes, Inga, und das vielleicht viel schlimmer, du bist ja wahrscheinlich auf ähnlich vielen Konferenzen und Tagungen unterwegs wie ich. bin ich mit dem klaren Fokus, Auge, manchmal rechts und links davon was. Aber ich bin manchmal ehrlicherweise schockiert, wenn ich da mit Leuten spreche, wie gerade Ärzte denken, wenn wir jetzt in zehn Jahren die gleiche Konferenz hätten, dass da noch alles das Gleiche ist. Und ich glaube, die Medizin wird sich komplett alles verändern. Und es ist wahrscheinlich auch gut, dass das so ist.
Aber dann müssen wir auch offen sein, Ärzte da mitzumachen und mitzudenken und nicht dann irgendwann aufzuspringen, wenn Amazon oder sonst wo oder Apple hier irgendwie alles regiert, dann noch mitspielen. Nee, jetzt ist Zeit mitzugestalten. Da brauchen wir deine Stimme, brauchen wir aber auch noch einige Ärzte, die das verstehen.
23:45
Inga Bergen
Ja, ich hatte übrigens auch Christoph Werner hier schon im Podcast zu Gast. Das war auch eine sehr, sehr spannende Folge und fand es sehr interessant, weil er natürlich mit etwas, was dem Gesundheitswesen leider abgeht, in diese ganze Gesundheitsthematik startet. Und das ist absolute Kundenorientierung. Und die Frage Wie wollen Menschen eigentlich mit ihrer Gesundheit umgehen? Und ich kann mir vorstellen, dass es für den ein oder anderen Menschen einfacher erscheint, vielleicht in die Apotheke zu gehen, zum Drogeriemarkt.
oder zum Optiker einfach 14,95 hin zu blättern, sich aufwendig einen Augenarzttermin zu kümmern.
24:23
Dr. Steffen E Künzel
wo es dann wirklich mehr kostet. Also ich habe an den ersten Tagen, also haben bei Scewo Investoren drin, also Großteil der Gründer, aber natürlich, wir haben gepitcht, auch immer gesagt, wir brauchen einen Amazon Prime für Gesundheit. Es kann doch nicht sein, dass ich mittlerweile jede Serie bei Netflix mir angucken kann, dass wenn ich mir jetzt Essen bestelle, das in 20 Minuten unten steht und ich irgendwie morgen was bestellen kann und ein Paket kommt an.
Aber Gesundheit leben wir so wie vor 30 Jahren. Ich warte drei Monate auf einen Termin, sitze dann zwei Stunden in einem Wartezimmer, muss dann noch was bezahlen, obwohl ich versichert bin. Wir müssen das anders denken. Wir müssen das nach vorne denken. Die Leute leben nicht mehr in dieser Zeit. Deswegen müssen wir quasi Amazon Prime für Gesundheit werden mit diesen Initiativen.
25:07
Inga Bergen
Ja und ich würde gerne mit dir noch mal so ein bisschen in die Zukunft schauen, wenn du morgen Gesundheitsminister wärst. Was wäre denn deine erste Maßnahme?
25:22
Dr. Steffen E Künzel
Wenn ich das aussprechen würde, ich meine Kassensitze alle verlieren. Nein, ich glaube, dass das keine einfache Aufgabe ist. glaube, dass wir da auch genauso wie auf uns rumgehackt wird, sehr schnell auf einem Linnemann oder auf Nanina Waken rumgehackt haben mit der Reform, die zwingend notwendig war. Ich würde den Gedanken, den du vorhin angebracht hast, messbar machen und in die Budgetierung bringen, sodass man nicht nach Anzahl Patienten sondern dass wir einen Wirksamkeitsscore einzelner
ermitteln und egal wer diese Maßnahmen erbringt, es eine KI, es ein Arzt, sei es sonst wer, ich würde danach vergüten wirklich nach Effizienz der Maßnahmen. Das würde ich glaube ich als allererstes einführen.
26:02
Inga Bergen
Wenn ihr für 14,95 Euro ein Augenscreening im Drogeriemarkt, in der Apotheke, beim Optika wie könnt ihr dann profitabel arbeiten?
26:19
Dr. Steffen E Künzel
Warum muss Gesundheit so teuer sein?
26:21
Inga Bergen
Gute Gegenfrage.
26:23
Dr. Steffen E Künzel
Nein, aber, Inga, das ist doch das.
Natürlich kannst du dir und ich mir, wenn jetzt irgendwie ich was hab, dann gehe ich zum Arzt und dann ist mir egal, was das kostet, kann ich mir das leisten. Wirklich egal, was das kostet. Aber es gibt halt viele Leute, die von wenigen 100 Euro Rente leben müssen. Wenn man bei denen sagt, wir machen jetzt einen Vorsorgecheck in der Augenarztpraxis, das kostet 100 Euro, dann gucken die sich mit großen Augen an, sie überhaupt, das ist auch ein großes Ding, weil das sagen, die können sich das nicht leisten. Und ich kenne Patienten, die
in dem bestehenden Gesundheitswesen irgendwie in Berlin dann irgendwie für Diagnostik so viel bezahlt haben, dass sie kein Geld mehr für die Enkelkinder für Weihnachtsgeschenke hatten. Aber Medizin sollte doch kein riesig teurer Selbstzahlermarkt werden, sondern es wäre doch schön, wenn man sein Leben lang eingezahlt hat, dass man dann draußen kostengünstig die Sachen bekommt.
Und auf der anderen Seite fragt wie kann ich die Praxis betreiben? Ich kriege auch nur 14 Euro von der Krankenkasse für einen Patienten, egal wie oft der im Quartal kommt. Also nur vielleicht.
27:32
Inga Bergen
Wäre ja theoretisch möglich, dass ihr zukünftig in größeren Augenarztpraxen auch unten im Foyer steht.
27:40
Dr. Steffen E Künzel
Vorher weißt du, dass wir sowas machen.
Wir haben viele Pilotprojekte und natürlich ist das spannend, aber es gibt ja auch Diskussionen, ob diese Fundusfotografie bald in den Regelleistungskatalog reinkommt im gemeinsamen Bundesausschuss. Sehr, sehr sinnvoll finde ich das. meine, mein Mentor, toller Wissenschaftler, Piers Kean, Professor Piers Kean aus London, eine Promenenz in der Augenhellkunde, von allen großen Sachen beteiligt. Die haben in England schon lange die Virtual Clinics und machen ja genau das. Gehst dahin und durch Covid ist das halt durch die Decke gegangen ohne Ende.
Natürlich ist das, also ich will nicht pietätslos gegenüber Covid sein, schlimme Zeit, aber solche Krisen treiben natürlich auch immer Innovation und die machen das schon deutlich länger als wir.
28:23
Inga Bergen
Gibt es eine Zahl aus eurem Datensatz, aus euren ganzen, ich glaube 11.000 Screenings habe ich gefunden als Zahl, die dich sehr überrascht hat?
28:34
Dr. Steffen E Künzel
Mittlerweile sind es schon deutlich mehr. Wir haben ja viele Zahlen, mich überraschen, die ich genauer verstehen will. Ich habe im Grunde zwei Zahlen immer schon getrieben. Das eine ist...
wie extrem schlecht und ungerecht das System ist im Sinne von Anbindung, Zugang zur Medizin. Also da gibt es echt Leute, die sind 40 und die haben im Grunde ein Terminales Glaucoma erblinden jetzt und waren noch nie in Kontakt zu irgendjemandem, der denen das hätte sagen können, was 15 Euro gekostet hätte oder so. Und das andere ist, wir sehen eine viel, viel, schlechtere Versorgung von Frauen aktuell, was wir aktuell versuchen, genau die Hintergründe zu verstehen. Wahrscheinlich viel mit Versicherungsstatus, wahrscheinlich aber auch
Ein gutes Beispiel, waren wir in einem Unternehmen und haben Screenings im Unternehmen durchgeführt und haben dann herausgefunden bei einer Frau, die privat versichert war mit zwei Kindern, dass die seit mehreren Wochen, schlecht sieht und haben dann festgestellt, die hat einfach einen Schlageinfall, also einen venösen Verschluss im Auge. Schlageinfall im Auge ist falsch, einfach 10 Minus.
Und da haben wir sie angebunden innerhalb von Stunden, saßen sie bei einem Augenarzt, wir kennen, dort in der Stadt. Und da habe ich die angerufen und danach mal gefragt.
Also privat versichert, Ich kann doch jetzt im Augenarzt gehen, sagt die. Herr Doktor Künzel, wie stellen Sie sich das vor? Ich Alleinerziehend, zwei Kinder und ich arbeite. Ich habe keine zehn Minuten, ich habe auch keine, auf keinen Fall eine Stunde oder zwei, mich in ein Wartezimmer von einem Augenarzt zu setzen. Aber weil wir diese sechs Minuten Screening gemacht haben, in der Firma, top. Und deswegen ist, glaube ich, Niedrigschwelligkeit meine ich nicht nur Geld und ich meine nicht nur Wartezeit. Das ist für ganz viele Menschen ganz unterschiedlich. Und das müssen wir, glaube ich, auf diesem Level verstehen, wenn die Menschen da
30:20
Dr. Steffen E Künzel
abzuholen, wo sie sowieso sind. Das kann Mr. Speck sein, wo es intuitiv ist, du kaufst eine Brille, sieht schlecht, wir klären das irgendwie ab. Es kann im Unternehmen sein, aber vielleicht auch mal ganz neue Wege gehen. Also gibt es ja so tolle Initiativen, die einfach nur gefördert gehören und da müssen wir einfach mit
30:35
Inga Bergen
Ich hätte dich jetzt gefragt, was deine Vision ist für die Gesundheitsvorsorge der Zukunft und das könnte man genauso beschreiben. Ich finde es interessant, auch nochmal aufzugreifen, dass du ja sagst, dass Amazon Prime für Health. Ich halte ja viele Vorträge, mein Renner Vortrag bis heute, schon seit Jahren ist alles ist einen Klick entfernt, nur Gesundheit nicht. Gesundheit wird zu einem Konsum gut. Das ist die Hypothese und das ist ja letztendlich das, was ihr
30:58
Dr. Steffen E Künzel
Ja.
31:05
Inga Bergen
Ich will dir trotzdem noch mal die Chance geben, zu sagen, 2030, jetzt in ein paar Jahren, wo findet, wenn euer Plan aufgeht, die Augenvorsorge statt? Und wer bezahlt sie?
31:19
Dr. Steffen E Künzel
So nah wie möglich bei den Menschen die gesetzliche Krankenkasse, die dabei noch günstiger wird. Und deswegen liebe Krankenkassen da draußen, kommt zu Sucleo, wir zeigen euch den Business Case ist für euch sehr, sehr, einfach. Früher Kennungen, niedrig, schwellig, dass das funktioniert.
31:21
Inga Bergen
Mhm.
31:35
Inga Bergen
Und die Ärztinnen und Ärzte sind wahrscheinlich trotzdem happy, weil sie einfach mehr Menschen wirklich helfen können, die einen Bedarf haben.
31:43
Dr. Steffen E Künzel
Ja und vor allem sind wir alle gemeinsam am Strand.
31:45
Inga Bergen
Also da schauen wir nochmal. Ich fang's jetzt auf jeden Fall sehr, sehr spannend und ich nehme auch das Angebot gerne an, euer Produkt mal zu testen, lieber Steffen.
31:50
Dr. Steffen E Künzel
Haha.
31:58
Dr. Steffen E Künzel
Wir haben da ein Problem, Inge. Mal lade ich ja immer Leute an, zu testen, das anonym zu machen und uns dann ehrliches Feedback zu schreiben. Das dass wir besser werden. Das Problem ist, Inge, ich glaube, du bist einfach zu bekannt, als dass du dich so anonym in so ein DM schleichen kannst. Wie machen wir das am besten? Kommt auch nächstes Mal in Köln mit dem Karneval vorbei, als verkleidet und dann machen wir es vielleicht so.
32:18
Inga Bergen
Ja, dann machen wir das so. Super Idee. Ich fand es wirklich spannend. finde, ihr seid da an einem Thema dran, was ich total unterstütze, weil ich auch glaube, Gesundheitsvorsorge muss auf jeden Fall günstiger werden. Wir müssen die Möglichkeiten von KIU und Technologie dann nutzen, wo sie uns helfen.
dass wir weiterhin Versorgung den meisten Menschen auch bereitstellen können und nicht nur eben denen, die die Zeit haben oder die Kontakte oder zufällig irgendwo leben, wo auch viele Ärzte verfügbar sind. Also ich bedanke mich bei dir ganz herzlich auch, dass du meine ein bisschen unbequemen Fragen beantwortet hast. Ich wünsche euch total viel Erfolg. Ich glaube, die Debatte über Screening im Einzelhandel, der ja auch eine neue Berechtigung sucht,
muss man auch ehrlicherweise sagen, die sind noch nicht entschieden. Ich habe den Eindruck, das wird uns noch viele viele Jahre beschäftigen und da wird es noch einige Fortschritte und Überraschungen auch geben.
33:23
Dr. Steffen E Künzel
Ja, vielleicht eine Sache dazu noch als zum Abschluss. Danke für die Einladung. mich ist das eine riesengroße Ehre, dass jemand wie du mich hier einlädt. Was ich aber loswerden muss ist, alle reden ja bei Skyhormor, bei diesem Startup und dann Geld verdienen. Sonst ist alles richtig. Eigentlich müssen wir auch unsere Mitarbeiter bezahlen.
33:27
Inga Bergen
Mhm.
33:42
Dr. Steffen E Künzel
Aber ich glaube, wenn wir doch eins geschafft haben, ist, dass wir mal eine Diskussion losgetreten haben, dass man Dinge auch anders anpacken kann und sollte und das ausprobieren sollte. Und vielleicht als Message an alle da draußen, liebe Ärzteschaft, aber auch alle anderen, auf das Thema Lust haben, wenn ihr irgendwie coole Ideen habt und so probiert die Sache hinaus. Wir müssen anders denken, wir müssen neu denken, die Probleme anzupacken.
Ich investiere selbst auch in Start-ups, wenn irgendwer da draußen zuhört und eine richtig coole Idee hat, dann schreibt mich bitte auf LinkedIn an, weil ich total gut finde, wenn Leute mutig sind und auch mal out of the box denken.
34:13
Inga Bergen
Das kann ich komplett unterschreiben, Steffen. Und damit vielleicht noch meine letzte Frage an dich. Wie siehst du dich denn heute eher als Arzt oder als Gründer?
34:23
Dr. Steffen E Künzel
Also ich bin schon im Herzen Arzt, auf jeden Fall. jeder Arzt da draußen, eine Praxis gründet, ist ja irgendwie Unternehmer. Ich glaube, ja, das vergessen wir leicht, wenn man kürzt und dann merkt, dann ist auf einmal Versorgung weg. Letztendlich aber, was mir total wichtig ist, dass bei Skleo, und das bin ja nicht nur ich, sondern wir haben ja so viele Ärzte, die irgendwie mitarbeiten und mitmachen, dass das immer auch gewisser Form ärztlich geführt ist.
34:30
Inga Bergen
Das stimmt. Vergessen wir auch leicht.
34:52
Inga Bergen
Absolut.
34:52
Dr. Steffen E Künzel
Und damit wir nicht komplett geführt, sondern im Austausch mit den Leuten, aber dass die Perspektive nicht zu kurz kommt. Man kann viel auf Ärzte schimpfen. Die sind super wichtig für unsere Versorgung und ich hoffe, dass das auch so bleibt.
35:03
Inga Bergen
Ja, ich schimpfe nie auf... nicht nie, manchmal schimpfe ich auch, aber ich glaube, wir...
dürfen nicht vergessen, dass es ganz ganz viele Ärztinnen und Ärzte gibt, die sehr sehr offen sind für diese neuen Lösungen und eben auch sehen, dass die Art wie sie arbeiten dringend Verbesserung bedarf und dass Digitalisierung hier extrem unterstützen kann. Und ich glaube, dass ist auch eine ganz wichtige Perspektive dieses Narrativ, dass Ärztinnen und Ärzte da nicht offen sind. Das stimmt glaube ich gar nicht.
Also ist zumindest meine Erfahrung und deswegen finde ich das schön, dass du dafür nochmal die Lanze brichst, weil ich glaube, das ist genau der Weg, die Zukunft zu gestalten, diese ärztliche Perspektive zu haben, aber auch zu verstehen, wie man eigentlich ein Marktgut anspricht.
Und deswegen ist es ein schöner Schlusssatz. ich sage nochmal Danke, lieber Steffen. Danke, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast. Und ich wünsche euch weiter ganz viel Erfolg. Und ich hoffe, wenn ihr den Podcast gehört habt, dann schreibt uns doch gerne, wie ihr das Thema findet, ob ihr es vielleicht auch selbst schon getestet habt und was ihr daraus ableitet für die Zukunft der Prävention. Ganz, ganz herzlichen Dank, Steffen.
36:25
Dr. Steffen E Künzel
Vielen Dank, Inga. Alle Hörer da draußen. Ihr findet auch alle Standorte unter skleo.de. Schreibt uns Feedback und wir lernen noch die ganze Zeit und bauen das auch ein. Und Inga, auf deinen Feedback war ich ganz besonders. Danke dir. Bis dann. Tschüss.
36:37
Inga Bergen
Ja, danke.
Tschüss!






