{"id":3041,"date":"2026-05-28T11:28:10","date_gmt":"2026-05-28T09:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/?p=3041"},"modified":"2026-05-28T11:28:11","modified_gmt":"2026-05-28T09:28:11","slug":"inga-bergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/inga-bergen\/","title":{"rendered":"Wenn KI pl\u00f6tzlich besser wird: Warum Inga Bergen das Gesundheitswesen trotzdem optimistisch sieht"},"content":{"rendered":"<div><script id=\"letscast-player-94b12670\" src=\"https:\/\/letscast.fm\/podcasts\/visionaere-der-gesundheit-3795aea0\/episodes\/wenn-ki-ploetzlich-besser-wird\/player.js\"><\/script><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrer neuen Solo-Folge von \u201eVision\u00e4re der Gesundheit\u201c stellt <a href=\"https:\/\/www.ingabergen.de\/\">Inga Bergen<\/a> eine Frage, die gerade viele Menschen im Gesundheitswesen besch\u00e4ftigt: Was passiert mit meinem Beruf, wenn KI bestimmte Aufgaben besser kann als ich selbst?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon der Einstieg bleibt h\u00e4ngen. Inga erz\u00e4hlt von einer Begegnung mit einem Arzt auf einer Veranstaltung. Ein erfahrener Mediziner sagt dort fast beil\u00e4ufig: \u201eWenn die KI besser ist als ich, dann h\u00f6re ich auf. Dann verkaufe ich W\u00fcrstchen.\u201c Ein Satz, der zun\u00e4chst wie ein Witz klingt, aber f\u00fcr sie ein viel gr\u00f6\u00dferes Problem offenlegt. Denn hinter dieser Aussage steckt die Angst, im eigenen Beruf \u00fcberfl\u00fcssig zu werden. Genau deshalb widmet sie dieser Sorge eine ganze Episode \u2013 pers\u00f6nlich, analytisch und \u00fcberraschend motivierend.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum diese Folge so relevant ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits zu Beginn macht Inga klar, dass es in dieser Folge nicht um platte KI-Euphorie geht. Stattdessen verbindet sie aktuelle Studien, eigene Erfahrungen und konkrete Strategien miteinander. Gleichzeitig spricht sie offen dar\u00fcber, wie sehr <a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/tag\/ki\/\" type=\"post_tag\" id=\"68\">KI<\/a> inzwischen auch ihre eigene Arbeit ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders eindr\u00fccklich beschreibt sie eine Nacht, in der sie bis sp\u00e4t am Schreibtisch mit ihrer KI gearbeitet hat \u2013 an Keynotes, Strukturarbeit und Recherchen. W\u00e4hrenddessen wird ihr pl\u00f6tzlich bewusst: Die KI ist in vielen Bereichen schneller, strukturierter und produktiver als sie selbst. Genau dort, wo sie eigentlich Expertin ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch anstatt daraus den Schluss zu ziehen, aufzugeben, stellt sie sich zwei andere Fragen:<br>Was sind eigentlich die menschlichen zehn Prozent, die KI nicht ersetzen kann? Und wie bleibt man auf der Seite der Menschen, die durch KI gewinnen \u2013 statt verlieren? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Folge.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Studien, die aufr\u00fctteln<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders spannend wird die Episode dort, wo Inga aktuelle Forschungsergebnisse einordnet. Dabei zeigt sie sehr deutlich: Die Sorge vieler \u00c4rzt:innen ist nicht unbegr\u00fcndet. KI-Systeme werden tats\u00e4chlich immer besser \u2013 teilweise sogar besser als Fachpersonal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Studie aus dem Lancet untersucht beispielsweise \u00c4rzt:innen, die bei Darmspiegelungen mit KI-Unterst\u00fctzung gearbeitet haben. Als diese sp\u00e4ter wieder ohne KI arbeiten mussten, sank ihre Trefferquote deutlich. Die Folge: Selbst erfahrene Fachkr\u00e4fte k\u00f6nnen F\u00e4higkeiten verlieren, wenn sie sich zu sehr auf KI verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anschlie\u00dfend spricht Inga \u00fcber das Ph\u00e4nomen des \u201eAutomation Bias\u201c. Sie erkl\u00e4rt anhand einer Radiologie-Studie, wie Menschen fehlerhaften KI-Vorschl\u00e4gen folgen, obwohl die Maschine falsch liegt. Gerade weniger erfahrene Personen lassen sich davon massiv beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am meisten besch\u00e4ftigt sie allerdings ein Begriff aus einer Studie des \u201eNew England Journal of Medicine\u201c: Never-Skilling. Gemeint ist damit nicht das Verlernen von F\u00e4higkeiten \u2013 sondern die Gefahr, bestimmte Kompetenzen \u00fcberhaupt nie richtig aufzubauen, weil KI von Anfang an mitarbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders eindringlich wird dieser Abschnitt, weil Inga die Konsequenzen direkt auf die n\u00e4chste Generation im Gesundheitswesen bezieht. Sie spricht dar\u00fcber, wie Assistenz\u00e4rzt:innen und Studierende m\u00f6glicherweise nie lernen, diagnostisch vollst\u00e4ndig eigenst\u00e4ndig zu denken. Dadurch bekommt die Diskussion pl\u00f6tzlich eine gesellschaftliche Dimension.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"650\" src=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/VdG_AlenaBuyx.002.jpeg\" alt=\"Prof. Dr. med. Alena Buyx\" class=\"wp-image-3024 size-full\" srcset=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/VdG_AlenaBuyx.002.jpeg 650w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/VdG_AlenaBuyx.002-300x300.jpeg 300w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/VdG_AlenaBuyx.002-150x150.jpeg 150w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/VdG_AlenaBuyx.002-500x500.jpeg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00f6rt dazu auch den Podcast mit Dr. med <a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/VdG_AlenaBuyx.002.jpeg\" type=\"attachment\" id=\"3024\">Alena Buyx<\/a>.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der entscheidende Denkfehler vieler Menschen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz aller Studien widerspricht Inga dem resignierten \u201eW\u00fcrstchen-Satz\u201c des Arztes sehr deutlich. Ihrer Meinung nach entsteht die Angst vor KI vor allem deshalb, weil viele Menschen ihren eigenen Beruf falsch definieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn \u00c4rzt:innen bestehen eben nicht nur aus Mustererkennung und Diagnostik. Genau diese Bereiche lassen sich zwar zunehmend automatisieren \u2013 aber sie sind l\u00e4ngst nicht alles. Viel wichtiger sei die therapeutische Beziehung zwischen Menschen. Inga beschreibt eindrucksvoll, wie entscheidend Vertrauen f\u00fcr Heilung, Therapieerfolge und Gesundheitsentscheidungen ist. Menschen folgen nicht allein Daten oder Diagnosen. Sie brauchen Orientierung, Sicherheit und jemanden, der komplexes Wissen in konkrete Handlung \u00fcbersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders stark wirkt dabei ihr Gedanke, dass KI zwar Diagnosen liefern kann, aber keinen echten Vertrauenspakt mit einem Menschen eingeht. Genau dort beginnt ihrer Meinung nach die eigentliche \u00e4rztliche Kompetenz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Empacty statt nur Empathie<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zentraler Begriff der Folge ist \u201eEmpacty\u201c. Damit beschreibt Inga eine neue Kernkompetenz im KI-Zeitalter: die Verbindung aus Empathie und der F\u00e4higkeit, Menschen ins Handeln zu bringen. Sie argumentiert, dass gute \u00c4rzt:innen k\u00fcnftig nicht vor allem Wissensspeicher sein m\u00fcssen. Stattdessen werden sie zu Vertrauensstifter:innen, \u00dcbersetzer:innen und Begleiter:innen in einer immer komplexeren Gesundheitswelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade dieser Gedanke macht die Folge so spannend, weil er den Blick auf KI komplett ver\u00e4ndert. Statt Mensch gegen Maschine entsteht pl\u00f6tzlich ein anderes Bild: KI \u00fcbernimmt bestimmte Aufgaben \u2013 w\u00e4hrend menschliche F\u00e4higkeiten dadurch sogar wichtiger werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die vier F\u00e4higkeiten, die KI nicht ersetzen kann<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders konkret wird die Episode, als Inga eine MIT-Studie vorstellt, die untersucht hat, welche menschlichen Kompetenzen auch in einer KI-dominierten Zukunft entscheidend bleiben. Dabei nennt sie vier zentrale Bereiche: Menschen k\u00f6nnen Entscheidungen treffen, obwohl Informationen fehlen oder widerspr\u00fcchlich sind. Genau darin bleibt der Mensch der Maschine \u00fcberlegen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beziehungsarbeit und ethische Verantwortung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vertrauen aufbauen, schwierige Gespr\u00e4che f\u00fchren oder emotionale Situationen begleiten \u2013 all das l\u00e4sst sich nicht automatisieren. Neue Ideen entstehen oft dadurch, dass Menschen unterschiedliche Disziplinen miteinander verbinden. Laut Inga bleibt genau diese kreative Verbindung eine zutiefst menschliche St\u00e4rke. Am Ende braucht es jemanden, der Entscheidungen verantwortet \u2013 rechtlich, ethisch und menschlich. Gerade dieser Abschnitt wirkt fast beruhigend. Denn Inga zeigt sehr klar: Viele der wichtigsten F\u00e4higkeiten im Gesundheitswesen geh\u00f6ren genau zu diesen Bereichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcnf Strategien f\u00fcr den Umgang mit KI<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im letzten Teil der Folge wird Inga sehr praktisch. Sie erkl\u00e4rt, wie Menschen lernen k\u00f6nnen, mit KI produktiv umzugehen, ohne ihre eigenen F\u00e4higkeiten zu verlieren. Dabei betont sie zun\u00e4chst, wie wichtig gute Briefings geworden sind. Wer der KI bessere Fragen stellt, bekommt bessere Ergebnisse \u2013 und trainiert gleichzeitig das eigene Denken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem pl\u00e4diert sie daf\u00fcr, bestimmte F\u00e4higkeiten weiterhin bewusst selbst zu trainieren. Nicht aus Nostalgie, sondern um das eigene Urteilsverm\u00f6gen zu erhalten. Ebenso wichtig ist ihr die zwischenmenschliche Arbeit. Schwierige Gespr\u00e4che, Konflikte oder emotionale Situationen sollten nicht einfach an KI ausgelagert werden. Genau dort entsteht laut ihr der gr\u00f6\u00dfte menschliche Wert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders interessant ist ihr Gedanke zur \u201eSynthese statt Konsum\u201c. Nach jedem KI-Output fragt sie sich bewusst: Was kommt jetzt eigentlich noch von mir selbst dazu? Zum Schluss fordert sie sogar Schutzr\u00e4ume in der Ausbildung. Bestimmte Lernphasen sollten bewusst ohne KI stattfinden, damit Nachwuchskr\u00e4fte grundlegende Kompetenzen \u00fcberhaupt erst entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum die Folge lange nachhallt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die St\u00e4rke dieser Episode liegt vor allem darin, dass Inga Bergen weder in Technikangst noch in KI-Hype verf\u00e4llt. Stattdessen beschreibt sie sehr ehrlich die Unsicherheit, die viele Menschen gerade sp\u00fcren \u2013 und entwickelt daraus eine neue Perspektive auf Arbeit, Verantwortung und Menschlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch f\u00fchlt sich die Folge nicht wie ein Zukunftsvortrag an, sondern eher wie ein sehr pers\u00f6nliches Nachdenken \u00fcber die Frage, was Menschen im Zeitalter intelligenter Maschinen eigentlich unersetzlich macht. Am Ende bleibt deshalb nicht die Angst vor KI h\u00e4ngen. Sondern die Erkenntnis, dass genau die menschlichen F\u00e4higkeiten, die oft untersch\u00e4tzt werden, k\u00fcnftig vielleicht die wertvollsten \u00fcberhaupt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich mit KI im Gesundheitswesen besch\u00e4ftigt \u2013 oder gerade selbst zwischen Faszination und Unsicherheit schwankt \u2013 sollte sich diese Folge unbedingt anh\u00f6ren.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrer neuen Solo-Folge von \u201eVision\u00e4re der Gesundheit\u201c stellt Inga Bergen eine Frage, die gerade viele Menschen im Gesundheitswesen besch\u00e4ftigt: Was passiert mit meinem Beruf, wenn KI bestimmte Aufgaben besser kann als ich selbst? Schon der Einstieg bleibt h\u00e4ngen. Inga erz\u00e4hlt von einer Begegnung mit einem Arzt auf einer Veranstaltung. Ein erfahrener Mediziner sagt dort [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3043,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-3041","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-podcast"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3041"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3041\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3046,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3041\/revisions\/3046"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3043"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}