{"id":843,"date":"2020-08-13T16:12:39","date_gmt":"2020-08-13T14:12:39","guid":{"rendered":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/?p=843"},"modified":"2020-08-13T23:56:14","modified_gmt":"2020-08-13T21:56:14","slug":"telemedizin-international","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/telemedizin-international\/","title":{"rendered":"Telemedizin international \u2013 wie weit sind die anderen?"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"wp-block-heading\">Faktencheck Teil II<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/episode-25-katharina-juenger\/\">Katharina J\u00fcnger<\/a>, CEO und Co-Founder von Teleclinic, postulierte in unserem Podcast &#8222;Vision\u00e4re der Gesundheit&#8220; zuletzt dass es pro Land einen nationalen Champion geben (wird), der f\u00fcr das jeweilige Land das beste Model baut und der entscheidende Anbieter ist. Das nehmen wir zum Anlass, in Anlehnung an den &#8222;<a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/the-future-is-now-die-entwicklung-der-telemedizin-im-wandel-der-zeit\/\">Faktencheck Telemedizin<\/a> Teil I&#8220; einen Blick \u00fcber den deutschen Tellerrand zu werfen. <br><br>In der Diskussion um telemedizinische Dienstleistungen lohnt sich ein vergleichender Blick \u00fcber die L\u00e4ndergrenzen &#8211; Wie ist der internationale Status Quo? Wie vision\u00e4r sind unsere europ\u00e4ischen und internationalen Nachbarn und was k\u00f6nnen wir von ihnen lernen?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"375\" src=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-853\" srcset=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II.jpeg 750w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II-300x150.jpeg 300w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II-700x350.jpeg 700w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II-520x260.jpeg 520w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II-360x180.jpeg 360w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II-250x125.jpeg 250w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Telemedizin_II-100x50.jpeg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Teleradiologie in Israel<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Israel, ein f\u00fcr seine digitalen Innovationen bekanntes Land, ist die Teleradiologie bereits fest etabliert. Den Patient*innen wird in jedem Krankenhaus ein Link zugewiesen, \u00fcber den sie ihre Testergebnisse einsehen k\u00f6nnen. Ebenso k\u00f6nnen diese mit dem Hausarzt und organisations\u00fcbergreifend eingesehen werden, wenn der Patient einwilligt. <br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erw\u00e4hnenswert ist auch das &#8222;MOMA&#8220;, ein multidisziplin\u00e4res Gesundheitszentrum, das 2012 von der <a href=\"http:\/\/deci-europe.eu\/deciproject\/deci\/consortium\/maccabi-healthcare-services\/\">HMO Maccabi HealthCare Services <\/a>gegr\u00fcndet wurden. &#8222;MOMA&#8220;  \u00fcberwacht und begleitet chronisch erkrankte Patienten telemedizinisch, die eine Langzeitbetreuung und Monitoring ben\u00f6tigen wie beispielsweise Diabetiker, chronisch Lungen- und Herz-Erkrankte oder Krebspatienten. \u00c4rzt*innen, Pflegepersonal und Patient*in sind dabei per App mit den Patient*innen verbunden. Dabei bietet MOMA vielf\u00e4ltige unterst\u00fctzende Funktionen, wie die Dokumentation von Wundbildern per Kamera, oder die Messung von Blutzucker ebenso wie Blutdruck. Patient&#8217;innen (sowie das klinische Personal) werden dabei im Umgang mit der Technologie geschult. All dies geschieht selbstst\u00e4ndig in h\u00e4uslicher Umgebung und wird automatisch in die digitale Patientenakte eingepflegt. Das medizinische Personal beh\u00e4lt somoit den aktuellen \u00dcberblick, w\u00e4hrend sie Patient*innen auch \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen betreuen kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Verbot der Ferndiagnose in Belgien<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung wird in Belgien<strong> <\/strong>hingegen der Begriff \u201eTelemedizin\u201c bisher in keinem Positionspapier erw\u00e4hnt. Zur digitalen Fern\u00fcberwachung kritischer Patienten wird nur in Ausnahmef\u00e4llen gegriffen und eine Behandlung per Ferndiagnose ist \u00c4rzten gesetzlich nicht gestattet. Unser europ\u00e4ischer Nachbar hat noch einiges aufzuholen. Offensichtlich gab es im belgischen Gesundheitssystem bisher keinen gro\u00dfen Innovationsdruck. Denn nur dieser zwingt einen machmal zur Ver\u00e4nderungen, wie die Corona-Pandemie aktuell aufzeigt. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">USA baut Telemedizin weiter aus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den USA wurde die Entwicklung lange Zeit durch Venture Capital finanzierte Start Ups aus dem Silicon Valley dominiert. Diese Entwicklung setzt sich nun auch politisch fort. Im Zuge des Ende M\u00e4rz beschlossenen &#8222;CARES-Act&#8220; (Coronavirus Aid, Relief, and Economic Security) stehen Zusch\u00fcsse f\u00fcr den Ausbau der Telemedizin in H\u00f6he von 200 Millionen US$ (!) bereit. Gesundheitsdienstleister, die in den Ausbau von Telekommunikations- und Informationsdiensten investieren k\u00f6nnen sich um die Mittel bewerben. Ebenso f\u00f6rdert die Regierung die Produktion technischer Ger\u00e4te, die f\u00fcr die Bereitstellung telemedizinischer Leistungen erforderlich sind. So erh\u00e4lt das Thema nun auch hier einen breiten Aufschwung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Marktforschungsunternehmen Arizton ging, kurz nachdem die Coronakrise in den USA angekommen war, davon aus, dass der US-Markt f\u00fcr Telemedizin 2020 um etwa 78 Prozent auf 9,5 Milliarden US$ anwachsen wird. Bis 2025 w\u00e4chst der Markt im Schnitt um weitere knapp 30 Prozent pro Jahr auf 25,6 Milliarden US$ . Erste Umfragen deuten auf einen dauerhaften Wandel hin: Eine deutliche Mehrheit der Nutzer telemedizinischer Dienstleistungen bekundet eine hohe Zufriedenheit. Viele Patienten wollen daher wom\u00f6glich auch nach der Pandemie wieder auf solche Dienste zur\u00fcckgreifen. <br>Wir erinnern uns an das deutsche Stimmungsbarometer: die Nutzer, also die Patienten, zeigten sich durchweg zufrieden mit dem &#8222;Service&#8220;. Das medizinische Personal \u00e4u\u00dferte explizit Zweifel am Mehrwert und Ber\u00fchrungs\u00e4ngste ob der technischen H\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch diese Entwicklung wird mittel- bis langfristig sicher auch die Bereitschaft wachsen, andere digitale Gesundheitsl\u00f6sungen wie z.B. Remote Monitoring anzuwenden. W\u00e4hrend in der Coronakrise Videochats mit \u00c4rzten boomen, werden in Zukunft solche Anwendungsm\u00f6glichkeiten den Ansto\u00df f\u00fcr die Entwicklung weiterer telemedizinischer Plattformen geben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schweden &#8211; Europas Vorreiter in Sachen Telemedizin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck in Europa ist Schweden der europ\u00e4ische Vorreiter. Sie setzten sich zum Ziel, ein einheitliches nationales eHealth-Systems zum Austausch von Gesundheitsdaten zu etablieren (wie die Telematik-Infrastruktur in einheitlich und gut funktionierend). Und haben es (fast) geschafft! &#8222;Sjunet&#8220;, ein Breitbandnetzwerk, agiert unabh\u00e4ngig von der regul\u00e4ren Internetleitung und wird u.a. f\u00fcr telemedizinische Video-Konferenzen, Teleradiologie, den Fernzugriff auf Anwendungen, die elektronische Patientenakte und f\u00fcr sichere E-Mails genutzt. Es kann auch f\u00fcrs E-Learning in der medizinischen Aus- und Weiterbildung von Gesundheitspersonal eingesetzt werden. So ist es nicht \u00fcberraschend das aus Schweden auch das mit 210 Millionen finanzierte schwedische Tele-Medizin Start Up Kry zunehmend in andere europ\u00e4ische M\u00e4rkte expandiert und auch in Deutschland eine Vorreiterrolle einzunehmen versucht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Telemedizin wird zum neuen Standard<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der internationale Blick best\u00e4tigt, was wir in Deutschland ebenfalls beobachten: Telemedizin ist keine Vision mehr, sondern auf dem Weg dazu der neue Standard in der medizinischen Versorgung zu werden. <br>Ob die aufgez\u00e4hlten Errungenschaften alle dem Patientenwohl dienen, wie \u00c4rzte die ver\u00e4nderten Arbeitsbedingungen beurteilen und ob Projekte wie &#8222;MOMA&#8220; einwandfrei funktionieren, beurteilt dieser Artikel nicht. <br><br>Doch wir alle gehen einheitlich den selben Weg, manche ziehen schon mehr am Strang, andere weniger. Generell hat sich die Marktkonzentration in der Digitalisierung bereits auf anderen Feldern gezeigt. Auch auf den deutschen Telemedizinmarkt dr\u00e4ngen zunehmend internationale Player. Champion wird meines Erachtens, wer sich klug mit anderen L\u00f6sungen verbindet, seine Leistung sinnvoll erg\u00e4nzt und damit tats\u00e4chlich zu einer besseren Versorgungsl\u00f6sung beitr\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/BSt\/Publikationen\/GrauePublikationen\/VV_SHS_Telemedizin.pdf\">https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/BSt\/Publikationen\/GrauePublikationen\/VV_SHS_Telemedizin.pdf<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.gtai.de\/gtai-de\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.gtai.de\/gtai-de\">https:\/\/www.gtai.de\/gtai-de<\/a><\/li><\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Faktencheck Teil II Katharina J\u00fcnger, CEO und Co-Founder von Teleclinic, postulierte in unserem Podcast &#8222;Vision\u00e4re der Gesundheit&#8220; zuletzt dass es pro Land einen nationalen Champion geben (wird), der f\u00fcr das jeweilige Land das beste Model baut und der entscheidende Anbieter ist. 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