{"id":1863,"date":"2022-06-02T07:37:00","date_gmt":"2022-06-02T05:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/?p=1863"},"modified":"2022-06-01T21:33:55","modified_gmt":"2022-06-01T19:33:55","slug":"prof-harald-h-h-w-schmidt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/prof-harald-h-h-w-schmidt\/","title":{"rendered":"Prof. Harald H.H.W. Schmidt- \u00fcber die konzeptionelle Krise der Medizin und sein Ziel, zu heilen statt zu behandeln"},"content":{"rendered":"<h5 class=\"wp-block-heading\" id=\"block-ceafad55-5e4e-4d31-87fc-5942a394e3be\">In dieser Folge spricht Inga Bergen mit dem Vision\u00e4r Prof. Harald H.H.W. Schmidt \u00fcber die konzeptionelle Krise der Medizin und sein Ziel, zu heilen statt zu behandeln. Der Arzt, Apotheker und Chair f\u00fcr Pharmakologie und personalisierte Medizin der Universit\u00e4t Maastricht fordert eine Umfassende Neuordnung von Medizin und Wissenschaft.<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof. Harald H.H.W. Schmidt studierte Medizin und Pharmazie und wurde danach international anerkannter Forscher auf den Gebieten Arzneimitteltherapie, Aufkl\u00e4rung von Krankheitsursachen und Pr\u00e4vention. Als Advanced Investigator des <a href=\"https:\/\/www.eubuero.de\/erc.htm\">Europ\u00e4ischen Forschungsrats (ERC)<\/a> leitet er verschiedene Forschungsprogramme. Darunter klinische Studien zum Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Bluthochdruck und zu Systemmedizin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Harald H.H.W. Schmidt bezeichnet sich selbst als kritischer Analytiker und er sieht die Medizin in einer konzeptionellen Krise. Eine Antwort auf diese Krise sieht er in der Systemmedizin, die er als einer der Pioniere mitentwickelt und erforscht hat. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Was ist Systemmedizin?<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Systemmedizin beschreibt eine komplette Neudefinition dessen, was wir eine &#8222;Krankheit&#8220; nennen und wie wir Medizin organisieren und Big Data nutzen. N\u00e4mlich um zu heilen anstatt zu behandeln, um vorzubeugen anstatt zu heilen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Medizin teilt den Menschen in seine Organe und K\u00f6rperteile und braucht eine Neuordnung<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem Harald H.H.W. Schmidt jahrelang an neuen Therapien und Diagnostika forschte, hatte er einen Heureka Moment, der seine neue Perspektive auf Wissenschaft und Medizin begr\u00fcndete. Er sah ein Bild des K\u00fcnstlers und <a href=\"https:\/\/zkm.de\/en\/person\/albert-laszlo-barabasi\">Physikers Albert-L\u00e1szl\u00f3 Barab\u00e1si<\/a>, der Netzwerke untersucht. Das Bild zeigte ein Netzwerk, das jede Erkrankung mit ihrem assoziierten Risiko verbindet. Er hatte aus allen Risikogruppen und allen Erkrankungen ein Netzwerk kreiert. Wenn ein Risiko bei zwei Erkrankungen auftaucht, dann sind diese im Bild verbunden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Visualisierung kamen Erkrankungen zusammen, die in verschiedenen Organen vorkommen und Erkrankungen, die in der klassischen Medizin nicht miteinander in Verbindung gebracht werden und doch zusammenh\u00e4ngen.&nbsp;Harald H.H.W. Schmidt wurde in diesem Moment klar, dass die moderne Medizin aufgeteilt wurde, Organ f\u00fcr Organ, K\u00f6rperteil f\u00fcr K\u00f6rperteil. Es gibt f\u00fcr ein Herz den Kardiologen, die Kardiologie und die Herz Kreislauf Wissenschaften. F\u00fcr das Gehirn gibt es die Neurologie, die Neurologen und die Neurowissenschaften. Diese Aufteilung ergab f\u00fcr ihn \u00fcberhaupt keinen Sinn, denn diese Perspektive verhindert, gro\u00dfe Zusammenh\u00e4nge zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Bezeichnung \u201echronische Erkrankung\u201c zeigt das Scheitern der Medizin<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon in den 70er und 80er Jahren gab es einen Diskurs dar\u00fcber, die Medizin ganzheitlicher zu gestalten und eine Bewegung in der <a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/andreas-michalsen\/\">Naturheilkunde<\/a>. Heute ist der Diskurs um Ganzheitlichkeit viel st\u00e4rker faktenbasiert, was auch an den M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung und den vielen verf\u00fcgbaren Daten liegt. Ein Beispiel ist f\u00fcr Harald Schmidt das Thema Bluthochdruck. Dies beschreibt es als ein Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Manche davon k\u00f6nnen tats\u00e4chlich mit schweren Konsequenzen assoziiert sein. Beispielsweise kann Bluthochdruck auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hindeuten. Andere Ursachen hingegen sind v\u00f6llig harmlos. Au\u00dferdem ber\u00fccksichtigt die Medizin heute wenig individuelle Parameter, denn Menschen k\u00f6nnen v\u00f6llig unterschiedliche Werte haben, aber trotzdem vollst\u00e4ndig gesund sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Allgemeinen sind wir sehr unpr\u00e4zise und nach Ansicht von Prof. Harald H.H.W. Schmidt m\u00fcssen wir dahin hinkommen, die Menschen zu identifizieren, die wirklich ein hohes Risiko haben durch erh\u00f6hten Blutdruck. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Forschung muss an ihrem Ergebnis f\u00fcr den Patientinnen und Patientennutzen gemessen werden<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prof. Harald H.H.W. Schmidt beschreibt das Problem in der Forschung. Denn viele hochintelligent Wissenschaftler wollen Karriere machen, und werden dabei im Wesentlichen nach zwei Kriterien beurteilt. Das eine Kriterium ist, wie viele Ver\u00f6ffentlichungen in hochrangigen Zeitschriften sie bekommen und das Andere ist die Summe an Forschungsmitten, die sie einwerben. Demnach sind die Anreize falsch gesetzt, denn es ist nicht relevant, was aus der biomedizinischen Forschung letztlich f\u00fcr Patientinnen und Patienten nach einigen Jahren erw\u00e4chst. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcbersetzung in Patientennutzen ist kein Karriere-Kriterium. Demnach richten biomedizinische Forscher zu einem \u00fcberwiegenden Teil ihre Anstrengungen darauf aus Publikationen zu erzeugen, um Forschungsmittel zu bekommen und damit noch mehr Publikationen zu erzeugen. Ein Statistiker aus Stanford in den USA hat 25.000 Publikationen aus besten Zeitschriften untersucht. Was ist aus den Forschungsans\u00e4tzen nach zehn Jahren geworden? Es waren alles Publikationen zum Thema &#8222;Daten lassen vermuten, dass bestimmte Gene oder Therapien bei der Erkrankung aussichtsreich sein k\u00f6nnte&#8220;. Das Ergebnis der Untersuchung war, dass nur eine Arbeit klinisch gepr\u00fcft, patentiert und lizenziert wurde. Eine Arbeit von 25.000 Publikationen.<br><br>Letzlich sagt Prof. Harald H.H.W. Schmidt, dass wir mehr Wissenschaft brauchen, die sich tats\u00e4chlich f\u00fcr Patientenwohl anwenden l\u00e4sst. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>B\u00dcCHER:<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.thalia.de\/shop\/home\/artikeldetails\/A1059596661?ProvID=11007205&amp;msclkid=bc3cebf7550e18a03607897ab638718b&amp;utm_source=bing&amp;utm_medium=cpc&amp;utm_campaign=B%C3%BCcher%20(No_GA360_Score)&amp;utm_term=4576236133585924&amp;utm_content=B%C3%BCcher-No_GA360_Score&amp;gclid=bc3cebf7550e18a03607897ab638718b&amp;gclsrc=3p.ds\">Geheilt statt behandelt &#8211; Warum die Medizin am Ende ist und wie unsere Gesundheit eine Zukunft hat<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007\/978-3-030-95293-8\">The End of Medicine as we know it<\/a><\/p>\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4977\"><audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-1863-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/media.blubrry.com\/visionaeredergesundheit\/v0orfy.podcaster.de\/download\/VdG_0236_Harald_Schmidt.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/media.blubrry.com\/visionaeredergesundheit\/v0orfy.podcaster.de\/download\/VdG_0236_Harald_Schmidt.mp3\">https:\/\/media.blubrry.com\/visionaeredergesundheit\/v0orfy.podcaster.de\/download\/VdG_0236_Harald_Schmidt.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"https:\/\/media.blubrry.com\/visionaeredergesundheit\/v0orfy.podcaster.de\/download\/VdG_0236_Harald_Schmidt.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/?powerpress_pinw=1863-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/media.blubrry.com\/visionaeredergesundheit\/v0orfy.podcaster.de\/download\/VdG_0236_Harald_Schmidt.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"VdG_0236_Harald_Schmidt.mp3\">Download<\/a><\/p><p class=\"powerpress_links powerpress_subscribe_links\">Subscribe: <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/2JK6tzt07IhXJP841qtjED?si=rSZ9jSKwSkeLgyc-rGsgjw\" class=\"powerpress_link_subscribe powerpress_link_subscribe_spotify\" target=\"_blank\" title=\"Subscribe on Spotify\" rel=\"nofollow\">Spotify<\/a> | <a href=\"https:\/\/tunein.com\/podcasts\/Science-Podcasts\/Visionare-der-Gesundheit-p1251581\/\" class=\"powerpress_link_subscribe powerpress_link_subscribe_tunein\" target=\"_blank\" title=\"Subscribe on TuneIn\" rel=\"nofollow\">TuneIn<\/a> | <a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/feed\/podcast\/\" class=\"powerpress_link_subscribe powerpress_link_subscribe_rss\" target=\"_blank\" title=\"Subscribe via RSS\" rel=\"nofollow\">RSS<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dieser Folge spricht Inga Bergen mit dem Vision\u00e4r Prof. Harald H.H.W. 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