{"id":1389,"date":"2021-08-21T11:06:35","date_gmt":"2021-08-21T09:06:35","guid":{"rendered":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/?p=1389"},"modified":"2021-08-23T14:34:45","modified_gmt":"2021-08-23T12:34:45","slug":"das-mikrobiom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/das-mikrobiom\/","title":{"rendered":"Das Mikrobiom &#8211; wie Biomarker und Bakterien uns k\u00fcnftig dabei helfen k\u00f6nnen, gesund zu bleiben"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"wp-block-heading\">Faktencheck von Dr. Lara Maier<br><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>F\u00fcr die Entstehung des Artikels danke ich: <a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/dr-paul-hammer\/\">Dr. Paul Hammer (Biomes<\/a>), Plamena Dikarlo (Biomes), Clarissa Tuchel, Larissa Middendorf<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Unsere Ern\u00e4hrung und Verdauung sind zunehmend in den Fokus unseres Interesses ger\u00fcckt. Wer sich mit dem Thema befasste, kam die letzten Jahre nicht um das humane Mikrobiom herum. Das Mikrobiom beschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den menschlichen K\u00f6rper besiedeln. Wie wichtig das Mikrobiom geworden ist, zeigt auch das wirtschaftliche Interesse daran. Die Pharma-Industrie forscht intensiv dazu und es gibt Fonds, die ausschlie\u00dflich in dieses Thema investieren, da es das Potential f\u00fcr ganz neue Ans\u00e4tze in der Medizin bietet. <\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"375\" src=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001.jpeg\" alt=\"Das Mikrobiom\" class=\"wp-image-1392\" srcset=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001.jpeg 750w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001-300x150.jpeg 300w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001-500x250.jpeg 500w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001-700x350.jpeg 700w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001-520x260.jpeg 520w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001-360x180.jpeg 360w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001-250x125.jpeg 250w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Infografik_Vorlage.001-100x50.jpeg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mussten fr\u00fcher Bakterien erst angez\u00fcchtet werden, um sie untersuchen zu k\u00f6nnen, werden sie heute mit Hilfe der DNA-Sequenzierung einfach und schnell spezifiziert. Dieser technische Fortschritt erm\u00f6glichte es den Forschern, nicht nur die Vielfalt der circa 100 Billionen uns besiedelnden Organismen zu entdecken, sondern auch zu erforschen, wie eng unser Biosystem mit dem ihren verkn\u00fcpft ist. Faktisch k\u00f6nnen wir ohne Bakterien &amp; Co auf bzw. in uns nicht \u00fcberleben. Waren die Erkenntnisse vor einigen Jahren noch ganz am Anfang, lohnt es sich nun, das Thema in einem Faktencheck aufzubereiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Mikrobiom bezieht sich auf die Gesamtheit unserer Mikroorganismen, die Forschung konzentriert sich derzeit aber vor allem auf unseren Magen-Darm-Trakt. Unsere K\u00f6rpergesundheit ist essenziell von dem Magen-Darm-Trakt abh\u00e4ngig, da 70% aller Immunzellen im Darm sitzen. Diese wiederum steht und f\u00e4llt mit unserem Mikrobiom, seiner Vielfalt und Funktionsf\u00e4higkeit.<br>Doch wie k\u00f6nnen wir diesbeeinflussen? Man ahnt es fast &#8211; mit der richtigen Ern\u00e4hrung und den \u00fcblichen S\u00e4ulen f\u00fcr ein gesundes Leben: mehr Sport, weniger Stress, besserer Schlaf.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bin ich gesund? Wie geht\u2019s meinen Bakterien?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um unseren pers\u00f6nlichen Status Quo erfassen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir anfangen in&nbsp; unseren K\u00f6rper hinein zu h\u00f6ren. Wie geht es unserer Verdauung in Abh\u00e4ngigkeit der Tagesverfassung und nach einer Mahlzeit? Ein Indikator ist die sogenannte \u201cPassagezeit\u201d, die unsere Nahrung von Anfang bis Ende ben\u00f6tigt. Tim Spector, Professor f\u00fcr genetische Epidemiologie am Kings College London, hatte zuletzt mit einem \u201cTinten-Test\u201d in UK daf\u00fcr geworben, die Passagezeit selbstst\u00e4ndig zu erfassen (und ihm diese per App mitzuteilen). Der Test ist denkbar einfach: man nehme blaue Lebensmittelfarbe z.B. mit gef\u00e4rbten Muffins zu sich und \u00fcberpr\u00fcfe f\u00fcr mind. einen Tag, ab wann man die Farbe wieder sieht. Der \u201csweet-spot\u201d liege &lt; 24 h, aber alles von 5 &#8211; 30 Stunden scheint einer regul\u00e4ren Darmpassage zu entsprechen. Was wiederum deutlich zeigt, dass jeder von uns eineunterschiedliche Konstitutionen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u201cTinten-Test\u201d bietet ein preiswertes Verfahren mit dem ein Vergleich innerhalb einer Gruppe m\u00f6glich ist. Goldstandard ist aber die genetische Mikrobiom-Analyse, die auch Dr. Paul Hammer von Biomes anbietet und den Inga Bergen in Folge 14 der <a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/staffel-2\/\">2. Staffel <\/a>\u201cVision\u00e4ren der Gesundheit\u201d interviewt hat.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br>Potenzielle Ergebnisse einer Mikrobiom-Analyse<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einblicke in den Gesundheitszustand des Darmikrobioms zu geben, ist ein wichtiges Ziel in der aktuellen Humanmikrobiomforschung. Eine hochwertige Metastudie stellte daf\u00fcr den \u201cGut Microbiomer Health Index\u201d (<strong>GMHI<\/strong>) vor, einen pr\u00e4diktiven Index der die Krankheitswahrscheinlichkeit unabh\u00e4ngig von einer klinischen Diagnose vorhersagt. Der GMHI wurde entwickelt auf Basis von 4400 Stuhlproben aus 46 Studien, die so ein Profiling der Bakterien in gesund und ungesund zulie\u00dfen. Andere Studienergebnisse sprechen von 30 Baktierenst\u00e4mmen, jeweils 15 guten und schlechten, deren Verh\u00e4ltnis \u00fcber unseren Gesundheitszustand bestimmt. Sicher scheint: Je diverser das Mikrobiom, desto besser ist seine Funktionalit\u00e4t. Doch ist nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch ihr Verh\u00e4ltnis untereinander entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese kleinen Helfer sind die Chemie-Fabriken unseres K\u00f6rpers. Sie produzieren bspw. Hormone, sowie Immun-Booster f\u00fcr unser Immunsystem die vor Allergien oder schweren Krankheitsverl\u00e4ufen sch\u00fctzen und Serotonin\/Dopamin. Letztere sind essenziell f\u00fcr unsere mentale Gesundheit. Dazu unterst\u00fctzen sie unseren K\u00f6rper auch einfach bei der Verdauung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"375\" src=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001.jpeg\" alt=\"\u201cGut Microbiomer Health Index\u201d \" class=\"wp-image-1406\" srcset=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001.jpeg 750w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001-300x150.jpeg 300w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001-500x250.jpeg 500w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001-700x350.jpeg 700w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001-520x260.jpeg 520w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001-360x180.jpeg 360w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001-250x125.jpeg 250w, https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Mikrobiom-Infografik.001-100x50.jpeg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber eine Mikrobiom-Analyse k\u00f6nnen also die Vielfalt und das Verh\u00e4ltnis unserer Bakterien bestimmt werden. Das l\u00e4sst eine Aussage \u00fcber unseren aktuellen Gesundheitsstatus zu und zeigt eventuell auf, wie wir unseren Lebensstil \u00e4ndern sollten. Die Forschung ist noch immer am Anfang, die Empfehlungen werden aber immer genauer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Studie von Valles-Colomer M et al. widmete sich dem Zusammenhang zwischen dem mikrobiellen Stoffwechsel des Darms und der psychischen Gesundheit. Sie validierte in \u00fcber 1000 Datens\u00e4tzen, wie gewisse Mikrobiomwerte mit der Lebensqualit\u00e4t und Depression beim humanen Wirt korrelierten. Das Ergebnis: zwei St\u00e4mme wurden durchweg mit einer h\u00f6heren Lebensqualit\u00e4t&nbsp; in Verbindung gebracht. Sie beide produzieren einen Dopamin-Metaboliten, der mit hoher Wahrscheinlichkeit Einflu\u00df hat auf die Entstehung von Depressionen in unserem K\u00f6rper. Ein klassisches Beispiel der oft zitierten \u201cGut-Brain-Axis\u201d.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch sind die Analysegenauigkeit und der pr\u00e4diktive Wert des GMHI ausbauf\u00e4hig. Die klassifizierten Darmsignaturen liegen bei etwa 75% Treffgenauigkeit. Fehlklassifizierungen beruhen auf komplexen, hoch personalisierten Darm\u00f6kologien, bei denen schlicht noch mehr Wissen fehlt. Laborproben sind nicht immer verl\u00e4sslich, da die Probensammlung und -verarbeitung schwer kontrollierbar sind. Je mehr Daten gesammelt und ausgetauscht werden, desto mehr kann entdeckt und auf andere K\u00f6rperbereiche angewendet werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><strong>Was wissen wir heute?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fangen wir mit den Kleinsten an: S\u00e4uglinge m\u00fcssen ihr Mikrobiom erst entwickeln, diese Entwicklung beginnt bereits vor der Geburt und wird u.a. durch die Muttermilch und sp\u00e4tere Nahrungsaufnahme beeinflusst. Man sch\u00e4tzt, dass das Mikrobiom eines Kindes sich mit circa 4 Jahren voll entwickelt hat. Ebenso wie sich unsere K\u00f6rper mit dem Alter ver\u00e4ndern, wandeln sich \u00fcbrigens auch unsere Bakterien und unser Metabolismus.<br><br>Dabei bedingen diese sich wohl gegenseitig. Die Vielfalt der Darmmikrobiota und die Stoffwechselfunktion h\u00e4ngen zusammen. Es wurde nachgewiesen, dass der Bakterienstamm <em>A. muciniphila<\/em> negativ mit \u00dcbergewicht, unbehandeltem Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck beim Wirt korrelieren k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, je mehr A.muciniphila vorhanden waren, desto seltener kamen diese Symptome vor. In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Pilotstudie an \u00fcbergewichtigen, insulinresistenten Freiwilligen wurde nun die Verabreichung des Stamms untersucht. Das Ergebnis: die t\u00e4gliche orale Supplementation \u00fcber drei Monate war sicher, gut vertr\u00e4glich und verbesserte mehrere Stoffwechselparameter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserten sich die Insulinsensitivit\u00e4t, der Insulinanteil im Blut und das Gesamtcholesterin signifikant um beeindruckende 10-30 %. Das K\u00f6rpergewicht, der H\u00fcftumfang und das totale K\u00f6rperfett verringerten sich ebenfalls, jedoch nicht so ausgepr\u00e4gt. Nach drei Monaten waren die relevanten Blutmarker der Leberfunktionsst\u00f6rung (die typischerweise vorkommen) reduziert. Andere Metaanalysen legen ein protektiven Nutzen bestimmter Bakterien gegen die Entwicklung von CED (chronisch entz\u00fcndliche Darmerkrankung) nahe, die Ergebnisse variieren aber noch zu stark innerhalb der einzelnen Studien. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls konnte nachgewiesen werden, dass einzelne Wirtseigenschaften wie Body-Mass-Index, Alter oder Geschlecht zwar nicht typisch sind f\u00fcr bestimmte St\u00e4mme im Wirtsdarm &#8211; es konnten aber mikrobielle Marker entschl\u00fcsselt werden, die beispielsweise mit dem BMI korrelieren. Reicht das schon als diagnostisches Potenzial?<br>Zwar nimmt unser Wissen \u00fcber die Arten und die funktionelle Zusammensetzung des menschlichen Darmmikrobioms rapide zu, doch basieren sie immer noch auf sehr wenigen Kohorten. \u00dcber die weltweiten Variationen geschweige denn typische Muster in verschiedenen Ethnien ist sehr wenig bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fest zu stehen scheint:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Je diverser das mikrobielle Genreichtum, desto ges\u00fcnder scheint generell der Stoffwechselstatus zu sein.&nbsp;<\/li><li>Der GMHI ist ein entscheidender Index, um die Gesundheit des Mikrobioms und Wirts zu prognostizieren.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><br><strong>Was kann ich selbst tun?<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Mikrobiom will unser Freund sein, nicht unser Feind. Unser K\u00f6rper ist essenziell mit ihm verbunden, wir profitieren voneinander und gehen eine wunderbare, lebenslang andauernde Symbiose ein,deren zahlreichen Aspekte von der Forschung erst nach und nach entdeckt werden. Die Vielfalt unserer Mikroorganismen sowie ihre Verh\u00e4ltnis zueinander bestimmt unsere Vitalit\u00e4t und Gesundheit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gute: wir k\u00f6nnen darauf Einfluss nehmen! Wie eingangs erw\u00e4hnt, sind die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen Ern\u00e4hrung, Stress, Schlaf und Sport auch hier tragende S\u00e4ulen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201c30 a week\u201d<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verh\u00e4ltnis unser \u201cguten und b\u00f6sen\u201d Stammbakterien ist wichtig, um vielerlei Krankheiten vorzubeugen. Beobachtungen konnten zeigen, dass sich die Bakterien-Ratio ebenso wie klassische Gesundheitsparameter im Zusammenhang mit der Ern\u00e4hrung ver\u00e4nderten, zum Guten wie zum Schlechten. \u201c30 a week\u201d bezieht sich auf die Vielfalt, mit der man sich w\u00f6chentlich ern\u00e4hren sollte. Die Grundlage bildet eine pflanzenbasierte Ern\u00e4hrung, die sich zusammensetzt aus Gem\u00fcse, N\u00fcssen, Kr\u00e4utern und Gew\u00fcrzen. Die \u201c30 a week\u201d zu erreichen wird damit zu einem realistischen Ziel. Ideal sind polyphenolhaltige Lebensmittel. Man erkennt sie am etwas bitteren Geschmack und einer auffallenden Farbe. Es empfehlen sich: Beeren, hochwertige Oliven\u00f6l, N\u00fcsse, Schokolade und Rotwein, leuchtend gef\u00e4rbtes Gem\u00fcse wie lila Karotten, Radiccio, etc. Dazu ab und an etwas Fermentiertes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist wichtig, dem Darm und seinen Bewohnern Pausen zu erm\u00f6glichen. Snacken und Zwischenmahlzeiten bringen das Verdauungssystem durcheinander, selbst die Bakterien k\u00f6nnen ersch\u00f6pfen. Daher sollten mindestens 4 h zwischen jeder Mahlzeit liegen <a href=\"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/zurueck-in-die-zukunft-ayurveda-und-naturheilkunde-im-digitalen-zeitalter\/\">(was interessanterweise auch in der \u00e4ltesten medizinischen Lehre, dem Ayurveda, gelehrt wird<\/a>). Von der Empfehlung vieler kleiner Mahlzeiten pro Tag hat man l\u00e4ngst Abstand genommen, au\u00dfer es liegen bestimmte Krankheiten vor. Wir verdauen so besser, nehmen mehr N\u00e4hrstoffe auf und entstressen unser gesamtes System.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Auf prozessiertes Essen sollte verzichtet werden<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daf\u00fcr gibt es mindestens zwei Gr\u00fcnde:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Bakterien k\u00f6nnen und sollen das mit unseren Verdauungsenzymen erledigen, so hat es die Natur eingerichtet. Hoch verarbeitete Lebensmitteln enthalten in der Regeln kaum Ballaststoffe, Vitamine und Co &#8211; die \u201cguten Bakterien\u201d haben wenig zu tun.&nbsp;<\/li><li>Hochverarbeitetes Essen enth\u00e4lt oft Chemikalien und k\u00fcnstliche S\u00fc\u00dfstoffe. Die Verarbeitung dieser kann im Magen-Darm-Trakt zur Entstehung sch\u00e4dlicher Chemikalien f\u00fchren, die einen Einfluss auf typische Volkskrankheiten haben k\u00f6nnten.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mikrobiomforschung ist noch am Anfang. Sie wird sich aber durch mehr Datens\u00e4tze rasant fortentwickeln und schon bald die klinische Arbeit unterst\u00fctzen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden sich breit anwenden lassen. Sie zeigen, dass wir Teil eines multifaktoriellen, sich gegenseitig bedingenden Systems sind. Wir sollten darauf achten, was und wie wir uns ern\u00e4hren, um unser Leben und unsere Gesundheit positiv zu beeinflussen. Sie beweisen auch, dass es keine \u201cone size fits all\u201d L\u00f6sung gibt, da wir unterschiedliche Konstitutionen besitzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn, so wusste schon Winston Churchill (1874-1965) \u201c<em>mit dem Geist ist es wie mit dem Magen: Man sollte ihm nur Nahrung zumuten, die er verdauen kann\u201d.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellen<\/strong>:<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC4917042\/\">Tim Spector, \u201cThe Diet Myth. The real science behind what we eat\u201d<\/a>, Orion Publishing Group<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gupta VK et al. &#8211; A predictive index&nbsp; for health status using species-level gut microbiome profiling. <strong><em>Nature Communications<\/em><\/strong>.&nbsp; 2020;11:4635. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-18476-8\u00a0\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-18476-8&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Depommier C et al. Supplementation&nbsp; with Akkermansia muciniphila in overweight and obese human volunteers: a proof-of concept exploratory study. <strong><em>Nature Medicine<\/em><\/strong>. 2019;25:1096\u20131103.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-019-0495-2\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-019-0495-2<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Valles-Colomer M et al. &#8211;&nbsp; The neuroactive&nbsp; potential of the human gut microbiota in quality of life and depression. <strong><em>Nature&nbsp; Microbiology<\/em><\/strong>. 2019; 623\u2013632. h<a href=\"ttps:\/\/www.nature.com\/articles\/s41564-018-0337-x\">ttps:\/\/www.nature.com\/articles\/s41564-018-0337-x<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manor O et al. &#8211; Health and disease&nbsp; markers correlate with gut microbiome composition across thousands of people. <strong><em>Nature&nbsp; Communications<\/em><\/strong>. 2020;11:5206. <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-18871-1\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-020-18871-1<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dao MC &#8211; et al. Akkermansia&nbsp; muciniphila and improved metabolic health during a dietary intervention in obesity:&nbsp; relationship with gut microbiome richness and ecology. <strong><em>Gut<\/em><\/strong>. 2016;65:426\u201336.&nbsp; h<a href=\"ttps:\/\/gut.bmj.com\/content\/65\/3\/426\u00a0\">ttps:\/\/gut.bmj.com\/content\/65\/3\/426&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M. Blaut: Vielfalt der Kulturen: Zusammensetzung und Funktion der Mikrobiota im Darm. In: Aktuel Ernahrungsmed 2012; 37(S 01): S2-S6, DOI: 10.1055\/s-0031-1298851. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Faktencheck von Dr. Lara Maier F\u00fcr die Entstehung des Artikels danke ich: Dr. Paul Hammer (Biomes), Plamena Dikarlo (Biomes), Clarissa Tuchel, Larissa Middendorf Unsere Ern\u00e4hrung und Verdauung sind zunehmend in den Fokus unseres Interesses ger\u00fcckt. Wer sich mit dem Thema befasste, kam die letzten Jahre nicht um das humane Mikrobiom herum. Das Mikrobiom beschreibt die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[17,18],"tags":[],"class_list":["post-1389","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-artikel","category-faktencheck"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1389"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1389\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1415,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1389\/revisions\/1415"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/visionaere-gesundheit.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}