{"id":553,"date":"2020-02-12T07:00:00","date_gmt":"2020-02-12T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/?p=553"},"modified":"2020-03-11T21:41:37","modified_gmt":"2020-03-11T20:41:37","slug":"faktencheck-mit-dr-lara-maier-wird-deutschland-durch-das-e-rezept-zum-vorreiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/faktencheck-mit-dr-lara-maier-wird-deutschland-durch-das-e-rezept-zum-vorreiter\/","title":{"rendered":"Wird Deutschland durch das E-Rezept zum Vorreiter? &#8211; Faktencheck mit Dr. Lara Maier"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Digitalisierung des Gesundheitswesens entwickelt Zugkraft! Es scheint, als hat Deutschland durch die aktuellen Gesetzesinitiativen die Chance, sich vom Schlusslicht zum Vorreiter zu entwickeln. Auch beim Thema E-Rezept. Denn b\u00fcrokratische Stolpersteine, technische M\u00e4ngel und unausgereifte Systeme beschwerten bisher den Weg des E-Rezeptes und der elektronischen Patientenakte (ePA).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stolpersteine werden langsam aus dem Weg ger\u00e4umt &#8211; auch durch Hilfe aus dem erfahrenen Ausland. Inga Bergen sprach im Podcast &#8222;Vision\u00e4re der Gesundheit&#8220; mit<a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/walter-oberhaensli\/\"> Walter Oberh\u00e4nsli,<\/a> CEO der <a href=\"https:\/\/www.zurrosegroup.com\/websites\/zurrosegroup\/German\/1.html\">Zur Rose-Gruppe<\/a> und Pionier des E-Rezeptes in der Schweiz. Eine Tochtergesellschaft der Zur Rose-Gruppe ist unterst\u00fctzend in einem Pilotprojekt der TK in Hamburg aktiv, um die Implementierung des E-Rezeptes voranzutreiben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein Blick zur\u00fcck<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesetzgebung zum E-Rezept wurde am 16. August 2019 verabschiedet. Es soll bis zum 30. Juni 2020 fl\u00e4chendeckend in Kraft treten. Seit zwei Jahrzehnten gibt es den Willen zum E-Rezept sowie andauernde Startschwierigkeiten, die bisher nicht \u00fcberwunden werden konnten. <a href=\"https:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/daz-az\/1998\/daz-20-1998\/uid-3290\">Bereits 1998 erkl\u00e4rte der damalige Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands Hermann S. Keller, es sei Zeit f\u00fcr ein \u201eAbrechnungssystem f\u00fcr die Zukunft\u201c.<\/a> Die Abl\u00f6sung des Papierrezeptes durch ein elektronisches Rezept und die Einf\u00fchrung einer neuen Generation von Krankenversicherungskarten sei absehbar, sagte er damals. Heute, 20 Jahre sp\u00e4ter, ist es endlich so weit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Technischer Hintergrund \u2013 der Anfang ist gemacht, jetzt gibt es viel zu tun<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Telematikinfrastruktur (TI) wird von der Gematik (Gesellschaft f\u00fcr TI-Anwendungen) aufgebaut. Sie setzt sich aus den Leistungserbringern \u00c4rzten und Apothekern, den Krankenkassen (GKV &amp; PKV) und dem Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit zusammen. Also allen wichtigen Stellen, die, so scheint es, sich zuletzt manchmal selbst im Weg standen. Diese TI ist die Datenautobahn, auf der alles aufbauen soll. Nicht nur das digitale Rezept, auch digitale Patientenakten und jede Art medizinischer Befund\u00fcbermittlung soll so sicher verschl\u00fcsselt zwischen den oben genannten Stellen \u00fcbermittelt werden k\u00f6nnen. Das Fax h\u00e4tte damit endlich auch in deutschen Kliniken und Arztpraxen ausgedient. Seit vielen Jahren bem\u00fcht sich Deutschland um den Aufbau dieser Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anbindung daran ist nun Pflicht. Kostentr\u00e4ger sollen die Krankenkassen sein. Wer sich nicht anmeldet, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Zwei Drittel der Arztpraxen sind bereits vernetzt. Die Apotheker k\u00f6nnen sich ein Beispiel an den Arztpraxen nehmen, denn bisher ist noch keine Apotheke angeschlossen. Es gibt also noch die Chance, ein Pionier zu werden! (Stand 08\/19). Auch die spezielle Hardware und erforderlichen Karten sind noch nicht \u201everteilt\u201c. Weitere Herausforderungen finden sich bei erforderlichen \u201eKonnektoren\u201c f\u00fcr den Verbindungsaufbau, bei denen sich nicht nur Fragen der Refinanzierung stellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"375\" src=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002.jpeg\" alt=\"So funktioniert das E-Rezept\" class=\"wp-image-568\" srcset=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002.jpeg 750w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002-300x150.jpeg 300w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002-700x350.jpeg 700w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002-520x260.jpeg 520w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002-360x180.jpeg 360w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002-250x125.jpeg 250w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/E-Rezept002-100x50.jpeg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Theorie: wie wird das E-Rezept funktionieren?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidet sich der Arzt in der Praxis f\u00fcr ein digitales Rezept, sendet er dem Patienten einen verschl\u00fcsselten Code zu. Bei bisherigen Modellprojekten lief dies \u00fcber eine App, die der Patient auf seinem Smartphone installieren muss. \u00dcber den verschl\u00fcsselten Code wird auf einen verschl\u00fcsselten Server zugegriffen, um die Rezept-Info abzulesen. Der Status passt sich jeweils an. Angeschlossene Apotheken sehen die Rezept-Infos ein und  liefern oder h\u00e4ndigen das passende Arzneimittel. Die Apotheke \u00fcbermittelt die Verordnung digital an das Rechenzentrum und von dort aus gelangt es weiter zur Krankenkasse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das E-Rezept f\u00fchrt auf vielf\u00e4ltige Weise zu einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen Apotheker, Arzt, Krankenkasse und Patient und erleichtert den Einkauf in Online-Apotheken. Konsequente Digitalisierung optimiert und verk\u00fcrzt Prozesse . Folglich werden Arzneimittel schneller und sicherer geliefert. Zus\u00e4tzlich profitieren Krankenkassen von einer leichteren Abrechnung mit konsekutiven Kosten- und Zeiteinsparungen. Ist das System einmal etabliert, profitieren auch \u00c4rzte durch die Arbeitsersparnis im Praxisalltag und bei telemedizinische Serviceleistungen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Und in der Praxis\u2026<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte die TI nicht funktionieren, werden die Vision\u00e4re unter den Beteiligten andere Wege finden, um das E-Rezept anzubieten. So beispielsweise im schw\u00e4bischen Baden-W\u00fcrttemberg. Hier startete 2017 der Telemedizin-Anbieter Teleclinic eine Zusammenarbeit mit apotheken.de. Derzeit gibt es drei Modellprojekte, die das E-Rezept bereits anwenden. Diesen Projekten schaffen unabh\u00e4ngig von der TI eigene Strukturen und verordnen digital. In Stuttgart und Tuttlingen beweist sich \u201eGERDA\u201c (<strong>G<\/strong>esch\u00fctzter <strong>E<\/strong>&#8211;<strong>R<\/strong>ezept-<strong>D<\/strong>ienst der <strong>A<\/strong>potheken) seit Herbst 2019, das Projekt soll landesweit ausgerollt werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorteil der Modelle: Arzt- und Patientensystem kommen aus einer Hand und es gibt keine Schnittstellenproblematik. Zwei weitere kleine Pilotprojekte sind in Westphalen-Lippe und in Hamburg angesiedelt, hier ist die Techniker Krankenkasse federf\u00fchrend involviert. Die App der TK tr\u00e4gt den Namen \u201eLifeTime\u201c  Die geplante Modelllaufzeit betr\u00e4gt 18 Monate und involviert eine Software der Firma eHealth-Tec. Das Unternehmen aus Berlin geh\u00f6rt zu 50 Prozent dem DocMorris-Mutterkonzern Zur Rose \u2013 liegt demanch also teilweise in der Verantwortung von Walter Oberh\u00e4nsli.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das zeigt: die Zeit ist reif, wie bei der elektronischen Patientenakte oder Versichertenkarte wird aus der Not eine Tugend, und die Interessenvertreter schlie\u00dfen sich selbstst\u00e4ndig zusammen<em>. <\/em>Wir d\u00fcrfen jetzt den Blick nach vorne wagen und uns darauf konzentrieren, eine L\u00f6sung zu schaffen, die allen Beteiligten im System zugute kommt!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung des Gesundheitswesens entwickelt Zugkraft! Es scheint, als hat Deutschland durch die aktuellen Gesetzesinitiativen die Chance, sich vom Schlusslicht zum Vorreiter zu entwickeln. Auch beim Thema E-Rezept. 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